Conner CP3044 wird erkannt und läuft an, dann ist Schluss

  • Moin!


    Ich habe vor einer Weile meinen alten Amstrad ALT-286 Laptop wiederbekommen. Das ist zwar nicht mein erster Computer, aber der erste, bei dem noch eine Chance bestand, dass ich ihn noch habe. Auf der Festplatte dürften sich meine ältesten erhaltenen Programmierversuche aus Mitte der 90er befinden (ich hing der Zeit damals schon etwas hinterher :tüdeldü: ). Ich hatte den damals meiner Schwester vermacht, und sie hat ihn mir jetzt zwecks Reparatur wiedergegeben.


    Das Problem: Die Festplatte scheint nicht zu funktionieren. Es hat natürlich auch nicht geholfen, dass die CMOS Batterie leer war. Ich hab also das ganze Teil auseinandergebaut um herauszufinden, was für eine Festplatte drin ist. Es handelt sich um eine Conner CP3044.


    Ich habe natürlich als erstes einfach die Plattengeometrie wie sie auf der Platte notiert ist im BIOS ausprobiert, leider ohne Erfolg: Die Platte scheint zwar anzulaufen, aber es klingt nicht so, als würden die Köpfe sich bewegen oder sonst etwas passieren. Ich habe dann auch noch die Geometrie aus den technischen Daten der Platte probiert (980 Zylinder, 5 Köpfe, 17 Sektoren), mit dem gleichen Ergebnis.


    Ich dachte, vielleicht ist der IDE Controller im Laptop kaputt und habe die Platte mal an einen neuen Rechner gehangen, wo das BIOS sie sogar per Autodetect korrekt erkennt. Sobald ich dann versuche zu booten, bleibt einer meiner Rechner nach dem POST komplett hängen. Bei dem anderen läuft der POST durch, die Systemübersicht des alten Award BIOS wird angezeigt und er bleibt dann für 5 Minuten hängen, um anschließend mit "Primary master hard disk fail" aufzugeben.


    Ich könnte zwar eine CF-Karte in den Laptop einbauen, aber die uralten Daten darauf wären natürlich aus nostalgischen Gründen schön, wiederzubekommen, nach so langer Zeit :rotwerd:


    Jetzt hoffe ich natürlich, dass hier irgendwer eine Idee hat, wie ich da verfahren könnte.


    Lötstation und (billiges 20MHz) Oszi hab ich da, falls ich irgendwas messen und/oder austauschen soll.


    Danke im Voraus für alle Tipps, die Ihr vielleicht habt!

  • Die Platte mal mit der Ober und Unterseite auf den Tisch "schlagen" aber VORSICHTIG!
    Das kann feste Köpfe wieder los bekommen.




    Grüße jan

  • Ach du jeee.... Conner mal wieder. Was Conner alles schon für komplexe Installationen und wichtige/historische Daten auf dem Gewissen hat, das geht inzwischen auf keine Kuhhaut mehr.

  • Naja, du sollst nicht mit nen Hammer drauf hauen.
    Ich mache das immer so: Decke oder dickes Tüch auf den Tisch aus 30 -50 cm Festplatte draufkamen lassen. Bisher habe ich damit noch jede hdd wieder zum laufen gebracht.




    Grüße jan

  • Naja, du sollst nicht mit nen Hammer drauf hauen.
    Ich mache das immer so: Decke oder dickes Tüch auf den Tisch aus 30 -50 cm Festplatte draufkamen lassen. Bisher habe ich damit noch jede hdd wieder zum laufen gebracht.


    Grüße jan


    Ehm...nein :fpa: bitte nicht so mit alten und empfindlichen Platten umgehen...maximal nen kleinen Klaps verpassen. Ich würde niemals so mit meinem 5/10/+MB MFMs umgehen. Je nach alter würde ich eher nen "reinraum" aufsuchen oder bauen und vorsichtig öffnen und die etwaig festen Teile von Hand lösen.


    Nuja, jeder hat seine Methode ;-) meine ist's nicht :nixwiss:


    Grüße,
    Marcus

  • Bei "sooo alten" platten würde ich es auch nicht machen, musste ich aber auch nicht.
    meine Erfahrung ist mit "meiner" Methode eine gute.
    ich habe auch die Erfahrung gemacht das die "alten" Platten "robuster" sind als die neuen alten (klingen die letzten 2 Worte bekloppt)




    grüsse Jan

  • Ja robuster an sich schon ;-) nuja, bei allem was nach 1GB kommt, wäre das ne Methode zu versuchen... ;-)


    Grüße,
    Marcus

  • Ach, einfach bisschen WD40 reinsprühen dann geht die wieder!
    (Vorsicht, Post könnte Spuren von Ironie enthalten)

  • MarNo84, das mit dem Reinraum ist nen Versuch wert. Zufällig arbeite ich in einem Bereich, in dem Reinräume üblich sind. Ich könnte eventuell unkompliziert in einem arbeiten. Der ist zwar nur ISO7, aber das könnte eventuell ausreichen.


