Midicom S04000-1A Lerncomputersystem von LN auf 8085 Basis

  • Auf der letzten CC bekam ich ein wunderschönes 8085-System mit vielen LEDs und das alles unter einer Plexiglasscheibe mit Blockschaltbild. Leider ohne Anleitung aber wozu gibt es das Internet, dachte ich...doch leider gab es da nichts im weltweiten Netz...obwohl die Firma heute noch existiert. Bei meiner Recherche stieß ich auf einen Mitarbeiter der BTU Cottbus, der sich mit dem System so richtig gut auskennt (der Midicom wurde jahrelang dort in der Ausbildung einsetzt, soll aber nun ausrangiert und durch was modernes ersetzt werden). So hat er die Midicoms der BTU mit einer zweiten seriellen Schnittstelle ausgerüstet und die Firmware umgeschrieben, dazu gibt es dann auf dem PC eine IDE, mit der sich komfortabel arbeiten lässt. Der Mann war sehr entgegenkommend, er hat sich richtig gefreut, das sich noch jemand mit den "alten Kisten" beschäftigt und mir seine Unterlagen zur Verfügung gestellt. Darunter 7 Ordner mit Originaldokumentation von Lukas-Nülle, den Schaltplan und die Umbauanleitung. Die 7 Ordner kamen heute per Post, das sind etwa 3 Kilo Papier. Ich werde versuchen, die einzuscannen und dann die PDFs zur Verfügung zu stellen.


    Mit der Anleitung war ich dann in der Lage, ein kleines Maschinenprogramm zu schreiben (naja, ehrlicher: abtippen) und einzugeben. Obwohl ich das Prinzip von meinem KIM Uno her kenne, war mir das vorher nicht richtig gelungen. Ich hatte zwar rausgefunden, wie man Speicherstellen ausliest und verändert, aber die Ausgabe über die LEDs oder die Anzeige wollte mir nicht gelingen. Was mir trotz Anleitung nicht gelungen ist, ist die Bildschirmausgabe über BAS. Für die serielle Verbindung muss ich mir ein Adapterkabel bauen, weil der Midicom eine 15 pol. Sub-D-Buchse verwendet.


    Was ich an Info habe, stelle ich hier zur Verfügung. Ich weiß inzwischen, das Toast_r ebenfalls so ein System hat - gibt es da noch mehr Leute? Habt ihr irgendwelches Zubehör?


    Gruß, Jochen

  • Hallo,


    hier der erste Ordner, den ich eingescannt habe. Nennt sich Kurzanleitung und hat 174 Seiten. Es gibt auch eine ausführliche Version...:fp:

    Kann ich alles in der Firma scannen, hat keiner was dagegen. Allerdings nicht alles auf einmal - da ich mit dem Zug pendele, muss ich die Ordner schleppen - mehr als einen pro Tag tue ich mir nicht an! Und vielleicht werde ich die dicken Ordner auch aufteilen...


    Gruß und viel Spaß mit dem ersten Teil,

    Jochen

  • Leider fehlt beim Schaltplan Blatt 9, hast Du das vielleicht gerade noch zur Hand?

    Gerade Antwort bekommen - das Blatt fehlt leider auch bei meiner Quelle. Der Schaltplan war nie offiziell verfügbar, inoffiziell (aber von LN geduldet) konnte er "ein paar relevante Seiten" kopieren. Man müsste höchstens mal bei LN selbst nachfragen. Aber im Moment habe ich zuviel um die Ohren, um mich darum zu kümmern. Ich mache mal mit den Ordnern weiter, drei sind noch übrig...alle ziemlich dick (und schwer).


    Gruß, Jochen

  • Hier das nächste Handbuch. Es bezieht sich auf den Sydicom, einen Satz von Platinen, die zusammen einen Rechner ähnlich dem Midicom ergeben.

  • Hallo Jochen,


    ich habe es geschafft ein Bild auf der BAS Buchse auszugeben!


