Empfehlung für ein Oszi

  • Hi,


    ich werde wohl nicht mehr um eine Oszilloskop rumkommen... gibt es hier Empfehlungen, welche Geräte ich mir da anschauen sollte?


    Einsatzzweck ist ausschließlich Fehleranalyse von 8bit- und 16bit-Maschinen, nebst Peripherie (Drucker, Monitore, Modem, ...). Ich denke, daher ist ein 2-Kanal-Gerät mehr als Ausreichend. Brauche ich einen Singalgenerator? - Was taugen diese kleinen "Pocket-Oszis" für wenige Euros vom Chinamann?


    Preislich sollte sich das Ding im Rahmen halten, ist für 200-300 da schon was drin? Eine kompakte Bauform wäre vorteilhaft... ebenso hätte ich schon gerne was Modernes mit TFT und nicht mehr mit Röhre.

  • Ich wuerde mir da vermutlich ein Rigol DS1054Z zulegen - kann man auf 100 MHz "upgraden" (https://www.instructables.com/…l-DS1054Z-Digital-Oscill/), kostet neu aber eher 400 EUR. Vielleicht bekommt man gebraucht da was guenstiger. Signalgenerator habe ich bisher eher selten gebraucht, da wuerde ich erstmal warten bis Bedarf da ist.


    Von den Pocketoszis wuerde ich abraten, meistens ist die Bandbreite und Samplerate viel zu gering.


    Was fuer Frequenzen haben denn deine Maschinen so ueblicherweise? Als Faustregel sagt man, das ein Oszi ca das 10fache an Bandbreite haben sollte, das Problem ist nur, das wird dann sehr teuer - bei 50MHz Signal bedeutet das 500MHz, das ist neu fuer den Hobbyisten nicht zu bezahlen. Gebraucht gibt es da einiges, ist dann aber gross und laut.

  • Ich hab seit einigen Jahren (ursprüngliches Thema war mal Videorekorder, aber bei älteren Computern setze ich es auch mehr und mehr ein) ein Rigol DS1042C, ein 2-Kanal Digital-Speicheroszilloskop mit 40MHz Bandbreite. Echt gutes Teil, Trigger auf verschiedene Signalzustände (Kanal 1, Kanal 2 und externer Trigger), diverse Features (inkl. Spannungs- und Frequenzanzeige, Spektrumanalyzer,,,), recht kompakt gebaut, gut zu bedienen.


    Rigol war/ist Auftragsfertiger für Avocent/Keysight (very formerly known as HP). Das sieht man auch, die Rigol-Geräte sind sehr stark angelehnt an die Avocent/Keysight Geräte.


    Verdammt hochwertiger Chinakracher und günstig (hab vor mittlerweile ca. 10 Jahren) mal was um die 300-400 Euro dafür bezahlt.


    Generell machst du mit Rigol, aber auch dem Original, also Keysight (haben auch günstige Serien), nichts falsch.


    Die USB-Geräte sind in der Regel Software-Defined, also USB-A/D-Wandler mit einer Scope-Software, die dann den Rest erledigt. Da gibt es sicherlich solche und solche. Einige davon sind richtig gut, mir fehlt aber die Erfahrung, sagen zu können, welche. Allerdings finde ich es immer schöner, unabhängig vom PC zu sein.

  • Was fuer Frequenzen haben denn deine Maschinen so ueblicherweise?

    Das meiste bis zu 8MHz, evtl. auch *mal* eine 16MHz-Maschine... also das, was in meinem Profil unter "Lieblingscomputer" steht und deren Zubehör.

  • Oszis werden in der Hauptsache nach Bandbreite bepreist.

    Je mehr Bandbreite, desto teuer.

    Die Bandbreite sollte ein vielfaches (>=10) dessen sein, was du an maximalen Frequenzen messen möchtest. Sonst stimmt auf der Anzeige weder die Kurvenform noch der Pegel.


    Weitere Kriterien wären die Anzahl der Kanäle, die Samplerate und die Bittiefe mit der gesampelt wird. 8 Bit ist Standard, 10 o. 12 Bit sind i.d.R. ausserhalb des Hobbyetas.

