Thomson TO7-70

  • Ich habe einen Thomson TO7-70 erstanden. Dieser funktioniert soweit. Leider ist das Einschaltbild, sowohl per Antenne als auch per Scart etwas verzerrt. ;-)

    Unter BASIC geht das einigermaßen

    Ich hatte in meinem Fundus ein DIN auf Scart-Kabel das hier gepasst hat. Bin mir aber nicht sicher ob das ganz korrekt ist.

    Leider sind viele Info zu dem Rechner auf französisch - gibt es hier eine verständliche Erklärung im Netz auch zum BASIC bzw. den Anschlüssen auf der Rückseite?

    Wie sieht es mit Joystick aus?

    Gibt es ein SD-Karten-Lösung? Wo gibt es diese evt. zu beziehen? Oder gibt es eine andere Möglichkeit mal ein Programm/Spiel zu laden?


    Evt. kennt sich hier ja einer gut mit Thomson aus und kann mir etwas behilflich sein.

  • Bin mir jetzt nicht sicher aber hängt das auch davon ab welches Modell man hat?

    Es gab ja auch (wenn nur wenig) in Deutschland verkaufte Modelle....

    Welches Tastatur Layout hat der TO7 denn?

  • Alle mir bekannten Thomson Computer haben entweder eine SCART Buchse (z.B. MO5 oder TO9) oder ein Kabel mit einem SCART Stecker (TO7, TO7-70).

    Auf Deinem Thomson kommt jedoch ein Kabel mit einer DIN-Buchse hearus, das scheint mir eine Bastler-Modifikation zu sein.

    Meine Thomsons liefern mit dem SCART Ausgang ein superscharfes Bild auf modernen Monitoren mit SCART Eingang.

    Vielleicht hilft es, den Thomson wieder auf SCART zurück zu bauen. Die Pinbelegung müsste im Netz zu finden sein.


    SD-Karten Lösungen gibt es, entweder SDDRIVE für den Expansion-Bus oder SDMOTO für den Joystickport.


    http://dcmoto.free.fr/bricolage/sddrive/index.html


    Für Joysticks am TO7 muss man eine Erweiterung kaufen, die hinten angesteckt wird.

    Einen Überblick über ein paar Erweiterungen gibt es hier: http://www.old-computers.com/M…rdware.asp?t=1&c=643&st=1

  • An die Bastellösung-Theorie glaube ich nicht. Mein T07/70 hat ebenfalls diese DIN-Buchse am Kabel raushängen und der war unbenutzt, als ich ihn bekam. Der M06 dagegen hat wirklich eine richtige SCART Buchse.

    Dann gibt es wohl doch verschiedene Varianten.

    Ich habe zwei TO7-70, einer mit AZERTY Gummitastatur und einer mit QWERTY und festen Tasten, aber beide haben ein Kabel mit einem SCART Stecker.

  • An die Bastellösung-Theorie glaube ich nicht. Mein T07/70 hat ebenfalls diese DIN-Buchse am Kabel raushängen und der war unbenutzt, als ich ihn bekam. Der M06 dagegen hat wirklich eine richtige SCART Buchse.

    Dann gibt es wohl doch verschiedene Varianten.


    Ja, es gibt verschiedene Varianten. SCART war hier sicherlich damals noch nicht so weit verbreitet wie in Frankreich.


    Hier findet man die Belegung von beiden Steckern:


    http://www.progettosnaps.net/manuals/pdf/to770.pdf


    Und ja, das Handbuch ist auf Französisch, zumindest die Steckerbelegung sollte aber selbsterklärend sein.

  • ... und leider 0 Software dafuer - nichtmal das Basic Modul :/

    Ich hatte auch dieses Problem, d.h. einen TO-7/70 ohne Basic-Modul. Ohne irgendein Modul kann man mit diesem Rechner leider gar nichts anfangen (mit Ausnahme der nicht wirklich aufregenden Lightpen-Kalibrierung).


    Zur Abhilfe gibt es drei Möglichkeiten:


    1. Man versucht auf ebay.fr, eine "Thomson Basic Cartouche" zu ersteigern. Wenn man Glück hat, bekommt man das Modul dort um 5-10 Euro. Es taucht allerdings nicht so oft auf, zumindest nicht zu einem vernünftigen Startpreis.


    2. Man bestellt hier...

    http://forum.system-cfg.com/viewtopic.php?f=10&t=7086

    ...eine Platine oder einen Bausatz für ein Selbstbau-Modul, das BASIC 1.0-Image (oder irgendein anderes Modul) muss man auf ein EPROM schreiben. Die Gesamtkosten sind aber höher als bei Variante 1.


