Der nicht so lustige Bilder Thread (OT aus Lustige Bilder)

  • 1) darf man das Wort "man" überhaupt noch ungestraft schreiben? Vielleicht ist es durch "Mensch" zu ersetzen?

    Ich vermeide das "man" und versuche es auch soweit wie möglich aus den LOAD Artikeln rauszuhalten- die Autoren können ein (Klage)lied davon singen. Aber das mache ich nicht wegen der Assoziation "man" = "Mann" und damit aus dem Geschlechtskontext heraus.


    Vielmehr finde ich, dass sich das "man" vor einer konkreten Aussage herumdrückt. Wer ist denn gemeint? Was heißt denn z.B. "Man sollte nicht"? Heißt das "Ich will nicht, dass Du..."? Oder "Wir mögen nicht, dass egal wer..."? Meist lässt sich das "man" eliminieren, wenn einem als Redner oder Autor wirklich klar geworden ist, wer angesprochen werden soll: Der Leser? Die Allgemeinheit? Und wenn klar ist, wer da spricht: Der Autor selbst , die Gemeinschaft, das allgemein anerkannte Wissen, der Gesetzgeber oder wer auch immer.


    Das liest sich dann sehr viel eindeutiger und ist direkter. "Man" ist einfach zu indifferent. Das musste man mal sagen ;)

    Erfahrung ist Wissen, das wir erwerben, kurz nachdem wir es gebraucht hätten.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Was ist denn das Z-Wort ??


    Ist wohl an mir vorbeigegangen.

    Ich find ja solche Diskussionen eigentlich ganz witzig, solange sie nicht überhand nehmen und die Leute sich nicht dabei gegenseitig anfangen zu hassen oder sowas. Immerhin geht es hier um alte Rechner, um Geschichte der Informatik, um Elektrobasteleien, um Software und solches Zeugs. Es gibt da eigentlich genug Interessantes, daß man nicht grundlos "Heißmacherthemen" pflegen muß. Andererseits sind sie eben einfach auch vorhanden und die Leute machen sich eben über alles Mögliche Gedanken und da ist so ein bißchen Ventil schon auch gut - evtl. auch um mal abzuklopfen, wie andere darüber so denken etc.


    Für meinen Geschmack ist bei solchen Sachen immer viel Paranoia mit am Start. Andererseits ist das evtl. sogar gut, weil es eben langfristig verhindert/verhindern kann, daß bestimmte Sachen wirklich passieren.


    Ich denke, daß die deutsche Sprache das schon gut überleben wird und man es evtl. in ein paar Jahren ganz selbstverständlich verwendet, evtl. in einer anderen Form als diese komische Variante mit den *innen. Es wird sich da schon was finden mit der Zeit.


    Eigentlich ist es doch ein gutes Zeichen, wenn eine Sprache auf solche Sachen dynamisch reagiert und nach Ausformungen sucht. Gedanken muß man sich machen, wenn sie das nicht mehr tut.

    Daß man dabei natürlich die Qualitäten des Deutschen (ich rede jetzt nur von der Sprache) irgendwie nicht über Board werfen darf, versteht sich. Dazu gehören aber andere Sachen als sich über jede kleine Änderung zu ärgern. Ein ähnliches Beispiel für neumodische Veränderung sind bestimmte Datumsangaben mit "in Jahreszahl" oder Konstruktionen mit "..., weil" und veränderter Verbform dahinter.


    Wichtig ist aber vermutlich, daß man darauf achtet, daß sie überhaupt benutzt wird. Das bedeutet dann z.B. daß man nicht im universtären Bereich anfängt "Lectures" oder ganze Studiengänge in Englisch zu geben, nur weil das gerade "in" ist. Oder daß man sich eigene gute Zeitungen "leistet". Oder daß man in Schulen erstmal alle auf Normalsprachniveau holt, die von außerhalb kommen. Das ist nämlich eigentlich sogar seit Jahrhunderten die ureigentlich große Leistung des Deutschen im mitteleuropäischen Bereich gewesen. Dazu würden auch so Sachen wie eine vernünftige Filmförderung zählen oder wenigstens englische Subtitel. Und Geothe Institute müßten nicht abgeschafft sondern angeschafft werden. usf usf

    Kurz: Es gibt da wesentlich spannendere Baustellen.

