Sammler, Messie oder Süchtig ? - Ein Leben als Classic Computing Fan

  • Ich möchte mal ein Thema anstoßen, zu dem sicherlich jeder unterschiedliche Sichtweisen hat.


    Bin ich nun Sammler und aktiver Classic Computer Fan oder doch nur Messie oder gar süchtig?


    Angefangen hat es eigentlich schon in den 80ern, da hatte ich zwar meinen laufenden C128D,

    später Amiga 500, dann Atari ST. Aber schon in dieser Zeit des aktiven Homecomputerns, habe

    ich mir einen Commodore PET 2001 gebraucht zugelegt. Nur aus Spaß und Interesse an der

    Vor-Homecomputer-Zeit. Den habe ich übrigens immer noch, damals aus erster Hand für wenig DM.


    Also zu der Zeit habe ich aktiv einen Homecomputer genutzt und einen zum Retro-Computern,

    wenn man das damals schon so bezeichnen konnte.


    Und heute? Mein Hobby-Kellerraum steht voll, unorganisiert, kann mich nicht recht bewegen,

    die beiden Schreibtische immer zugestellt bzw. zugemüllt, komme nicht mehr an die Regale.


    Und wirklich "aktiv" betreibe ich mein Retro-Computern garnicht mehr, oft Zeitmangel, aber allzu oft

    weil ich erst Platz machen müsste, umräumen, ständig am Suchen bin und keinen ordentlich Platz habe.


    Es sind einfach viel zu viele unterschiedliche Systeme, Mac, Windows, CBM, Atari, Commodore, PCs usw.


    Deswegen starte ich hier demnächst auch meinen Aufraum-Verkaufs-Sammel-Thread.


    Ich kann auch Retro-Sachen die ich günstig bekommen kann nicht einfach wo stehen lassen, Sucht?


    Dann überleg ich mir was ich damit alles noch so machen könnte, dies und das und dann verwirkliche ich es doch nicht.


    Wie ist denn das so bei euch Kameraden? Vielleicht ist das ja ein Thema für Viele oder Alle hier? Ich freu mich über Eure Meinung.

    • Official Post

    Ach so abwegig ist beides nichtmal ;) Wir als Sammler haben natürlich als erstes im Sinne, zu Erhalten. Auf der anderen Seite steckt da auch ein gewisser Punkt Sucht/Messieismus mit dabei ;) Bei dem ein oder anderen etwas mehr oder weniger ausgeprägt. Gerade in der Anfangsphase einer Sammlung kann sowas schon mal ausarten - wenn man aber mal soweit ist, dass man sich insoweit Gedanken macht und vielleicht sogar für sich entscheidet, eine feste Richtung zu gehen, dann passt das ja auch :)


    Bei mir war es Anfangs auch zuerst das Sichern was und wo es geht.. hier war auch sehr vieles und zu viel durcheinander. Alle möglichen Hersteller und Computerarten. Irgendwann schwang es eher Richtung Portable Systeme unterschiedlicher Hersteller und schlussendlich ein weiterer Umschwung zu einem festen Hersteller bzw. da wo Jobs seine Finger drinne hatte: Apple und NeXT


    ...abgesehen von den üblichen Kleinkram und kleinen Sünden der noch so klassisch in jeder guten Sammlung stecken sollte also was von Commodore, IBM oder so.


    Schussendlich blieb es hier bei Apple/NeXT und einer weiteren Sparte: Spiele & Spielekonsolen meiner Jugend - Vintage/Retro Virtual Reality ist auch dabei aber im Prinzip schon abgeschlossen, komplett und kaum erwähnenswert ;)


    Faustregel: Verhältnis von Platz, Lauffläche, Zugriffsmöglichkeit und tatsächlicher Verwendung in einer Sammlung machen den Unterschied zum Sammler, Horter oder Messie ;) - ah ganz wichtig: eine Sammlung ist niemals als Altersvorsorge oder sonstwie als eine Wertanlage zu betrachten angst

  • Solange man das noch mitbekommt, und etwa solche Thread dazu eröffnet, würde ich denken, daß die Schwelle zum Messie noch nicht überschritten ist. :)


    Es ist halt einfach schwierig an interessanten Dingen vorbei zu gehen. Hier ist auch allerlei Zeug, was einfach nur Zeug ist. Bei manchem muß man aber auch sagen: leider.


    Und man verrent sich thematisch auch schnell, einfach weil es so unglaublich viele Sachen gibt, die in irgendeiner Form was mit Informationstechnik und Co zu tun haben.

