OnBoard Grafik Commodore PC 20 deaktivieren

  • Löst man ein Problem, taucht das nächste auf. Das ist das schöne am basteln..


    In meinem Commodore steckt nun eine Trident TVGA9000b VGA Karte mit 512kb RAM. Die ist eigtl. ein 16-Bitter, habe ich aber aus einem anderen Commodore PC und nichts umgejumpert.


    So, stecke ich das Ding ein erhalte ich auch ein BIld bis zum Dos Prompt, nur starte ich irgendeine Anwendung (Windows, Spiele..) kommt kein Bild mehr. Teilweise rutscht der Cursor nur eine Zeile weiter und blinkt fröhlich weiter. Der Rechner ist auch nicht abgeschmiert sondern gibt das BIld z.B über Composite aus, also die interne onBoard Grafik!


    Jetzt habe ich Jumper 614 welcher regelt ob Composite Mono oder Farbe ausgibt mal gesetzt und mal nicht mit keinem Effekt, an den DIPs hinten den Monitor deaktiviert was auch nichts bringt. Laut Manual sollte das Mainboard den internen Controller aber automatisch deaktivieren. Hab ich nen Denkfehler?

  • Mhm, vielleicht hilft es bei der Analyse wenn mir jemand erklären könnte warum BIOS Anzeige, DOS Prompt etc. über die VGA Karte läuft, ab dem Punkt wo eine Anwendung geladen wird aber die onboard Grafik genutzt wird.
    Vielleicht schließe ich mal beides parallel an. Ehrlich gesagt bin ich etwas ratlos was ich groß an der Konfiguration ändern könnte

  • Zu der Zeit haben die Programme ja die Grafik noch nicht über Treiber ausgegeben. Die Grafikkarten haben ihren Speicher an verschiedenen Stellen oberhalb der 640 kb eingeblendet und die Programme haben da rein geschrieben. Monochrom Adapter und CGA hatten unterschiedliche Adressen wie b0000 und b8000, so dass man die Karten parallel benutzen konnte. Theoretisch konnte man zwar die Karte über den Interrupt 10 ansprechen, aber das war so lahm, dass eigentlich jede ernsthafte Anwendung direkt in den Speicher geschrieben hat.


    https://courses.engr.illinois.…nual/graphics-int10h.html


    Wenn also eine Anwendung für die Hercules Karte geschrieben war, dann hat sie halt nach b0000 geschrieben. Egal war für eine Karte Du gerade drin stecken hast. Es gab später auch z.B. diese Borland BGI Treiber, welche automatisch versucht haben, die eingesteckte(n) Karte(n) zu erkennen und sie nutzen. Aber das war lange Zeit kein Standard.
    Das Bios schreibt wohl immer über den int10 und erkennt so Deine Karte.

  • Ich habe mir mal den Schaltplan vorgenommen.
    JMP 611 hängt am READY-Signal des Videochips.
    JMP 612 ändert die Ansteuerung des Datenbustreibers für den Videochip.
    Probier mal die möglichen Kombinationen dieser beiden Jumper aus.

  • Danke erstmal - ich habe bei den PINs die PC Grafik regeln, hinten am Rechner bei den Ports, eine zumindest mir anders dokumentierte Einstellung gefunden. PIN3 und 4 nach unten bedeutet onBoard Grafik aus (dokumentiert als kein Monitor am Cinch Ausgang m.E nach aber das ist ja schon etwas anderes)


    Schließe ich meinen Monitor an den Cinch Ausgang an erhalte ich mit der Einstellung tatsächlich nichtmal die BIOS Anzeige, ohne gesteckte Grafikkarte und irgendwann erscheint nur ein blinkender Cursor. Leider tritt das Verhalten nach einsetzen der VGA Karte wieder auf, dass ich auf dem VGA Monitor kein Bild erhalte wenn ich ein Programm starte (verschiedene getestet). Ich teste jetzt mal die beiden Jumper durch, sind ja nur 4 Kombinationen. Spiele melden aber z.B "VGA Card detected"


    daybyter Danke auch für die ausführliche Erklärung!


    Wenn das alles nicht will glaube ich langsam an einen Fehler bei der VGA Karte...wobei die BIOS etc ja anzeigt.

  • Hallo,


    die VGA muss nicht wirklich defect sein, evtl. erkennt die aber die Onboard Grafik und blendet ihren Speicherbereich nach dem Boot aus.