  • "Man" ist einfach zu indifferent. Das musste man mal sagen ;)


    Ja. Und genau darum ist es ja eigentlich ein SEHR gutes Tool innerhalb einer Sprache, das genau ermöglicht, daß der Sprecher sich ein wenig distanzieren kann und quasi im Konjunktiv denken kann.

    Man sollte es einfach öfter mal wieder verwenden. ;)

  • Was ist denn das Z-Wort ??

    Eine sogenannte "Fremdbezeichnung für Bevölkerungsgruppen". Das diese Bevölkerungsgruppen heute nicht mehr derart öffentlich genannt werden müssen, sei unbestritten. Aber das ich mich jetzt beim Schnitzel bestellen umstellen muss ... >:(

  • Erfahrung ist Wissen, das wir erwerben, kurz nachdem wir es gebraucht hätten.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Eine sogenannte "Fremdbezeichnung für Bevölkerungsgruppen". Das diese Bevölkerungsgruppen heute nicht mehr derart öffentlich genannt werden müssen, sei unbestritten. Aber das ich mich jetzt beim Schnitzel bestellen umstellen muss ... >:(

    Wie darf man das denn Stand heute nun offiziell nennen? Paprikaschnitzel?

  • ..und wieso kann man dann immer noch überall "Z"-Sauce kaufen? .. in jedem Netto, Aldi, Lidl.....


    abgesehen davon, war unser Service-Techniker vor nicht ganz so langer Zeit selbst mit Leuten dieser Bevölkerungsgruppe konfrontiert und sprach sie mit "Sinti&Roma" an, was sofort wehement verneint wurde: man möchte nicht so bezeichnet werden - richtiger wäre das "Z".. hiess es dort...

    Ja, WAS denn nu?

  • ..und wieso kann man dann immer noch überall "Z"-Sauce kaufen? .. in jedem Netto, Aldi, Lidl.....


    abgesehen davon, war unser Service-Techniker vor nicht ganz so langer Zeit selbst mit Leuten dieser Bevölkerungsgruppe konfrontiert und sprach sie mit "Sinti&Roma" an, was sofort wehement verneint wurde: man möchte nicht so bezeichnet werden - richtiger wäre das "Z".. hiess es dort...

    Ja, WAS denn nu?

    Ich glaube das Hauptproblem ist, dass es Menschen in der Gesellschaft gibt, die bestimmten Wörtern unserer Sprache einen negativen Touch geben. Nehmen wir mal als Beispiel das Wort "behindert". War es in seiner Ursprungsform mal dafür gedacht den geistigen oder körperlichen Zustand einer Person anzugeben, wurde das Wort im Laufe seines Lebenszyklus mehr und mehr als Schimpfwort verunglimpft:


    "Ey man bist Du behindert".


    So einen negativen Touch bekommt man dann auch leider nicht mehr los, weswegen es dann wiederum Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen in der Gesellschaft gibt, die zurecht nicht mehr als "behindert" angesehen werden möchten.


    Ein aktuell prominentes Beispiel ist das Wort "Querdenker", dass man in seiner jetzigen Form im Grunde nur noch mit Verschwörungstheoretikern, Leugnern und was weiß ich noch, in Verbindung bringt. Die ursprüngliche Bedeutung ist hierbei auf der Strecke geblieben, dass Wort wurde durch Teile der Gesellschaft mit einem negativen Touch versehen, den es wohl auch nicht mehr los werden wird.


    Allerdings und das muss an dieser Stelle auch mal erlaubt sein zu sagen, ist es bei der "Political Correctness" wie mit vielen Dingen in unserer heutigen Zeit. Es gibt einfach keinen normalen Diskurs mehr, entweder man ist dafür oder automatisch dagegen und das nervt mich persönlich echt tierisch an. Denn nicht alles was sprachlich umgedeuscht wird, macht am Ende auch wirklich Sinn bzw. erfüllt seinen eigentlichen Zweck. Einiges schießt hierbei auch weit über den eigentlichen Grundgedanken hinaus.


    Man (oh Entschuldigung), wir dürfen gespannt sein, wohin uns all dies noch führen wird.


    -

    Grüße

    Sven

  • Ob jemandem auffällt, dass wir uns alle zu hyperemotionalen, auf alles und jeden Rücksicht nehmende Wahnsinnige verwandelt haben. Alles und jedes triggert irgend eine vermeintliche Diskriminierung.

