C128 Netzteil 9V nicht mehr da ...

  • Hallo Leute,


    kurze Frage an die Elektronikexperten hier unter uns ... gestern mein C128 Netzteil, was vorgestern noch funktionierte, angeschlossen.


    Nix ging mehr am C128 ... am Stecker die Spannungen nachgemessen ... 5,11V wie eh und je da ... die 9V Wechselstrom sind einfach weg ... Null.


    Wie kann das kommen?


    Was kann ich nun im Netzteil prüfen?


    Woran könnte es liegen?


    Gruß,


    E.

  • Wer kann es mir mal kurz erklären ... auf der Rückseite des Netzteils steht u. a.:


    OUTPUT 9V~ 1A ... T1.4A ... gibt es da eine physikalische Formel, um das mal gedanklich nachzuvollziehen, warum es genau diese Sicherung sein muss ... ?

  • Nun, Du möchtest mit dem Netzteil eine Spannungsversorgung von 9 Volt AC bei 1 Ampere sicherstellen.

    Wenn die Sicherung bei 1A auslöst, kannst Du nicht 1A Stromstärke abrufen.

    Weiterhin streut jede Sicherung leicht um den Sollwert wie jedes elektronische Bauelement. Es wird also sicher auch 1A Sicherungen geben, die bei 990 mA auslösen.

    Da gibts sicher keine allgemeingültige Formel, höchstens eine "Margin of Safety"-Philosophie des Entwicklers.

    Ich würde keine Sicherung einsetzen mit 2.5x des Sollwertes.

  • Da gibts sicher keine allgemeingültige Formel, höchstens eine "Margin of Safety"-Philosophie des Entwicklers.

    Ich würde keine Sicherung einsetzen mit 2.5x des Sollwertes.

    OK ... THX! :thumbup: Hätte ich auch nicht gemacht ... morgen mal einen kleinen Karton mit passenden, neuen Feinsicherungen kaufen ... kann ja auch mal sein, dass kein Aufkleber mehr auf dem Netzteil drauf ist ... keine Beschriftung auf der Netzteilplatine vorhanden ist ... und eine Sicherung fehlt.


    Der alte C64 Trafokeil liefert ja auch den OUTPUT 9V~ 1A ... kommt aber mit einer T160mA aus ... warum ist das so?

  • die 160mA sicherung ist an der sekundärseite (230V)

    ... OK ... und auf der Primärseite ... hatte noch nie einen alten Trafokeil offen ... d. h. innen in diesem C64-Transformator müssten auch noch Sicherungen stecken bzw. verbaut sein?


    Auf der C64-Platine ist diese Sicherung, oder? Die C128-Platine hat nämlich keine ...

  • Im gleichen Verhältniss wie die Spannung heruntertransformiert wird, wird der Strom herauftransformiert. Die Leistung bleibt in beiden Fällen gleich.

    Sekundär 9V bei 1A entsprechen bei 230V etwa 0,04A.


    P = U x I

    also Psek = 9V x 1A ≈ 9W

    und Ppri = 230V x 0,04A ≈ 9W


    Zumindest bei einem idealen Transformator (cos[Blocked Image: https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/33ee699558d09cf9d653f6351f9fda0b2f4aaa3e]=1).

    In der Realität ist kein Transformator ideal, die Stromaufnahme ist primärseitig daher immer ein wenig höher.

    Da der Transformator beim C64-Netzteil ja auch noch über eine zweite Sekundärwicklung die 5V-Leitung speist, sind die 160mA primär realistisch.

    Eine träge Sicherung (T) deshalb, weil ein Transformator beim Einschalten einen deutlich höheren Einschaltstrom haben kann, bis sich das Feld aufgebaut hat.

  • Um die richtige Sicherung auszuwählen müssen mehrere Parameter bekannt sein:


    1. Der im Fehlerfall mindestens fließende Strom.

    Das ist normalerweise der Strom, der fließt, wenn ein Kurzschluß an der Leitung mit dem höchsten Widerstand auftritt.

    In diesem Fall dürfte das dann also ein Kurzschluß an der Stelle des Mainbaords sein, die die längsten Leiterbahnen bis zum Netzteilanschluß hat.


    2. Die Zeit, nach der die Sicherung bei diesem Strom spätestens auslösen muß.

    Diese Zeit ergibt sich aus den einzuhaltenden Schutzanforderungen.


    3. Die Kennlinie der Sicherung.

    Eine Sicherung löst um so schneller aus, je größer der Strom ist.

    Aus der Kennlinie kann man das Verhältnis zwischen Überstromfaktor und Auslösezeit ablesen.

    Eine Feinsicherung mit der Auslösecharakteristik 'Träge' wird bei 10fachem Nennstrom nach 0,02 und 0,3 Sekunden auslösen.

    Bei 2fachem Nennstrom wird sie frühestens nach 2 Sekunden und spätestens nach 10 Minuten auslösen. (Quelle: Datenblatt Feinsicherungen)

    Die Serienstreuung bei Feinsicherungen ist also erheblich, und eine zu starke Sicherung wird unter Umständen garnicht, oder erst wenn bereits größerer Schaden entstanden ist, auslösen.


    Hieraus ergibt sich, daß das verwendete Netzteil in der Lage sein muß, kurzzeitig erheblich mehr Leistung zu erbringen, als für den Betrieb des angeschlossenen Gerätes erforderlich ist, da es sonst nicht in der Lage wäre, die Sicherung rechtzeitig zum Auslösen zu bringen.

    Außerdem müssen die Leitungen und Leiterbahnen so dimensioniert sein, daß sie den maximal auftretenden Kurzschlußstrom wenigstens so lange unbeschadet überstehen, bis die Sicherung auf jeden Fall ausgelöst hat.

    Übrigens kann man dieser Betrachtung auch entnehmen, daß die Angst, die manche Leute vor 'zu starken' Netzteilen haben, ziemlicher Unfug ist.

    Ssolange die passende Sicherung verwendet wird, ist ein (in Maßen) stärkeres Netzteil tatsächlich ein Sicherheitsgewinn, da im Fehlerfall damit die Sicherung schneller auslösen wird.

  • vielen dank.

    Sorry ... natürlich auch an DICH vielen Dank ... Helmut!


    Habe heute ein paar Sicherungen besorgt und eingesetzt ... Wechselspannung liegt wieder korrekt an ... C128 eingeschaltet ... Sicherung ist sofort wieder durch.


    An einem anderen Board funktioniert das Netztteil ... C128-Einschaltmeldung kommt.


    Der C128 hat Anfang der Woche noch einwandfrei funktioniert ... wo kann der Kurzschluss aus dem C128 herkommen? :grübel:


    Sachen gibt's ... krass ...

  • ein Kurzschluß durch Kontakt der Platine mit dem Abschirmblech.

    ... ja, genau ...:thumbup:... vielleicht sogar an mehr als 1 Stelle gebrickt.


    Habe ca. 10 Sicherungen *verheizt* ... auch an ein paar Stellen unter dem Metallblech mit Isolierband abgetaped ... hat alles nichts gebracht.


    Das obere Abschirmblech habe ich nun rausgelassen ... jetzt läuft wieder alles einwandfrei.


    Schon irgendwie seltsam, dass der C128 erst tadellos funktioniert hat ... und dann von 1 Tag auf den anderen einen Kurzschluss im Netzteil verursacht ... hatte schon Schlimmeres befürchtet. Glück gehabt!