Multitech Microprofessor III - Apple IIe Clone

  • Meine letzten Versuche, alte Hardware wieder zum laufen zu bekommen, waren nicht so von Erfolg gekrönt (mein IIgs Mobo funktioniert nicht mehr, mit den kompakten Macs lief es auch nicht rund). Zum Glück bekommt man hier im Forum Hilfe von freundlichen Leuten.

    Da erinnerte ich mich an einen Apple kompatiblen Rechner, welchen ich vor ca. 25 Jahren erhalten hatte. Diesen Rechner hatte ich damals nur 2-3 mal angestellt und vor ca. 20 Jahren in einem Keller eingelagert. Nun habe ich ihn hervorgeholt. Von innen sieht er so aus:



    Er hat einige schon eingebaute Karten/Interfaces. Hier die Rückseite mit den Anschlüssen:



    Und die rechte Seite, hier neben dem Tastatur und Joystick ist noch Platz für eine Steckkarte.



    Dabei ist noch ein passendes Doppellaufwerk und Monitor.

    Monitor und Computer angestellt, ich war baff, kein Knall oder eine sonstige Überraschung. Er hat klaglos USCD gebootet.



    Ich habe ein wenig im Netz nach Infos gesucht, es ist sogar ein IIe kompatibler Clone

    ( https://www.old-computers.com/museum/computer.asp?c=289 , https://finapple.hho.fi/finapp…tech-micro-professor-iii/ ), Typ 310 mit 64Kb Ram.

    Mal sehen ob es irgendwo die Handbücher zu dem Teil gibt.

  • Ich benötige für meinen Emulator ein ROM für den Microprofessor III, einen Apple //e Clon. Die ROMs hierzu im Internet sind alle identisch und so stark beschädigt, dass eine Rekonstruktion nicht so ohne Weiteres möglich ist. Kann hier Jemand helfen? Dann bitte Mail an mich. Ich habe Einiges an Bildern und PDFs zu dem Thema aber die ROMs die ich habe sind beschädigt und funktionieren nicht.

  • Die ROMs sind wohl in Ordnung. Bei den anderen "Sammlungen" fehlte jeweils das $A000-BFFF ROM, es sind nämlich 3 x 8 K ROM, wie hier richtig ausgelesen.

  • Ich habe die ROMs in den letzten Tagen in meinen Emulator eingebaut und das Ganze funktioniert. Die ROMs sind also definitiv in Ordnung. Die Umschaltung zwischen dem 8K ROM $A000-BFFF und dem RAM erfolgt über die Softswitche $C078 (ROM aus) und $C079 (ROM ein). Es gibt aber noch weitere Softswitche, deren Funktion ich nicht verstehe. Es wäre daher wichtig, etwas mehr Doku zu bekommen, damit die Emulation auch wirklich benutzbar ist. Eine DOS Diskette bootet einwandfrei, man kann auch im Basic arbeiten, beim Drücken von Kleinbuchstaben erscheinen AppleSoft Schlüsselwörter, in der 80Z Darstellung versucht die Tastaturroutine auf Adressen des Cassettenrecorders zuzugreifen, das sind wohl Sondertasten. Daher funktioniert hier die Texteingabe nicht richtig. Hat Jemand weitere Informationen oder ein PDF-Handbuch?


  • Ich bin jetzt mit der Implementierung soweit fertig. Ich habe mich optisch für ein Doppel-Disketten-Laufwerk entschieden.


    Die Adresse $C027 fragt eine Sondertaste ab. Ich habe das jetzt mit der Befehlstaste implementiert. Wenn man die drückt ($C027 Bit 7 = 0) kommen Applesoft-Token und wenn nicht ($C027 Bit 7 = 1) kommen Kleinbuchstaben. Weitere benutze I/O-Adressen sind mir jetzt nicht aufgefallen.


    Mein Identifikationsprogramm habe ich angepasst. Siehe Screenshot.


    Der Computer hat lediglich 64K, d.h. Double Hires ist nicht möglich. Wohl aber 80-Zeichen-Darstellung durch einen zusätzlichen 1 K SRAM Baustein. Das entspricht der Apple Text Card für den Apple //e. Die kann auch nur 80 Zeichen aber keine Grafik.