    Ein Patentrezept gibt es wohl eh nicht, aber wahrscheinlich wäre gut einfach mal Sachen, die man 2 Jahre nicht angefaßt hat auch wieder abzugeben. Problem dabei: man denkt anschließend, das jetzt ja wieder Platz sei und folglich kommt noch mehr dazu - ist quasi der Jojo Effekt nicht der Abnehmenden sondern des Alt-Computer Hortenden. ;)


    Ich kann auch Retro-Sachen die ich günstig bekommen kann nicht einfach wo stehen lassen, Sucht?


    Sucht eher nicht. Das hat wohl einfach was damit zu tun, das es einfach nur begrenzte Mengen gibt und momentan auch diese abstruse Preisspirale befeuert wird - von Leuten, die am Gerät selbst überhaupt gar kein Interesse haben.

  • Bis vor wenigen Jahren hatte ich auch so ähnlich vollen Keller wie Deinen. Einige hier werden ihn kennen. Da wurde mehr oder weniger unterschiedslos alles genommen, was irgendwie ging und nach altem Vor-Windows-Computer aussah. Da ich mit der Sammelei begonnen habe, als die Preise im Keller waren und man durchaus auf dem Flohmarkt für einen 5er einen kompletten C64 im Top-Zustand bekam, war es auch anfangs noch ein recht günstiges Hobby. So kam ich eigentlich zum Retrocomputing: ich bekam all die Rechner, von den ich einst geträumt hatte, wie ZX +2, Amiga 1200, C128 für ein paar Euro oder gar geschenkt.


    Nur irgendwann führte es dazu, dass ich gar nicht mehr wußte, was ich habe. Regale waren voll mit in Folie eingewickelten Geräten oder mit irgendwelchen Kisten, wo sich die Aufkleber gelöst haben. Manche habe ich jahrelang nicht mehr herausgeholt...


    Vieles davon war auch nicht wirklich benutzbar, weil Kabel fehlten, keine Software mehr da, defekt und für mich nicht reparierbar.... Gleichzeitig kam eine gewissen Übersättigung auf, andere Hobbies wie das Lesen, Numismatik, Tierfotografie wurden immer wichtiger. De facto habe ich den Keller nur noch einmal in der Woche betreten um auf dem C64 zu spielen und nichts mehr.


    Vor etwa drei Jahren gab ich mir einen Ruck: nur noch einige Ataris, Commodore, Sinclair und Schneider nebst einigen wenigen Exoten durften bleiben. Der ganze Rest ging weg. Teilweise für einen Spottpreis, teilweise verschenkt, meistens aber via eBay verhökert. Das war eine fürchterliche Plackerei. Ärger mit unzuverlässigen Käufern, Schleppen von tonnenschweren Kisten zur Post. Alleine ausreichend große und stabile Kartons zu finden war eine Herausforderung und die Kosten für drei dicke Rollen Bläschenfolie haben die Verkaufserlöse von fünf Rechnern aufgebraucht (und die Rollen waren nach vier Monaten schon leer)


    Auf der anderen Seite folgte aber eine große Erleichterung: ich habe wieder Platz gehabt, um meine Bücher vernünftig zu sortieren, endlich konnte ich mir wieder ein großes Aquarium erlauben, da die Regale nicht mehr alle Wände blockiert haben. Ich konnte in meinem Man Cave eine Couch aufstellen, wo ich in Ruhe lesen kann, wenn im Wohnzimmer wieder Kinderbeute tobt. Ich gönnte mir wieder ein E-Piano und kam zum Klavierspielen zurück.


    Überraschenderweise kam dadurch aber auch der Spaß an Retrocomputing wieder. Diese Hunderte offenen Baustellen überall wirkten vorher irgendwie so erdrückend, dass ich gar nichts mehr gemacht habe damit. Nun habe ich zwei, drei offen, kann damit etwas herumspielen, und wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Ich spiele immer mal wieder gern auf dem C64, dem Amiga, gerade steht noch ein Mac auf dem Schreibtisch, der aber wahrscheinlich demnächst weiter zieht, da mir dieses Gerät bereits wieder zu viel ist.


    Aber, das muss man auch deutlich sagen, manchmal erwische ich mich dabei, dass ich es bedauere. Viele der Rechner werde ich nie wieder haben. Weil es kaum noch welche gibt oder weil die Preise in Regionen vorgestossen sind, wo ich sie mir nicht leisten möchte. Meinen SX 64 habe ich mal für einen 50er gekauft, ein hervorragend erhaltenes Sharp MZ 700 Komplettsystem für noch weniger. Und was kosten sie jetzt?


