Akkuschaden - Instandsetzung

  • Kannst du SMD Reflow loeten?

    Jain bzw. hab ich nicht (mehr) das Equipment hier... Ich überleg schon ob ich mir nicht wieder so ne kleine Reflow-Station hertun soll aber diese Entscheidung scheitert jedes Mal daran, dass ich jegliche SMDs die ich bisher mache/gemacht hab auch sauber mit meinem "normalen" Löter hinbekommen hab und der noch immer nicht kaputt gehen will ::heilig::::solder::


    Grüße,

    Marcus

  • Ich kenne Leute, die machen das im umgebauten, kleinen Pizzaofen :schreck:

    Erfahrung ist Wissen, das wir erwerben, kurz nachdem wir es gebraucht hätten.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Hi,


    wie lange lasst ihr Platinen mit Batteriekotze in Essig liegen ? Versuche gerade ne eine A501 Speichererweiterung zu reparieren/restaurieren.


    --

    Elaay (aka WStyle) - Commodore 4 Ever !


    there are 10 types of people in this world, those who understand binary and those who dont

  • Hi,


    wie lange lasst ihr Platinen mit Batteriekotze in Essig liegen ? Versuche gerade ne eine A501 Speichererweiterung zu reparieren/restaurieren.

    Glaubenskrieg. Ich lasse es immer ein paar Minuten länger vollständig eingetaucht liegen, als die von Gasblasenentwicklung begleitete Anfangsreaktion dauert.

    Hierbei hatte ich noch nie Irgendwelche Schäden. Im Gegenteil. Das Tauchbad führt dazu, daß die Säure fast überall hinkommt, wo potentiell Kontamination durch den Akku entstanden sein kann. Weiterhin würde ich dabei leichtes Agitieren des Behälters empfehlen. Im Anschluß natürlich gut mit Wasser abspülen. Diese Praxis ist nur gut für die Vorbehandlung und ersetzt nicht das großflächige Auslöten und Freilegen des stark kontaminierten Bereichs im nächsten Umfeld des Akkus. Zusätzlich zur Neutralisation mit Säure führe ich auch immer die Reinigung mit (Zahn)bürste und Spülmittel o.ä. durch. Viele Platinen sind einfach nur schmutzig und bedürfen einer Reinigung, allein schon aus kosmetischen Gründen. Wichtig dabei ist eben immer die gute Reinigung der Platine von allen Reinigungsmitteln mit Wasser und Trocknung....

  • Habe die A501 jetzt ca. 30 Minuten im Essigbad gelassen, klar abgespült und gut getrocknet.


    Jetzt kommt erstmal der Glasfaserstift dran. Bei einigen Widerstände ist jetzt nach dem freilegen vom Grün-Blauen Kristallzeug sichtbar geworden m, wie stark die Beinchen angegriffen sind. Teilweise „Verrostet (?)“. Muessen auf jedenfall runter.


    Hat wer von euch zufällig ein Schaltbild von der A501 ?


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    Elaay (aka WStyle) - Commodore 4 Ever !


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  • Ich hatte schon lange mal wieder vor in meinen SE/30 zu schauen um die Batterie zu checken. Und siehe da, die Varta von 1989(!) war noch ganz brav und hat nicht herumgesifft... und hatte sogar noch 2.9V. Ich habe sie aber entfernt und mir bei ebay einen CR2032-Knopfzellenhalter mit Kabeln (12 Stück für 7 Euro, mag jemand einen?) bestellt. Das scheint mir momentan die sicherste Ersatzmethode zu sein?

    Die Korrosion oben stammt noch vom letzten Batteriekotze-Vorfall, bei dem das damalige Mainboard leider unrettbar zerstört wurde. Wenn ich mal viel Zeit habe mach ich das mal weg :)

  • Gutes Thema! Mein ergänzender Senf dazu:


    vor der Arbeit Fotos machen, da Stempelaufdrucke, Beschriftungen und Etiketten sich ablösen


    zu Essigsäure vs. Zitronensäure:

    erstere macht Eisen blank, letztere macht es schwarz.

    Letztere verdunstet nicht rückstandslos. Spätschäden durch eingetrocknete Zitronensäure können z.B. an ICs und an anderen Teilen auftreten, wo es kleinste Ritzen gibt und ordentliches Herausspülen fast unmöglich ist.


    zu Baden vs. Säure mit Zahnbürste auftragen:

    Baden reinigt auch verdeckte Schadstellen (unter ICs).

    Essigbad vorheizen (Mikrowelle).

    Einwirkzeit ist wichtig: Mindestens halbe Stunde in heissem Wasser löst den gröbsten Dreck und macht die harten Verkrustungen mürbe.

    Ggf. Essigbad notwendigenfalls in Mikrowelle zwischendurch nochmal heissmachen (ohne Board!).


    Wasserbewegung ist wichtig: wenn kein Rüttler da ist, Board im Bad wippen, Flüssigkeit in allen Richtungen durchlaufen lassen.

    Nie zuerst mit Wasser spülen, immer zuerst in die Säure. Sonst saugt sich der Schwamm mit Wasser voll und wird viel langsamer aufgelöst.

    Nicht nur mit Zahnbürste (Grobreinigung), sondern auch mit Pinsel (dünnere Haare) arbeiten. Damit kommt man besser unter die ICs, Slots und andere Teile.


    Unterm Wasserstrahl abspülen, aus ähnlichem Grund wie letzter Absatz.


    Nach dem abschliessenden IPA-Bad empfiehlt sich, den Grossteil des Zeugs im Freien abdunsten zu lassen.

    Das Zeug hat einen Flammpunkt von 11 Grad und daher würde ich nie eine von IPA tropfende Platte in die Backröhre schieben. Aus demselben Grunde, nicht nur wegen der Dämpfe, mache ich die IPA-Baderei auch im Freien.



    Ein paar weitere Gedanken, die ich bei meiner nächsten Boardreinigung ausprobieren werde:

    Board vorheizen (Backofen), damit auch und gerade bei schwerzugänglichen Stellen die Lösearbeit optimal vonstatten geht.

    Spezial-Zahnbürsten (für die Reinigung von Zahnzwischenräumen) verwenden. Damit könnte man evtl den Grünspan an der Innenseite von Pins von DIP-Gehäusen besser entfernen.

  • Ja gefällt mir :) da sind auch Tipps bei, welche ich nun auch anwenden werde ::pc::


    Grüße,

    Marcus

  • Nach der Essigbehandlung habe ich ganz gute Erfahrungen mit zwei Spülgängen in der Spülmaschine gemacht.


    Wenn man irgendwelche "offenen" Bauteile mit feinen Zwischenräumen (z.B. Schalter, Übertrager, Spulen) auf dem Board hat, die nicht angegriffen, aber extrem schwer wieder trockenzukriegen sind, macht es evtl. Sinn die runter- und nach der ganzen Plantscherei wieder draufzulöten.


    Tobias