Herstellen von Hartsektorierten Disketten

  • Also hier mein Index- bzw. Sektorlochstanzer:


    Vornweg: Die damit gelochten Disketten wurden noch nicht getestet. Das Gerät ist vor einigen Jahren entstanden und geriet dann aber in Vergessenheit, da keine Moeglichkeit zum Schreiben von Hartsektorierten Disketten bestand.

    Der AES Lanier 103 in meinem Besitz kann keine Disketten formatieren. Der damals extra dafuer gekaufte Catweasel MK4 hat das Verkaufsversprechen, dass der auch hartsektorierte Disketten unterstuetzen wird nicht gehalten. Die Software wurde bald nicht mehr weiterentwickelt . Auch aus der Community gab es meineswissens keine löesung fuer Hartsektorierte Disks (abgesehen von einer Linuxvariante die schon im schwer experimentellen Projektstatus wieder verschwand)

    Mehrere Projekte weckten später ebenfalls Hoffnung dass man mal hartsektorierte Disketten schreiben koennte:

    -Kryoflux

    -Supercard Pro

    -Greaseweazle

    -Fluxengine


    Mit Fluxteen/Fluxcopy von PAW ist jetzt endlich etwas greifbar -> das kopieren von AES-Lanier Disketten funktioniert anscheinend schon .


    Ich hoffe daher, die gelochten Disketten bald testen zu können. Dazu muss aber mein AES 103 auch noch repariert werden, der will nach der langen Standzeit nicht mehr.


    Die Idee zu dem indexloch-Stanzer entstand weil ich da einen Korekkturstanzer fuer Lochstreifen (Siehe Bild) vor Augen hatte. Ein defektes Diskettenlaufwerk. war auch griffbereit.

    Was lag also näher als die Diskette in einem Laufwerkschassis zu zentrieren und die Stelle , an der normalerweise die Lichtschranke befand eine Führung fuer einen Abtast-bzw. Stanzstoessel anzubringen.

    Ein Freund hat das dann in einer Institutswerkstatt zusammengebaut und einen Abtast-und Stanz-Stössel hergestellt.

    Dabei ist der Abtaststoessel nur ein umgedrehter HSS-Bohrer und der Stanzstoessel ein abgeschrägter scharfkantiger Dorn.

    Alle Unnötigen Bauteile wie Leseköpfe, Stepepr, Motor, Platine, etc wurden aus dem laufwerk entfernt.

    Natürlich wurde die senkrechte Führung für den Stössel möglichst exakt passend zu Durchmesser und Orbit des Indexloches angepasst.


    Dann wurde eine Hartsektorierte Diskette mit 16 Sektoren "Abgetastet" und die relativen Winkel zum "Loch 0" auf der "Schwungscheibe" des Laufwerkschassis aufgetragen.


    Das "Lochen" einer Softsektorierten Diskette geschieht folgendermaßen:


    -Softsektorierte Diskette nehmen und das einsame indexloch (Loch 0) ans "Fenster" drehen

    -Diskette ins Laufwerkschassis einlegen und verriegeln

    -Abtasten des Loch 0 mit Abtaststössel durch drehen der Schwungscheibe,

    -Durchschieben des Abtaststössels.

    -Stössel verbleibt im Indexloch und Laufwerk wird wieder entriegelt.

    -Schwungscheibe wird exakt auf Markierung 0 gedreht

    -Laufwerk wird wieder verriegelt -> Jetzt befindet sich das einsame Indexloch auf Markierung 0

    -Entfernen des Abtaststössels

    -Weiterdrehen exakt auf die nächste Markierung (Richtung egal)

    -Durchstanzen des zusätzlichen index-bzw. Sektorloch mit dem Stanzstössel

    -weiterdrehen, nächstes Loch stanzen,, weiterdrehen, stanzen und so weiter, ggf. Zwischenkontrolle mit Taststössel

    -wieder angekommen bei Loch 0 dieses zur Kontrolle erneut mit Taststössel abtasten.

    Diskette fertig.

    Resultat sieht optisch fast aus wie ein Originales Index-/Sektorloch..evtl entsteht eine kleiner Grat.

  • Glückwunsch zu dieser Lösung!

    Das habe ich vor langer Zeit auch schon mal so gemacht, allerdings nicht so professionell. Keine saubere Führung, gelocht habe ich mit einem Bohrer, und die Ausrichtung auch nur Pi mal Daumen gemacht. War eben nur ein erster Versuch.

    Interessanterweise hat es trotz meiner primitiven Anordnung und der heftigen Grate an den neuen indexlöchern einigermaßen funktioniert. Soll heißen, dass ca. die Hälfte der Sektoren formatiert werden könnten.

    Ich habe das dann nicht weiter verfolgt, weil ich an echte hartsektorierte Disketten gekommen bin.