    Aus meiner Erfahrung in Numismatik kann ich sagen: selbst ein kleiner, eng umrissener Bereich kann eine Lebensaufgabe werden, möchte man ihn genau kennen. So ist es auch in Retrocomputing. Aber auf der anderen Seite breitete Interessengebiete eröffnen mehr Möglichkeiten und einen Blick über den Tellerrand. Da muss jeder für sich eine Antwort finden. Für den einen ist Sammelei von möglichst vielen Systemen in die Breite spannend, der andere ist mit einem einzigen Rechner zufrieden. Keine der beiden Möglichkeiten ist besser oder schlechter.


    Ich bin jedenfalls mit der Reduzierung unterm Strich zufrieden. Sind immer noch etliche Systeme, genug, um sich viele Jahre zu beschäftigen. Hin und wieder kommt auch ein neues (so 1x drei Monate), ein weiteres zieht weiter. Dafür freut sich der Geldbeutel und ich habe jetzt genug Zeit für andere Hobbies.


    Viele Grüße

    Daniel

  • Bei mir ist das eher ein Problem des sehr eng begrenzten Budgets. Da hat man immer das Gefühl, jedes Schnäppchen mitnehmen zu müssen, weil man sich das vielleicht später nicht mehr leisten kann. Dadurch sammeln sich auch Sachen an, die aktuell gerade nicht gebraucht werden, aber in Zukunft mal - vielleicht - eventuell...

    Mit mehr Kohle wäre mir das vermutlich egal. Dann würde ich wohl viele Sachen, die mich aktuell nicht interessieren, einfach abgeben und wenn's wieder aktuell wird, einfach wieder neu kaufen. Es gibt ja alles. Ist nur eine Frage des Preises. Außer vielleicht ein paar ganz seltenen Stücke, aber sowas interessiert mich eigentlich weniger.


    Ich habe aber vor einigen Wochen wieder ein Lager gesehen, wo ich mir dachte: Nö, alles nicht so schlimm und im grünen Bereich bei mir. :mrgreen:

  • Solange man das noch mitbekommt, und etwa solche Thread dazu eröffnet, würde ich denken, daß die Schwelle zum Messie noch nicht überschritten ist. :)

    Ist es nicht eher so, daß die Erkenntnis, die Schwelle überschritten zu haben, eine Voraussetzung ist, so einen Thread zu eröffnen?


    Der Zustand bei mir ist durch Bertis Schilderung ziemlich gut beschrieben.

  • Ich habe vor, mich demnächst weiter zu reduzieren, und nur noch Portables zu behalten. Damit stimme ich mit denen überein, die sagen, man sollte eben nicht wahllos alles einsammeln (= Messie), sondern sich auf eine kleine Nische (nein, *alle* Arten von Macs sammeln ist *keine* kleine Nische) zu konzentrieren. Damit reduziert sich auch mein Platzbedarf weiter, so dass ich wieder Platz für ganz andere Dinge habe.

    "Zuviel" erdrückt tatsächlich.

    "Ich habe keine Zeit mich zu beeilen." (Igor Strawinsky)


    ... und schaut auch mal bei meinem Blog vorbei ...

    • Official Post

    Bei mir ist das "über den Tellerrand schauen" schon immer eine Leidenschaft gewesen. Dass mein Hauptaugenmerk im Retrobereich für mich so gar nicht Retro ist liegt wohl an dem OS. Überhaupt habe ich viele Rechner die mir in meinem Leben schonmal über den Weg gelaufen sind, oder aber Rechner die mich beruflich begleitet haben. Das Resultat ist eine Ansammlung von Anschauungsobjekten die in ihren Regalen um Aufmerksamkeit buhlen. Durch den Schimmelbefall in einen der Räume ist es besonders eng geworden. Darunter leidet der Spass an der Sache. Wenn ich einen Rechner erst hervorholen muss dann habe ich schon direkt keine Lust mehr. Ich hoffe der Raum ist in 2-3 Wochen wiederhergestellt.

    Systeme gleicher Machart Stapel ich auch. Davon muss nicht jedes funktionieren. Gleiches gilt für einige Exoten die einfach technisch ok sein müssen mit welchen ich aber nichts anderes mache als mich am Gerät selber zu erfreuen. Irgendwie wie ein gutes Bild.

    Insgesamt habe ich zumindest etwas über 20m Tischlänge um viele der Geräte im Direktzugriff zu haben. Das viele Geräte ca. 50cm in der Breite beanspruchen, Drucker oder Diskstationen stehen meist im Regal darüber, habe ich so immer um die 40 Rechner aufgebaut. Homecomputer lassen sich auch zum Teil im Regal bedienen wenn ich denn einen kleinen TFT dahinter habe. Dadurch erhöht sich die Zahl der Rechner im Zugriff von 40 auf ca. 60. Ich denke ein guter Anteil bei insgesamt 200 Geräten.