    Meine Erfahrungen mit Onboard Grafik und zusätzlicher VGA sind so, dass ich früher immer beide betrieben habe. Dieses gilt allerdings nur für Onboard "Nicht"-VGA.


    Gruss,
    Peter

  • Ich habe mir mal auf dem Schaltplan angesehen, was die beiden DIP-Schalter (3+4) bewirken.
    Die sind direkt mit den Eingängen VID0 und VID1 des FE2010 verbunden.
    Dieser Chip vereint etliche Funktionen in sich, z.B. DMA-Controller, Interrupt-Controller, Keyboard-Controller und noch diverses mehr.
    Die Pins VID0 und VID1 wirken auf das System Configuration Register und geben den Video-Typ an.
    Das sollte der aus dem BIOS-Setup späterer PCs bekannten Video Type Einstellung entsprechen, es sind auch die gleichen Einstellungen möglich:


    - NONE
    - 40 x 25 COLOR
    - 80 x 25 COLOR
    - Monochrome


    Allerdings wirkt das eben nur auf das System Configuration Register,
    schaltet also die Onboard-Grafik nicht Hardwaremässig ab.

  • Das Durcheinander kenne ich vom 386 mit VGA und hgc. Hilft dir der Mode-befehl von DOS? Da kann man explizit auf CO80 umschalten.


    Hat dein PC eingebaute Farbgrafik? Dann wird das die Ursache für das Durcheinander sein. Zwei Farbkarten können nicht gleichzeitig funktionieren. Ich kenne deinen PC nicht. Aber was kommt über Chinch? Alles vom onboard Chip oder cga? Zwing den erstmal auf hgc, damit die VGA wieder luppt.

  • Danke, der Tipp von Workaholic hat funktioniert. Nachdem ich per DIP die Onboard auf monochrom gestellt hab, hat die VGA Farbe ausgegeben bzw. wurde vom System als Primärkarte genutzt. Ich bin echt happy, jetzt ist es wirklich ein Top System. Habe überlegt noch mit der Speicherkarte rumzuspielen, aber effektiv kann ich beim XT ja nur 360kb extra-RAM, also bis 1 MB rausholen. Ob das so lohnt...die Karte hätte ich hier. Alternativ verkaufe ich die wieder, denn ich denke ich werde keinen 2. XT zusammenstellen. Die Maus läuft auch :-)


    Was mir eben aufgefallen ist, der Rechner will mit Alt / Alt GR nicht diese Zeichen u.a darstellen ][ etc. Die eckigen Klammern braucht man aber durchaus mal, mode codepage steht aber auf 850. Wundert mich etwas. Die Tastatur ist eigentlich die - ungebrandete - Original Cherry des Commodore PC


    Weil's so schön war hier mal ein paar Bilder vom Rechner..





  • Ja, kenn ich. Aber genauso hat's mit der VGA ja nicht funktioniert. Interner Adapter musste auch mono gestellt werden. Sei's drum. Das Ding ist jetzt ne Multimedia-Bombe wie man 1995 gesagt hätte :D ^^
    Ich glaub ich pack doch noch ne Soundblaster rein..

  • welche Karte hast du denn genau ?? (Foto?)


    hat die VGA Karte selbst Jumper ??


    => sehe gerade, vom Bild (der Draufsicht) habe ich die gleiche, und beim IC vorne ist oben einer,..
    leider keine Ahnung, wofür der ist.. (oder hast du eine Anleitung für die Karte mit erhalten ??)


    mfG. MIcha

    Meine Sammlung: CBM4032,CBM610,VIC20, C16, Cplus, C64, SX64,C128D, LT286-C, Amiga 1000, C= PC1+10+20+40

  • Alles Gut,..


    ist ja prima, wenn er wieder läuft...
    habe ja auch parallel wegen eigenem Interesse gefragt...


    man sieht auch den Jumper links oberhalb vom Spannungsstecker:


    http://forum.classic-computing.org/index.php?page=Attachment&attachmentID=17780

    Meine Sammlung: CBM4032,CBM610,VIC20, C16, Cplus, C64, SX64,C128D, LT286-C, Amiga 1000, C= PC1+10+20+40

  • Hallo lenny2207,


    hast du schon dein ][-Problem gelöst.


    Ggf. mal die keyb.exe aus \bin mit 437, /E zusätzlich (als letzten Eintrag) in die autoexec.bat einbinden.


    Damit bekommt man die gewünschten Tastaturlayouts ans Laufen. Bei mir hat das problemlos funktioniert.