    Dank Deinen gescannten Handbüchern: Es muss ein Terminal an die serielle Schnittstelle. Wird das erkannt schaltet der Midicom die 7-Segmentanzeige aus und den Monitorausgang frei.


    Hatte zum Glück so einen 15 poligen Stecker seit zig Jahren in der Kiste liegen. War glaube ich mal ein PC Joystick oder Midikabel.


    Hier meine Adapterkabelbelegung:



    Leider springt das Bild heftig auf meinem Commodore 1702, aber es ist folgendes lesbar:


    LN-85 - Monitor V3.4 (c) 1988 by LN

    - "ALPHA LOCK" einschalten und "Leertaste" betätigen

    - switch on "ALPHA LOCK" and press "Space bar"


    Kenne mich mit Terminals und Terminalemulation sehr wenig aus - was bedeutet "ALPHA LOCK" ? Wie schalte ich das in Terraterm ein ?


    Bin begeistert, dass sich die Kiste auf dem Monitor meldet.


    Gruß Aquarius

  • Also rein vom Verständnis her denke ich, das Alpha Lock eine Taste oder Schalter ist, die/der gedrückt/geschaltet dazu führt, das Du Buchstaben (alphanummerische Zeichen) eingeben kannst.

    Gruß Torsten

    BFZ MFA, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, MSX VG8010, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Amiga 500 & 1200, Atari Portfolio, HP200LX, IBM PC5155, TP755c, TP755cx, T20, T41, T61, PS/2 (Model 40SX), PS/2E, Accura 101, Apple //e, Sharp PC1401 & PC1403H, TI59 m. PC-100c, HP48SX & HP48GX


    ::matrix::

  • Das Bild war ganz einfach mit dem Zeilenfang am Monitor stabil zu bekommen.:tüdeldü:


    Verbindung hab ich nun auch hinbekommen und kann den Midicom per Tastatur am Windowsrechner steuern. ::heilig::

    Alle Verbindungen sind bei meiner Kabelkonfiguration gekreuzt außer TXD und RXD.


    Die funktionierenden Einstellungen auf der Terminalemulation sind: 2400/8/N/2 oder 2400/8/N/1


    Entgegen den Infos aus dem Handbuch hat eine Verbindung mit 9600 Baud nicht geklappt.


    Als nächstes möchte ich Daten speichern und laden können.... Kassette oder Floppy oder Eprom oder...:nixwiss:


    Gibt es jemand, der da die passende Hardware hat? Für das Projekt, das ich vorhabe, wären 8 Zoll Floppylaufwerke das Richtige. 8-)


    Gruß Martin

  • Ich glaube es nicht:


    An das Midicom wird eine Commodore 1571 angeschlossen!:D



    Laut LN-Handbuch: Speichergröße 256 Bytes/Block * 667 Blocks = 170 kB - also das stinknormale einseitige C64 Format



    Ist nun die große Frage, so ein Interface LM(?) 8825 (gebaut) zu bekommen.

  • Danke, jetzt habe ich die Stelle gefunden. Ich kam bis jetzt nicht dazu, mir einen passenden Adapter zu löten - mein Bastel-Arbeitsplatz ist noch mit anderen Projekten belegt, da muss ich erst Platz schaffen. Und dann so einen 15 pol. Stecker besorgen...kann also noch ein paar Tage dauern. Aber ich pprobiere das aus. Eins verstehe ich nicht: Ein Terminal besteht doch aus Tastatur UND Bildschirm. Wird dann die Bildschirmausgabe des Terminals auf dem BAS-Ausgang gespiegelt?


    Gruß, Jochen

  • Eins verstehe ich nicht: Ein Terminal besteht doch aus Tastatur UND Bildschirm. Wird dann die Bildschirmausgabe des Terminals auf dem BAS-Ausgang gespiegelt?