    Die Speichertiefe ist auch noch ein Preisfaktor, die kann bei der Signalanalyse von Vorteil sein.


    Auch ich würde von den Pocketoszis (zumindest als Hauptgerät) abraten. Allerdings haben die batteriebetriebenen Taschenoszis einen bestechenden Vorteil: Sie sind erdfrei. Während bei den regulären Oszis die Masseklemme vom Tastkopf immer geerdet ist. Das kann im Einzelfall mal zu Problemen führen.


    Ab ca. knapp 300 Euro bekommt man ein Einsteigeroszi.

    Von Rigol z.B. das DS1052E (50MHz, 1GSa/s, 1Mpts)

    Von Siglent ist das günstigste das SDS1102CML+ (100MHz, 1GSa/s, 2Mpts)


    Selbst habe ich ein altes Hameg 204 Röhrenoszi und ein digitales 4 Kanal von Siglent das SDS1204X-E zu letzteren habe ich auch den 16Kanal Logikanalysator als Sonderzubehör.


    Apropos Zubehör: Man sollte verschiedene Tastköpfe haben 1:1, 1:10 und für die ganz hohen Frequenzen 1:100.

    Hier schauen was mitgeliefert wird und ggf. nachkaufen.


    Signalgenerator braucht man für Retrocomputing erst mal nicht, eventuell um einen (anderen) Takt einzuspeisen. Aber hierzu tut es auch etwas günstiges.

  • Die Rigol sind sicher nicht die schlechteste Wahl. Ich hab' auch so eins.


    Ich hatte auch schon ein paar von den "Pocket-Oszis" - manche von denen taugten sogar was. Von denen, die, die nichtmal ein Gehäuse, geschweigedenn richtige Tastkopf-Anschlüsse oder einen robusten Eingangsschutz haben, würde ich aber die Finger lassen - es reicht, wen man den Rechner, an dem man misst, offen, und "gefährdet" hat. Wenn auch noch das Messinstrument der zufällig rumrollenden Gehäuseschraube auf dem Tisch ausgesetzt ist, oder die Grätsche macht, wenn man mal an 12V kommt, ist schneller Schluss, als man denkt, und man hat einen zweiten Patienten auf dem Tisch. Ein "richtiges" Oszi ist einfach besser geschützt.

  • Hallo,


    ich habe zwei Oszis. Ein ~399€ 2-Kanal China-DSO, was ganz ordentlich ist und ein 2MHz Taschenoszi für ~50€.


    Ehrlich: Zur groben Fehlersuche an Selbstbaurechnern benutze ich das Taschenoszi deutlich öfter als das große. Es ist sofort zur Hand, zeigt die ungefähren Signale und braucht keinen Platz auf dem überfüllten Basteltisch. Nachteil: Den Akku kann man nach einem Jahr vergessen, der hält dann noch 10 Minuten. Das "große" hole ich raus, wenn ich es mit dem Messen ernst meine.


    Also: Nur ein Taschenoszi würde mir nicht reichen, es ist aber eine gute Ergänzung, wenn man keinen echt stationären Bastelplatz hat.


    Gruß, Rene

  • Ich habe jahrenlang ein Tektronix TDS220 (100MHz) benutzt. Diese, und die 60MHz Variante TDS210, sind mittlerweile so um die 150 Euro zu kriegen und sind wirklich sehr gut, und sehr kompakt, aber auch schon ziemlich alt.

  • Ich habe mir vor vielen Jahren ein OWON 2062S geholt.

    Nun bin ich erstaunt dass es das heute noch gibt!


    Es war damals so am oberen Rand deiner Preisvorstellung.

    Heute gibt es das um kleines Geld.


    Ich persönlich bin nicht so der große Elektroniker ...

    ... aber alle die mit meinem Oszi mal was gemacht haben, waren hoch begeistert.



    Ich persönlich verwende es kaum.

    Weil ich auch zu wenig Ahnung habe.