    Wenn ich im Hauptkeller durch die Runde gehe, stehen da im Zugriff "aus dem Kopf":

    Auf den Tischen:

    - DEC Rainbow 100B mit Monitor

    - DEC VAXServer 3100/95

    - DEC Multia

    - DEC VAXStation 2000

    - DEC VAXStation 3100/30

    - HP 9000/3xx mit Monitor

    - SGI Indy mit Monitori

    - SUN Sparcstation

    - IBM RS/6000 43p mit Monitor

    - Diverse DEC VAXStations und VAXServer mit VT

    - DEC VAXStation 4000 VLC mit Monitor

    - HP 700

    - Apollo DN550 mit Monitor

    - Apollo DN3600

    - Robotron BIC A 5105

    - Robotron KC 85/2 mit Monitor

    - Robotron PC1715 mit Monitor

    - NCR 9010i

    "Basteltisch"

    "Schreibtisch"

    - Terra PC

    Und in der Mitte:

    - PDP 11/03

    - PDP 11/23

    - PDP 11/44

    - PDP 11/24

    - PDP 8/E

    - Data General Nova 2

    - Balzer QDP

    - PDP 11/2

    - HP Integrity RX1620

    - SUN Enterprise R250

    - DEC Alpha AXP/33

    - DEC Alphaserver 800 Rackmount

    Und darunter immer links/rechts von den Tischbeinen:

    - DEC Rainbow 100B im Tower

    - SUN Enterprise R150

    - IBM RS/6000 F50

    - IBM RS/6000 F50

    - DEC uVAX2

    - DEC PDP11/73

    - DEC Alphaserver 800

    - DEC Alphaserver 1000

    - AMD K6 NoName Bigtower

    Weiter auf der ersten Regalebene (hier sind nur wenige verkabelt):

    - Diverse DECStations

    - Diverse VAXStations

    - Diverse HP Apollo

    - Diverse VAXStations und VAXServer, unter anderen mein WebServer

    - DEC VT103

    - DEC VT100

    - Diverse Robotron, EC1834, PC1715, K8915 usw. mit Kassetenlaufwerk

    - Diverse KC

    - Diverse PCs: DEC, IBM, Atari, Commodore, CoPAm, Hyundai usw.


    Der zweite Keller und der Vorraum sind zur Zeit ja leider leer. Alle Rechner werde ich mal, auch bildlich, präsentieren wenn mein Keller fertig ist.

    Also doch etwas gestreut ....

    Bin ich deswegen ein Messie ...


    Gruss

    Peter

    • Official Post

    Ich glaube die Beschreibung ein "Messie" sein geht damit einher, daß die Beschäftigung mit dem Hobby und die Sammelleidenschaft von sich selbst oder der Umwelt als Krankhaft wahrgenommen wird.


    Solange man sich selber wohl fühlt und die Umwelt das ok findet, ist alles im grünen Bereich.

    Die Schmerzgrenzen sind wohl individuell verschieden.


    Wenn man ein großes Haus und/oder Lagerhalle/Garagen auf dem Land hat, alleinstehend und "finanziell unabhängig" mit hinreichend Freizeit und keinen weiteren Hobbies und Verpflichtungen unterwegs ist, sollte der Maßstab "was zuviel ist" ein anderer sein, als wenn man Familie hat, dazu einen fordernden Job und noch weitere Hobbies, vielleicht in einer kleinen Stadtwohnung.


    Der eine sammelt nur und freut sich, am "haben", auch wenn es nur in Kisten im Keller gelagert ist, der andere freut sich nur, wenn er das eine System bis ins letzte Byte verstanden hat und dafür Hard- und SW produziert oder es zumindest regelmäßig benutzt.


    Es gibt hier Kollegen, die interessieren sich eher für das Gehäusedesign und die Geschichte und die betriebsbereite Vorführung ist eher Nebensache.


    Unser Hobby ist eben sehr vielfältig, so wie die Charaktere, die es betreiben.


    Ist schon fast philosophisch, der Thread.



    Ich hab mich noch nicht festgelegt auf eine bestimmte Ecke / System. Dafür finde ich viel zu viele Sachen spannend.
    Ich weiß nur, daß ich Spiele / Konsolen / Dinge ab 1995+ und Apples eher weniger reizvoll finde.

  • Ich bin mit Sicherheit kein Messi, wenn ich Computer sammle. Die sind funktionstüchtig und wenn nicht, mache ich alles Mögliche um es wieder zum Laufen zu bekommen. Bei mir kann man sauber durch die Wohnung gehen, was beim Messi wohl sehr schwer geht, da kaum etwas frei ist.