    Laut einer Werbeanzeige des damaligen Herstellers sind 4 Expansion Slots möglich. Ebenfalls gibt es optional eine Z80-Karte.


    Da ich keinen originalen MPF III habe, kann ich leider nicht feststellen, wie genau sich die Slots verteilen. Auch wäre interessant, welches I/O-ROM die Druckerkarte sowie der Diskettencontroller enthält, also die 256 Bytes $C100-C1FF sowie $C600-C6FF. Ich habe das jetzt so implementiert, dass die Centronics-Druckerkarte in Slot 1 steckt, der Diskettencontroller in Slot 6 und die Z80-Karte in Slot 7. Dabei ergeben sich Slot 2-5 als freie Slots, was genau der beschrieben Anzahl von vier Slots entspricht. Die natürlich im original nur mit einem Zusatzgehäuse implementiert werden konnten.


    Hast Du die Möglichkeit, in Deinem Gerät zu schauen, in welchem Slot was implementiert ist und dann die entsprechenden ROMs auslesen. Falls Druckerkarte und/oder Diskettencontroller noch ein 2K ROM haben, brauche ich das dann natürlich auch. Aktuell habe ich das ROM aus der Apple Centronics Printer Karte genommen und für den Diskettencontroller das Disk II ROM.

  • Der SSG (Sound Generator) des Microprofessor III scheint diese 3 I/O-Adressen zu benutzen:


    $C075 = Status (wird nur gelesen)

    $C076 = Control Low Byte (wird nur geschrieben)

    $C077 = Control High Byte (wird nur geschrieben)


    Der Selbsttest läuft ohne Fehlermeldungen durch.



    Also habe ich nicht allzu viel falsch gemacht. Die ROMs sind auch in Ordnung, die werden ja auch geprüft. Ich habe da auch nichts modifiziert.


    Der Sound-Generator wird nicht emuliert. Das macht keinen Sinn.

  • Da ich keinen originalen MPF III habe, kann ich leider nicht feststellen, wie genau sich die Slots verteilen. Auch wäre interessant, welches I/O-ROM die Druckerkarte sowie der Diskettencontroller enthält, also die 256 Bytes $C100-C1FF sowie $C600-C6FF. Ich habe das jetzt so implementiert, dass die Centronics-Druckerkarte in Slot 1 steckt, der Diskettencontroller in Slot 6 und die Z80-Karte in Slot 7. Dabei ergeben sich Slot 2-5 als freie Slots, was genau der beschrieben Anzahl von vier Slots entspricht. Die natürlich im original nur mit einem Zusatzgehäuse implementiert werden konnten.


    Hast Du die Möglichkeit, in Deinem Gerät zu schauen, in welchem Slot was implementiert ist und dann die entsprechenden ROMs auslesen. Falls Druckerkarte und/oder Diskettencontroller noch ein 2K ROM haben, brauche ich das dann natürlich auch. Aktuell habe ich das ROM aus der Apple Centronics Printer Karte genommen und für den Diskettencontroller das Disk II ROM.

    Schreib einfach was ich machen soll. Dann sende ich dir die Infos.

  • Zuerst brauche ich ein hochauflösendes Foto von der Rückseite, damit man sehen kann, wieviele PINs die Flachbandkabelanschlüsse haben. Mittlerweile habe ich herausbekommen, dass die Slot-Aufteilung wie folgt implementiert ist:


    1 (virtual) Built-in Parallel Printer port – support for Epson, C-Itoh and CP-80 printers

    2 (external) Accepts standard Apple II cards (on right side of the machine)

    3 (virtual) Built-in 80 Column Card – Apple IIe compatible

    4 (internal) Reserved for optional Chinese Character Generator card (EMPTY)

    5 (non-existent)

    6 (internal) Reserved for optional Floppy Disk Interface (INSTALLED)

    7 (internal) Reserved for optional Z-80 CP/M card (INSTALLED)


    I/O-Switch C025 entscheidet, ob der 80 Zeichen DIP gesetzt ist oder nicht.


