Tastatur Atari 1040 STE

  • Hallo.


    Mein erster Rechner war damals ein Atari 1040 STE (1990), parallel dazu hab ich mir dann 1 Jahr später noch einen gebrauchten C64 geholt damals. Jedenfalls baue ich den Atari von Zeit zu Zeit gerne auf und spähe ein bißchen in meiner alten Software rum. Hab damals auch viel programmiert in GFA-Basic. Vor ca 15 Jahren hab ich mich angefangen mit klassischen Rechnern zu befassen und da kam auchd er Atari STE wieder zum Einsatz. Hatte ihn auf 4 MB und auf TOS 2.06 aufgerüstet. Was mir allerdings schon immer sehr auf die Nerven ging, ist die Tastatur. Ich glaube, es gibt keinen Rechner mit einem schlechteren Tastenanschlag ?!


    Lange Rede, kurzer Sinn.... Was kann ich machen ? Gibt es da irgendwelche Umbaukits ??


    Danke !


    Jan

    Es gibt 10 Arten von Menschen. Die einen verstehen das Binärsystem, die anderen nicht.

  • Ich finde ja die Reihenfolge sehr eigenwillig - STE zuerst und C64 nachgekauft.

    Es gibt/gab Umbaukits, aber ich kann nicht sagen, ob die nur die Tastenkappen getauscht haben und Stopper untergebaut haben.


    Eine relativ teure, aber schöne und aktuelle Variante das "Problem" zu lösen heißt : MIST


    Eine alte, einfache Lösung ist hier aufgeschrieben. Klingt eigentlich nicht schwierig, nur ob's wirklich geht ? Sorry für die Qualität, Scanner ist grad' wieder weggeräumt.


  • Es gab diverse Lösungen, vor allem RTS bot da was an:

    - andere Tastenkappen, Ob man die optisch mag, ist Geschmackssache

    - Federn unter die Tastenkappen, damit wird der Gegendruck der Tasten erhöht

    - andere Rubberdomes. Das sind die Gummikontakte in der Tastatur, wenn man die gefühlt 287 Schräubchen aufmacht. Vorsicht, wenn man das noch nie zuvor gemacht hat, nicht überrascht sein, wenn die einem alle auf einmal entgegen fliegen und dann bei der Montage dann ein paar davon fehlen...

    Siehe http://www.stcarchiv.de/stc1991/11/tastatur-tuning, gelegentlich findet man komplette STs mit den Sets in eBay


    Heutzutage kann man das natürlich auch anders machen.

    1. EIFFEL-Tastaturinterface, damit kann man PC-Tastatur und Maus anschließen. Siehe eBay.

    2. CosmosEx. Die eierlegende Wolfsmilchsau. Es ist Floppy-Emulator (wie HxC), Festplatten-Emulator (wie UltraSatan), Netzwerkinterface und übersetzt die Signale von USB-Tastatur, Maus und Joystick auf das ST-Tastatur-Interface.

  • Ich habe den STE damals 1990 zu Weihnachten bekommen. Einen STE wollte ich hauptsächlich, weil ich Keyboard gespielt habe und der STE ein Midi Interface hat. Allerdings hatten nur 2-3 andere aus dem Freundeskreis auch einen ST bzw STE, was es für uns schwierig mit der Software gemacht hat (ihr wisst was ich meine). Die meisten Diskettenboxen auf dem Schulhof beinhalteten Datenmaterial vom C64. Um noch mehr daddeln zu können und auch programmiertechnisch mal in ein anderes System zu schauen, hab ich dann einen gebrauchten C64c mit Floppy gekauft für eine relativ schmale Mark zu der Zeit von jemandem, der von seinem Vater einen PC bekommen hat. Deswegen die Reihenfolge.. :-)


    Danke für die Informationen !


    Gruss

    Es gibt 10 Arten von Menschen. Die einen verstehen das Binärsystem, die anderen nicht.