    Übrigens hat wumpus2000 sich auch mal ein Werkzeug zum Nachlochen von Disketten gebaut. Allerdings hatte er eine Schablone mit entsprechend vielen Löchern verwendet. Dafür musste er natürlich auch die Diskette aus der Hülle holen

  • Ich bin mit meinem ALPS Laufwerk aus einer defekten 1541 schon gut voran gekommen. Die Konstruktion ist deutlich anders als das Laufwerk auf den Bildern, aber ich bin zuversichtlich.


    Mein Stanzer schafft es zwar noch nicht die Löcher ganz sauber auszustanzen - es bleibt immer ca. 1/4 des Kreises verbunden - aber mit Nacharbeit sollte es gehen.

    Vielleicht lässt sich das aber noch verbessern. mister-freeze : Wie sieht denn bei dir der Gegenhalter aus, in den dein Stanzwerkzeug eintaucht?

    Ich habe eine Hülse genommen, die aber vom Durchmesser deutlich größer ist als der Stanzer.


    Als nächstes muss ich die 16 Positionen in die Schwungscheibe einkerben.

  • Ich sehe da nicht hin, ohne alles zu zerlegen aber soweit ich mich erinnere hatte das Laufwerk auf der Unterseite ohnehin ein Auflageblech mit einer relativ kleinen Oeffnung fuer die ehem. Lichtschranke. Der Stanzstoessel muss halt schoen scharfe Kanten haben. Vielleicht kannst Du ja ein Blech mit einer Bohrung als Gegenlager einkleben (Die 1541 hat ja keine Lichtschranke zur Indexlocherkennung gehabt)

  • An der Stelle ist schon eine Aufnahme im Gehäuse bei dem Alps Laufwerk. Der Durchmesser ist halt ungefähr doppelt so groß, wie der Stanzer.


    Also, wenn es bei dir den ganzen Kreis raustrennt, dann muss ich das auch hinbekommen . :thumbup:

  • Vielleicht bekommst Du ja ein gebohrtes Stück Aluminium da irgendwie reingeklebt.

    Der Stanzer muss halt gut schneiden. Mein Stanzer ist abgeschrägt aber am besten wäre sicher eine Hohlkehle an der Schneide, so ähnlich wie bei einem Papierlocher.

    Viel Erfolg weiterhin..und wir wollen dann natürlich Fotos sehen 8o

  • Leider ruht das Projekt, da ich bisher einzelne Löcher nicht ganz ausstanzen kann.


    Hier mal Bilder von meinem modifizierten Alps. Die Positionen der Sektorlöcher habe ich in die Schwungscheibe mit einer Rundfeile angebracht:



    Wenn die Löcher Grate aufweisen funktioniert durch die erhöhte Reibung auch das synchrone Weiterdrehen der Magnetscheibe nicht.


    Es hängt alles an einem scharfen "Locher"-Stempel und an einem passgenauen Gegenhalter. Die Kupferhülse war das, was die Materialsammlung hergab - an der Stelle sollte ein Gegenhalter mit exaktem Durchmesser sein.

  • Quote from Aquarius

    Es hängt alles an einem scharfen "Locher"-Stempel und an einem passgenauen Gegenhalter. Die Kupferhülse war das, was die Materialsammlung hergab - an der Stelle sollte ein Gegenhalter mit exaktem Durchmesser sein.

    Ich würde statt der Kupferhülse eine Stahlschraube verwenden.



    Das Ende der Schraube (oder anderes Stahteil) flach abschleifen und ein Loch reinbohren, mit dem richtigen Durchmesser (eventuell ein paar Zehntel Millimeter größer als der Stichel). Die Schraube läßt sich eventuell gut in dem vorhandenen Loch befestigen (flache Mutter auf Diskettenseite, oder Gewinde in Laufwerk reinschneiden).


    Den Stichel, wie von @mister-freeze vorgeschlagen mit einer Hohlkehle versehen. Eventuell gleich den Spiralbohrer als Stichel verwenden (das runde, volle Ende entsprechend einkerben, ähnlich Hohlkehle). Wäre jedenfalls genau passend und auch schnitthaltig.

  • Ich habe noch einen Verbesserungsvorschlag zur Schraube:


    das Loch komplett durchbohren und von der Gegenseite mit einem etwas größeren Bohrer aufbohren (aber nicht ganz durch ... 2-3 mm vom kleineren Loch stehen lassen). Damit können die ausgestanzten Schnippsel leicht entfernt werden.

  • Ich bin jetzt selbst noch nicht zum Basteln gekommen, würde aber als Amboss einfach eine kleine Metallplatte mit gebohrtem Loch verwenden. Mit etwas Glück findet man sowas sogar schon fast fertig, ich denke da an sowas: https://www.amazon.de/Flachver…efestigung/dp/B08N44LCBG/

    Allerdings muss man das Loch für den Stichel trotzdem bohren, da die vorgegebenen Löcher zu groß sind.

    Die Löcher würde ich mit dem entsprechenden Locheisen machen: https://www.amazon.de/Locheise…terial/dp/B08Q7CLP85?th=1 (das kleinste Eisen mit 2.5mm Durchmesser sollte passen).

