MegaST verhält sich merkwürdig

  • Hallo zusammen, nachdem ich nun unter Mithilfe des Forums meinen 520ST+ vernünftig ans Laufen bringen konnte, liegt nun mein nächster Kandidat auf dem Tisch...


    Es ist ein Mega 1 (Mega ST 1), der im Wesentlichen nicht modifiziert wurde. D.h. stock TOS 1.04, Floppy gegen GOTEK getauscht, aber ansonsten original. Daran hängt eine Megafile 30, von der sich auch booten lässt.


    Hier meine Beobachtungen zum merkwürdigen Verhalten:

    1. trotz gestarteter MF30, versucht der Rechner beim Booten mehrfach hörbar (Summer im GOTEK) die Floppy bzw. GOTEK abzufragen und verzögert dadurch den Bootvorgang (keine Floppy eingelegt). Ich war der Meinung, wenn eine bootfähige HD gefunden wird, sollte die nicht vorhandene Floppy ignoriert werden; vielleicht habe ich das aber falsch verstanden.
    Sobald eine Floppy eingelegt ist, geht der Bootvorgang deutlich schneller vonstatten.


    2. Wenn ich den Texteditor Everest von HD starte, wird ebenfalls mehrfach die Floppy abgefragt, was dann mehrfach zu Meldung "Floppy A: antwortet nicht..." etc. führt, solange keine Disk im Laufwerk liegt. Auch das sollte bei meiner Meinung nach nicht so sein. Zumindest zeigt der 520ST+ (TOS 2.06) hier ein anderes Verhalten. Bei eingelegter Floppy geht alles normal, weil ja eine Disk im Laufwerk liegt.


    3. Hier eine letzte Beobachtung: Wenn ich auf dem Rechner das Spiel Ballerburg starte (läuft auf anderen Rechnern ohne Probleme), gibt es nach dem Aufbau des Bildschirms ein dauerhaftes Ping-Ping-Ping aus dem Lautsprecher (hört sich etwas anders an als das Keyboard-Klick), und kommt etwas schneller als 1/sec. Wenn ich mit der Maus nun die Menüleiste anfahre, hört es auf, fängt aber sofort wieder an, sobald der Mauszeiger in den Bereich außerhalb der Menüs kommt. Zeige ich auf den Fertig-Button im Spiel, wird dieser betätigt, ohne dass ich eine Maustaste gedrückt hätte... Das Spiel ist also unspielbar, ich kann es aber regulär über das Menü beenden. Halte ich die linke Maustaste gedrückt, hört es auch auf, aber fängt sofort wieder an, wenn ich loslasse. Maus abstöpseln bringt keine Veränderung; abstöpseln der Tastatur (mit Maus) mag der Mega scheinbar nicht wirklich und pingt dann mit einer noch höheren Frequenz.


    Der Rechner liest einwandfrei von Disketten (GOTEK) und scheint damit keine Probleme zu haben und auch die Festplatte wird - soweit ich das erkennen kann - problemlos benutzt. Und zum Thema Kontaktprobleme habe ich alle gesockelten Chips mal wieder fest reingedrückt...


    So, ich hoffe, das reicht erst einmal an Informationen... Ich kann aber natürlich noch was nachliefern ;)


    Hat irgendjemand eine Idee, was dieses Verhalten auslösen könnte bzw. kann erklären, ob das alles normal ist? Wo soll ich ggf. weiter forschen, testen etc.?


    Gruß und danke im Voraus für jede Info!!!

    • Official Post

    Beobachtung 1 kenne ich von meinem MegaST und dem MegaSTE auch so. Ich hab's bisher immer ignoriert und für das Booten eine formatierte Disk ohne System eingelegt. Auf die Ursache bin ich auch neugierig... .

    Denn Feindschaft wird durch Feindschaft nimmermehr gestillt; Versöhnlichkeit schafft Ruh’ – ein Satz, der immer gilt. Man denkt oft nicht daran, sich selbst zurückzuhalten; Wer aber daran denkt, der lässt den Zorn erkalten. Sprüche von Buddha, aus dem ‹Dhammapada›.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple //e und IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation und Decstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c und III | Commodore 128D | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

    • Official Post

    Mein 1040STF macht das auch nicht. Die MegaST haben ja ein anderes Boarddesign und ein anderes TOS.

    Denn Feindschaft wird durch Feindschaft nimmermehr gestillt; Versöhnlichkeit schafft Ruh’ – ein Satz, der immer gilt. Man denkt oft nicht daran, sich selbst zurückzuhalten; Wer aber daran denkt, der lässt den Zorn erkalten. Sprüche von Buddha, aus dem ‹Dhammapada›.


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  • So, jetzt kommts: Habe gerade heute einen 1040STf vorm Verschrotten gerettet und dachte mir, ich probiers mal aus mit dem...

    Und was soll ich sagen: Was Punkt 3 angeht, macht er genau das Gleiche wie der Mega 1, scheint also nicht unüblich zu sein...


    Also: 1040STE und 520ST+ 'normal' (beide TOS 2.06), 1040STf (TOS 1.02) und Mega 1 (TOS 1.04) zeigen dieses merkwürdige Verhalten.


    Mal sehen was weiteres Testen am 1040STf zutage bringt...

  • Beim Starten macht der ST zwei verschiedene Dinge:


    1. Er versucht, (immer) von Diskette zu booten. Hat die Diskette einen ausführbaren Sektor 0, führt er den Code darin auch aus (unabhängig davon, was sonst noch so angeschlossen ist). Dafür muss natürlich auch auf den Sektor 0 zugegriffen werden.
    2. Er bootet (irgendwie, z.B. von der Harddisk) und versucht als Zweites, eine DESKTOP.INF zu lesen. Ist auf der Harddisk keine drauf, sucht er wieder auf der Diskette.

    Beide Schritte laufen immer ab, auf allen TOS-Versionen. TOS-Versionen vor 1.4 haben ein wesentlich längeres Timeout, bis der ST beschließt, dass keine Diskettte eingelegt ist.


    Abhilfe kann man also mit einem neueren TOS schaffen, oder einfach immer eine formatierte, aber leere Diskette im Laufwerk lassen.

  • Zu 1, wie andere schon geschrieben haben, er versucht immer erst von Floppy, dann von HDD.


    Zu 2, schau mal ob der Everest eine Konfigurationseinstellung hat, vielleicht will er irgendwas von A: nachladen.


    Zu 3. dem Ballerburg-Problem habe ich keine Idee.


    Aber dem Tastaturtickern ohne angeschlossene Tastatur kann man ganz einfach abhelfen, es reicht ein Pullup von 1kOhm oder größer auf der eingehenden Datenleitung des Tastaturanschlusses, dann ist Ruhe.

    1ST1