    Da gabs am Wochenende einen interessanten Meinungsartikel auf SPON dazu.


    https://www.spiegel.de/kultur/…43-4ee9-9538-f939665ace05

    Jetzt ist SPON nicht gerade das Medium, das sich vorurteilsfrei mit dem Thema "Cancel Culture" auseinandersetzt ;-) Ich gehe mit Kenny, dass sich unsere Empörungsgesellschaft gerade keinen wirklichen Dienst erweist. Wir haben viele Probleme und ja, es gibt auch Verbesserungspotential in der Gesellschaft. Aber jede kleinste Nische zum Nabel der Welt zu machen und Empörungskriege wegen anderslautender Meinungen anzuzetteln, ist auch nicht zielführend.


    Gender-Problematik ist da ein gutes Beispiel: Wie haben wir es tausende von Jahren ohne zig Geschlechter geschafft zu überleben?


    Es gibt da viele Beispiele, die von allen Seiten (rechts, links, mitte) zum wichtigsten Thema unserer Zeit hochdiskutiert werden. Woher das kommt liegt auf der Hand. Die sozialen Medien bieten eine omnipräsente Plattform und den Zugang zu vielen willigen Befürwortern selbst krudester Meinungen. Nie konnte man aufmerksamkeitsstarke Shitstorms so einfach wie heute produzieren und sich von der eigenen Blase bejubeln lassen. Gemeinsam empört er sich eben einfach schöner.

  • Die fehlende Bereitschaft zu einer kritischen, aber respektvollen Diskussion bemerke ich auch. Das gilt aus meiner Wahrnehmung umso mehr, je weniger Sachkenntnis vorhanden und je weniger die eigene Position gefestigt ist. Oder je weniger zu sagen ist, was denn nun richtig ist- dann wird die eigene Position als alternativlos dargestellt und alle anderen sind Idioten.


    Die Wortklauberei um Gendersternchen, Zigeunersoßen und Negerküsse nervt mich genauso. Schon Ludwig Wittgenstein hat deutlich gemacht, dass Worte Bilder sind. Welche Bilder mit Wörtern assoziiert sind, ist eine Frage des Lernens und der Erfahrung. Bei Zigeunersoße denke ich an Tomaten, Paprika und Gewürze und nicht an bestimmte Menschen, bei Negerküssen an mein Übergewicht usw.


    Mir scheint das eine Stellvertreterdiskussion zu sein und eine Kosmetik, die von den eigentlichen Problemen ablenkt. Es gibt keine Zigeunersoße mehr, aber Entschädigungen für Sinti und Roma für NS Zwangsarbeit fließen nicht im erforderlichen Umfang. Im Regal stehen Schokoküsse, aber Schwarzafrikaner kommen nicht in die Disco und ihre Schlauchboote werden wieder aufs Meer geschleppt. Wir reden von Mitarbeiter*innen, zahlen Frauen aber immer noch deutlich weniger als Männern bei gleicher Arbeit und lassen sie nur in homöopathischen Dosen in Führungspositionen.


    Auch Sprache kann Opium fürs Volk sein.

    Erfahrung ist Wissen, das wir erwerben, kurz nachdem wir es gebraucht hätten.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Gut auf den Punkt gebracht!

  • Interessant ist bei solchen Sachen wahrscheinlich auch, mal zu schauen, wer genau solche Diskussionen in den allgemeinen "Diskurs" (der ja oft gar keiner ist) einbringt.

    Gerade im Zeitalter von Internet und Co kann man da sicherlich schön beobachten in welchen Grupen das so losgetreten wird, dann woanders forciert und zum Schluß breitgetreten wird - am Ende landen dann Aufregerthemen in völlig verkehrten Bereichen und Boards. Früher(TM) gab es für sowas die soc. Gruppen im Usenet und wer sich da die Kante geben wollte, hat eben dort mitdiskutiert und da war durchaus jede Menge Blödsinn am Start. Aber die sind eben einfach unter sich geblieben - heute schaffen es einzelne derartige Themen komplett in den Mainstream und auch ins Fernsehen etc. einfach weil es ja auch Aufmerksamkeit generiert und Leute bindet.

    Die interessante Frage bei sowas ist aber doch immer, wer hat das gestartet und wann und vor allem warum ?

    Zumindest die beiden ersten Sachen sollten sich heut' recht eindeutig beantworten lassen.

  • Letscho ... mit 'L' wie lecker.

    Dann wäre das dann ja auch schon geklärt - das ist dann wohl ab jetzt ein Letschosteak.


