Amstrad 1640 auch in der DDR

  • Hallo Gemeinde,


    durch meinen Sammlungsteil "historische Bürotechnik" Schwerpunkt DDR in der "Elektrotechnischen Sammlung am Umspannwerk Markkleeberg" getragen vom VDE-Bezirksverein Leipzig/Halle komme ich immer einmal wieder zu neuen Objekten.


    So habe ich ihn übernommen. Die Systemdisketten sind von mir (Vobis DR-Dos 5.0). Rechts erkennt ihr den Versuch des Vorbesitzers eine Festplatte anzuschließen. Controller über ISA-Schnittstelle ist eingebaut (HD wird noch vom Spender gesucht, Haushaltsauflösung bei seinem verstorbenen Vater.

    Dieser PC wurde 1987/88 in der BRD gekauft (von privat), kam dann ladenneu in der OV zu einem DDR An- und Verkauf und wurde für 92.000,- Mark der DDR aufgekauft. Der Verkäufer brachte gleich den Käufer mit, der ihn dann für seinen VEB gegen Zahlung von 98.000,- Mark der DDR erwarb. Auf diese Art wurde die Bilanz und die lange Wartezeit auf Lieferung umgangen. Der Betrieb musste es sich nur finanziell leisten können. Bitte beachtet den Umtauschkurs West-Ost. Offiziell war dieser 1 zu 1. Auf diese Art kam eine größere Zahl PCs in die DDR. Diese Geschichte macht das Stück für die Sammlung interessant.

    Zum Ausbau habe ich ihm eine HD aus einem Siemens PC 16-05 (10 MB) verpasst, musste jedoch den Controller aus dem Siemens auch einbauen. Ergebnis:





    Jetzt meine Frage: Wie kann ich der Aufforderung (Datum, Uhrzeit, Einstellungen ändern) bevor Laden ... beginnt, nachkommen (Taste oder Tastenkombination)? Mit "Del", "F1", "F8" hatte ich keinen Erfolg.


    Die Laufwerke sind eingerichtet auf 360 kB. Ein Laufwerk möchte ich durch die Festplatte ersetzen und das zweite durch ein 720 kB LW. Was muß ich da noch beachten?


    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen Jens

  • PCs aus der XT-Klasse (mal den Schneider EuroPC ausgenommen) haben i.d.R. kein eingebautes BIOS-Setup wie Du es von späteren 286ern aufwärts kennst.


    Hier gibt es das Handbuch für den PC 1640, du stellst die Uhr einfach mit den MS-DOS-Befehlen DATE und TIME. Unter dem Monitor befindet sich das Batteriefach, da musst Du neue Batterien einsetzen, das hast Du ja sicher schon gefunden.


    Hier gibt es die Originaldisketten für den PC 1640, aber da kann sicher jemand hier im Forum mit den deutschen Versionen aushelfen, zur Not schaue ich heute Abend nochmal.


    Gruß

    Robert

    NCR DMV/Olivetti M20/ITT 3030/DEC Rainbow 100/Siemens PC-D/OlyPeople/MFA 8085/TA Alphatronic

  • Hallo Robert,


    ich danke Dir für deine Tipps. Das, mit dem Bios habe ich geahnt, da dies beim Robotron EC 1834 das Gleiche ist. In das Handbuch werde ich mich vertiefen. Mit den Originaldisketten musst Du dir keine Mühe machen. Der Spender ist auch auf der Suche. Der Aufwand Download, Unzip, dann auf Diskette ist einfach die Sache nicht wert. Mit dem Maustreiber werde ich es aber einmal versuchen. Zur Zeit habe ich eine Geniusmaus mit Adapter an COM 1 auf der Rückseite des Rechners angeschlossen. Hier könnte ich zukünftig den Originaleingang neben der Tastatur benutzen.


    Mit freundlichen Grüßen Jens :applaus:

  • Hallo CaosRom,


    Deinen Beitrag habe ich glatt übersehen. Ja, ich habe einen mit defektem Netzteil. Deshalb ist es mir auch nicht ganz so schwer gefallen, ihn momentan um einige Teile zu erleichtern . :traurig:


    MfG Jens

  • Also ich würde ja die beiden 360er Laufwerke da drin lassen und den Rechner nicht "zerreißen", ist doch schön, wenn der so komplett original ist. Die Platte kann man doch auch sehr schön extern anschließen, da hat sie dann auch ihr eigenes Netzteil und so ein Slotbloch zu basteln, wo man die beiden Kabel nach extern verlegt, sollte doch im Bereich des möglichen sein. Wenn die Platte einmal dranhängt, benutzt man die Floppies eh nicht mehr wirklich, da ist die Größe dann auch unerheblich.



