HP Color Pro A4 Plotter

  • Martin Hepperle : Das Rätsel, warum die Festspannungsregler mit AC betrieben werden sollen, ist ja immer noch nicht gelöst oder ist Dir das nun klar?


    Soweit ich das mit meinem begrenzten Elektronikkenntnissen verstehe, sind in den 5V Zweigen Zenerdioden (das hatte ich anfangs nicht erkannt), welche die negativen Halbwellen abschneiden. Dann bekommen die Spannungsregler nur die positiven Halbwellen und damit funktioniert das. Das ist sicher nicht energie-, aber kostansparend.

    Für den PaintJet gibt es auch einen Schaltplan von Tony Duell und ich denke es ist das gleiche System, was die 5V Zweige angeht. Leider habe ich weder meinen PaintJet mehr noch so einen Plotter, nur noch das Netzteil des PaintJets. Das hatte ich damals aufgehoben - "könnte man ja mal brauchen". Ich kann Dir das Netzteil abgeben oder als Leihgabe zur Verfügung stellen, ist aber relativ schwer -> Paketporto. Kostet dann womöglich mehr als die Plotter...


    Martin

  • Ich kann Dir das Netzteil abgeben oder als Leihgabe zur Verfügung stellen, ist aber relativ schwer -> Paketporto. Kostet dann womöglich mehr als die Plotter...

    Das ist nett! Ist denn gesichert, daß der Paintjet das gleiche Netzteil hat?

    Trafo 2x12V 100VA ist eigentlich schon bestellt und im Zulauf.

  • Wenn man in die Service Manuals schaut (beide auf HP-Museum vorhanden und immer empfehlenswert, sobald man mal ein HP Gerät öffnen möchte) liest man für die Netzteile:


    3630 (PaintJet) A/C Power Module German 17222A 220 V
    7440 (ColorPro) A/C Power Module German 17222A 220 V

    Da würde ich schon mal stark vermuten, dass 17222A==17222A ;-) Ist aber nur eine Vermutung, kein Beweis.


    Mit dem bestellten Trafo sollte es also funktionieren, sofern die richtigen Kontakte verbunden werden.


    Martin


  • Der Argumentation kann ich als "Gelernter" nicht ganz folgen. Für den Zenerdioden-Ansatz fehlt mir dann doch die Strombegerenzung.

    Logisch ist es irgendwie auch nicht. Entweder fehlt was in dem Schaltplan oder in der Schematic von HP.


    Gruss,

    Peter

  • Also,


    im Service Manual wird auf 20/30V AC hingewiesen, bedeutet, eine einfache 2x12V Netzteil sollte gehen.


    Die gezeichnete Schematic passt aber nicht zu den Ausführungen im Manual:


    Die Bauteileliste findet sich im Anhang zum Manual.


    Gruss,

    Peter

  • ... in wieweit der handgezeichnete Schaltplan von Tony mit den Geräten übereinstimmt, kann ich leider nicht sagen, das müsste am besten der stolze Besitzer der Maschinen selbst eruieren ... Ich kann nur mit Sicherheit für den Trafo sprechen, weil ich den vorliegen habe.

    Eventuell gibt es auch verschiedene Revisionen der Schaltung.

    Ansonsten: etwas Mut zum Risiko - nur das bringt die Menschheit weiter ;-)

  • Die gezeichnete Schematic passt aber nicht zu den Ausführungen im Manual:

    Sorry dass ich so blöd frage, aber was passt daran nicht? Für mich klingt das stimmig.

    Die Gleichrichtung. Bin auf deine Analyse gespannt.

  • Ist Euch klar, was das 20/30V bedeuten soll?

    Da der Zweig ungeregelt ist, wird er im Leerlauf etwa 30 V haben, die unter Last (Motoren) bis auf 20 V abfallen können. Hier würde ich mein Labornetzteil nehmen und langsam hochregeln, bis alles funktioniert.


    Gruß, Jochen

  • Dient wahrscheinlich der Geräuschdämmung. Heute nimmt man üblicherweise Teerpappe, klebt z.B. auch unter jedem Spülbecken. Sonst würde jeder Löffel der ins Becken fällt einen Glockenschlag auslösen ;)

    Auch im Auto, eigentlich an allen flächigen Metallteilen, die nicht schwingen sollen.

  • Ich habe es jetzt mal mit dem 2x12V Trafo probiert. Erst mal nur eine Steuerplatine genommen und an den entsprechenden Stellen die Spannungen, die aus dem Netzteil kommen, gemessen.:


    5V (1) => 4,98V

    5V (2) => 5,00V

    -9/-14V=> -13,9V

    +20/+30V => 34,0V

    +10/15V=>16,1V


    Das scheint soweit zu funktionieren. Dann habe ich den Rest des Plotters angeschlossen und auf "On" gedrückt. Keine Reaktion.


    Dann habe ich die Tastatur des 2. Plotters angeschlossen und siehe da, die

    grüne LED geht an und der Plotter initialisiert.

    Wenn ich nun auf Papier laden drücke, zuckt die Papiertransportwalze kurz, dann schaltet der Plotter ab.


    Hat jemand eine Idee?

  • Gut, das ich zwei habe. Plotter Nummer 2 funktioniert einwandfrei!


