Daten auf 5"Diskette reparieren möglich?

  • Hallo, ich bin durch einen Golem Artikel auf euch aufmerksam gewurden und wollte fragen, ob ihr da weiterhelfen könnt.


    Und zwar haben wir einen alten funktionstüchtigen Rechner aus der DDR (aus einem ehemaligen Rechenzentrum ). Name steht keiner drauf. Schaut aus wie ein normaler Fernseher mit zwei 5" Disketten Laufwerken. Eins dient als art Festplatte, das andere als Wechselmedium. Dazu noch noch paar Disketten. (aber das ist ein anderes Thema)


    Bei dem vorletzten Funktionstest (~8 Jahre her) wurde auch eine Diskette mit Spielen drauf verwendet. Dummerweise wusste ich nicht, dass man die Diskette erst wieder "freigeben" musste bevor man den PC ausschalten darf. Seitdem ist die Diskette auf diesem PC nicht mehr lesbar.

    Ich hatte es mal mit einem Windows 98 oder Xp Rechner probiert. Ging auch nicht. Kann mich nur noch erinneren, dass die Datengröße des Datenträgers als etwa -28KB angegeben wurden ( minus! )

    Dateisystem weiß ich leider nicht.


    Die Informationen sind zwar alle bisschen wage aber besteht da noch Grund zur Hoffnung oder ist der Inhalt der Diskette pfutsch?

  • Schreib doch mal, wie das Gerät heißt oder mach ein Foto. Gern auch von der Systemdiskette, wenn da was draufsteht.

    Dann kann man evtl. auch was Genaueres dazu suchen bzw. es weiß jemand was dazu.


    Generell ist man mit solchen Fragen wohl auch auf der Seite http://www.robotrontechnik.de/ und dort im Forum gut aufgehoben. Die Leute dort sind auch i.a. sehr hilfsbereit. Steigert zumindest die Chancen.



    Die Diskette selbst wird schon nicht "pfutsch" sein. Da ist ein Verzeichnis als offen markiert oder sowas. Wäre so mein Tip.

  • Oh, danke für die Antworten, das ging schnell.

    Ja 5,1/4" Disketten waren gemeint.

    Der PC hat keinen aufgedruckten Namen. Sofern ich mich richtig erinnere ist an der Seite nur ein Logo mit einem grünen, blauen und roten Rechteck aneinander. Ein Robotron ist es daher glaube ich nicht.

    OS ist nur eine Kommandozeileneingabe mit grüner Schrift auf ~schwarzen Hintergrund. Beim starten kommt auch kein Logo der so. Man kann gleich los legen. Die Disketten sind glaub nur ganz normale (wie CD Rohlinge) und nicht die ersten auf den die Daten waren.

    Die "Spiele" sind unter anderen Bowling in ASCII Symbolen (pins X und kugel O).

    Der PC steht aktuell in einem anderen Haushalt. Dauert noch eine Weile bis ich mal wieder da bin um Fotos zu machen.


    Gibt es da oft verwendete Befehle, die eine OS version anzeigen könnten? (sowas wie lsb_release -v)


    Kryoflux klingt interessant. Klingt zwar nach einigen Aufwand aber scheint die Diskette noch retten zu können. Da bin ich schonmal berühigt. Danke dafür!


    Selbst habe ich damit nicht gearbeitet und bin der Materie alte PC's auch nicht sonderlich vertraut, daher entschuldigt die knappen infos. Ich war nur sehr neugierig, ob es noch Hoffnung für die Daten gibt.

  • Bilder wären super. Kommando könnte 'ver' für Version sein?

    Evtl. kannst du zu einem Retro-Treffen mal kommen (CC 2018?).

    Da könnte dann jemand sein Kryoflux mitbringen etc.


    Peter

  • Danke für das Angebot aber 2018 wird jedoch nichts (ist ein ganzes Stück dahin). Irgendwann vielleicht mal. Es eilt nicht. War nur daran interessiert, ob möglich oder nicht.


    Nach einer kurzen Suche habe ich noch ein Bild auf der Festplatte gefunden:


    (Kasette gehört nicht dazu, Tastatur sollte aber)


    Betriebssystem wurde mir gesagt, soll "scp" heißen, "eine Modifikation von MS-Dos". Wiki suche: https://de.wikipedia.org/wiki/86-DOS könnte es somit sein.