    3. Man bestellt hier...

    https://megarom.forler.ch/en/

    ...ein Megarom-Cartridge, das ist ein Multi-ROM-Modul, ähnlich wie das FinalGROM99 für den TI-99/4A, nur ohne SD-Kartenslot und daher mit festem Inhalt.


    Ich habe mich für Variante 3 entschieden und mir nun ein Megarom zugelegt, und ich bin damit sehr zufrieden, auch der Preis ist m.M.n. für so ein Modul mit Gehäuse recht günstig.


        


    Auf einem LCD-TV ist der grüne Text am Auswahlbildschirm leider kaum lesbar, aber auch auf dem Röhren-TV ist die grüne Schrift auf weißem Hintergrund schlechter lesbar als es auf dem Foto aussieht. Edouard, der Macher des Megarom, hat mir erklärt, dass das ein bekanntes Problem ist: die damaligen Thomson-Fernseher haben die Farben anders dargestellt als die heutigen Fernseher (und die RGB-Farben sind überhaupt erst in den späten 1990ern standardisiert worden).



    Aber für die Thomson-Computer mit ihrem Lightpen sollte man sowieso nur einen Röhren-TV verwenden. :-)


    Apropos Lightpen, ein wirkliches Highlight ist das Homebrew-Spiel "Kandy Krush Java", geschrieben vom Autor des DCMoto-Emulators. Gespielt wird mit Lightpen, und das ist wirklich ein einmaliges Feeling!



    Hier mein TO7-70 in seiner vollen Pracht. Leider kann ich Choplifter nicht spielen, weil mir noch das Joystick-Adapter-Modul "SX90-018" fehlt. Aber die meisten Spiele kann man auch mit der Tastatur spielen.



    Interessant dürfte auch "Controle Aerien" sein, das ist eine Fluglotsen-Simulation, die mit dem Lightpen gesteuert wird. Leider weiß ich überhaupt nicht, was man da machen muss.



    Viele der Spiele sind leider ein wenig lieblos gemacht, manche sind auf dem Niveau eines VC-20 oder eines TI-99/4A. Man sollte aber bedenken, dass der ursprüngliche TO7 schon 1982 erschienen ist, und da war z.B. von einem 64er noch nichts am Horizont zu sehen. Ansonsten hat der Rechner m.M.n. viel Potential, auch seine Farben sind sehr schön.


    Noch kurz zur Erklärung, weshalb ich, der ich weder Französisch kann noch Gitanes rauche, mich für diesen Rechner interessiere: in meiner Jugend hatte ich mir öfters das Buch "Home Computer" von Peter Rodwell aus der Bücherei ausgeliehen, und darin war der TO7 abgebildet, der mich vor allem aufgrund des Lightpens fasziniert hat.

  • RobertK : Ich kannte den früher auch nur von Anzeigen in alten Computer-Zeitschriften die ich geschenkt bekommen habe und fand ihn toll wegen des Lightpens. Für den C64, den ich damals hatte, habe ich keinen Lightpen bekommen (gut, ich war ein Land-Kind, mein Aktionsradius war beschränkt und es war Anfang der 90er und der 64 verschwand langsam aus den Kaufhausregalen)

  • Ich habe nun meinen Thomson TO7/70 weiter aufgerüstet, folgendes habe ich mir von Daniel C. aus Frankreich schicken lassen:



    1. Ein SDDrive, das ist ein Festplatten-Ersatz mittels microSD-Karte.

    http://dcmoto.free.fr/bricolage/sddrive/index.html


    2. Ein SX90-018, das ist ein Joystick-Adapter- und Sound-Erweiterungsmodul.

    http://dcmoto.free.fr/bricolage/sx90-2018/index.html


    Letzteres verkauft Daniel zwar nicht offiziell, aber er hat mir einen seiner drei Prototypen überlassen. :-)


    Mit dem Joystick-Adapter kann ich jetzt endlich auch z.B. Choplifter und Arkanoid spielen, die haben keine Tastatursteuerung.


          


    Wobei ich noch nicht ganz durchschaut habe, was die Sound-Erweiterung bringt und welche Spiele davon Gebrauch machen.


    Das SDDrive ist nur bedingt sinnvoll, wenn man so wie ich einen TO 7/70 und ein Megarom-Modul hat, weil man damit nicht viel neue Software erschließen kann. Viele Spiele sind nämlich auf Kassette erschienen, und die meisten lassen sich nur schwer in das SD-Diskettenformat umwandeln. Und das meiste, bei dem das geht, ist ohnehin schon auf dem Megarom enthalten. Mit einem TO8 sieht es da anders aus, der war ja "Disketten-basiert", und da sind auch richtig gute Spiele dabei.


