Shugart SA450 Probleme.

  • Hallo.


    ich hab hier eine Shugart SA450, die nicht funktioniert. Sie liest und schreibt nicht. Nach dem üblichen Reinigen und Schmierung hab ich die Drehzahl mit dem Oszi eingestellt. Die SA450 hat ja im Gegensatz zur SA400 keine separate Motorplatine mehr. Ich habe keine Reparaturanleitung bzw kein Manual mit den nötigen Infos gefunden. Beim Einstellen der Drehzahl hab ich zuerst am falschen Poti gedreht.
    Außerdem fehlt das Bauteil L3, also eine Spule. Weiß jemand, wieviel henry die Spule haben muß ? Was wird an dem Poti eingestellt, der nicht für die Drehzahl ist ?



    Am dem gelben Poti in dem blauen Kringel wird die Motordrehzahl eingestellt.

    In dem gelben Kringel ist der freie Platz für das fehlende Bauteil L3.

    In dem roten Kringel ist der Poti, an dem ich irrtümlichweise gedreht habe.


    Hat jemand eine Idee oder gar eine Anleitung mit Schaltplan, Bestückungsplan etc. ?


    vielen Dank !!


    gruß Jan

    • Offizieller Beitrag

    In dem gelben Kringel ist der freie Platz für das fehlende Bauteil L3.

    Sag mal, die Pads von deiner L3, sind die beide mit der grosseren Kupferfläche verbunden?

    Sieht auf dem Bild so aus. Kannst du das mal piepsen?

    Und in dem von kleindi angegebenen Schaltplan des SA460 gibt es einen Hinweis auf L3: unused.

  • Moin.


    Wegen den Pads. Im großen ganzen sieht das Laufwerk aus wie neu. Auf dem 34pol Anschlusstecker waren keine Abdrücke von Kontakten zu sehen, was ja normal immer der Fall ist. Umso mehr hat mich das mit der vermeindlich fehlenden Spule gewundert. Falls hier die Spule ausgelötet wurde, wurde es sehr sauber gemacht. Ich will heute Nachmittag mit dem Mikroskop schauen, dann sehe ich, ob da jemals was angelötet war.

    Ich habe mir im Netz Platinenbilder der sa450 angeschaut, da war an dieser Stelle immer ein Bauteil. Aber ich muß dazu sagen, dass da auch andere, diskrete Bauteile auch immer etwas anders aussahen. Evtl gabs verschiedene Revisionen.


    Die Platine der sa400 sieht gänzlich anders aus. Die Steuerung des Motors ist auch auf einer separaten Platine. Ich denke, die sa455 ist näher an der sa450 ?! Sind ja beides mfm Laufwerke. Die s400 ist ein fm Laufwerk.


    Es hat mich etwas gewundert, dass es von der sa450 kein Manual mit Schaltplan im Netz gibt. Das war ja kein seltenes Laufwerk.


    Also wenn ich das mit dem Trimmer richtig verstehe, wird da ein delay an der steprate eingestellt ?! Also müsste ich an dem Testpunkt mit dem Oszi 1,6 ms messen, wenn das Laufwerk stept ?


    Vielen Dank !


    Gruss Jan

    • Offizieller Beitrag

    Umso mehr hat mich das mit der vermeindlich fehlenden Spule gewundert. Falls hier die Spule ausgelötet wurde, wurde es sehr sauber gemacht. Ich will heute Nachmittag mit dem Mikroskop schauen, dann sehe ich, ob da jemals was angelötet war.

    Wenn die Spule nie eingeloetet war, brauchst du nicht zu suchen.

    Pieps bitte, ob die Kontakte kurzgeschlossen sind.


    Zu der damaligen Zeit war CAD fuer PCBs nicht ueblich.

    D.h. Aenderungen wurden direkt auf die Filme gemacht. Das Bohrprogramm blieb unveraendert.

    Dann bleiben solche "Ungereimtheiten" uebrig.

    Deshalb ist mir das elektrische wichtiger.

  • Hallo Jan,

    ich denke nicht, das das Poti mit der Steprate zu tun hat. Das Poti ist wohl das, welches in meinem letzten Post beschrieben ist. Dies ist, so wie ich das sehe, an dem Leseverstärker beteiligt. Die Schaltung findet man in vielen verschieden Shugart Laufwerken.


    Da es jetzt schon verstellt ist und ich auch keine Vorgaben zur Kalibrierung gefunden habe, würde ich an einem funktionierenden Laufwerk mit einem Logikanalyser die RAW-Daten darstellen. Getriggert werden sollte das durch das Index Signal.