    Die Geschichte mit den 98.000 Geldeinheiten ist aber schon dezent abartig ! Ich kannte bisher ca. 40000 für Atari STs als Maimalwerte, aber das toppt das ja nochmal ganz gewaltig, bei geringerer Rechenleistung. Und "volkswirtschaftlich" ist das haarsträubender Unfug ... insbesondere, wenn es denn gleichen Rechner als Nachbau so oder ähnlich eigentlich gibt. Wahrscheinlich für ein Drittel. Den eigentlichen Deal machte aber der Zwischenhändler - 8000 für eine Aktion von ca. 15min ist schon gewaltig gut.

  • Hi! Ich kann mich meinem Vorredner ThoralfAsmussen nur anschließen mit der Bitte, die Originallaufwerke im Rechner zu lassen. Beim 1640 ist außerdem das Floppy-Kabel Hauptplatinenseitig fest verlötet. Je weniger man daran herummanipuliert, desto besser.


    Meiner Erfahrung nach sind übrigens die Geräte mit der Schneider-Blende relativ selten! Mein von meinem Vater geerbtes Original hat so eine, genau wie Deiner. Aber ansonsten sieht man überwiegend die mit Amstrad-Branding. Und dass es ein DD mit zwei Laufwerken ist, ist auch super. Das ist quasi die höchste Ausbaustufe. Denn die interne HD ist heutzutage ja nicht mehr ganz so wichtig. :)


    Das Programm zum Einstellen der BIOS-Parameter heißt NVR.EXE und bedindet sich auf den weiter oben schon verlinkten Systemdisketten. Allerdings ist das beim Schneider meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig. Denn man kann damit nicht viel relevantes einstellen. Datum und Uhrzeit geht auch mit DOS DATE / TIME.


    Der 1640 läuft ganz wunderbar mit einer XT-IDE-Karte. Die Investition kann ich nur sehr empfehlen. Dann hat man auch bequemen Zugriff von außen und ist nicht mehr von den Laufwerken abhängig. Kann sie also im Original belassen.


    Kannst mich gerne Fragen, wenn Du Hilfe brauchst. Gerne auch per PM. Oder natürlich hier im Forum.

  • Attaching any other manufacturer's hardware (even though the connector may be similar) to the PC1640 mouse connector may cause serious damage to either the main board electronics or to the alternative (mouse) hardware.


    steht in

    http://www.seasip.info/AmstradXT/1640tech/section1.html


    und das sieht dort auch ganz nach einem eigenen BusMaus Protokoll aus. Da solltest Du erstmal keine serielle Maus anschließen. Die paßt da schn besser an den COM1 Port auf der Steckkarte.


    Originale Genius Maus-Treiber findest Du z.B. da. Oft macht es aber Sinn einen kleineren neueren Mousetreiber zu benutzen, das spart RAM und hat oft auch Zusatzfunktionen (z.B. acceleration).

    CuteMaus oder sowas aus der Gamer Ecke.

  • und das sieht dort auch ganz nach einem eigenen BusMaus Protokoll aus. Da solltest Du erstmal keine serielle Maus anschließen. Die paßt da schn besser an den COM1 Port auf der Steckkarte

    Da stimme ich voll zu und wollte nur noch ergänzen, dass es einen Grund gibt, warum beim 1512 / 1640 oft die Maus fehlt. :) Es war nämlich ein häufiges "Upgrade", die proprietäre Maus rauszuschmeißen und durch eine serielle zu ersetzen. Die Original-Maus macht wirklich keinen Spaß. Ein ziemlich klappriges und hakeliges Etwas. Mein Vater hatte auf dem 1640 mit AutoCAD gearbeitet und sich zur Schonung von Nerven und Handgelenk sehr bald eine Genius-Maus mit drei Tasten zugelegt.