    Ich verstehe es also richtig, dass unbewegliche Köpfe das wahrscheinlichste Problem sind? Das heißt, ich öffne die Platte und sehe zu, dass die Köpfe sich frei in der Ebene bewegen lassen? Gibt es sonst noch was zu berücksichtigen?

  • ich hatte letztens das gleiche problem.
    ein commodore pc mit der verbauten st251 wollte auch nicht mehr anlaufen.
    ein beherzter schlag mit der flachen hand auf die platte, sie war übrigens ausgebaut und stromlos, löste das problem.
    platte läuft nun wie ne eins und machte seitdem auch keine probleme mehr.
    der rechner war laut vorbesitzer mehr als 20jahre nicht mehr eingeschaltet gewesen....

  • Conner und robust, zwei Welten treffen aufeinander. Bei manchen Platten soll auch helfen, sie stark abzukühlen und ihnen dann einfach einen kräftigen und ruckartigen Drehimpuls zu geben.

  • Ich gebe der Platten mit einem Gummihammer von der Seite einen sanften Klopfer wenn sie ausgeschaltet ist. Da dind die Köpfe ja raus gefahren. Im laufenden Betrieb würde ich einer Festplatte auch nie einen geben.


    Auch wenn die Platte dann wieder läuft muss man damit rechnen dass sie bald endgültig kaputt gehen.

  • Also wenn was Reinraum-ähnliches vorhanden ist würde ich auf keinen Fall der Platte irgendwelche Schläge verpassen.
    In möglichst staubfreier Umgebung aufmachen und "bestromen". Für sowas nehm ich gern die Mini-Netzteile von so
    SATA-IDE-nach-USB-Adaptern. Die reichen gut für eine Platte und passen besser in eine Tasche wie so ein AT- oder
    ATX-Netzteil. IDE-Platten sollten auch ohne angeschlossenen Rechner einen Reset durchführen und die Köpfe aus
    der Parkposition fahren. Evtl. sieht man aber auch schon ohne einschalten, wo das Problem ist. Nur sollte man die Köpfe
    nicht von Hand verschieben, ohne dass sich die Platte dreht, denn dann fehlt der Luftspalt zwischen Scheibe und Kopf
    der Festplatte.

  • Nachdem so viele die Schockmethode empfehlen, hab ich sie mal ausprobiert. Mir ist allerdings aufgefallen, dass die Platte bei leichtem rütteln so klingt als würden sich die (oder zumindest einige) Köpfe bewegen. Außerdem ist mir beim ganz genauen Hinhören aufgefallen, dass die Platte beim Anlaufen tatsächlich ein leises Klickgeräusch von sich gibt.


    Meinem (begrenzten) Verständnis nach deutet das darauf hin, dass die Platte zwar versucht, die Köpfe zu aktuieren, das aber aufgrund mindestens eines blockierten Kopfes nicht schafft und dann in die Ausgangsposition zurückspringt, was den Klick verursacht? Ich hätte allerdings in dem Fall mit mehreren Klicks gerechnet - die Platte sollte ja nicht nach einem einzigen Versuch aufgeben.


    Also hab ich die Flache-Hand-Method probiert und die Platte aus ca. 2cm (mehr traue ich mich momentan nicht :pinch: ) auf die Tischplatte fallen lassen. Beides hatte keinerlei Auswirkung. Ich werde mich heute mal erkundigen, ob ich nach der Arbeit den Reinraum benutzen kann. Ich bin allerdings besorgt, dass ich damit noch mehr Schaden anrichten könnte.

  • Schade, den Cleanroom kann ich nicht nutzen, der wird momentan für ein neues Projekt umgebaut. Ein Kollege meinte allerdings, er hätte mehrfach Platten (etwas neuere allerdings, aus Mitte der 90er) auch in normalen Räumen geöffnet, eine sogar ne Woche lang geöffnet betrieben und hatte - angeblich - nicht die geringsten Probleme damit 8|.


    In Anbetracht der Tatsache, dass die Platte ansonsten sowieso Schrott wäre und die Daten darauf nicht so wahnsinnig wichtig sing, werde ich das Experiment wagen. Ich werde vorher gründlich staubsaugen und die Platte hinterher vor dem Schließen mit Pressluft aufblasen. Das kann schrecklich schiefgehen, aber es gibt nur einen Weg das rauszufinden...