    Bei meinen derzeitigen Einstellungen im Terminalprogramm wird die Bildschirmausgabe dort nicht ausgegeben, sondern nur über BAS. Kann aber auch an falschen Einstellungen liegen.

  • Ich bin zwar bisher nicht dazu gekommen, das ganze mal praktisch nachzuvollziehen, verfolge das aber gespannt

    Daher erstmal Danke für die Dokumentation des Fortschritts hier. :thumbup:


    Hier mal meine Gedanken zur fehlenden Zeichenausgabe auf dem Terminal.


    Auf das hierfür Wesentliche verkürzt findet sich auf Seite 172 der Kurzanleitung folgendes:

    - Bedienung über Hex-Tastatur und Anzeige

    - Bedienung mit Terminal oder Videomonitor und Tastatur


    Der V.24 Anschluß hat demnach zwei Funktionen:

    1. Anschluß für ein Terminal

    2. Anschluß für eine Tastatur, wobei dann ein Videomonitor zur Ausgabe genutzt wird

    Ich vermute, daß die Unterscheidung zwischen diesen beiden Varianten über das DTR-Signal erfolgt.

    Ein betriebsbereites Terminal gibt sich über DTR (Data Terminal Ready) zu erkenen.

    Ohne DTR Signal wird der Midicom wohl nur von einer Tastatur ausgehen.

    Darauf deutet auch die auf Seite 174 angegebene Signalrichtung bei der Steckerbelegung hin.

  • Und noch was zu dem Thema gefunden (Einführung Seite 747):

    Demnach kann man über diese Speicherstellen Terminal und Bildschirmausgabe ein- und ausschalten.

    Habe ich auch probiert - die Rückübertragung der Daten vom Midicom zur Terminalemulation scheint nicht zu klappen.

    Das muss aber nichts heißen - wie schon erwähnt habe ich bisher keine Ahnung von ASCII-Terminals.


    Was für mich beim Testen erschwerend hinzukommt: Nach einigen Tests und Resets des Midicom komme ich nicht mehr ins Hauptmenu. Es sieht so aus als ob der Midicom auf Tastatureingaben reagiert, aber die Einschaltmeldung kann ich nicht verlassen. In den Hex-Modus gelange ich dagegen immer.


    Das ist mir jetzt schon zweimal passiert. Nach ein paar Minuten stromlos machen geht es dann wieder.

    Kann das mit einer Pufferung der Speicherinhalte zu tun haben? Irgendwo im Handbuch stand, dass der Speicherinhalt auch bei Stromausfall gehalten wird.


    Wichtig zu wissen: Einen harten Reset führt man aus, indem man 3 Mal die Resettaste drückt.

  • Ich komme irgendwie nicht weiter mit der Terminalemulation und überprüfe gerade mein serielles Kabel und frage mich, welche Anschlüsse wirklich gebraucht werden.


    Ist es richtig, dass CTS, DSR und DTR alle miteinander verbunden sind?


  • Jetzt läuft das Terminal! :)


    Nach langer Analyse der seriellen Datenübertragung bis zum IC 8251 habe ich das Problem auf einen Hardwaredefekt eingrenzen können. Mein Board #1 hat keine -15V mehr. Vermutlich war das Problem zuvor sporadisch aufgetreten und ich konnte deshalb nach kurzer Betriebszeit keine Verbindung mehr herstellen. Ohne die -15V reagiert die serielle Schnittstelle jetzt natürlich gar nicht mehr.

    Gut, dass ich noch Ersatz habe.


    Mein Board #2 funktioniert nun tadellos.


    Einstellungen wie im Handbuch beschrieben: 9600/8/N/2


    Benötigt werden nur drei Pins plus Masse auf der Midicomseite:

    - TXD

    - RXD

    - DTR/DSR/CTS


    Ein High-Pegel +15V an einem der drei Letztgenannten und drücken der Space-Taste führt ins Hauptmenu.


    Ein schönes Wochenende!


    Martin