    Der Schneider hat hinten einen (breiten...) standard-COM-Port. Insofern braucht man noch nicht einmal unbedingt eine Erweiterungskarte, wenn der noch frei ist.


    Vielleicht möchtest Du aber zum Komplettieren die Original-Maus haben. Da kann ich sagen, dass die erstaunlich regelmäßig bei eBay auftauchen und meistens auch so halbwegs bezahlbar sind. Jetzt gerade gibt es meines Wissens keine einzeln. Aber ich habe in den letzten Monaten immer wieder eine gesehen.

  • Danke an alle, die geschrieben haben. Thema Preise kann ich ausbauen, dies würde hier aber zu weit gehen. Aber trotzdem noch ein Beispiel:

    Disketten 5,25 kostete der 10er-Pack 800,- Mark



    oder auch gebräuchlich



    Ihr habt mich überzeugt, keinen Umbau vorzunehmen. Dann gibt es Original + Zusatzeinheit. Für die Festplatte werde ich auch gehäusetechnisch noch eine Möglichkeit finden.



    Die Mausgeschichte habe ich schon geklärt. Sollte mir eine Originalmaus einmal zufällig über den Weg laufen, werde ich sie nicht entsorgen. Aber Kopfstände mache ich da keine.



    Als nächsten Schritt werde ich die Maschine einer Reinigung unterziehen.

    Mit freundlichen Grüßen Jens :applaus:

  • Ich habe noch einen Originalsatz Disketten und Handbücher zum 1640, bei Interesse PN.

    DOS 3.3 mit GEM und Locomotive Basic.

    Handbuch zur Festplatte war auch dabei.

    Kann allerdings ein paar Tage dauern, bis ich das in meinem Chaos gefunden habe.

    Das zugehörige Gerät wurde leider damals von der Ex verschenkt.::cry::

    Ich würde die 360 K Deiskette belassen und den Datenaustausch über Netzwerk machen.

  • Hallo Freunde,

    habe die Maschine zerlegt.


    Den Bildschirm auch, aber da ist das Bild leicht unscharf. Innenleben und Gehäuseteile nach Möglichkeit gereinigt und wieder zusammen gebaut. Beim Test Ergebnis "Fehler System RAM". Also wieder Demontage mit schrittweisem Test. Ein Schräubchen der Blechabdeckung/Motherboard hatte Massekontakt. Beim nächsten Projekt werde ich schon beim Zusammenbau schrittweise testen (spart viel Zeit und Aufwand)!

    Das Ergebnis:


    Es ist ein Objekt das sein Lebensalter und seine Nutzung zeigt und auch zeigen soll.


    Zwei Bitten hätte ich noch. Um die Festplatte besser positionieren zu können, benötige ich ein längeres 20er Datenkabel (50 cm). 34er habe ich komplett. Bandleitung finde ich, aber die beiden Schneidteile habe ich nicht und bei der Demontage gebrauchter gibt es meistens Bruch.


    Wenn jemand noch die fehlende Schlotabdeckung ,das Plasteteil (siehe Foto)

    hätte, wäre es möglich, einen (bei Nichtbedarf der Festplatte) eleganten Rückbau (Kabel rein und Klappe zu) zu realisieren.


    Mit freundlichen Grüßen und :sunny: Jens

  • Welches Plastteil ?? Ich sehe da Metall, 2x.



    Eigentlich willst Du dort eine Slotabdeckung haben an der man die Kabel (Strom, Daten) direkt bei Bedarf von außen anstöpseln kann. Sowas gibt es quasi auch schon fertig, man muß aber bißchen suchen. Einfacher ist ein Slotblech mit den passenden Öffnungen zu versehen und da die entsprechenden Buchsen für außen anzubauen.


    Die Platte schießt man dann mit einem externen Kabel an.


    Für IDE u.a. z.B. sieht sowas ungefähr so aus

    http://www.acornelectron.co.uk…rd-Disk-Interface-002.jpg

    http://www.acornelectron.co.uk…rd-Disk-Interface-000.jpg

    https://www.domesday86.com/wp-…11/A500_SCSI_card_top.jpg

    https://commons.wikimedia.org/…le:Acorn_2MHz6502CPUA.jpg


    natürlich nur die Anschlüsse, nicht die Karten. Durch die Hebelchen kann man die Flachbandkabel da auch so anbringen, daß man sie quasi nicht im Betrieb unabsichtlich rausreißen kann.