    Ich sammel maximal 2 von den gleichen Geräten, meistens nur eins. Alles, was mehr wie 2 gleiche Geräte sind, werden wieder getauscht oder verkauft, also habe ich alles unter Kontrolle. Beim Messi liegt viel anderes Zeugs rum, man kann da nicht mal essen. Ganz zu schweigen von den Ungeziefer und tote Tiere die da noch irgendwo unter der Messiesammlung liegen.

  • Ich sammle auch, habe aber einen gewissen Teil an Geräten fest aufgebaut und die werden bis unter die Zähne mit Software bewaffnet. Sowas zieht sich zum Teil über Jahre. Generell laufen solche "Betankungen" parallel bei verschiedenen Geräten mit zwischenzeitlicher Auszeit, bzw. Maschinenwechsel.

  • Da ich mich erst seit 2014 überhaupt mit Retro-Computing beschäftige, hatte ich damals nur eine sehr überschaubare "Sammlung" von ein paar wenigen Geräten, die im Keller die letzten Umzüge überlebt haben. map riet mir damals schon, dass ich mir nicht einfach alles kaufen solle, was ich schon früher nicht hatte bzw. haben konnte. Also habe ich mich darauf beschränkt, nur die Computer wieder haben zu wollen, mit denen ich gelernt habe bzw. die ich mal selbst hatte. Und bis auf das Texas Instruments Notebook TravelMate 3000 von 1991 mit monochromem LCD habe ich inzwischen auch alle Geräte soweit wieder beisammen, wenn ich mal die IBM 4381, die IBM Series/1, das CP/M- und das UNIX-System aus Studium und Praktikum außen vor lasse. :tüdeldü: Ob ich mir auch die IBM 5160 und 5170 mit denen ich in der Praktikumszeit gearbeitet habe wieder besorgen werde, habe ich noch nicht endgültig entschieden...


    Alle "meine" Computer habe ich aufgebaut und vorführbereit im Retrozimmer (Bilder sind etwas älter :tüdeldü:) stehen, in dem man sich meist normal bewegen kann, außer mir lädt mal wieder jemand seinen Kellerinhalt vor der Haustüre ab, wie mir das vor einigen Monaten gleich zweimal passiert ist. Dann dauert es einige Zeit für die Sichtung und dann kommen die Geräte weg oder vorerst in den Keller bis ich einen Abnehmer finde. ;) Dubletten bzw. Ersatzgeräte habe ich nur sehr wenige und da will ich mir auch nicht unbedingt noch mehr ans Lager legen.


    Aber so ein "kleines" bisschen Sammelleidenschaft, für die ich bei Bedarf auch etwas Geld ausgebe, steckt auch in mir: ich sammle alle Arten von (Akten-)Taschenrechnern mit Batterie- bzw. Akkubetrieb, CPUs, Speichern und Speichermedien, die dann in meinen 7 Vitrinen präsentiert werden.


    Bisher sage ich auch zu zugelaufenen Geräten nicht nein, aber irgendwann muss ich auch hier schauen, dass es nicht zu viele werden und ich nicht noch mehr Baustellen aufmache. ::solder::Gerne rette ich die alten Geräte vor dem Schrott, aber die sollen lieber in gute und sachkundige Hände kommen als bei mir im Keller zu liegen. ;)

    Demnächst werde ich mich auch von etlichen, meist nicht ganz so alten, Notebooks und Computern trennen, die sich im Laufe der letzten Jahre hier so angesammelt haben.

    Sammle Computer und Taschenrechner bis ca. 1990, CPUs, Speicher, Speichermedien aller Art und suche u. a. EPROM C1701&C1702, i487SX-CPU, IBM-Monitor 5151, IBM-XT-Tastatur Model F, Texas Instruments Notebook TravelMate 3000, Citizen W1D 3,5"-Disklaufwerk, MiniSD- und eMMC-Karten, Magnetblasenspeicher, Bänder (3/4"/1"/AIT/Mammoth/Travan/VXA) und Medien (2" LT-1, Apple Twiggy-Disk 5,25", Bernoulli Box II, HiFD, Jaz, Quest, SQ100-400)

  • Hallo zusammen,

    interessante Fragestellung ;).

