HIL Tastatur defekt?

  • Seit längerem lag bei mir eine HIL Tastatur rum, für die ich bisher mangels passender Hardware keine Verwendung hatte.

    Da ich seit kurzem einen HP 16500A Logic Analyzer besitze, habe ich sie nun kurzerhand mal daran angeschlossen.

    Inwieweit das sinnsoll ist, oder nur wertvollen Platz auf dem Arbeitstisch belegt, bleibt jetzt mal außen vor. ;)

    Die Bedienungsoberfläche arbeitet ja vor allem mit Touchscreen oder Maus, und ist darüber auch komplett bedienbar.

    Jedenfalls scheint die Tastatur nicht zu funktionieren. In Texteingabefeldern, z.B. zur Bennung der Probes, erfolgt keinerlei Reaktion auf Tastenbetätigungen.

    In der Hardwareübersicht, die der LA nach dem Booten anzeigt, wird keine Tastatur angezeigt, die an die Tastatur angeschlossene Maus hingegen schon.

    Da die Maus so auch funktioniert, ist ja schonmal eine ganze Menge in Ordnung.


    Mir fallen da erstmal nur zwei Fehlerursachen ein: Tastatur defekt, oder Tastatur wird vom LA nicht unterstützt.

    Da der LA mein einziger Rechner mit HIL ist, kann ich das nicht 'mal eben' gegenchecken.

    Hat da jemand eine gute Idee?

  • Also bei meinem 1662A war eine Maus dabei wie ich sie auch von meiner Apollo 425t kenne. Bist du dir sicher dass dein LA eine Tastatur unterstützt?

  • Wenn die Maus hinter der Tastatur funktioniert, dann funktioniert schon mal der HIL Interface-chip. Der leitet die Signale an die Maus weiter und empfängt auch was die Maus sendet, bevor er es an den Master zurückschickt. Das Ganze ist eine Schleife mit Hin- und Rückleitungen.


    Ich vermute, dass der Analyzer einfach keine Tastatureingaben unterstützt, sondern nur relative Bewegungen wie sie Maus oder Drehknöpfe (gibt es auch mit HIL Anschluss) liefern. Den 16500 kenne ich nicht im Detail, die anderen HP-Logic-Analyzer die ich kenne sind für eine Drehradbedienung ausgelegt.

    Das die Tastatur sonst wie defekt ist, ist möglich, aber sehr unwahrscheinlich.


    Martin

  • ja dann ... ich nehme mal an das es eine 46021 ist?

    Mal aufschrauben (da sind auch zwei Schrauben unter dem Aufkleber), reinschauen - vielleicht hat jemand einen Liter Kaffee in die Tastatur geschüttet oder so? Sonst ist da aber außer dem HP-HIL IC und dem Tastaturprozessor nicht viel drin.

    Die Tastaturmatrix ist eine Plastikfolie die mit Gummikontakten auf die Platine gedrückt wird, da könnte sich ein Kontaktproblem ergeben haben.

    Ansonsten kann ich Deine Tastatur an meinen Geräten (HP 9000/200/300) mal testen, aber Versand sind da schnell jede Richtung 10 Euro, das lohnt sich eigentlich nicht. Die Tastaturen mach ich sonst recht gerne wegen des weichen "Gummimatten-Anschlags".

  • Da die Tastatur gar nicht erkannt wird, muss es wohl was anderes sein, als ein Problem mit der Kontaktfolie. Also werde ich das Teil mal öffnen, und nachsehen, ob es da was auffälliges gibt.

    Auf alle Fälle erstmal Danke für die Hinweise.

  • So, ich habe sie mal aufgemacht.

    Mit Kaffee oder ähnlichem ertränkt wurde die wohl nicht.

    Außer den üblichen Stabansammlungen unter den Tasten ist die in ordentlichem Zustand.

    Die paar Tantals und die Sicherung auf der Platine sind OK.


    Es ist übrigens tatsächlich eine 46021AD.

  • Ich habe gerade mal ein bißchen an dem Teil rumgemessen.

    Völlig hinüber kann die Testatur nicht sein:

    An J4 sehe ich mit dem Oszi an den einzelnen Pins ordentliche Signale,

    und an J3 gibt es Signale, wenn entsprechende Tasten gedrückt sind.

    Also wird die Tastaturmatrix schonmal gescannt.

    Wenn ich das richtig verstehe, laufen auch die Daten von weiteren angeschlossenen Geräten

    (also der Maus) durch das Cotroller-IC (Pin39+40).

    Da sehe ich auf dem Oszi auch veränderungen, wenn ich die Maus bewege.

    Allerdings sehe ich keine Veränderung, wenn ich eine Taste drücke.

  • Also ...

    ich habe hier vor 1 1/2 Jahren ca. mal ein HP Keyboard (C1405A) grundgereinigt, was auch bitter nötig war (Keks, Kaffee und Kuchen, Apfelsaft und anderes ...). Nach dem Trocknen und dem Zusammenbau machte es ziemlich genau so Sachen wie hier beschrieben, nämlich: verhält sich nett, blinkert ordentlich beim Einschalten, wird erkannt, Tasten gehen nicht. Es wird aber besser, wenn man es nochmal aufbaut und die Folien da drin anders ausrichtet. Allerdings geht es da anscheinend um Millimeter oder weniger, auf jeden Fall habe ich das bis jetzt nicht wieder mit allen Tasten funktionsfähig hinbekommen (bzw. dann erstmal sauber neben den Schrank gestellt). Ich habe bißchen den Eindruck, daß es die Folien beim Schließen leicht verschiebt, was man i.P. vorher berücksichtigen müßte.


    Kurz: Guck mal, ob's schon mal offen war. Evtl. sind hat der Vorgänger es aufgehabt und nicht wieder funktionsfähig zusammenbekommen.


    Um zu öffnen, mußte man unter dem Typenschildaufkleber in der Mitte unten eine Schraube lösen - man sollte also evtl. an den Ecken von dem Klebchen erkennen können, ob es mal geöffnet war.

  • Bei mir stellt sich das Problem ganz anders dar.

    Die Tastatur wird nicht erkannt und blinken tut da auch nix.

    Wenn ich mit dem Oszilloskop direkt an der Tastaturmatrix messe, sehe ich, daß die Tastatur gescannt wird, und Tastendrücke auch Kontakt auslösen.

  • Tja dann würde ich mal Handbuch wälzen, ob man an dem Gerät die Tastatur irgendwo "scharfstellen" muß - Jumper, "BIOS" o.ä.


    Und was evtl. auch mal überprüft werden kann, ob das Keyboard mit "o" an den LA angeschlossen ist. Die Maus muß an den "oo" markierten Anschluß.

    (bitte nicht übelnehmen, aber manchmal im Eifer des Gefechts ...)