    Der Fehler von Nummer 1 scheint auch ein Trivialer zu sein. Die Papiertransportachse ist enorm schwergängig. An den Kugellagern ist Rost zu sehen. Vmtl. hat er ein paar Jahre zuviel im Feuchten gestanden. Habe die Stellen jetzt mal gut mit WD40 eingesprüht, mal sehen, vielleicht wird es besser. Denke, die Elektronik bemerkt, daß der Motor die Bewegung nicht machen kann und schaltet dann ab.

  • ... die vermeintlich "merkwürdige" Gleichrichtung in den 5V Zweigen hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe das mal in LT-Spice nachmodelliert. So ein Schaltungssimulationsprogramm ist immer wieder hilfreich, wenn man nichts von der Sache versteht, wie ich.


    Dabei habe ich gesehen

    1) es ist doch keine Zener Diode wie ich glaubte, macht aber nichts.

    2) GND ist mit der einsamen Diode, aber auch mit dem Minus-Ausgang des Vollbrücken-Gleichrichters (aus 4 Einzeldioden) verbunden.


    Der "Zaubertrick" ist 2). Es ergibt sich damit eine Gleichrichtung über 2 Dioden (eine "zweckentfremdete" aus der Vollbrücke und "die einsame" im 5 Volt Zweig. Damit ergibt sich dann eine Halbwellen-Gleichrichtung, die dann über den 3,3 uF Kondensator geglättet wird. Rechnerisch kommen dann oben ca. 22 Volt und unten ca. 11 Volt heraus, die dann in die Regler gehen.

    Damit scheint mir das "Rätsel" gelöst...


    PS: Ich vermute, dass die "Asbest" Platten eher Mineralwolle oder so etwas ähnliches sind - auch wenn der Plotter sicher auch heisse Kurven plotten kann.

  • Die Rollen sind absichtlich etwas unsymmetrisch gestaltet, dass sie das Papier an die seitliche Führungsschiene heranziehen, auch wenn das Papier ursprünglich etwas schief eingelegt war. Deshalb fährt der Plotter das neu eingelegte Blatt auch einmal hin und her. Soooo schräg habe ich sie zwar nicht in Erinnerung, aber ich denke das ist in Ordnung. Sie müssen nur richtig herum montiert werden, sonst geht es nicht.

    Ich glaube, das war auch in einem HP-Journal Artikel über diese von HP entwickelte Plotterart beschrieben.

  • Die Rollen sind absichtlich etwas unsymmetrisch gestaltet,

    Danke für die Nachricht! Bei den HP Produkten vor um 1995 hat man durchaus den Eindruck, daß die Produktentwickler viel nachgedacht haben / nachdenken durften (auch im Bereich wissenschaftliche Meßtechnik). Danach hat dann das Controlling voll durchregiert.

  • Hab mich heute mal um das defekte Keyboard gekümmert. Um ans Innere zu kommen, muß man Gewalt anwenden (mit Plastiknasen zusammengeschmolzen). Die eigentlichen Gummi-Kontakte habe ich mit 400er Papier aufgeraut, mit IPA gereinigt und dann mit Graphit von Kontakt Chemie (mit Q-Tip aufgetupft mit leitfähig gemacht). Jetzt muß ich mir überlegen, wie ich das wieder zusammenbekomme. Denke ein Klecks Epoxy wird es werden.

  • Je nach Kunstsoff ist ein Metacrylat-Kleber wie "Stabilit Express" von Henkel/Pattex besser geeignet. Eventuell einen kleinen Test machen.

    Epoxy bewirkt eine mechanische Haftung, Metacrylat scheint bei manchen Kunstoffen eine stärkere chemische Verankerung zu bewirken. Ich habe damit Tastaturen von HP-Taschenrechnern die auch mit solchen "heat stakes" verbunden waren erfolgreich repariert. Nur nicht zu viel Kleber nehmen sonst fließt er dahin wo ihn keiner haben möchte. Auf jeden Fall vorher alles bereitlegen - die "Topfzeit" (ja so heißt das) ist oft kürzer als man denkt.


    Für ABS (Brüche/Risse in Gehäusen, ohne Spaltüberbrückung) geht oft auch der flüssiger Revell Kleber "Contacta Professional" für Plastikbausätze (mit Metallkanüle) gut. Azeton geht für ABS im Prinzip auch, ist aber meist zu flüssig. Diese Lösungsmittelkleber brauchen aber lange (2-5 Tage) zum trocknen da das Lösungsmittel nur durch den dünnen Klebespalt diffundieren kann. Epoxy und Metacrylat härten dagegen ja chemisch aus.

  • Habe gerade noch ein fieseres Problem. Die Mechanik beider Plotter ist jetzt freigängig - leider initialisieren sie nicht mehr. Beim Einschalten fährt der "Schreibwagen" ganz nach rechts, es klackert lang, er fährt nach links und wieder nach rechts und schaltet dann ab. Hab ich was falsch wieder zusammengebaut? Hat jemand vielleicht einen Tip für mich?

    https://youtu.be/gVn8qBpYw2Y

  • Endschalter?

    Du kannst doch bestimmt den Stift von Hand steuern. Was passiert wenn du rechts bzw. links in den Anschlag faehrst?

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Ich denke auch, daß es ein Problem mit dem rechten Endanschlag gibt.

    Was ist denn da verbaut? Gabellischtschranke? Taster?

    Auf alle Fälle würde ich an der Stelle den Fehler suchen.