    Die 4polige Strombuche hält auch so i.a. ganz gut. Kabellängen sind dann auch felxibler machbar.



    Und die echt elgegante Lösung - die auch in einen Slot exakt paßt - heißt: XT-IDE !

    Einfach mal das Forum durchsuchen, gab es auch mit Bezugsquelle etc.

  • Hallo Thoralf,


    danke für Deine umfangreichen Tipps. So viel Aufwand wollte ich aber momentan nicht betreiben. Falls es sich findet

    -Teil 7-

    (nach Vergrößerung unten rechts). Die Kabel verschwinden im Innenleben und die Stecker sind verdeckt. Nicht sehr elegant aber wirkungsvoll.

    Mit freundlichen Grüßen Jens

  • Ihr habt mich überzeugt, keinen Umbau vorzunehmen. Dann gibt es Original + Zusatzeinheit. Für die Festplatte werde ich auch gehäusetechnisch noch eine Möglichkeit finden.

    Lass das mit der Festplatte besser. Dazu müsstest du irgendwas an dem PC umbauen, bohren, sägen, etc., dann wäre er nicht mehr original.


    Schmeiss den MFM-Controller raus und baue einen XT-IDE ein. An den schließt du ein IDE-DOM (Disk on Module) oder (per IDE-zu-CF-Adapter) eine Compactflash-Karte an, und richtest diese genauso ein, wie du es mit einer Festplatte machen würdest (fdisk, format, dateien kopieren)



    Den XT-IDE gibts in verschiedenen Bauformen, hier 3 Beispiele, links mit DOM, Mitte mit IDE-zu-CF-Adapter (davon gibts auch verschiedene Bauformen) oder mit integriertem CF-Steckplatz in der Slotblende.


    Dafür musst du nichts an dem Rechner herumsägen oder so, und das funktioniert hervorragend. Einfach statt des MFM-Controllers einbauen und loslegen.

  • Danke 1ST1,


    der 1640 bleibt jetzt so, wie in "Bild 22". Umbauarbeiten am Innenleben hatte ich so wie so nicht vor. In der Ausstellung brauche ich ihn nicht so häufig. Ab und zu einmal Besuchern vorführen, mehr wird damit nicht. Deinen Vorschlag werde ich dennoch realisieren. Habe noch einen

    "No Name" XT in der Werkstatt stehen, den ich vor ca. 8 Jahren erhalten und noch nie in Betrieb genommen habe. Daran kann ich demnächst einmal "rum experimentieren". Ich habe mein Homeoffice in der Sammlung eingerichtet. Dies gibt mir die nötige Freiheit zu solchen Experimenten. Ich werde darüber berichten. ::solder::


    Gruß Jens

  • Die Festplatte kommt nur bei Bedarf dran. Aus diesem Grund suche ich auch die Plasteabdeckung. Sonst liegt sie sicher in "Knallfolie" im Schrank. Sie hat von mir einen Boden bekommen. So ist sie sicher.


    Jens

  • Dazu hab ich eine Frage. In meinem 1640 macht die XT IDE Karte Probleme. Die Tastatur ist dann nicht mehr ansprechbar. Was kann das sein ?

  • Vermutlich ein Resourcenkonflikt?

    Schonmal einen anderen I/O Port ausprobiert?

    Der Rechner ist außer haus. Ich kann das momentan nicht testen . Glaube aber nicht das es daran liegt. Ein ausgebildeter Elektrotechniker hat sich der Sache angenommen.

  • Hallo Freunde,


    habe das Teil eingebaut und zwischenzeitlich ein wenig experimentiert.



    Auf der CF-Karte ist ein MS-DOS 6.22 aufgespielt. Dies ist mir aber zu mächtig und ich möchte auf eine 128 MB-Karte ein MS-DOS 4.01 spielen. (vorhanden). Der Rechner startet prinzipiell von "C". Da dort kein System ist, kommt erwartungsgemäß die Aufschrift (siehe Bild).



    Egal welche Taste ich betätige, erfolgt ein Warmstart und es geht von vorne los. Wie kann ich den Rechner überzeugen, von LW A das System zu starten? Danke für Eure Tipps und mit freundlichen Grüßen Jens