Olympia Boss Z80 Fehlersuche

  • Guten Abend,


    habe von rfka01 das Topmodell der Olympia Boss Serie mit 5 MB Festplatte bekommen, den MarNo84 auf Youtube mal hier vorgeführt hat.


    Leider funktioniert er nicht mehr und ich gehe hier mal weiter auf Fehlersuche.


    Vermutlich hat das Originalnetzteil mit seinem hohen Ripple auf der 5V Schiene irgendwas zerstört. Auf +5V hatte ich unregelmäßige Nadelausschläge bis auf ca. 6 V gesehen. Ich hatte das Problem unter Last und ohne Last.


    Ich habe jetzt ein Zweitnetzteil angeschlossen, das stabile 5V liefert.


    Auf dem Bildschirm kommt ein Signal an, aber es sind nur wirre Muster.


    Sichtkontrolle des Mainboards ergab nur eine Auffälligkeit: Um viele Jumper herum hat sich eine weiße Kristallschicht gebildet. Habe die Jumper alle mal ein paar Mal rein- und rausgesteckt, um Kontaktschwierigkeiten zu beheben.


    Vorgehensweise:

    1. Alle Peripherie abstecken und nur die Grafikkarte und Monitor anschließen

    2. 5V (Pin 11) am Prozessor prüfen - 5,2 V OK :)

    3. CLK (Pin 6) am Prozessor prüfen - messe mit dem OSZI ein Wechselsignal von 4 MHz - OK :)

    4. NOP Generator einbauen und prüfen, ob die Adressleitungen durchwechseln - auf A0 habe ich ein Rechtecksignal mit 1MHz; das halbiert sich mit jedem Pin bis A6 - OK :)

    von A7-A15 sehe ich aber überall ein Rechtecksignal mit 500kHz - da ist doch was faul. ::blitz::



    Was meint Ihr? Eigentlich müsste auf A7-A15 jeweils eine weitere Halbierung der Frequenz messbar sein.


    Welche Tests würdet Ihr danach machen? Ich dachte mal an den Speicher. Es sind 32 Stück NEC PD416c-1 RAM Chips verlötet... :shock:

  • Hallo Aquarius,

    seit heute bin ich im Club der Olympia BOSS Besitzer (BOSS B 8085). Das Gerät funktioniert, steht aber noch bei einem Freund in München. Evt. macht es Sinn eine Olympia Gruppe zu bilden, um Informationen über die raren Maschinen auszutauschen.


    VG aus Wilhelmshaven

    Udo

    • Official Post

    Was meint Ihr? Eigentlich müsste auf A7-A15 jeweils eine weitere Halbierung der Frequenz messbar sein.

    Beim OpcodeFetch hast du recht.

    Der Z80 macht aber auch einen Refresh, der arbeitet mit 7bit, also A0 - A6.


    Du kannst ja anscheinend mit dem Oszi umgehen.

    Mess M1 und benutzt den als Trigger, dann kannst du dir die Adressen (mit dem 2. Kanal) waehrend des M1 anschauen. Deren Frequenz sollte sich dann auf jedem Adressbit halbieren.

  • Falls Du die Möglichkeit hast, das Boot EPROM zu tauschen, dann kannst Du versuchen ein kleines (kleinstes) Testprogram zu brennen und einzubauen, um zu sehen, was geht und was nicht. Z.B. zuerst zwei kleine Schleifen, die jede Sekunden hin und her hüpfen. Läßt sich dan gut mit dem Scope verfolgen. Wenn das geht, dann das Programm erweitern und auch das RAM testen, sowie andere Funktionen.


    Habe ähnliches voriges Jahr bei meiner Philips P2500 mit Z80 gemacht:

    TEST mit Z80 auf P2500


    Günstig wären Unterlagen über die IN/OUT Adressen, bzw über die RAM-Konfiguration.


    Grüße


    PAW

  • Mess M1 und benutzt den als Trigger, dann kannst du dir die Adressen (mit dem 2. Kanal) waehrend des M1 anschauen. Deren Frequenz sollte sich dann auf jedem Adressbit halbieren.