    Meine Welt erfordert weitaus öfter einen Logic Analyser :)

  • Ich hab mir nach einigem Rumschauen letztlich auch ein Rigol DS1054Z geholt. Preis/Leistung waren da einfach zu gut, und der Platzgewinn auf dem Arbeitstisch im Vergleich zu den bisherigen Oszis mit Röhre einfach grandios. Zudem hat Rigol mittlerweile auch selbst realisiert, dass die Freischaltung weiterer Funktionen und Features an den Geräten zum Premium-Preis die meisten Käufer dazu gebracht hat, über einen Keygenerator gleich sämtliche Optionen "kostenneutral" selbst freizuschalten - mittlerweile sind bei den meisten Angeboten dementsprechend alle früher zuzukaufenden Optionen gleich direkt auch offiziell freigeschaltet.


    Übrigens habe ich beim Kauf auch erneut sehr gute Erfahrungen mit Batronix gemacht, von denen ich auch schon einen Eprommer habe - das soll hier keine Werbung sein, sondern nur ein knapper Erfahrungsbericht mit Tipp. Die bieten (eigentlich unsinnigerweise) auch bei Privatkunden den Schalter "Angebot anfragen" an, der "normalerweise" nur für Firmenanfragen gedacht sein sollte. Hab ich trotzdem probiert, und daraufhin ein Angebot exakt zum auf der Website angezeigten Bruttopreis erhalten. Nach Rückfrage, welchen Sinn denn dann der Button hätte, bekam ich einen Anruf (!!) vom dortigen Vertrieb, und nach einem supernetten Gespräch auch als Privatkunde ein offizielles Angebot zu meinem Wunschpreis (350 Euro glatt) - da hat das Nachfragen zum damaligen ohnehin schon reduzierten Preis (kurz vor der Weihnachtszeit 2020) also weitere gut 5% Nachlass gebracht... Und von den gelegentlichen Mailnachfragen, ob man noch zufrieden und alles okay mit den gekauften Geräten sei, ohne dass gleich da massiv Werbung dranhängt, könnte sich mancher Laden eine Scheibe abschneiden. ;) Ist zumindest meine Meinung...

  • Ich habe mir auch das Rigol 1054Z von Batronix geholt. Bis auf die 100Mhz waren alle Optionen schon dabei. Die 100Mhz lassen sich aber einfach selbst freischalten. Zusätzlich habe ich von Amazon den FY6900 Signalgenerator, da sollte man aber suchen, den gibt es immer wieder für unter 100.-€.

    Ein Speicheroszilloskop hat schon Vorteile gegenüber den alten Röhrengeräten.

    Schön beim Rigol fand ich, das es einige Tutorials für die Bedienung bei Youtube gibt und eine gescheit übersetzte deutsche Bedienungsanleitung.

  • Wenn ich mir aktuell ein neues kaufen müsste, dann wäre für mich das Rigol 1052E mit 2 Kanälen und 50 MHz völlig ausreichend.

    Die genaue Kurvenform ist vielleicht bei der Entwicklung interessant, aber nicht bei Reparaturen. Da verwende ich meistens nur einen Logikstift, um zu sehen, ob das Signal da ist oder nicht. Erst wenn ich damit nicht weiterkommen oder wenn es nicht um TTL-Pegel geht, dann werfe ich das Oszi an.


    Und in 90% der Fälle brauche ich auch nur einen Kanal. Den Fall, dass Signale durch einen Defekt gegeneinander verschoben sind, hatte ich noch nicht.


    Wie immer gibt's nach oben keine Grenzen und es befriedigt auch irgendwie, so ein schickes Teil mit 200 MHz auf dem Schreibtisch stehen zu haben. Wirklich brauchen wird man es nicht.

  • Ich bevorzuge immer noch mein Hameg HM1507-3.

    Das kann neben Digital auch noch völlig Analog.

    Da kann man noch Dinge sehen, die beim digitalisieren einfach verloren gehen.

  • Entwickler und Fehlersucher haben doch an einem gewissen Punkt die gleichen Probleme...

  • Wenn ich mir aktuell ein neues kaufen müsste, dann wäre für mich das Rigol 1052E mit 2 Kanälen und 50 MHz völlig ausreichend.