  • Die Tastaturen der Atari ST-Serie haben eigentlich zwei Druckpunkte. Der erste (leichtere) Druckpunkt entsteht beim Auftreffen des Kontaktpads auf der Platine. Dies ist der Auslöser der Taste. Der zweite (stärkere) Druckpunkt entsteht beim weiteren Zusammendrücken des Gummidoms nach dem ersten Druckpunkt (ca. 1mm tiefer drücken). Dieser zweifache Druckpunkt (erst leicht, dann schwer) erzeugt ein unangenehmes schwammiges Schreibgefühl, da man ja die Tasten nicht ja nicht immer bis zum Anschlag durchhaut, sondern beim Schreiben verschieden starke Finger-Kräfte auftreten.


    Atari hat damals -wahrscheinlich aus Kostengründen- diese Art von Tastaturkontakten eingesetzt, obwohl es bessere Möglichkeiten gab. Heute ist es (auch bei preisgünstigen Tastaturen) allgemein üblich, einen angenehmeren Druckpunkt einzubauen. Mit zunehmender Anschlagtiefe nimmt die aufzubringende Kraft zu, um dann 'schlagartig' nach ca. 1/3 des Weges nachzulassen und dann den restlichen 2/3 Weg mit vermindertem Kraftaufwand bis zum Anschlag zurücklegen zu können. So waren auch früher die elektrischen Schreibmaschinen ausgelegt. Der normale Anwender merkt eigentlich nichts davon, empfindet es aber als angenehmes tippen. Hier ein Vergleich verschiedener Anschlagsarten und Tastmodule:

    Cherry Mechanical Key Switch Comparison

    Common Key Switch Types


    Der von ThoralfAsmussen angefügte Artikel aus der ST Magazin brachte mich damals auf den Gedanken, auch an meinem Atari diese Modifikation durchzuführen. Beim Anschauen der Tastaturmechanik kam ich alternativ auf die Idee, als Versuch den zylinderfömigen Raum oben auf dem Dom mit einem festen Material aufzufüllen, um die Domkuppe härter zu machen. Diese Modifikation sollte aber leicht rückgängig zu machen sein, falls sie sich als nicht zufriedenstellend herausstellen sollte.


    Also habe ich auf der Suche nach geigneten Materialien einfache Sechskant-Muttern gefunden, die stramm reinpassen ohne daß man sie kleben muss. Ich war dann selbst erstaunt, daß diese Muttern den zweiten Druckpunkt gänzlich eleminieren. Es ist jetzt nur noch der erste Druckpunkt vorhanden und die Eindrücktiefe der Taste endet dort. Diese Modifikation ist wesentlich leichter umzusetzen, als die aus dem Zeitschriftenartikel. Welche Modifikation im Ergebnis die bessere ist, weiß ich nicht.


    Leider habe ich damals vor Jahrzehnten keine Aufzeichnungen oder Fotos davon gemacht. Die Modifikation ist immer noch in meinem ST eingebaut. Nach meiner Erinnerung passen M3, M2,5 oder M2 Muttern rein. Da ich nicht mehr genau die Größe weiß, müsste dies ausprobiert werden.

  • Ob guter Druckpunkt oder schwammig, das ist nur eine Frage der genauen Form der Rubber-Domes. Man kann das gut machen und man kann das schlecht machen. Und zwar zu den gleichen Kosten, es ist nur eine minimale Formänderung. Es gab Hertseller, die das schlecht konnten, Atari bzw. sein Zulieferer, oder man kann es gut machen, z.B. Olivetti. Mal lesen: https://www.golem.de/news/rubb…in-feind-1711-130937.html https://deskthority.net/wiki/Olivetti_ANK_25-101


    Ich habe damals als ich dort Azubi war, meine ST-Tastatur mit Rubberdomes von Olivetti ausgestattet. Super! Die Olivetti ANK 25 102 aus dem zweiten Link ist auch heute noch meine Lieblingstastatur. Besser als die Knackfrösche von IBM.