    Gruß,


    Erik

  • Hi Erik,


    nein ich habe gerade ein bisschen pausiert. Danke! Das werde ich austesten. Vorabfrage - Warum geht's denn nicht so? Müsste doch eigentlich unterstützt werden und ich meine, früher hätte es selbst unter dem MS DOS 3.3 keine Probleme mit dem Zeichen am XT gegeben?

  • Hallo lenny2207,


    das ist eine sehr gute Frage! Ich kann es nicht zu 100% beantworten.


    Es kann an der keyb & keyboard.sys liegen (habe diverse Treiber ausprobiert) ... oder aber an der angeschlossenen Tastatur (Model, Bauart, Herkunftsland ... habe eine aus UK und D) selbst ... oder aber an 850 oder 437 in Verbindung mit gr ... was man halt einstellt. Doppel-/Dreifachsymbole der Tastatur werden mitunter nicht alle erkannt, obwohl es eigentlich funktionieren müsste. Das IBM Handbuch z.B. umfasst ja etliche Seiten nur zu den Tastaturlayouts.


    Ich hatte mit einem enhanced Keyboard ähnliche Probleme und habe eine Zeitlang mit US-Layout gearbeitet ... bis ich es Leid war.


    Trial-and-Error ... dann hat es mit diesem Zusatzprogramm geklappt (...lange im Netz nachgelesen).


    Es kann ggf. auch sein, dass eine bestimmte Tastatur nicht richtig erkannt wird, wenn es z.B. ein etwas neueres Model (sprich ... nicht original zum System gehörend) ist.


    Ich habe unterschiedliche, ältere Tastaturen für IBM XT/AT und Commodore PC-10 & PC-40. Ich muss manchmal auch wechseln und eben die richtige Tastatur anklemmen.


    Gruß,


    Erik

  • Danke, das ist interessant. Bevor ich die keyb.exe wechsele probiere ich dann die Tage mal div. Kombinationen - und ja das Keyboard ist tatsächlich nicht Original Commodore, aber ein Cherry und ich dachte es sei baugleich. Wir werden sehen.


    Dann werde ich aber auch gleich mal per sntp aus dem mTCP Paket beim Start die aktuelle Uhrzeit und Datum setzen lassen und den PC einer produktiven Nutzung zuführen :roll: - habe mir überlegt wo er so schön läuft, könnte er per htget von unserem Server ja auch eine Datei ziehen und tagesaktuelle Charts und Zahlen anzeigen die sich automatisch stündlich aktualisieren. Weil es geht :P :D


    viele Grüße
    Simon

  • 1 Hinweis noch:


    Bitte darauf achten, dass die Dateiendungen unterschiedlich sind.


    Am besten die keyb.com in keyb.old umbenennen ... oder als keyb.exe in der autoexec.bat aufrufen (so habe ich es gemacht).


    Gruß,


    Erik

  • Da fällt mir eine Support-Disk von Commodore ein,
    die unter anderem Tastaturtreiber für PC 10-III / PC 20-III enthält.
    Tastaturtreiber Version 4.32, Dateidatum 18.04.1988.


    Ob das an der Stelle gerade hilft, weiß ich nicht.
    Vielleicht weicht die original Commodore-Tastatur in der Belegung ab,
    dann wir das wohl eher nicht so recht passen.



    An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Helmut ( axorp ),
    der mir den noch vorhandenen Teil seiner Diskettensammlung
    zum Sichern zur Verfügung gestellt hat.

  • An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Helmut ( axorp),
    der mir den noch vorhandenen Teil seiner Diskettensammlung
    zum Sichern zur Verfügung gestellt hat.

    hallo christian,


    bei dir sind die sehr gut aufgehoben, als bei mir, in der garage.
    ich hoffe, das du viele retten kannst.


    hast du dir schon die disketten mit den EPROMs angesehen?
    sind da auch meine toolkits dabei?


    gruß
    helmut

  • Hallo Erik,


    nur ein Hinweis an dieser Stelle, es ging mit der alten keyb.com, dem Standard Treiber keyboard.sys und dem anhängen des Parameters /E
    Das ist eigentlich auch logisch, wenn man sich die Parameterbeschreibung ansieht. Es handelt sich um eine Cherry AT Tastatur im XT Modus an einem XT. Daher erkennt keyb die Tastatur auch nicht als erweitert und benötigt den Parameter.
    Jetzt ist alles gut, danke nochmal für den Hinweis :)