    Ein ziemlich vollständiges Software-Archiv findet man hier:

    http://dcmoto.free.fr/programmes/_html/index.html


    Oben bei "Support" muss man "TO ..." auswählen. Leider gibt es da keine Unterscheidung zwischen den einzelnen TO-Modellen, da muss man immer schauen, was am Kassetten/Disketten-Cover steht. Der Grund ist wohl, dass die meisten französischen Retro-Thomsonisten einen TO8 haben, und der ist abwärtskompatibel und kann die gesamte TO-Software verwenden.


    Als Kassetten-Ersatz werde ich mir wohl noch ein SDLEP-TFT bauen:

    http://dcmoto.free.fr/bricolage/sdlep-tft/index.html


    P.S. Gibt es außer mir noch jemanden, der einen TO7(-70) aktiv verwendet? Ich würde gerne ein wenig Know-How austauschen, ich blicke noch nicht überall durch. In forum.system-cfg.com gibt es leider kein englischsprachiges Unterforum, und zudem funktioniert dort die Registrierung neuer Benutzer derzeit nicht.

  • P.S. Gibt es außer mir noch jemanden, der einen TO7(-70) aktiv verwendet?


    Hier habe ich gleich drei Thomson:

    • T08-D
    • T08
    • T07-70


    Tolle Geräte, ich mag die sehr, wegen der CPU und wegen der Optik.



    Leider bin ich von "aktiv verwenden" weit entfernt.

    Ganz am Anfang hab ich mich mal sehr intensiv damit beschäftigt.

    Danach hab ich sie wohl etwas aus den Augen verloren ...


    Mir ist nämlich ein Tandy CoCo 3 und ein Dragon 64 in die Hände gefallen.

    Der CoCo zieht mich am stärksten an, es ist irgendwie ein große Liebe ... :D

  • Das SDDrive ist nur bedingt sinnvoll, wenn man so wie ich einen TO 7/70 und ein Megarom-Modul hat, weil man damit nicht viel neue Software erschließen kann. Viele Spiele sind nämlich auf Kassette erschienen, und die meisten lassen sich nur schwer in das SD-Diskettenformat umwandeln.

    Ich muss meine Aussage revidieren, und ich stelle fest: das SDDrive ist noch genialer als ich dachte.


    Im DCMoto-Emulator (dessen Autor ist auch der Macher des SDDrive) kann man nämlich jederzeit mit der F11-Taste ein Speicherabbild speichern. Dabei ensteht unter anderem eine .sddrive-Datei (= .sd), und die kann man auf die SD-Karte kopieren und mit dem SDDrive auf dem echten Rechner starten. Und so kann man beliebige Programme vom .k7-Kassettenformat ins .sd-Format umwandeln.


    Anleitung (hier gefunden im Posting vom 30.01.2021 18:50):


    - Im DCMoto-Emulator die Einstellungen der Ziel-Maschine konfigurieren, in meinem Fall ein TO7/70

    - Als Cartridge das Basic 1.0 zuweisen, und als Tape die gewünschte .k7-Datei

    - Hard Reset, danach müsste unter 2 das Kassettensymbol zu sehen sein. Mit 2 startet man den Kassetten-Ladevorgang.

    - Man achtet unten auf den Bandzähler: sobald das Laden beendet ist, drückt man F11. Im Emulator-Programmverzeichnis entstehen drei neue dcmoto...-Dateien, und eine davon hat die Erweiterung .sddrive, und die kopiert man auf die SD-Karte. Ich benenne die Datei immer in .sd um, aber man kann auch die Erweiterung .sddrive belassen.

    - Am Thomson das Basic-Modul einlegen (in meinem Fall mache ich das mit dem Megarom-Cartridge), danach gelangt man mittels Auswahl des Diskettensymbols ins SDDrive-Menü, wo man die .sd-Datei starten kann.


    Und so habe ich einige Kassetten umgewandelt und auf die Karte kopiert...



    ...und jetzt kann ich auch z.B. Green Beret am Thomson spielen.


    Als Kassetten-Ersatz werde ich mir wohl noch ein SDLEP-TFT bauen:

    http://dcmoto.free.fr/bricolage/sdlep-tft/index.html

    Das brauche ich jetzt gar nicht mehr. Praktischerweise gibt es kaum Kassetten-Spiele, die während des Spieles nachladen, bei solchen hätte man mit der .sd-Datei natürlich nur ein unvollständiges Abbild.