  • Ich habe noch einen Verbesserungsvorschlag zur Schraube:


    das Loch komplett durchbohren und von der Gegenseite mit einem etwas größeren Bohrer aufbohren (aber nicht ganz durch ... 2-3 mm vom kleineren Loch stehen lassen). Damit können die ausgestanzten Schnippsel leicht entfernt werden.

    Ja, das war auch schon eine weitere Anforderung, die mir einfiel.


    Fahre am Mittwoch für ein paar Tage in Urlaub. Mal sehen, ob ich vorher noch dazu komme.

  • Frage,
    ihr sprecht da ja scheinbar über 5 1/4" Disketten, wobei die "echte" hardsektorierten Disketten ja 8" Scheiben waren. D.h. ihr wollt auf 5 1/4 " Laufwerken mit HS-Disketten experimentieren, bzw. diese an speziellen alten Computern betreiben.

  • klaly

    das ist nicht ganz richtig, es gab natürlich auch "echte" hartsektorierte 5,25" Disketten.

    Beispiel:

    -Heathkit H89

    -Diverse AES-Lanier Textsysteme

    -Northstar Horizon


    Es geht darum für solche Geräte Disketten aus softsektorierten Disketten herzustellen, da die hardsektorierten Disketten schwer zu bekommen sind.


    Ergänzung:

    Die hardsektorierten 5,25" Disketten gab es mit 8 , 10 und 16 Sektoren.

  • Ich hoffe daher, die gelochten Disketten bald testen zu können. Dazu muss aber mein AES 103 auch noch repariert werden, der will nach der langen Standzeit nicht mehr.

    Hierzu kann ich nun Erfolg vermelden. Die selbstgestanzten Disketten funktionieren gut in meinem Textsystem.


    Allerdings muss man möglichst präzise arbeiten. Eine Diskette, bei der ich ein bisschen "gehudelt" hatte, war dann wegen einer minimalen Abweichung nicht lauffähig.

    Von daher - falls ich so ein "Wekzeug" nochmals bauen würde, dann würde ich versuchen die Winkelverstellung noch präziser zu gestalten (größere Gradscheibe o.ä.)

  • Hallo zusammen,


    ich habe jetzt eine V-förmige Schneide und die erste Diskette komplett gelocht, jedes Loch mit dem Heißluftfön und den Fingernägeln entgratet.


    Die Diskette raschelt durch die verbliebenen Grate ziemlich laut und ein Loch ist auch zu einem Langloch geworden. Hätte nie gedacht, dass da irgendwas funktioniert.....

    ....ist es Glück oder Zufall?....die Diskette funktioniert :sunny::sunny:


    Fluxcopy beschreibt sie, der Questar/M formatiert die 80 Tracks und PIP hat auch fleissig kopiert. Bootet natürlich auch!!


    Werde mal eine zweite herstellen und schauen, ob ich wieder eine funktionierende hinbekomme.


    Danke nochmal für die Idee mister-freeze!!

  • Danke nochmal für die Idee mister-freeze!!

    Glückwunsch zu dieser Lösung!

    Das habe ich vor langer Zeit auch schon mal so gemacht, allerdings nicht so professionell. Keine saubere Führung, gelocht habe ich mit einem Bohrer, und die Ausrichtung auch nur Pi mal Daumen gemacht. War eben nur ein erster Versuch.


    Georg Ist ja schon einige Jahre her und ich kann mich nicht konkret erinnern - es ist aber gut moeglich dass die Inspiration damals von Deiner Seite kam. Auch den Lochstreifen-Korrekturstanzer hatte ich ja das erste mal bei Dir gesehen.


    ich habe jetzt eine V-förmige Schneide und die erste Diskette komplett gelocht, jedes Loch mit dem Heißluftfön und den Fingernägeln entgratet.

    also ist vielleicht doch der spitz abgeschraegte Stoessel besser geeignet. Bei meinem Locher etsteht kein Grat und es fallen auch saubere "Rundschnipsel"unten raus.


    Auf jedem Fall Super dass es bei Dir jetzt hinhaut.

  • Hier noch ein anderer Ansatz von mir einen Disk-Puncher aus Kuststoff oder Metall herzustellen.

    Etwas in der Richtung sollte für einen "Metallberufler" machbar sein. Ich habe die Idee aber nicht weiter verfolgt, da ich mit der Laufwerksversion das auskommen habe. Ist nur eine Skizze ohne Maßtreue.




  • Hole punch prototype. Drilled a 2,5mm hole through a bolt, then threaded a hole in a section of steel to hold it. Push-button handle and a spring to return it away from the end.

    Only has a single-action cutting face, I think I am going to use a diamond file and create a U shaped indention instead of the angle cut there.


    Even so, into an arbor, the hole produced in paper is moderately accurate. Quite pleased with the results so far.


    Phil