Colani, Velinski und Co. – Computer-Design (OT aus "CBM in Eierform")

  • Auch wenn es nicht stimmt, aber irgendwer hatte es bei eBay mal Colani Design genannt, das hat mir bislang doch am besten gefallen

    Eine Kiwi am Tag deckt den menschlichen Tagesbedarf an Kiwis

  • Die von Colani designten Klamotten sind fast alle potthäßlich und unpraktisch.

    Ira Velinski hat ansprechendes Design, das sich am praktischen Nutzen orientiert, gemacht.

    Von daher: Nein. :)

  • Seine besten (schönsten!) Maschinen hat Ira Velinski für ATARI gemacht, insbesondere der TT (und der Mega STE) und das XE-GS sind da meine Favoriten.

  • Die von Colani designten Klamotten sind fast alle potthäßlich und unpraktisch.

    Ira Velinski hat ansprechendes Design, das sich am praktischen Nutzen orientiert, gemacht.

    Von daher: Nein. :)

    Streiche _fast_

    Über Design kann man natürlich streiten (ist halt immer ne Geschmacksfrage ...) aber warum so ein Colani-PC-Gehäuse jetzt unpraktisch (bzw. unpraktischer) sein soll als andere, erschliesst sich mir nicht ganz ...


    Oder andersherum gefragt : Warum ist das abgerundete Gehäuse/ der Monitor des CBM "praktischer" als ein Colani-Gehäuse ?


    MfG


    Cartouce

  • Also, wenn dieses Ungetüm nicht unpraktisch und potthäßlich ist, was denn?

    Das Ding nimmt mindestens doppelt soviel Platz auf dem Tisch weg, wie nötig, und hat vor der Tastatur offenbar eine Handballenauflage, die mit irdendeinem Textil bezogen ist. Sowas ist eine Bakterienaufzuchtstation erster Güte.


    Das CBM-Gehäuse hat ganz praktische Vorzüge: Der Monitor ist dreh- und neigbar, die Tastatur ist nicht fest mit dem Gehäuse verbunden und kann dementsprechend an die für den Benutzer passende Position geschoben werden, ohne den ganzen Rechner zu bewegen.

    Und wenn man sie (spätestens bei Nichtbenutzung) an den Rechner andockt, ist das ganze optisch eine Einheit.

  • Also, wenn dieses Ungetüm nicht unpraktisch und potthäßlich ist, was denn?

    Das Ding nimmt mindestens doppelt soviel Platz auf dem Tisch weg, wie nötig, und hat vor der Tastatur offenbar eine Handballenauflage, die mit irdendeinem Textil bezogen ist. Sowas ist eine Bakterienaufzuchtstation erster Güte.

    Ey, die Handballenauflage ist da aus ergonomischen Gründen - sowas wir auch heute noch verkauft - auch durchaus mit Textilbezug ;)

    Das Gehäuse/ der Rechner ist natürlich schon sehr speziell, da hast du Recht ... Aber mit den Vobis-PC-Gehäusen von Colani hab ich damals eigentlich keine Probleme gehabt ...


    Das CBM-Gehäuse hat ganz praktische Vorzüge: Der Monitor ist dreh- und neigbar, die Tastatur ist nicht fest mit dem Gehäuse verbunden und kann dementsprechend an die für den Benutzer passende Position geschoben werden, ohne den ganzen Rechner zu bewegen.

    Die separate Tastatur war damals sicherlich ein Vorteil, aus heutiger Sicht holt uns das ein, weil man vielleicht nochmal an so einen Rechner kommt, oft aber die Tastatur fehlt - so auch wie bei dem, den ich demnächst bekomme ...


    Cartouce

  • Aber mit den Vobis-PC-Gehäusen von Colani hab ich damals eigentlich keine Probleme gehabt ...

    Aber genau diese sind doch ein schönes Beispiel, warum das eben kein Design ist. Das ist ein bißchen eine irgendwie fetzig und sinnfrei geschwungene Front vor einem ansonsten komlett normalen PC in DOSenform. Und so ähnlich ist das bei dem eigentlich immer (LKW etc.). Und Sachen die so klein sind, daß sie komplett von ihm geformt sind, wie Mäuse, sind eigentlich unbenutzbar, aufgrund ihrer Form.

    Wenn der bei Lampen geblieben wäre, würde niemand meckern - da paßt das.


