Pappiges Plastikzeug

  • Ihr kennt das sicher, wenn alte Plastik- oder Gummiteile anfangen, pappig zu werden. Manche Gegenstände kann man einfach mit irgendwas überkleben, bei anderen Sachen geht das nicht oder man will es nicht. Kann man sonst irgendwas tun? Irgendeine chemische Behandlung? Im vorliegenden Fall geht es um einen Highscreen Handy Organizer.


    Gruß,
    Markus

  • Ja das hatte ich mit sämtlichen Schaumstoff in meinem 944'er. Hab alles raus geholt und wo nötig erneuert.


    Aber bei einem Organzier wird das schon schwierig, oder eher fast unmöglich.

  • Übrigens liegt mir an dem Gerät eigentlich nicht viel. Wer es gegen Versandkosten haben will, melde sich.


    Hi, hast du da mal eine genau Monellbezeichnung oder Bild/ ggfls. interessant :tüdeldü:


    Ist das einer, mit einer Geschmacksart DOS? :mrgreen:


    Gruesse,
    Marcus


  • Och, der ist echt putzig :thumbup: also gerne, wenn du dich trennen magst, dann bekommt der hier einen guten Platz neben besagten Portfolio und Librettos ;-)


    Wegen der Kleberei...hmm ob ein kurzes Mehlbad hilft? :grübel:
    Ggfls. Waschbenzin - oder wirkt das auch so schlimm wie anderes Loesungsmittel und man hat noch mehr Sauerrei?


    Gruesse,
    Marcus

  • Der Highscreen geht an Marcus als ersten Fingerheber.


    Also das Gehäuse ist noch lang nicht so klebrig, wie ich es schon an anderen Sachen erlebt habe, aber Mehl würde wahrscheinlich haften wie an einem Hefeteig, also besser nicht. Waschbenzin habe ich letztens an einem klebrigen Schirmgriff versucht, das hat gar nicht gewirkt (geholfen hat, textiles Lenkerband um den Griff zu wickeln). Du kannst es mit Benzin vielleicht an einer unauffälligen Ecke versuchen.


    Oben auf dem Deckel sind außerdem Klebstoffreste von einem Aufkleber. Die gehen wahrscheinlich mit Etikettenlöser ab, aber damit würde ich auch nur vorsichtig rumexperimentieren, denn der könnte ebenfalls das Plastik angreifen.


    Also unabhängig von diesem speziellen Gerät bleibt die Frage für mich interessant.


    Gruß,
    Markus

  • Ja -viele Geraete der Generation hatten eine Softtouch-Oberflaeche...die loest sich auf.
    Hatte ich bei Organizern und IBM Thinkpad.


    Beim Thinkpad habe ich die Klebeschicht aufgeloest mit Isopropanolalkohohl und Alllzweckhaushaltsputztuechern.


    Danach war das Thinkpad glatt wie normales Plastik und klebte nicht mehr.


    Ich glaub bei den Apple Newton 120-200 kommt dies auch noch, dass die kleben werden.


    Aufkleberreste gehen prima mit Solvent von Kontakt Chemie weg (Orangenoelkonzentrat)

  • Dieser sich zersetzende Schaumstoff hat den Ringkern-Ferrit-Speicher meines IBM System /3 zerstört - ich habe gar keine Worte um auszudrücken wie sauer ich bin. Der Schaumstoff hat sich zu einer schwarzen, klebrigen Masse zersetzt und die hat die haarfeinen Drähte z. T. weggeätzt. Übrigens kein Einzelfall - ein Grund, warum es nur noch 4 (!) lauffähige Maschinen dieser Art gibt...

  • Beim Thinkpad habe ich die Klebeschicht aufgeloest mit Isopropanolalkohohl und Alllzweckhaushaltsputztuechern.


    Ja, feuchte Reinigungstücher wirken oft Wunder, und lieber eine glatte Oberfläche als klebrigen ehemaligen "Softgrip". Man muß halt schauen, inwieweit beschriftete Stellen betroffen sind. Versuche überlasse ich Marcus, wäre aber auf einen Bericht gespannt.