  • Nimm dir ne Plastik Box oder Karton mit Fenster - mach zusätzlich zwei Löcher für die Arme rein und vorher diesen innen feucht auswischen :mrgreen: == Reinraum für Arme Leute oder Survivalisten - sollte ausreichend sein. Stromkabel der Platte vom Netzteil nach innen führen und OP/Einmalhandschuhe tragen - sollte ausreichend sein und ausblasen muss dann auch nicht unbedingt sein :thumbsup:


    Mit Bilder please :tüdeldü:


    Grüße,
    Marcus

  • Ich mache sowieso Videos zu allem was ich mit meinem alten Kram anstelle. Ich mache die zwar auf Englisch, aber werde das Resultat gerne hier verlinken (egal welches Ergebnis).


    Oh, hast du nen YT Kanal? Würd ich mir gern mal reinziehen :mrgreen:


    Grüße,
    Marcus

  • Das ist der relevante Teil meines YT-Kanals. Ich hab 'ne Weile Let's Plays von Retrogames gemacht, aber da hat mich schnell das Interesse verlassen. Also dachte ich, warum sollte ich nicht stattdessen Videos über meine Hardware-Spielereien machen :D


    https://www.youtube.com/playli…7mV_2IllKqWgWms_jpMJFA0Bb


    Bis jetzt nur zwei Videos, aber das nächste ist in Arbeit (die Amstrad ALT-286 Restaurierung).

  • Das ist der relevante Teil meines YT-Kanals. Ich hab 'ne Weile Let's Plays von Retrogames gemacht, aber da hat mich schnell das Interesse verlassen. Also dachte ich, warum sollte ich nicht stattdessen Videos über meine Hardware-Spielereien machen :D


    https://www.youtube.com/playli…7mV_2IllKqWgWms_jpMJFA0Bb


    Bis jetzt nur zwei Videos, aber das nächste ist in Arbeit (die Amstrad ALT-286 Restaurierung).


    Hey das ist doch cool :thumbup: wir brauchen mehr Leute, die solche Videos machen - ich überlege auch schon, ggfls. auch mehr englisches zu machen - da immer mehr Anfragen kommen xD ...nuja aber auf Deutsch gibts halt fast nichts, daher hab ich eben noch nichts bisher geändert bei meinen Vids :tüdeldü:


    Auch muss ich mal über ein Intro nachdenken und bessere Vorbereitung und Videoschnitt...was nimmst du für deine Videos?


    Grüße,
    Marcus

  • MarNo84, da ich scheinbar sehr leidensfähig bin, Kdenlive unter Debian. Stürzt ständig ab und ist schrecklich langsam, aber dank Autosave hab ich noch nie Daten verloren und es hat wenigstens mehr oder weniger alle Features die ich so brauche und es ist Open Source. Die anderen, die ich ausprobiert habe sind ne Katastrophe, insbesondere flowblade und OpenShot. Dank melt backend läuft zumindest das Rendern (im Terminal) stabil und halbwegs schnell.

  • Ich werde vorher gründlich staubsaugen.


    Würde ich bleiben lassen - mit etwas Pech hast du danach viel mehr Staub in der Luft als vorher - Staub der hingegen rumliegt tut niemandem was...


    Und ich hatte auch schon unter normalbedingungen Platten offen - solange du darauf achtest das kein sichtbarer Staub auf der Oberfläche ist, kannst du davon ausgehen das der Staub eh in irgendeine Ecke der Platte geblasen wird und dort bleibt...



    Hier lag übrigens eine Fliege drin.... (schade das Dave die Platte zerstört hat)

  • Das mit dem Staub ist schon ein Thema, aber so staubig ist die Luft ja normalerweise auch nicht. Also am besten über Kopf mal öffnen, reinschauen, bewegen und schnell wieder zu.


    Ich habe als Azubi, einfach ums zu beobachten, eine 20 MB MFM Platte tagelang offen betrieben, nur ein Blatt Kopierfolie lag drauf, damit nix grobes reinfällt. Kaputt ging sie erst, als Kollegen meinten witzig sein zu müssen und mit nem Edding defekte Sekoren markieren zu müssen... Das Turbopascal-Programm was ich mit dem PC schrieb war natürlich hin.

  • Das ist der relevante Teil meines YT-Kanals. Ich hab 'ne Weile Let's Plays von Retrogames gemacht, aber da hat mich schnell das Interesse verlassen. Also dachte ich, warum sollte ich nicht stattdessen Videos über meine Hardware-Spielereien machen :D


    https://www.youtube.com/playli…7mV_2IllKqWgWms_jpMJFA0Bb


    Bis jetzt nur zwei Videos, aber das nächste ist in Arbeit (die Amstrad ALT-286 Restaurierung).


    Gute Videos! Respekt.