    Speichere mir bitte den Bereich von C100-C1FF und von C600-C6FF auf einer virtuellen 143K Diskette ab. Und so geht das:


    ]CALL-151

    *C006:0

    *2100<C100.C7FFM

    *BSAVE SLOTROM,A$2100,L$700


    Mit dieser Sequenz wird das Slot-ROM aktiviert und der Bereich in einen "sicheren" Speicherbereich verschoben und von dort abgespeichert. Direkt den Bereich C100-C7FF abspeichern funktioniert nicht zuverlässig.


    Die Datei benötige ich dann. Ob ich dann noch mehr brauche, werde ich sehen.


    Danke Dir.

  • Ja gerne, dann baue ich das Doppellaufwerk mit ein. Bitte ein Foto mit offenen Klappen und eines mit geschlossenen. Bitte möglichst gerade von vorne fotografieren, dann muss ich nicht ganz so viel retuschieren.

  • Hallo und ganz lieben Dank. Ich bräuchte noch ein besseres Foto von dem Printer Port, ohne Stecker drin, so dass man die Pins gut sehen kann. Sind das 2 Reihen mit je 8 Pins? Ich werde die Tage die Laufwerksfotos machen und melde mich dann wieder.

  • Und so sieht das Ganze jetzt im Emulator aus. Ich musste die Laufwerke noch etwas "verrücken", damit alles funktioniert, da ein Doppellaufwerk intern aus zwei Einzellaufwerken besteht und sich LED und Öffner in der richtigen Bildhälfte befinden müssen. Die Anmutung ist aber gewahrt. Als Beifang habe ich dann noch Slimline-Laufwerke für den IBS AP14 Controller implementiert. Hast Du einen Mac, um den Emulator selbst nutzen zu können? Kann ich Dir eine private Nachricht schicken? Wie genau geht das?

  • Und so sieht das Ganze jetzt im Emulator aus. Ich musste die Laufwerke noch etwas "verrücken", damit alles funktioniert, da ein Doppellaufwerk intern aus zwei Einzellaufwerken besteht und sich LED und Öffner in der richtigen Bildhälfte befinden müssen. Die Anmutung ist aber gewahrt. Als Beifang habe ich dann noch Slimline-Laufwerke für den IBS AP14 Controller implementiert. Hast Du einen Mac, um den Emulator selbst nutzen zu können? Kann ich Dir eine private Nachricht schicken? Wie genau geht das?

    Das sieht doch sehr gut aus, Laufwerk 1 ist bei MPF III das rechte Laufwerk - aber für diesen Zweck egal.

    Ja, Macs um den Emulator zu nutzen habe ich.

    Private Nachrichten kannst schreiben, indem du oben rechts aud die Zwei Spechblasen klickst und auf Konversation starten klickst. Dann Thema, den Foren Namen eingeben und dann die Nachricht schreiben und senden.

  • Was ich mich frage ist, ob es jemals eine Erweiterung für den MPF III gegeben hat, mit der man 128 K RAM hat, also Main und Aux RAM, wie bei einem richtigen Apple //e. Einen Aux-Slot hat der MPF III ja nicht, soweit ich das beurteilen kann. Gab es da jemals eine Erweiterung für, die das möglich gemacht hat?

  • Nein, einen AUX Slot hat der MPF-III nicht. Meiner hat auch nur 64 Kb. Es gab ihn aber in einer Version mit 128Kb:

    > The MPF-III was released in two versions. The initial one was the /312 which used PALs and LSTTL logic. Later the /327 version was released and this used MMU and IOU ASIC chips just like the Apple IIe. The /327 may also have had 128KB of DRAM on the motherboard (MPF-III computers do not have an Aux slot so cannot have memory added in this fashion).


    Als ich 2021 den MP III vorgestellt hatte gab es noch Infos dazu auf zwei Webseiten. Diese Seiten sind nun nicht mehr erreichbar.

    Ich habe die PDFs der zwei Webseiten angehangen. Mehr Infos habe ich nicht zu diesem Rechner, leider.

    Ich hoffe, ich konnte dir trotzdem etwas weiterhelfen.


    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Hallo Michael,

    und nicht zu vergessen, die TransWarp von Applied Engineering (ca. 1985) stellt am Apple II+ und IIe 128K RAM ( 64K Main und 64K AUX ) zur Verfügung.