  • Dieses Phänomen ist auch bekannt als Latexkrebs. Das kommt häufiger im LARP Bereich vor :-)


    Der Grund für den Effekt ist Depolymerisation was letztlich das zersetzen des Molekülketten bedeutet. Der Vorgang kann nicht ohne weiteres rückgängig gemacht werden. Bei Gummi kam dies auch häufiger bei Autoreifen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Als Lösung gab es dafür das wiederholte Vulkanisieren, was die Molekülketten wieder vernetzt hat. Dieser Vorgang erfordert aber Hitze und Schwefel und ist sicher nicht für Computer-Geräte geeignet :-)


    -Jonas

  • Bei vielen meiner elektronischen Schreibmaschinen von Olivetti, vor allem bei dem großen ET und ETV Maschinen, ist auch zur Geräuschdämmung Schaumstoff drin. Der Olivetti DM 95, DM 100 und DM 105 (Baugleich Commodore MPS 1500C) Nadeldrucker stehen sogar auf Schaumstoff, statt auf Gummifüßen. Auch da zersetzt sich das Zeugs. Ich mache das, wenn ich so ein Gerät öffne, restlos raus. Ich habe mir auf eBay für ganz kleines Geld modernen Schaumstoff in 1 cm Stärke besorgt, das Stück ist glaube ich 4 m² groß und entspricht dem was Olivetti auch verwendet hat. Ich schneide dann nach dem alten Stück, sofern die Form noch erkennbar ist, ein Neues aus und lege/klebe es wieder rein, damit die Optik wieder original ist. Ich hoffe, dass das moderne Zeug langzeitstabiler ist.

  • Hehe, werde gerne von der Sauerei berichten - meine hier auch noch weitere Geräte mit so nem Softgrip/Klebegrip zu haben...


    Grüße,
    Marcus

  • eine davon wurde im Vintage Computer Club auf FB heute mal wieder gestartet...

    gibts davon noch mehr Bilder? Möglichst ohne FB-Zwang...rein von dem Foto kann ich nicht auf die eigentliche Maschine schließen, vermute aber das ist ein System /36 (der Nachfolger). Mein System hat noch keinen Bildschirm...(siehe Avatar oder historic-computer.de.tl).


    Gruß, Jochen

  • gibts davon noch mehr Bilder? Möglichst ohne FB-Zwang...rein von dem Foto kann ich nicht auf die eigentliche Maschine schließen, vermute aber das ist ein System /36 (der Nachfolger). Mein System hat noch keinen Bildschirm...(siehe Avatar oder historic-computer.de.tl).


    Leider keine weiteren Bilder. Derjenige der es eingestellt hatte schrieb vom System/3 - andere schrieben jetzt dazu dass es eine IBM 3277 Console ist - evtl. am System/3?


    EDIT: hab die Seite von Michael/Mike Ross dazu gefunden
    http://www.corestore.org/3.htm
    http://comp.sys.ibm.sys3x.misc…lnpSu/ibm-system-3-3277-1

  • MIST!
    langsam fangen alle meine 5 1/4 an klebrig zu werden. :( :wein:
    wer hat noch das Problem???










    traurige grüsse Jan

  • Ich hab einen Athlon64 geschenkt bekommen, dessen Gehäuse hat eine Softtouch-Front, die auch schon das
    kleben anfängt. Es ist also ein ideales "Opfer" für Softtouch-Problembehandlungsversuche.
    Vulkanisieren schließe ich schonmal aus, aber bisher gab's Feuchttücher und Isopropanol als Vorschlag.
    Ich hätte daheim noch Orangenreiniger (wobei der wahrscheinlich alles auflöst), Nitroverdünnung, Aceton,
    Plastikreinigerpaste (von Feinkost Albrecht) und Schleifpapier.
    Gibt's noch mehr oder weniger sinnvolle Ideen, die ich testen könnte?

  • Plastik altert je nach Lagerort und Umgebung unterschiedlich.
    Wer weiß, bei welchen Temperaturen und in welcher Nachbarschaft die Disks gelagert waren...?