    Das habe ich mir auch angesehen, aber die 200MHz kosten dann gerade mal gut 50 Euro mehr, da würde ich dann doch eher noch den Monat weitersparen.

  • Fuer nen Amateurfunker ist wohl eher der Spectrum Analyzer das 'Oszilloskop' ;)

    Mein Siglent Oszi hat ne FFT Spektrumsanzeige. Das ist zwar kein echter Specki, sondern nur mathematisch aus dem Signal herausgerechnet, aber funktioniert (übrigens für diese FFT und sonstigen Mathe-Analysesachen kann ein grosser Speicher im Oszi von Vorteil sein). Habe damit erfolgreich z.B. ZF-Filter durchgemessen.

    Für andere Sachen wie SWR, Impedanzen, Fußpunktwiderstände etc. habe ich ein Netzwerkanalysator bis ca. 3GHz.

    Ein echtes Specki steht aber noch auf meiner Wunschliste.

  • Wenn ich mir aktuell ein neues kaufen müsste, dann wäre für mich das Rigol 1052E mit 2 Kanälen und 50 MHz völlig ausreichend.

    Das habe ich mir auch angesehen, aber die 200MHz kosten dann gerade mal gut 50 Euro mehr, da würde ich dann doch eher noch den Monat weitersparen.

    Allerdings ist die Frage, ob bei dem geringen Preisunterschied das 200MHz Oszi wirklich 200 MHz anzeigt. Da ist ja in dieser Preisklasse auch viel Marketing dabei.

  • Relevant ist bei den Digitalen die *echte* Sample-Rate, gerne wird auch da eine *unechte* hohe Rate behauptet, diese kommt aber vom Mehrfachsamplen mit kleinerer Rate und funktioniert nur bei periodischen Signalen.


    Also es zählt eigentlich wirklich nur der Takt mit dem A/D gewandelt und abgespeichert wird.

  • Das ist wie damals bei den Scannern: die hatten alle 9600 dpi (interpoliert). :mrgreen:


    Bei einen Oszi in dieser China-Preisklasse interessiert mich tatsächlich nur, ob das Signal da ist, welche Frequenz es hat und ob die Pegel einigermaßen passen. Mehr erwarte ich nicht und auf mehr würde ich mich auch nicht verlassen.


    Aber mir reicht das aus.

  • dann reicht aber auch ein gebrauchtes Analoges

  • dann reicht aber auch ein gebrauchtes Analoges

    Das sind nur, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, Riesentrümmer (allein von der Tiefe her). Dafür habe ich leider keinen Platz :( - Es sollte schon was kompaktes sein. Daher auch die Frage, ob so ein Pocketteil ausreicht, aber von dem Gedanken habe ich mich schonmal verabschiedet, das als primäres Oszi in Betracht zu ziehen.

    • Official Post

    Relevant ist bei den Digitalen die *echte* Sample-Rate, gerne wird auch da eine *unechte* hohe Rate behauptet, diese kommt aber vom Mehrfachsamplen mit kleinerer Rate und funktioniert nur bei periodischen Signalen.

    Du meinst das Sampling bei Single-Shot.


    Bei periodischen Sampling bekommst du mehr Genauigkeit, aber ist eben die Frage, was man braucht.

  • dann reicht aber auch ein gebrauchtes Analoges

    Das sind nur, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, Riesentrümmer (allein von der Tiefe her). Dafür habe ich leider keinen Platz :( - Es sollte schon was kompaktes sein. Daher auch die Frage, ob so ein Pocketteil ausreicht, aber von dem Gedanken habe ich mich schonmal verabschiedet, das als primäres Oszi in Betracht zu ziehen.

    Ja, das ist so. Ich habe auch noch ein Hameg 205-2 (20 Mhz mit Speicherfunktion). Das hätte mir eigentlich gereicht. Aber das kriege ich gar nicht dort aufgebaut, wo ich es brauche. Und transportabel ist es schon mal gar nicht.

    Deswegen habe ich mir noch ein 70 MHz Hantek dazu geholt (Hantek ist noch mal eine Qualitätsstufe unter Rigol), aber das benutze ich fast nur noch. Wie gesagt, aus Platzgründen.