    Das Commodore-Ei versucht wenigstens, das ganze konsequent in einem Stil zu halten und ist wahrscheinlich für die Zeit auch was relativ Neues gewesen. Man kann die Commodore PETs ja auch so sehen, daß sie die Mac Idee vom "All-in-One" vorwegnehmen, etwas was für andere PCs damals völlig unüblich war (Altair, TRS, Apple2). Nur der S.Jobs hat das halt gesehen und ganz konsequent durchgezogen, weshalb er ja auch so gegen modulare Rechner ala Mac II war. Bei Commodore hat sich für solche Überlegungen wohl eher überhaupt niemand interessiert, die brauchten nur eine Art Verpackung für ihre Platinen.

  • Also, wenn dieses Ungetüm nicht unpraktisch und potthäßlich ist, was denn?

    Das Ding ist von 1978. Schau dir mal an, was zu dem Zeitpunkt die Terminal-Größen wie Wang, IBM, Tektronix und co designt haben. Dagegen ist der Colani geradezu innovativ!

  • Aber genau diese sind doch ein schönes Beispiel, warum das eben kein Design ist.

    Eben doch. Man muss es nicht schön finden, aber es ist Design. Dieses Design ist der Kompromiss aus Industrie-Standard-Teilen (Platinen, Blechgehäuse) eine individuelle Form überzustülpen, ohne das Ding (wesentlich) größer zu machen. Vobis hatte sicherlich nicht das Geld, extra speziell für ein Colani-Design-PC geformte Platinen in Auftrag geben zu können. Also war nicht viel was anderes möglich als einen rechteckigen Kasten mit ein paar Rundungen auszustatten. Und das runde Zeugs ist eben Colanis Formensprache, so wie Mario Bellini (Olivetti) rechteckige Formen und ganz klare Kanten bevorzugt


    Übrigens, etwas schön finden, dass einem etwas gefällt, das bedeutet in erster Linie, dass es einen etwas an etwas Vertrautes erinnert. Manche Sachen gefallen einem auch erst auf den 2. oder 3. Blick, oder nachdem man sich intensiver damit befasst hat. Der Fiat Multipla erste Version steht sogar im Museum of modern Art in New York in der Dauerausstellung.

  • Der Fiat Multipla erste Version steht sogar im Museum of modern Art in New York in der Dauerausstellung


    Und der ist nur wirklich hässlich ;)

    Man könnte das als "Hässlich" bezeichnen, aber es ist eine für ein Auto sagen wir ungewöhnliches Design, an das man sich nur schwer gewöhnen kann, weil es so anders ist. Es sieht quasi nicht aus, wie du erwartest, dass ein Auto aussehen soll, also hässlich. Aber es gab sogar Leute, die ihr ganzes erspartes Geld in die Karre gesteckt haben und ihn schick fanden, und vielleicht gibts immer noch welche, die damit begeistert rumfahren. Und das Design regt ja zur Diskussion an, das ist etwas, was speziell GUTE Kunst tun soll (siehe goldene Erdogan-Riesenstatue in Wiesbaden): Der Citroen 2CV ist auch nicht gerade die Ausgeburt an Schönheit, geradezu zweckmäßiges ANtidesign, aber es wird regelrecht ein Kult um den Blechhaufen gemacht, hier auf der Straße steht auch immer eine Ente.

  • Aber mit den Vobis-PC-Gehäusen von Colani hab ich damals eigentlich keine Probleme gehabt ...

    Wundert mich... Diese fette Blende vorm Diskettenlaufwerk hat mich immer am meisten genervt.

    Der Auswurfknopf hat sich ständig verklemmt, und man musste mit spitzen Fingern in der Griffmulde die Diskette rausfischen.

    Keine Ahnung, was daran ergonomisch sein sollte...


    Andererseits habe ich damals™ jahr(zehnt)elang die SICOS Colani Maus benutzt.

    0003014.jpg

    Zu einer Zeit, als die Mäuse allesamt ziemlich kantig waren, war das ein richtig angenehm ergonomisches Design. Heute sehen witzigerweise die meisten Mäuse so aus.

    Daher muss ich Toast_r zustimmen: fast.

    Ist aber auch echt die einzige Ausnahme.


    Sonst hat der gute Mann ja auch noch Saftpressen verbrochen, bei denen mehr Saft umherspritzt als im Glas landet, Nachttischlampen die man nur ausschalten kann indem man sich die Finger verbrennt, ...

  • Das Commodore-Ei versucht wenigstens, das ganze konsequent in einem Stil zu halten und ist wahrscheinlich für die Zeit auch was relativ Neues gewesen. Man kann die Commodore PETs ja auch so sehen, daß sie die Mac Idee vom "All-in-One" vorwegnehmen, etwas was für andere PCs damals völlig unüblich war (Altair, TRS, Apple2). Nur der S.Jobs hat das halt gesehen und ganz konsequent durchgezogen, weshalb er ja auch so gegen modulare Rechner ala Mac II war. Bei Commodore hat sich für solche Überlegungen wohl eher überhaupt niemand interessiert, die brauchten nur eine Art Verpackung für ihre Platinen.