    Ich bezeichne mich im Freundeskreis, der dieses Hobby etwas amüsiert zur Kenntnis genommen hat, gern als "ordnungsliebenden" Messie. Es sind zwar jede Menge Exponate vorhanden, aber ich versuche alle in einer Datenbank zu erfassen (ca. 400 Einträge), die Bücher und Prospekte extra (ungefähr noch mal viel) und es so zu ordnen, daß ich im Keller durchkomme und es angemessen schnell wiederfinde ;)

    Meine Intention damals war die Begeisterung für Taschenrechner (spez. UPN - hatte ich als Schüler und später BASIC programmierbare Pockets - hatte ich als Student) und Dank ebay konnte dann die Sammlung um die Stücke erweitert werden, die mir früher "versagt" geblieben sind. Speziell fallen mir da der HP-41 und der Sharp PC-1500 mit der CE-150 ein, das waren damals so die Träume ...

    In der jüngeren Vergangenheit kam die Idee dazu, bei einer (ja durchaus möglichen) Arbeitslosigkeit, diese "Schätze" alle noch einmal in die Hand zu nehmen, zu virtualisieren und dann ... zu verkaufen :fp: um die ggf. die finanziellen Einbußen zu verkraften. Dazu ist bis jetzt glücklicherweise nicht gekommen und so warten die Exponate immer noch auf ein neues Leben.

    Aktuell versuche ich Ausstellungen und Vitrinen im Umfeld zu etablieren, um meine "Schätze" im Blick zu haben. Das Dasein im Karton finde ich schon etwas doof, diese Sachen muß ich dann eigentlich nicht mehr haben ...

    Im Moment entsteht, nicht lachen, eine "Loslassliste", da kategorisiere ich die Exponate nach verschiedensten Kriterien und versuche so meine "Top 20" zu finden, die ich dann auch langfristig behalten und ab und zu auch nutzen möchte.

    Mit freundlichen Grüßen

    Matthias

    Mein Schwerpunkt sind Taschenrechner und Pockets. Aktuell suche ich zB. nach: Privileg PR55NC, Commodore N-60, NSC 4640, Casio pro fx-1, HP-10C, HP-16C, HP-34C, HP-55, HP-70, HP-71, HP-75, HP-80 :fp:... gern im Tausch gegen "Kollegen" oder andere Oldies (Heimcomputer, Laptops, ...)

    Abzugeben wären: Atari 520ST+ mit Doppeldisk und zwei Megafiles, Schneider PC 1512 (Color, Doppelfloppy), Commodore CBM-4016 (auf 32 kB erweitert) mit PetSD, ...

  • Bin ich nun Sammler und aktiver Classic Computer Fan oder doch nur Messie oder gar süchtig?

    Also als Sammler bist Du kein Messie, das steht schon mal fest!


    Ein Sammler (egal was für ein Gebiet), hat eine gewisse Vorstellung seiner Sachen die Er haben möchte und dann auch hat!

    Der Sammler, "sammelt" maximal. (Mein Schaaaaatz! :evil:)


    Ein Messie hat im Grunde gar keine Vorstellung von, etwas "sammeln".

    Ein Messie "hortet" alles was Er einmal in die Finger bekommt. Egal was es ist, es wird irgendwo in der Wohnung abgelegt.

    Ohne ein System dahinter!


    Bei einem Sammler (auch wen Er vieeeeeeel "rumliegen hat"), erkennt man um was es geht und kann einen Sinn darin erkennen.

    Bei einem Messie gibt es nichts erkennbares, ob es jetzt eine Sammlung von Computer, Puppen, Marken, Taschentücher

    oder gerade aktuell Toilettenpapier ist!8o


    Da liegt alles, also wirklich alles irgendwo rum. Leere Dosen, Flaschen, Wäsche, sonstiger Unrat etc. etc. etc.


    Also, lehnt Euch zurück und genießt Eure Sammlung. egal wie viel es ist!;):thumbup:


    EDIT: Noch eins! Bei einem Sammler liegen auch "Werte". Bei einem Messie, liegt normalerweise nichts von Wert dort rum!


    DeSegi:segi:

  • Grundsätzlich ein interessanter Thread, auch was die Erleichterung angeht wenn man auch mal was abgibt. Dem kann ich absolut zustimmen. Auch das man sich auf einen bestimmten Bereich fokussieren sollte sehe ich als richtig an sonst hat man sehr schnell sehr viele Baustellen offen.


    Deshalb glaube ich auch das ein Sammler einen ganz bestimmten "Bereich" sammelt aus Lust an den Geräten und dem Sammeln dieser, während ein Messi es ja schon zwanghaft macht. Bei einem Messi ist es keine freiwillige Entscheidung dafür, sondern unfreiwilliger Zwang, ähnlich einer Sucht.