    Die Transwarp kann man ja in den Erweiterungsslot einstecken. Aber werden dann im MPF-III 128K Ram, z.B. von ProDOS, erkannt ? D.h. emuliert er dann einen unenhanced IIe mit 80/64K Karte ?


    Grüße

    Wolfgang

  • Wenn die ROM-Inhalte auf dem MPF Motherboard die gleichen sind wie auf dem Apple IIe Board, sollte ProDOS booten und auch die 64K AUX MEM erkennen. Probleme sehe ich allerdings bei der DHGR-Darstellung u. evtl. bei der 80Z-Darstellung. Das wird wohl nicht gehen. Mit dem MPF habe ich mich auch noch nicht beschäftigt.

  • Ich habe jetzt noch ein paar Dinge zum Microprofessor III herausgefunden:


    1. Es gab zwei Varianten vom Microprofessor III

    1.1 Variante 1 = Model /312 mit 64K RAM und einem K extra RAM für die Apple//e-kompatible 80-Zeichen-Karte in Aux $0400-07FF

    1.1.1 Die Variante 1 verwendet PALs and LSTTL Logik.

    1.1.2 Der Variante 1 fehlen die ganzen Aux-Memory-Softswitches, d.h. ab $C002, das wird ignoriert wie auf einem Apple ][

    1.1.3 Dadurch denken alle Programme zwar, dass sie einen Apple //e haben aber wenn die dann anfangen, das Aux-RAM zu

    beschreiben, wird stattdessen das Main-RAM beschrieben, was zur Folge hat, das die Programme sich selbst zerschießen

    1.1.4 Die Apple //e kompatible 80-Zeichen-Karte verwendet im ROM keine Aux-Memory-Softswitches ab $C002, sondern die

    Umschaltung zwischen Main und Aux RAM wird durch den Grafik-Page-2 Softswitch bewerkstelligt (mit $C000/$C001)

    1.1.5 Dadurch werden zwar die 1K Aux Video RAM von der 80 Zeichen Karte benutzt aber alle anderen Programme verhalten

    sich als wenn sie auf einem Apple ][ laufen würden. Außerdem ist das AppleSoft modifiziert mit zusätzlichen Befehlen.

    Das alles führt dazu, dass viele Programme auf dem Microprofessor III gar nicht oder fehlerhaft laufen. Der eingebaute

    Sound-Chip z.B. wird mit einigen dieser Befehle bedient.

    1.1.5 Durch den fehlenden Aux-Speicher gibt es auch kein Double-Hires

    1.2 Variante 2 = Model /327 mit 128K RAM und vollen 64K Aux-RAM

    1.2.1 Die Variante 2 verwendet MMU und IOU ASIC Chips wie im Apple //e

    1.2.2 Die Variante 2 hat volle Apple //e Kompatibilität was die 128K RAM angeht


    2. Beide Varianten haben 24K ROM, d.h. extra 8K ROM von $A000-BFFF mit entsprechenden Soft-Switches, aber keinen Aux-Slot

    2.1 Dadurch werden Beschleunigerkarten, die das ROM kopieren, nicht funktionieren

    2.2 Man kann alle Microprofessor ROMs entfernen und durch Apple //e ROMs ersetzen, das extra ROM bleibt leer

    2.2.1 Dadurch erhält man eine insgesamt bessere Kompatibilität und dann wird evtl. auch eine TransWarp funktionieren


    3. Man kann in den externen Aux-Slot ein Board einstecken, mit dem man die fehlenden Slots alle zur Verfügung hat, nämlich

    Slot 2, Slot 3, Slot 4 und Slot 5, Diese Erweiterungsplatine wird in meinem Emulator nicht implementiert


    4. ProDOS 2.4.2 bootet aktuell nicht. Weder mit 64K noch mit 128K. John Brooks (prodos8.com) ist von mir dazu informiert worden.


    5. Pascal 1.1 bootet auf beiden Varianten, Pascal 1.3 nur auf der Variante 2 (Pascal 1.2 gab es nur für den Apple ///)


    6. Insgesamt eine interessante Hardware, die nicht einfach das Original 1:1 abbildet.


    Allerdings mit schlechter Kompatibilität und ebenso schlechter Erweiterbarkeit.


    Ich denke das sind die wichtigsten Informationen zum Microprofessor III.