    Auf M1 (Pin 27) messe ich ein Rechtecksignal von 1 MHz.

    Wenn ich das als externen Trigger anschließe, so sehe ich bei M1 active low auf den Adressleitungen eine Halbierung der Frequenz auch bei A7-A15. :)Wieder was dazugelernt.


    -> Prozessor ist am Leben!

  • Falls Du die Möglichkeit hast, das Boot EPROM zu tauschen, dann kannst Du versuchen ein kleines (kleinstes) Testprogram zu brennen und einzubauen, um zu sehen, was geht und was nicht. Z.B. zuerst zwei kleine Schleifen, die jede Sekunden hin und her hüpfen.

    Ich hatte deinen Beitrag damals gelesen - das würde mir SEHR VIEL (unnötige) Lötarbeit sparen!


    Also zu Punkt...


    5. Minimales Testprogramm mit Ausgabe eines Signals jede Sekunde.


    Die Hardwarespezifikationen stehen bestimmt in dem BOSS Hardwaremanual B-1002, von dem ich aber nur den Titel kenne. Ich suche mal weiter in meinen anderen Manuals.

    Andere Alternative: Ich habe eine sehr ähnliche Maschine mit Z80, CP/M und Basic lauffähig hier stehen. Kann ich die notwendigen IO-Adressen daraus reverse engineeren?

  • Da ich zu dieser Maschine kein CP/M Handbuch besitze, schaue ich mal beim anderen Betriebssystem Prologue nach.


    Ich habe folgende Systemadressen im Prologue Benutzhandbuch gefunden:


    Vielleicht hilft auch dieses Blockdiagramm:



    Ein bisschen was habe ich zu CP/M gefunden - hier ein Systemüberblick des Boss CP/Ms:

    • Official Post

    Hallo Aquarius,

    seit heute bin ich im Club der Olympia BOSS Besitzer (BOSS B 8085). Das Gerät funktioniert, steht aber noch bei einem Freund in München. Evt. macht es Sinn eine Olympia Gruppe zu bilden, um Informationen über die raren Maschinen auszutauschen.


    VG aus Wilhelmshaven

    Udo

    Wenn ihr wollt, erstelle ich gern ein entsprechedes Unterforum.

  • Hallo PAW,


    falls meine oben eingefügten Unterlagen nicht weiterhelfen, wie kann ich die Hardwareadresse und die Ansteuerung für den Beeper mit CP/M-Bordmitteln herausfinden? Das IO-Byte scheint nicht implementiert zu sein, da an Adresse $0005 00 steht.

    Mein Eprombrenner läuft sich schon warm und ich habe drei 2716 Eproms hier liegen ;)


    Gruß Aquarius

  • Mit Probe2 findest du einige Adressen....

    Die gezeigten Werte sind aus meinem MYZ80 System mit NZCOM


    http://oldcomputers-ddns.org/p…/CPM3/P180-3-1/PROBE2.CPM

    Hier aus http://oldcomputers-ddns.org/p…a/soundpot/p/00-index.txt




  • Hallo Fritz,


    ich schaffe es nicht, Dateien zu diesem Rechner zu übertragen. Vielleicht ist der Datenempfang per RS 232 nicht richtig konfiguriert!?


    Ist 050h eventuell eine Adresse für die serielle Schnittstelle - sehe ich hier in einem Datenübertragungsprogramm namens "Sendb2.com" von der Firma Byrom, was auf der CPM-Diskette ist.


    Gruß Aquarius

  • Hallo Aquarius,


    falls Du mit den EPROMs testen möchtest, brauchst Du vorerst keine I/O Adressen.

    Ich nehme an, Du hast ein Z80 Manual. Der Z80 startet bei Adresse 0000.