    Dann würde ich das gleiche an dem Problem-behafteten Laufwerk machen. Das Poti würde ich dann von Endpunkt zu Endpunkt drehen und die Ausgelesen Daten mit dem funktionieren Laufwerk vergleichen. Sollte es einen grösseren Bereich geben, in dem das Signal i.O. ist, würde ich durch das drehen der Umdrehungen die Mitte des Bereiches suchen un diesen einstellen.


    Gruß

    Dietmar

  • Hallo.


    Ich bin jetzt wieder an dem Laufwerk. Ich habe zwischen den Pins durchgemessen, sie haben keine Verbindung.



    Gruß Jan

  • Hallo.


    So, ich habe eben wieder etwas Zeit gefunden, um weiter zu machen. Ich habe die Lötlöcher an der fehlenden Spule L3 überprüft. Es sieht aus, als wäre da mal was drinne gewesen. Jedenfalls ist das die einzige Stelle auf der ganzen Platine mit Löchern ohne Bauteil.




    Diese braunen Stellen da könnten ein Indiz dafür sein. Ja, jedenfalls hab ich im Netz jede Menge Bilder geschaut und überall war an der Stelle was. Ich glaub, ich löt da einfach mal was ein. Mehr wie immer noch nicht gehen kanns ja auch net...


    Ich hatte zwischenzeitlich das Laufwerk wieder am Oszi. Wenn ich an dem Poti drehe, den ich aus versehen verstellt habe, ändert sich der Signalabstand der Daten an der READ Leitung des Shugart-Busses. Also könnte ich auf dem richtigen Weg sein ?!


    Ich habe ein zumindest "teilfunktionierendes" SA400 zur Referenz genommen und den Abstand auf 2,5 ns eingestellt. Das kommt auch in etwa mit dem Abdruck des Plombenlacks hin.


    Btw., zum testen hänge ich das Laufwerk an den IBM 5170 und prüfe mit IMGdisk.



    EDIT: Da ich keinen Schaltplan bzw. Bestückungsplan habe, weiß ich nicht, wie die Induktivität sein muß. Die SA465, hab 2 auf Halde - auch defekt :( , hat 100µH an der Stelle. Die SA455 kommt der SA450 etwas näher, die hat 68µH. Ich werde jetzt einfach mal die 100µH einsetzen und dann berichten...




    Gruß Jan

    • Offizieller Beitrag

    Dann hab ich die Striche des Bestueckungsdruck an den Loechern gesehen. Auf dem anderen Bild ist der Bestueckungsdruck auf der verzinnten Flaeche nicht zu erkennen. Und der gelbe Kringel macht es nicht einfacher an der Stelle.

    Alles klar.

  • Ich hatte die ganze Zeit andere Projekte und hatte jetzt heute mal wieder das Laufwerk hier unter der Fuchtel.


    Es war ein Logikbaustein defekt, da hatte ich dann stellenweise doch kein Index-Signal. Defekt im Sinne von Korrossion an den Pins. Außerdem wurde Track 00 nicht immer korrekt angezeigt. Ich musste den Sensor etwas verstellen, sieht aus, als wäre da auch schonmal jemand am Werk gewesen.


    Um mal wieder auf diese Spule zurück zu kommen. Die Spule hat definitiv gefehlt. Ich weiß jetzt nicht mehr, was ich da im Dezember gemessen hatte ?! Ich glaube an TP1 oder TP2, also an dem Signal von den Köpfen kommend. Jedenfalls hab ich an Pin30 des 34pol Floppyanschluß ohne die Spule überhaupt kein Signal. Mit meiner 101 µhenry Spule hier hab ich ein Signal. Allerdings zu schwach. Ich habe kein Schaltplan von der SA450, aber die SA460 hat quasi die gleiche Elektronik, der Unterschied hier ist, dass die SA460 ein 96dpi Lauwerk ist. Jedenfalls ist da eine 68 µhenry Spule an der Stelle. Da will ich jetzt mal kucken, wo ich eine her kriege.

    Mit Kryoflux war ich in der Lage, mit dem Laufwerk ein Stream file zu erzeugen. Das gleiche hab ich mit einem Tandon TM100-2a gemacht, mit der gleichen Diskette versteht sich. Die Signale an sich stimmen überein, aber bei dem funktionierenden Tandon Laufwerk sind diese "deutlicher". Mit dem Oszi hab ich das Signal von dem Shugart und dem Tandon Laufwerk miteinander verglichen. Was meint ihr dazu ?


    Hier die Bilder. Das erste von dem funktionierenden Tandon und das zweite von dem Shugart Laufwerk.






    Gruss Jan