    Und dann haben Firmen wie DEC den Privatanwender völlig vergessen und interessante Entwicklungen schlecht vermarktet.


    Das VT100 wurde 1978 in diesem abgerundeten Design entworfen, mit abgesetzter Tastatur. Nicht so häßlich ...

    vt100.png

    Und dann kam das VT103 mit Q-Bus Backplane, zwei DECTape Slots und die Möglichkeit eine komplette LSI 11/23 in diesem Gehäuse zu konfigurieren.

    Und das bereits 1979!

    Da fehlte dem 8032-SK 1981 immer noch die Modularität und die eingebauten Wechsellaufwerke.

    Für mich ist das VT103 der Urtyp eines modularen AllInOne Computers und durch Einbau einer Grafikunit anspruchsvollen Aufgaben gewachsen.

    Unsere Apple Enthusiasten dürfen auch gerne mal die Gehäuseform der Lisa mit dem VT100/VT103 vergleichen.


    Gruss,

    Peter

  • Ja und ich hatte sogar mal das VT103 leider war jeglicher Reparaturversuch erfolglos... deswegen habe ich die Chance jemand anderem überlassen...


    Aber ein VT100 oder ähnlich fehlt mir immer noch in der Sammlung. Es gibt nichts schöneres um Switches zu konfigurieren

    Aktuell im Museum: Mac 128k, Mac Plus 1 MB, Mac Plus 4 MB, Mac SE/30, Apple 2+ und viele mehr...

  • Und das Klotzterminal nimmst du mit zu den Orten, wo die Switches sind? Krass!


    Da würde ich eher einen Atari Portfolio oder Olivetti M10 mitnehmen.

  • Natürlich immer schön das VT100 zum Kunden geschleift :) ein Atari Portfolio hatte ich auch mal aber da waren ganze Zeilen im Display weg... soll wohl ne Krankheit gewesen sein...

    Aktuell im Museum: Mac 128k, Mac Plus 1 MB, Mac Plus 4 MB, Mac SE/30, Apple 2+ und viele mehr...

  • Nein, du kannst beim Pofo einen 80x25 Modus einstellen, wo du dann den aktuell sichbaren Ausschnitt auf dem Display rumscollen kannst. Also, das geht schon... (aber es ist auch eher nur eine Notlösung)


    Aber ein Toshiba T1000 musste man für spöche Zwecke nicht unbedingt aufheben, Notebooks mit richtiger RS232 gab es noch bis in Win XP Zeiten hinen, z.B. viele Thinkpads.


    Der Pofo wurde übrigens auch von Ira Velinski gestaltet, genau wie STacy und ST-Book auch.

  • Eines der schönsten Terminals meiner Meinung nach wurde in Salzburg (AT) von der Salzburger Elektronik Industrie (S.E.I.) hergestellt.


    Designed wurde die Julia von Professor Meru - damals Chefdesigner (optisch, ergonomisch, technisch?) bei der S.E.I., heute an der Uni Linz.


    S.E.I.Julia300_IF1.jpg


    (darüber hatten wir hier auch schon mal g'schwätzt)


    Rainer

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  • Nein, du kannst beim Pofo einen 80x25 Modus einstellen, wo du dann den aktuell sichbaren Ausschnitt auf dem Display rumscollen kannst. Also, das geht schon... (aber es ist auch eher nur eine Notlösung)


    Aber ein Toshiba T1000 musste man für spöche Zwecke nicht unbedingt aufheben, Notebooks mit richtiger RS232 gab es noch bis in Win XP Zeiten hinen, z.B. viele Thinkpads.


    Der Pofo wurde übrigens auch von Ira Velinski gestaltet, genau wie STacy und ST-Book auch.

    Ich hab eben mal geschaut der T1000 wäre ja echt interessant weil MS-DOS auf sep. ROM. Was find ich auf ebay für 30 € T1000 LE aber hat dann gleich 20 MB Festplatte die vermutlich schon kaputt ist. Aber ich muss horniger recht geben das S.E.I Terminal gefällt mir auch sehr gut aber es kommt nicht an mein "Traumterminal" ran. Das Lear Siglar https://en.wikipedia.org/wiki/ADM-3A. Dafür würd ich ja einiges hergeben...

    Files

    Aktuell im Museum: Mac 128k, Mac Plus 1 MB, Mac Plus 4 MB, Mac SE/30, Apple 2+ und viele mehr...