    Als erstes würde ich ein kleines Programm für ein EPROM schreiben, das nur ein paar Befehle ausführt und dann wieder von vorne beginnt. Sinnvollerweise sind die Befehle so anzulegen, dass Du mit dem Scope auf den diversen Adress- bzw. Datenleitungen sehen kannst, ob die Signale in Ordnung sind (z.B. was Pegel betrifft). Damit siehst Du auch, ob der Prozessor einigermaßen läuft. Für die ersten Tests würde ich auch alle Komponenten die dafür nicht nötig sind (soweit leicht möglich) entfernen. Du brauchst als erstes mehr oder weniger nur die CPU und das EPROM (Taktgeber, etc. natürlich auch, aber der lässt sich sowieso nicht entfernen). Sogar das RAM ließe sich entbehren, allerdings darfst Du dann keine Speicherbefehle, etc. verwenden.


    Um z.B. Rückmeldungen vom Testprogramm zu bekommen, kannst Du 2 (Endlos)-Schleifen einbauen. Die eine z.B.: auf Adresse 0100hex, die andere auf 0200hex. Je nach Rückmeldung springst Du die eine, oder die andere an. Am Scope kannst Du auf den Adressleitungen sehen, welche Schleife läuft.


    Aufgrund vom Schaltplan (bzw. Platine) kannst Du versuchen ein I/O-Port zu finden, in dem du verschiedene OUT-Befehle ausführst. Mit dem Scope schaust Du dann, wo sich was tut.


    Sobald Du einen geeigneten Out-Port gefunden hast, kannst Du dort mehrere Bits gleichzeitig anzeigen.


    Außerdem wäre es sinnvoll, die Boot-EPROMs auszulesen und zu disassemblieren. Dort kannst Du Hinweise auf diverse IN/OUT-Adressen finden.


    Das gleiche gilt für den Input. Auch hier kannst Du nach einer geeigneten Adresse suchen, damit Du Dein Testprogramm steuern kannst.


    Grüße


    PAW

  • Hexsave


    Kannst du das Programm Sendb2.com hier hochladen ?

  • Hattest du nicht mit dem Questar/M per PIP kermit übertragen ?


    Hast du ein image der BOSS Diskette ?


    Falls diese lesbar ist (22disk oder andere Software) könnte man dir einfacher helfen.


    Die Übertragung von [Rechner] zu BOSS geht ?

  • Hattest du nicht mit dem Questar/M per PIP kermit übertragen ?

    Ja, genau so habe ich es bei dem Olympia Boss auch probiert. Leider hat es nicht geklappt. Da die beiden Rechner komplett verschiedene Floppyformate haben, kann ich da auch nichts rübertauschen.


    Die Übertragung von [Rechner] zu BOSS geht ?

    Nein, kein Anzeichen, dass da was ankommt.


    Hast du ein image der BOSS Diskette ?


    Falls diese lesbar ist (22disk oder andere Software) könnte man dir einfacher helfen.

    Ja, das habe ich und daran hab ich auch schon gewerkelt heute. Leider hat sich 22disk nicht installieren lassen. Statt einem Installationsverzeichnis ist immer alles in eine Datei installiert worden!? 22nice dagegen läuft.


    Hier zwei verschiedene Disks. Die interessante ist die CPM Disk: BB_ZCPM2.IMD


    Boss_B_Z80_Boot_disks_for_emulation.zip


    Selbst wenn das dann läuft, dann ist die große Frage, wie ich das Diskettenformat in 22disk konfiguriere.

    Aber vielleicht hast Du da einen Tipp :)

  • Ein gangbarer Weg, um Daten/Disk zwischen PC/XT und BOSS auszutauschen würde mich auch brennend interessieren. Geht wohl nur über RS232. Mein XT mit 360k Laufwerk war mit Imagedisk nicht in der Lage die Boss Disk zu lesen..oder ich bin zu doof.

  • Kannst du das Programm Sendb2.com hier hochladen ?

    Leider nein, da ich es auf dem Boss nicht in hex umwandeln kann.


