Hatten CBMs ein OS?

  • Ja schon. Aber von wann ungefähr? Ist ja die kleine Tastatur, und ich hatte das hier so verstanden, als ob es zuvor andere Versionen gegeben hätte, die als Standardversion Verwendung gefunden haben. Ich habe das so verstanden, als ob man erst auf Basis der anderen Geräte von Fremdherstellern ein eigenes Produkt entwickelt hätte.


    Meine Frage war genauer: lief diese Version bei meinem PET parallel zu den hier als Version 2 und 3 genannten Versionen oder ist das sozusagen die letzte Ausbaustufe. Commodore hat oft einfach eingebaut, was da war. Mich verwirrt das immer etwas, welche Varianten zeitgleich auf dem Markt waren.

  • Der wird von 78 sein.

    Zuerst 77 Sanyo Datasette, weißer Monitor, hartes label mit buntem logo.

    Dann kam die abgesägte datasette mit weißen Tasten und das blue label - auch noch 77....

    Dann black label ~78

    Dann datasette schw. Tasten.

    Dann grüner Monitor.

    Dann kam der 2001n oder 3008 hier.


    Teilw. Wurde gemixt. Die vier Mainboard varianten sind ab 78 alle eingebaut worden. 77 gabs wohl nur 6540/50 version

  • Meine Frage war genauer: lief diese Version bei meinem PET parallel zu den hier als Version 2 und 3 genannten Versionen oder ist das sozusagen die letzte Ausbaustufe. Commodore hat oft einfach eingebaut, was da war. Mich verwirrt das immer etwas, welche Varianten zeitgleich auf dem Markt waren.

    Diese Version war die letzte der 3 Versionen, die es für den PET 2001 gab. Das wurde dann auch als externes Laufwerk für PET und CBM verkauft.

    Später gab es das dann im gleichen Gehäuse in Schmutzweiss für den C64er (und vorher schon für VC20?) mit zusätzlichem mechanischem Zählwerk.


    Zeitgleich gab es die eigentlich nicht. Höchstens mal in den Übergangszeiten.

  • Für mich fehlen die typischen Bestandteile eines OS. Kein Resourcenmanagement Ist mal das wichtigste und daher kein Multitasking. Wenn ich nicht einmal eine Hochsprache habe die einen simplen fork() oder äquivalent auf dieser Basis hinbekommt dann kann ich das nennen wie Ich es will ... nur nicht Betriebssystem.

    Für einen der ein RT11 portiert hat ist der Name Programm ... Basic halt.


    :capone:

  • Was muß ich mir unter Resourcenmanagement vorstellen?

    Multitaskingfähigkeit war eher kein Merkmal zu der Zeit gängiger Betriebssysteme für Rechner dieses Marktsegments, denke ich.

    Das war doch eher Maschinen vorbehalten, die in anderen (Preis-)Klassen spielten.

  • Dann war wohl MSDOS auch kein OS?

  • Was muß ich mir unter Resourcenmanagement vorstellen?

    Multitaskingfähigkeit war eher kein Merkmal zu der Zeit gängiger Betriebssysteme für Rechner dieses Marktsegments, denke ich.

    Das war doch eher Maschinen vorbehalten, die in anderen (Preis-)Klassen spielten.

    Simple Speicherverwaltung um damit mal anzufangen. Du kannst unter dem CBM Basic klassisch z.b. kein Nebenprogramm auf einen Interrupt warten lassen. Also Hauptprogramm und Nebenprogramme geht halt nicht da es kein Speichermanagement gibt. Mit CP/M auf dem 128 sind wir dann ein Stück weiter.

    Und richtig, in dem Preissegment war sowas nicht zu finden ... ein TRS-80 evtl? Mit etwas Verstand ging bei dem CP/M. Wobei ich selbst da als verwöhnte Göre mich etwas Schüttel.

  • Irgendwie schon, zumindest hatten wir das in den Fachlaboren als Wohltat empfunden. C-Compiler und ab dafür. Da liefen dann auch Ereignis gesteuerte Programme reibungslos.
    RSX und Unix waren nur selten zugänglich. So 1988 ist meine Liebe für VMS entstanden. Wenn wir mal das Betriebssystem erwähnen!

  • Das eingebaute Basic kann das von sich aus nicht, stimmt.

    Was nicht heißt, daß man sowas nicht realisieren kann, wenn man mit ein weing Maschinensprache da rangeht, was auch gemacht wurde.

    Ich hatte z.B. ein Programm, das im Hintergrund eine Melodie abgespielt hat, während im Vordergrund das Basic weiterlief.

    Dafür muß man nur einen einziger Zeiger auf ein eigenes Programm umbiegen.

    So gesehen war das eigentlich doch schon im System vorhanden.

    Darüber wurde die Tastatur abgefragt, der Timer hochgezählt usw.