    Ich für meinen Teil, so lange ich mich auch von Dingen wieder trennen kann oder bei manchen Angeboten sagen kann: "Nein danke, wäre schön aber es passt nicht in meine Sammlung", ist für mich alles in Ordnung. Außerdem habe ich, Gott sei Dank, meine Frau als ausgleichende Instanz im Haus. Die würd emir sicher Bescheid geben wenn ich es übertreibe. *g*.

  • Hmmm... schau Dir mal https://de.wikipedia.org/wiki/Messie-Syndrom an...

    "Ich habe keine Zeit mich zu beeilen." (Igor Strawinsky)


    ... und schaut auch mal bei meinem Blog vorbei ...

    • Official Post

    Also das hier trifft hier voll auf mich und einige andere hier zu ;)


    Messies neigen zum Sammeln bzw. Horten von Sachen, die von den meisten Menschen als wertlos angesehen und weggeworfen würden. Die Betroffenen sind meistens unfähig, den realen Wert dieser Gegenstände einzuschätzen und zwischen wichtig und unwichtig, brauchbar und unbrauchbar zu unterscheiden. Oft sehen sie die Irrationalität ihres Hortens zwar ein, sind aber nicht in der Lage, der Einsicht entsprechend zu handeln. Mitunter haben sie auch ganz konkrete Vorstellungen, wozu sie die betreffenden Gegenstände verwenden wollen, schaffen es aber nicht, diese Planung umzusetzen

    • Official Post

    Also das hier trifft hier voll auf mich und einige andere hier zu ;)


    ... Die Betroffenen sind meistens unfähig, den realen Wert dieser Gegenstände einzuschätzen ...

    Hmm, das gilt nicht für mich oder andere hier im Verein, die Betroffenen sind doch alle auf ebay :stupid:

  • Schön das ich mit meinem Beitrag doch so viele von "uns" erreiche. Nach der ersten Antwort dachte ich schon, es stimmt was nicht mit mir :fp:


    Viele interessante Beiträge und Antworten bzw. auch Sichtweisen. Also bin ich doch kein Messie, Glück gehabt. Eher dann ein überzogen sammelnder RetroFan der noch nicht seinen Weg gefunden hat und sich jetzt endlich mal spezialisieren wird.


    Ein Ziel: mir liebgewonnene Systeme lauffähig aufgestellt zu haben. Dachte an meine Jugendzeit, also einen Commodore C128D (hab ich),

    einen Amiga 500 (fehlt mir noch), einen Atari 1040 STE (hab nur den STF). Dann ein paar Macs. Also wirklich lauffähig aufgestellt mit Peripherie.


    Auf die Macs kam ich, weil mein erster richtiger Arbeitsplatz, nach meiner "Schulkarriere", bei einem Apple-Händler in den 90ern begann. Und ich den Wechsel bei Apple noch miterlebt habe, also Steve Jobs zurückgekehrt ist. Nein, ich bin kein Jobs-Jünger. Und so habe ich den Wechsel von den beigen zu den farbigen Macs miterlebt. Hätte ich vorher besser mal Apple-Aktien gekauft, ich Depp.


    Und so intensivierte sich die "Sammel-"Leidenschaft. Aber ich verhaspel mich halt immer wieder, dann kommt mal wieder eine Gelegenheit, oh schön, dann wird das gute Stück mitgenommen und bleibt wieder Wochen und Monate in der Ecke liegen.

    • Official Post

    Was ein echter Messie ist, kann ich hier in der direkten Nachbarschaft beobachten.

    Es gibt ein nicht bewohntes Haus, das wird vom Messie als 'Lager' verwendet.

    Das Haus und der Schuppen dahinter sind vollgestopft mit Gerümpel aller Art.

    In der Einfahrt stehen drei alte Autos, die ebenfalls mit Gerümpel aufgefüllt sind.

    Bei einem ist eine Scheibe kaputt, die eingesetzte Folie ist seit etlichen Jahren durch die Sonneneinstrahlung zerstört, und es regnet rein.

    Mehr Autos passen nicht rein, am vordersten lehnt das halb weggerostete Tor, das notdürftig mit Draht angebunden ist, damit es nicht auf den Gehweg fällt.

    inzwischen steht das vierte Auto vor der Einfahrt, Die HU ist seit einem halben Jahr abgelaufen, und der Innenraum füllt sich auch langsam.

  • Also das hier trifft hier voll auf mich und einige andere hier zu ;)


    Messies neigen zum Sammeln bzw. Horten von Sachen, die von den meisten Menschen als wertlos angesehen und weggeworfen würden. Die Betroffenen sind meistens unfähig, den realen Wert dieser Gegenstände einzuschätzen und zwischen wichtig und unwichtig, brauchbar und unbrauchbar zu unterscheiden.