    Und scheint doch im inneren ein Robotron gewesen zu sein. Aber außen ein normaler Fernseher.


    Nebenbei gefragt, ist soetwas was besonderes oder gab/gibt es das öfters?

  • Das sieht mir nach Eigenbau oder Kleinstserie aus. Kann mir nicht vorstellen, das dies im regulären Verkauf war.

    Der "Fernseher" sieht für mich nach einem Robotron BWG1 respektive ColorVision RC6073 aus. Ein paar Bilder der Platinen im Inneren würden Klarheit schaffen.

  • SCP ist kein DOS, sondern die DDR-Version von CP/M. Es könnte ein Bürorechner wie der A7100 sein, die Tastatur läßt darauf schließen; aber der Fernseher mit eingebauten Diskettenlaufwerken ist ein Selbstbau-Projekt. Vielleicht handelt es sich bei dem ganzen Gerät um einen Selbstbaurechner. Falls Du in der Nähe von Halle/SA wohnst, wäre ein Besuch im DDR-Computermuseum RECHENWERK sinnvoll; dort ist man sehr versiert im Retten von DDR-Datenträgern.

  • Nebenbei gefragt, ist soetwas was besonderes oder gab/gibt es das öfters?


    Also so wie das aussieht, gab es das genau ein einziges Mal. Ist auf jeden Fall kein "offizielles" Gerät, sondern ein Eigenbau/Eigeneinbau in einen relativ gängigen Fernseher.

    Wenn es stimmt, daß das OS "SCP" ist, scheiden damit eigentlich schonmal die üblichen Kleincomputer (KC) aus, da deren OS im allgemeinen "CAOS" heißt. SCP ist sehr gängig auf den PC-artigen Geräten, die aber "nur" eine Z80 (U880) CPU hatten, namens "PC 1715" gewesen. Wobei ich kaum glaube, daß man das Ding (den PC1715) in so einen Monitor eingebaut bekommt. Ein anderes Gerät mit SCP war der Bildungscomputer "BIC". Der war auch farbfähig, erzeugte ein Videosignal und war für Privatleute auch verfügbar.

    Ist aber nur ein Tip ins Blaue.


    Bei Ulrich Zander's Webseite gibt es zumindst unter BIC(A5105) schonmal zwei Anleitungen für SCP. Vielleicht probierst Du mal damit ein paar Kommandos aus. "HELP" sollte (lt. Seite 21 im ersten Buch) alle fix vorhandenen Kommandos anzeigen. Für andere benötigst Du eine Systemdiskette.

  • Danke für die weiteren Infos.

    Wenn die Befehlsliste übereinstimmt wär das Klasse. Dann passiert sowas nicht noch einmal.

    RECHENWERK war mir bisher nicht bekannt und ist nicht allzu weit entfernt.


    Nächsten Monat kann ich es vielleicht mal testen. Ich schreibe falls neues Infos gibt.

  • Eine cp/m TA P2 Disketten reparierbar?

    Hallo pctv - wurde das Projekt hier vergessen oder wegen der Erfolgslosigkeit eingestellt?


    Vom Ansatz arbeite ich im Hintergrund genau an der o. Fragestellung.

    Daten auf 5"Diskette reparieren möglich?


    Als Modellversuch benutze ich einen cp/m Rechner wie die TA Alphatronic P2 oder ähnliche Maschinen.

    Mein Ansatz ist eine Assembler-Entwicklung (nicht auf der cp/m Ebene, sonder nur mit einigen EPROM Routinen von dem Alphatronic P2 MOS.


    MOS ist der EPROM Teil - also der Monitor.


    Im Laborzustand habe ich bereits ca 50% der defekten Sectorfehler quas „wiederbelebt“.


    Jetzt geht es noch um einen „harten Sectorfehler“ - da sind noch verschiedene Ansätze zu überlegen und zu probieren. Echt noch eine Herkules-Arbeit, falls das etwas mehr ginge.


    Etliche Vorabeiten und mehr arbeite ich an der Reihe zum CRC nachrechnen (hier 5 1/4 Zoll Disketten) der ID- AM (Address Mark) und dem ID-DM (Data Mark).