    Mal ganz davon abgesehen kann man in der WikiPedia lesen (ja, ja Lügopedia ich weiß (und manches ist ja auch wirklich Unfug, was da so drin steht)), daß das ursprünglich mal gehobene k&k Küche war. Allerdings haben die dafür Kalb verwendet. Das was die gut bürgerliche deutsche Küche dafür benutzt ist eher Schwein mit Zusätzen. Das macht schon auch einen gewissen Unterschied, der überhaupt nicht an der Paprika hängt.

  • Das mit der negativen Aufladung in der Sprache geht ja wohl schon recht lange vor sich.

    Wieviele Begriffe wurden in all den Jahren schon verschlissen, um Menschen mit dunkler Hautfarbe zu bezeichnen?

    Negativ aufgeladene Begriffe wurden ersetzt, um 'politisch korrekt' zu sein.

    Die neuen Begriffe waren dann nach einiger Zeit wieder negaiv aufgeladen, und wurden erneut ersetzt.

    Was gab es da alles schon, was man inzwischen 'nicht mehr sagen darf'?

    Mohr, Neger, Schwarzer, Farbiger - und jetzt sind es 'People of Colour'. Mal sehen, wann das auch eine Beleidigung ist.

    yalsi hat völlig recht, am eigentlichen Problem ändert das garnichts, das ist nur Augenwischerei.

  • Ich frage mich auch immer was das soll. In Frankfurt gibts zwei Mohrenapotheken, da gabs die Diskussion die umzubenennen, ich glaube die Diskussion hat sich totgelaufen und die Apotheken heißen immer noch so. Ich kenne eine Familie Mohr, mit über 300 Jahre zurück reichenden Stammbaum, und die haben wohl alle keine dunkle Hautfarbe, sollen die sich auch umbenennen? In den Niederlanden haben sie an Weihnachten "de Swaze Piet" oder wie sich das auch immer schreibt, im Krippenspiel am Weihnachten der eine der heiligen drei Königen darf sich das Gesciht nicht mehr schwarz anmalen, im Karneval in Fulda gibts auch traditionell eine Gruppe auf dem Umzug die sich das Gesicht aus angeblich rassistischen Gründen nicht mehr schwarz malen darf. Aber wenn die Rollen von Schwarzen in Film und Theater nur noch ein tatsächlich dunkelhäutiger Mensch übernehmen würde, statt jemand der sich das Gesicht mit Schuhcreme einfärbt, würde wiederum das gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen. Ich denke, das ist alles Unsinn und löst die Probleme nicht, die dahinter stecken, wie es Yalsi oben geschrieben hat. Metadiskussionen, reiner Aktionismus, der nichts bringt.

  • yalsi hat völlig recht, am eigentlichen Problem ändert das garnichts, das ist nur Augenwischerei.

    Wobei, wenn es um schwarz weiß geht, dann ist es wohl hauptsächlich ein außer-europäisches "Problem".


    Mein Arbeitskollege hat eine Frau aus den USA geheiratet.

    Es ist schon viele Jahre her.


    Sie ist bildhübsch und, - wie soll ich es sagen, wirklich sehr sehr dunkelhäutig.



    Hier in Tirol, wir sind wohl etwas hinten in der Beziehung, ist dieser Hauttyp wirklich extrem selten anzutreffen.

    Sie wurde daher auch regelmäßig angestarrt.

    Anfänglich, die ersten Monate ...


    In den USA ist das Thema ja brandheiß, sie hat sich daher angegriffen gefühlt und hatte einen sehr negativen Eindruck von hier.


    Heute sieht sie das Thema extrem gelassen.

    Sie hat schnell erkannt, dass die Menschen starren weil sie es nicht kennen, und keinesfalls aus Ablehnung.


    Es hat sich sogar total umgekehrt, sie hat erkannt dass wir hier das Problem gar nicht verstehen, weil wir keinerlei negativen Bezug dazu haben.

    Wir sehen Menschen gleichwertig , egal welche Hautfarbe sie haben.

    Den negativen Touch verstehen wir gar nicht richtig.


    Seit sie das erkannt hat, fühlt sie sich sehr wohl in Tirol und kann mit allen Begriffen sehr gut umgehen.

    Es geht sogar soweit, dass ihr das amerikanische Muster total komisch vorkommt, wenn sie mal zu ihren Eltern auf Besuch fliegt.


    Jeder im Dorf mag sie sehr.

    Sie spricht perfekt Deutsch.

    Ein Muster Beispiel von perfekter Integration.