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  • Plastik altert je nach Lagerort und Umgebung unterschiedlich.
    Wer weiß, bei welchen Temperaturen und in welcher Nachbarschaft die Disks gelagert waren...?


    Und wenn die Dinger auf dem Flohmarkt bei praller Sonne angeboten werden - kein Wunder...da nützt auch der Supersonderverschenkepreis nichts mehr :x


  • Und wenn die Dinger auf dem Flohmarkt bei praller Sonne angeboten werden - kein Wunder...da nützt auch der Supersonderverschenkepreis nichts mehr :x


    So ist es.. wenn ich sowas da sehe, kommt mir mehr als nur Galle hoch -.-' genauso mit alten Rechnern.


    Grüße,
    Marcus

  • Vulkanisieren schließe ich schonmal aus, aber bisher gab's Feuchttücher und Isopropanol als Vorschlag.

    Geh mich wech mit die Feuchttuecher!


    Teufelszeug! Keine Ahnung, was da drin ist, aber meine Frau hat das oefters auf unserem Wohnzimmertisch benutzt, den ich mit mal lackiert hatte. Der Tisch war irgendwann klebrig, wie eine Venusfliegenfalle.


    Den gleichen Lack hab' ich auch bei anderen Bueromoebeln von mir verwendet, die ich immer normal (bissl Spueli-Wasser und hinterher trockenwischen) gereinigt hatte, da trat so ein Problem nie auf (seit 20 Jahren zumindestens nicht).


    Ich hab' keine Ahnung, mit was diese Feuchttuecher getraenkt sind, aber das Zeug ist recht aggressiv. Wenn schon, dann am besten sofort feucht nachwischen und direkt abtrocknen (mein Rat - your mileage may vary).


    Mit reinem Isopropanol hatte ich noch kein Problem (beim Reinigen - ansonsten bevorzuge ich Grappa).


    Was 5 1/4" Disketten angeht: Ein bissl Kunststoff-Pflegemittel (ein winziger Hauch!) tut denen nach der Reinigung gut. Man beachte, dass die urspruenglich auch mit einer Art "Gleitmittel" beschichtet waren, das mittlerweile auch verpufft/eingetrocknet/weggereinigt ist. Mich wundert, dass das in den diversen Artikeln zu Vintage-Gloppies nie erwaehnt wird.


    Ich hab' mir hier ein nacktes altes Apple /// Laufwerk hergerichtet* (Elektronik fehlte eh schon, Motorsteuerungsplatine war gebrochen), mit dessen Hilfe ich Disketten erstmal mit Isopropanol reinige und danach mit (einem winzigen Hauch!) Kunststoffpflegemittel behandle. Der Sprung ins Positive beim Lesen mit Kryoflux war enorm!


    (* mit Brute force einfach 5V-Netzteil an den Motor angeschlossen, der dann ca. mit halber Geschwindigkeit dreht - zum Reinigen O.K. Foto, im Anhang)


    Man weiss natuerlich nicht, was evtl. der/die Vorbesitzer/in mit den Floppies schon angestellt haben. Einige kamen mir schon unter, die haben beim Drehen im Apple-Reinigungs-Laufwerk (ohne Schreib-Lesekopf) schon nach Sand geknirscht (Nordsee?) oder diverse Haare kamen ploetzlich aus der Envelope zum Vorschein - sowas schiebe ich devinitiv nicht mehr in ein normales Laufwerk - sowas wandert sofort in den Muell!


    Dringend abraten muss ich von dem Vorschlag, Isopropanol mit Wasser (eagl, ob destilliert, oder nicht) zu verduennen, um Floppy-Disks zu reinigen (zumindestens, wenn man sie weiterverwenden will)! Was Floppy Disks Surfaces wirklich gar nie ueberhaupt nicht moegen ist Feuchtigkeit! (Read: Tribology and Mechanics of Magnetic Storage Devices by B. Bhushan) Mir schleierhaft, warum das von den Kryoflux-Leuten empfohlen wird - aber die wollen ja nur archivieren und danach die Medien wegschmeissen, hab' ich das Gefuehl.