Achtung - die 1551 hat auch einen Netzfilter

  • Hallo, nur Info:

    Bei Reinigung und 240V-Umbau meiner 1551 habe ich festgestellt, das unter der Platine auch so ein fieser runder Netzfilter versteckt war!

    Den hätte ich in einer 1551 gar nicht vermutet...


    Ich habe ihn natürlich sicherheitshalber gleich entfernt, nachdem mir schon einige explodiert sind.

    Das stinkt immer so...


    PS: Der letzte Filter-Kondensator ist mir gerade im BGC36 Monitor hochgegangen - eine riesen Qualmwolke und es stinkt immer noch in meinem Zimmer!


    Christian

  • Die ganzen Netzfilter sind in den Geräten um das Netz vor den "bösen" Störungen der Computer zu schützen!

    Computer waren halt neu.

    Das ist genauso Quatsch wie die ganzen Vollmetall Abschirmungen der IBM-PCs, Atari VCS2600 6 Schalter, Atari 400, 800, Alupappe im C64 und in den USA ja sogar Blechverkleidung...


    Die Filter können raus.

    LED-Lampen, Handy-Ladegeräte, Energiesparlampen u.s.w. machen wesentlich mehr Störungen als unsere Oldschool-Rechner!

  • Ha ha ha, was für'n Quatsch! :D


    Aber hau die Dinger ruhig raus! ;)

  • Netzfilter schützen natürlich in beide Richtungen vor Störungen. Einmal schützen sie das Netz vor Störungen durch das Gerät, andererseits schützen sie auch das "empfindliche" Gerät vor Störungen aus dem Netz.


    In meinem 70er Jahre Krups Handrührgerät ist gerade der Filterkondensator spektakulär explodiert!

    Dort hab ich natürlich einen neuen X2 eingebaut, denn der Motor gibt sonst Störungen in das Netz ab und stört evtl. andere Geräte im Haushalt.

    Auch in meinem Grundig BGC36 ist gerade der X-Kondensator abgeraucht und hat mein ganzes Zimmer verpestet - den hab ich natürlich gleich ersetzt.


    Ein X1 oder X2 Kondensator (früher nur X) sitzt direkt zwischen L und N und liegt damit immer an Spannung. Bei den alten (besonders RIFA, aber auch WIMA teilw.) Kondensatoren wird das Material brüchig (Epoxy?) und sie "Rauchen" irgendwann ab. Diese sitzen in sehr vielen Geräten (Mac, IBM+CBM-Netzteile u.s.w.) und können leicht durch einen X2 ersetzt werden.

    Teilweise gibt es noch Y1 oder Y2 (früher nur Y) Kondensatoren zwischen L bzw. N und PE. Diese gehen seltener kaputt, sollten aber durch einen Y2 ersetzt werden, wenn man schon mal dabei ist.

    Hinter dem X Kondensator sitzt teilweise eine Drossel und hinter dieser Drossel sitzt gelegentlich auch noch ein X, den bitte auch gleich ersetzen.


    Eine Kombination aus Drossel und X-Kondensatoren sitz in den silbernen Tonnen (CBM6xx, 1551, 8032).

    In einigen Kaltgerätebuchsen (Metallgehäuse) (einige CBM-Geräte) ist eine Kombination aus Drossel und Kondensatoren. Diese können natürlich durch passende Buchsen ersetzt werden.


    Unsere alten Computer ohne Schaltnetzteil geben über ihren konventionellen Trafo sicher keine großartigen Störungen ins Netz ab.

    Andererseits habe ich auch bei den ganzen Geräten, aus denen ich die Tonnen verbannt habe, auch noch nicht feststellen können das ein Computer Störungen hatte.

    Die PET2001 und die 3032 hatten auch alle keine Filter und funktionieren ja auch!

    ...und an der grundlegenden Technik hat sich zum 8032, C64 u.s.w ja nicht viel verändert.


    Bei Geräten mit Schaltnetzteilen sind die Filter wichtig, aber dort sind in der Regel X/Y-Kondensatoren auf der Platine.


    PS: Schaut mal in eure alten Knubbelmacs, dort sitzt ein extra fetter X-Kondensator auf dem Analogboard!!! Außerdem sind besonders betroffen alle 7xx!


    PS2: X2 bzw. Y2 ist übrigens besser als ein X1 bzw. Y1!


    PS3: X-Kondensatoren sollen niemals in Brand geraten (Sicherheit) - sie qualmen nur. Y-Kondensatoren sollen niemals niederohmig werden, da sie ja zw. Leiter und Erde sitzen (Sicherheit).


    Christian

  • Andererseits habe ich auch bei den ganzen Geräten, aus denen ich die Tonnen verbannt habe, auch noch nicht feststellen können das ein Computer Störungen hatte.

    Meine 8050 hat bis jetzt jedes Mal auf der Messe in Stuttgart gestreikt. Teilweise hat ne andere Steckdose an ner anderen Phase geholfen.


    Ich denke, mit ein Faktor für die immer häufiger abrauchenden Filterkondensatoren ist einerseits die höhere Netzspannung (die alten Kondensatoren sind teils nur bis 350V spannungsfest, heutige bis 400 oder 450V), zudem ist durch billige LED-Lampen, USB-Ladegeräte usw. das Stromnetz deutlich "verseuchter" als damals™, als alles noch Glühlampen und große Brummtrafos enthielt...

  • Andererseits habe ich auch bei den ganzen Geräten, aus denen ich die Tonnen verbannt habe, auch noch nicht feststellen können das ein Computer Störungen hatte.

    Meine 8050 hat bis jetzt jedes Mal auf der Messe in Stuttgart gestreikt. Teilweise hat ne andere Steckdose an ner anderen Phase geholfen.


    Ich denke, mit ein Faktor für die immer häufiger abrauchenden Filterkondensatoren ist einerseits die höhere Netzspannung (die alten Kondensatoren sind teils nur bis 350V spannungsfest, heutige bis 400 oder 450V), zudem ist durch billige LED-Lampen, USB-Ladegeräte usw. das Stromnetz deutlich "verseuchter" als damals™, als alles noch Glühlampen und große Brummtrafos enthielt...

    Da hast du sicher recht.

    Aber bei mir im Haushalt (mit vielen LED-Lampen) hab ich keine Problem mit den Geräten.


    PS: Letztens beim Testen eines Commodore-Boards hatte ich immer Leseprobleme von Floppy - und war schon am verzweifeln - bis ich darauf gekommen bin mal den Monitor von der 1541 runterzunehmen ;)

    Da haben die schweren IBM-PC oder CBM-Floppy-Metallgehäuse schon ihre Vorteile - aber das hat natürlich nichts mit den Netzfiltern zu tun.


    Meistens sind ja die Epoxy-Kondensatoren betroffen. Die dicken Kondensatoren mit Kunststoffgehäuse gehen eigentlich nie kaputt. Ich baue jetzt auch ausschließlich diese X2 und Y2 ein und wähle immer die mit der höchsten Festigkeit!