  • Naja ist halt Ansichtssache wie man OS definiert.

    Vielleicht hatten ja die Commodore kein OS sondern nur "Firmware".



    Die Wikipedia definiert Betriebssystem auch so, mit Rechtesystem usw.:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Betriebssystem



    Aber gleichzeitig wird der C64 erwähnt als MEILENSTEIN:

    Meilensteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der C64, ein Heimcomputer der 1980er Jahre

  • Da hast du absolut recht. Du musstest den fehlenden Layer halt selber programmieren und tunlichst auf deine Speicherverwaltung achten. Das ist genau das, was ich von einem OS erwarte.


    Das wir uns hier im Grenzbereich der Argumentation bewegen ist mir klar.
    Evtl. hätte man einen C-Compiler in Maschinensprache auch unter dem Basic laden können. Evtl. unter Nutzung der ROM Routinen?

  • Genau, und der Auflistung fehlender typischer Eigenschaften.


    Ich bediene mich hier weiter der Ich Form. Für mich ist das Basic der CBMs kein Betriebssystem.

  • Es geht bei der Diskussion ja auch weniger darum, ob das BASIC ein OS ist, sondern, ob der KERNAL (und bitte mit 'A') ein OS ist. Und da sind schon durchaus ein paar Sachen drin, die es erlauben, da von mehr als einem reinen BIOS zu sprechen. Was aber naturgemäß nicht da ist, ist eine "richtige" Speicherverwaltung ala Unix, die setzt aber auch eine Hardware voraus, die es überhaupt erstmal ermöglicht, daß da was zum Verwalten da ist (pages). Evtl, könnte man sowas auch beim C64 "hinkonstruieren", z.B. mittels Bankswitching in diesen großen Erweiterungskarten, wo da OS dann bestimmte "Banks" für normale Programme gar nicht zuläßt, aber das ist mühsig zu diskutieren, weil es wohl nie jemand gemacht hat.


    Gleiches gilt auch für die "Prozessverwaltung" (Stichwort fork und Multitasking). Prinzipiell ist das vielleicht eher sowas wie eine Singulär-Multitasking, eben mit genau einem Programm. Aber: da es diese eigenwillige permanenten Interruptunterbrechng gibt, die ständig in den Kernal verzweigt, ist da schon durchaus sowas wie ein OS Steuerung vorhanden - ausgenommen bei Games und Demos, die das komplett selbst übernehmen.



    Erschwerend kommt halt noch hinzu, daß vieles mit dem BASIC sehr verwoben ist, was woanders und jetzt üblicherweise in Form von z.B. Bibliotheken abgehandelt wird. Etwa die ganze Behandlung von Fließkommazahlen, die eigentlich jeder von den kleinen Commodores dabeihat, und die wohl von Maschinensprache aus, oder auch von anderen Sprachen als Basic, nie jemand benutzt hat. Aber vorhanden sind sie.


    C kann man auch direkt über das BASIC laden. Es gibt sowas sogar glaub ich tatsächlich - wenn auch nur in rudimentärer Form. Anschauen kann man sich das aber auf jeden Fall mit PASCAL, da gab es einige Compiler(?) für CBMs, und die funktionieren auch ganz gut, nur eben (auch recht Commodore typisch) nicht unbedingt nach irgendeinem Standard.

    Am Plus/4 gab es z.B. G-Pascal, was eigentlich eine sehr schöne Sprache war, wenn man mit den üblichen Begrenzungen, die aber sowieso üblich waren, leben konnte. Geladen wurde das wie jedes belibige andere Programm auch. Ob es auch tatsächlich ein Compiler war, der einzeln lauffähige Programme erzeugte, müßte man mal nachsehen.

  • ...

    Da wirfst du aber viel zusammen. Demnach wäre CP/M und MS-DOS nämlich auch kein Betriebssystem, weil beide weder virtuelles Speichermanagement, Multitasking und vieles mehr behrrschen.


    BIOS heißt nur Basic Input Output System, das was zuerst gestartet wird, Zugang zur Hardware verschafft, Grundfunktionen testet und das Betriebssystem startet.

  • Was muß ich mir unter Resourcenmanagement vorstellen?

    Multitaskingfähigkeit war eher kein Merkmal zu der Zeit gängiger Betriebssysteme für Rechner dieses Marktsegments, denke ich.

    Das war doch eher Maschinen vorbehalten, die in anderen (Preis-)Klassen spielten.

    Simple Speicherverwaltung um damit mal anzufangen. Du kannst unter dem CBM Basic klassisch z.b. kein Nebenprogramm auf einen Interrupt warten lassen. Also Hauptprogramm und Nebenprogramme geht halt nicht da es kein Speichermanagement gibt.

    Und das konnten CP/M und MS-DOS? Oder sind das alles keine Betriebssysteme?