    Grüße an alle Reparierer

    Helwie44



  • Ich habe bei Disketten mit Lesefehlern gute Erfahrungen mit dem Kryoflux gemacht.

    Es hatte mich jemand besucht, der Daten von seinen alten Amiga-Disketten gerettet haben wollte.

    Zuerst im Amiga 1200 gelesen, da hatten ein paar Disketten Lesefehler.

    Dann am Kryoflux probiert, da ließen sich alle ohne Fehler lesen.

    Ich vermute, das liegt an der höheren Samplingrate, mit der das Kryoflux arbeitet.

  • Ich vermute, das liegt an der höheren Samplingrate, mit der das Kryoflux arbeitet.

    Das verstehe ich jetzt nicht.

    Ich gebe das mal so wieder, wie ich es verstanden habe:

    Ein gewöhnlicher Floppycontroller sampelt das Signal mit der eingestellten Bitrate.

    Das Kryoflux arbeitet mit einer sehr viel höheren Samplingrate.

    In den resultierenden RAW-Daten können dann von der Software, wegen der höheren Auflösung, die Fluxwechsel, auch bei nachlassender Magnetisierung, besser erkannt werden,

  • die Fluxwechsel, auch bei nachlassender Magnetisierung, besser erkannt werden,

    Die Fluxwechsel werden im Floppy-Laufwerk zum READDATA verarbeitet.

    Entweder der Fluxwechsel ist gut genug, dann bekomme ich einen Impuls auf READDATA oder nicht.


    Eher wuerde ich sagen, das Kryoflux sucht nicht nur in den "starren" Zeiten zwischen 2 Bits, sondern ist hier flexibler. Und ich denke es macht viel in Software.

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    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • ... und da kommt das Kryoflux nicht dran.


    Ich kann mir schon vorstellen, dass man mit Software noch einiges finden kann.


    Nimm nur mal die Moeglichkeit, eine Sektor-Adressmarke ist unlesbar. Der FDC kann den Sektor also nicht finden.

    Da ich aber weiss, wieviele Bits in den Gaps zwischen 2 Sektoren sind, kann ich ueber die verstrichene Zeit den Anfang des naechsten Sektors erahnen. Und da der Inhalt der Gaps vor den Sektordaten auch wieder bekannt ist, such ich danach.

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    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Was das ganze ja auch interessant macht, ist, daß man erstmal die Rohdaten speichern kann.

    Die kann man dann später durch die Software auswerten lassen.

    Da die Software ja weiterentwickelt wird, steigen die Chancen, da noch was zu retten, mit der Zeit noch an - insbesondere für bisher nicht unterstützte Formate.

  • Deswegen war ja dieses Projekt neulich "Floppy lesen per Logik Analyser" so spannend. Man kann damit dann nämlich auch Sachen machen, die mit normalen Floppies überhaupt nicht gehen.


    Der Kryoflux macht m.E. auch so Sachen, wie Sektoren öfters lesen, bis was kommt. Und auch das ließe sich noch optimieren, wenn man da erstmal Daten im Sektor sammelt und dann statistisch auswertet.

  • Ich kann mir schon vorstellen, dass man mit Software noch einiges finden kann.

    Sowas hatte ich mir auch schon überlegt. Ist halt ärgerlich, dass man an das ganze Kryoflux-Kowhow nicht rankommt, Das wird alles wieder verloren gehen.


    Man kann natürlich versuchen bei fehlerhafter Prüfsumme die Timing-Toleranzen zu verändern. Man kann an einzelnen Stellen, wo das Timing knapp daneben liegt (oder im Grenzbereich) , verschiedene Kombinationen durchprobieren. Hier ist natürlich auch eine hohe Samplingrate hilfreich. Man sieht dann genauer, um wieviel das Timing daneben liegt.


    Das sind jetzt aber rein theoretische Überlegungen. Ob man das wirklich so machen kann, sehe ich erst, wenn ich soweit bin.


    Ein Punkt an dem ich noch hänge: Die Floppy-Controller synchronisieren sich ja auf den Takt (PLL). Wenn jemand was findet, wie die Controller das machen, bitte Info an mich.