    BINHEX.BAS 1582 11-13-84 Convert binary file to HEX file

    HEXBIN11.BAS 1993 12-05-84 Convert HEX file to binary


    Aus: http://oldcomputers-ddns.org/p…drom/cpm/atari/index.html


    Die Dateien sind bitte auf die jeweilige Hardwareumgebung anzupassen - siehe Laufwerksangaben.

    In wie weit Anpassungen für MSBASIC gemacht werden müssen kann ich nicht sagen.


    Laut diskimage ist auf dem BOSS CP/M MBASIC enthalten.




    Ansicht :


  • Vielen Dank PAW.


    Bisher bin ich mit den IN/OUT Adressen und der seriellen Schnittstelle noch nicht richtig weitergekommen - da hilft Dein Ansatz ungemein. Werde ich genau so angehen und mich melden.


    Zumindest beim Anschauen der IMD Datei habe ich folgendes gesehen (Bilder):

    Anscheinend (ich vermute mal) ist ein signetics 2651 UART verbaut, der die serielle communikation macht.


    https://deramp.com/downloads/m…ations/Signetics-Philips/

    https://deramp.com/downloads/m…lips/Signetics%202651.pdf




    forum.classic-computing.de/index.php?attachment/64298/

  • Anscheinend (ich vermute mal) ist ein signetics 2651 UART verbaut, der die serielle communikation macht.

    Ja, stimmt. Das habe ich auch schon mit dem Mainboard verglichen. Dort ist der 2651 verbaut.


    Dann gibt es dort noch

    SN75188 Quadruple Line Drive "1488"

    SN75189 Quadruple Line Receiver "1489"

    Die sind aber vermutlich hinter dem UART Richtung seriellem Stecker.



    Fritz, auf Deinem Screenshot sieht man mal wieder die enge Verwandschaft - das Programm wurde auch für den Micral benutzt. Eventuell ist auch nur auf diesem lauffähig =O, was ich nicht hoffe.

  • @Aquarius


    Quote

    Hier zwei verschiedene Disks. Die interessante ist die CPM Disk: BB_ZCPM2.IMD

    Boss_B_Z80_Boot_disks_for_emulation.zip

    Selbst wenn das dann läuft, dann ist die große Frage, wie ich das Diskettenformat in 22disk konfiguriere.

    Aber vielleicht hast Du da einen Tip

    Die CP/M-Disk enthält, wie schon Fritz anmerkte, ein MBASIC. Sollte das CP/M-System laufen, dann kannst Du damit eine Standard-Testdisk für SAMCONV erstellen. Musst nur ein paar Zeilen ins MBASIC eintippen:


    SAMCONV 2.0 - Standard Testdisk


    Wenn Du das Image der Standard-Testdisk hochlädst, kann ich versuchen, die Parameter für dieses Format auszulesen und in SAMCONV zu testen. Damit bräuchtest Du 22DISK nicht zu verweden.


    Übrigens: weder 22DISK, noch SuperCopy, noch Xenocopy haben ein vordefiniertes Format für Olympia Boss

  • Nur damit hier keiner unnötig bastelt.

    Zu spät :)


    Ich möchte das gern echt noch hinbekommen und habe beide MBasic Programme eingetippt.

    fritzeflink : Bei Deinem Hex-Konvertierprogramm bekomme ich verschiedene Fehlermeldung. Habe den OPEN-Befehl schon abgewandelt, da die Schreibweise in dem Listing bei mir nicht akzeptiert wird. Jetzt stecke ich in Zeile 1010 mit "Subscript out of range" fest.


    PAW : den Dateinamen "b:TEST_" quittiert mein Mbasic mit "Bad Filename" in 280. Die Zeile stimmt. Es läuft nachdem ich Zeile 60 auf F$="TEST" abgeändert habe, aber ich bekomme bei Zugriff auf Laufwerk B: Folgenden Fehler: BDOS ERR on B: R/O

    Einen Unterstrich kann ich nicht sichtbar produzieren auf meinem System. Er macht da einfach ein Leerzeichen.