    Genau. In der Außensicht (durch Retro-Muggle) ist das nicht immer leicht zu unterscheiden. :mrgreen:

    Wozu hebt jemand haufenweise alte Computer auf, die teilweise auch noch defekt sind? Und die äußerlich alle ähnlich aussehen?


    In der Außensicht wird man dem Messie-Image wohl nur entgehen, wenn die Sachen gut geordnet im Regal stehen und bei Bedarf auch betriebsbereit vorgeführt werden können. Jedenfalls der überwiegende Teil davon.

  • Man kann es auch mal so sehen - früher(TM) war das absolut normal, daß man Dinge aufgehoben hat und nicht gleich entsorgt. Insbesondere Dinge, die durchaus noch verwendbar oder teilverwendbar waren.

    Und die Effizienz der Nutzung von Ausgangsstoffen war dementsprechend auch ziemlich hoch. Die Bezeichnung "Messie" ist doch nur eine Zuschreibung anderer Leute, die sich schon voll in das Wegwerfsystem integriert haben und demzufolge auch nie auf das "Anhäufen" verfallen würden.


    Wenn man hier im Umland (Osterzgebirge, Oberlausitz, Sächsische Schweiz, aber auch größere Siedlungen (DD)) manchmal sieht, was da dann noch mal auf dem Grobmüll landet, dann ist das Messianertum auch woanders extrem ausgeprägt. Alte Spaten von bestimmt 1875, Harken und Bollerwagen von 1910, Möbelreste von 1955, alte DDR Eimer (hat 'nen Loch, kann man aber evtl. noch Bleilöten, dann geht der wieder) usw.; und ich würde mich sehr wundern, wenn das in der Eifel oder im böhmisch-bayrischen Grenzgebiet anders wäre. Vielleicht ist es ja aber auch einfach nur eine gute Angewohnheit, die bei manchen ausgeprägter ist als bei anderen und in einer Situation der völligen Überschwemmung der Welt mit (größtenteils) nutzlosen Dingen - etwa Computern ; wer kennt noch den Spruch vom ollen Olsen (digital) - einfach mal gnadenlos zuschlägt - nur nicht für Leute, die maximal angepaßt sind oder sich sowas nicht erlauben können (Stichwort Kabinenhotel in Japan). Dabei ist aber der abnorme Teil evtl. eher der, der alle 2 Jahre eine Technik komplett veralten läßt, oder dieses den Leuten suggeriert, und damit die das auch glauben werden Softwarelayer über -layer gebaut und am Schluß macht man dann eine Tabellenkalkulation im Webbrowser bei Google auf dem Server in Amerika auf einem System mit Windows im Dockermodus unter Virtualisierung mit Net und Java und ein bißchen BIOS ist auch noch untendrunter. Dazu Geräte für Mobilbenutzung, die ohne Wechselakku daherkommen (iPhone, iPad etc.).


    OK. Hat jetzt nicht mehr soviel mit der Sammelei zu tun.



    Ich finde ja noch wichtig, daß man die Geräte immer mal benutzt, und wenn es nur gelegentlich ist. Alles was man nicht mehr anschaltet, ist dann eigentlich zuviel vorhanden, wenn man von nötigen Ersatzteilen absieht.



    Die (Nicht)Entsorgung von Autos beim Nachbarn beobachten zu dürfen ist sicherlich auch ein Phänomen, was damit zusammenhängt, daß man die nicht einfach kostenlos entsorgen kann. In dem Moment, wo die Elektronikentsorgung anfängt Geld zu kosten, dürften die "Sammler"zahlen diesbezüglich exponentiell steigen.

  • Alles was man nicht mehr anschaltet, ist dann eigentlich zuviel vorhanden, wenn man von nötigen Ersatzteilen absieht.

    Finde ich nicht. Mein NeXTcube beispielsweise ist seit Jahren nicht gelaufen, aber ich freue mich jedes Mal (wirklich, jedes Mal), wenn ich ihn sehe. Das reicht mir als Begründung, warum ich den habe.

    Suche: Siemens RM200, BeBox, Pixar Image Computer und Connection Machine CM1/CM2.

    • Official Post

    Man kann es auch mal so sehen - früher(TM) war das absolut normal, daß man Dinge aufgehoben hat und nicht gleich entsorgt. Insbesondere Dinge, die durchaus noch verwendbar oder teilverwendbar waren.

    Das war die Kriegs- oder Nachkriegsgeneration. Da hatte das durchaus noch Sinn. Denn da wren Reparaturen noch billiger als Neukauf.

    Ist doch hier nicht anders ::pc::


    Reparaturen sind definitiv billiger als ein Neukauf :tüdeldü: