Hilfe zum Thema Spannungsangaben und Typen von Kondensatoren

    • Offizieller Beitrag

    Ich brauche einen Tipp - ich bin alt und verwirrt :)

    Ich bin bei der Instandsetzung eines CBM 3032 über eine Fragestellung gestolpert, von der ich der Meinung war, dass die eigentlich trivial ist.

    Ich habe festgestellt, das bei meinem Reparaturobjekt die Resetlogik durch einen früheren, unvollständig ausgeführten Reparaturversuch ruiniert wurde.

    Es wurden zwei Kondensatoren ohne Ersatz entfernt. Nix dramatisches sollte man meinen.


    Die beiden Kondensatoren C66 und C68 fehlen. Laut Commodore Teileliste sind das:

    • 10nF 50V Keramik
    • 100nF 100V PolyFilm


    Ich verstehe nicht, warum an dieser Stelle Kondensatoren spezifiziert werden die 50V und 100V abkönnen?

    Ausserdem frage ich mich, ob ich anstelle des PolyFilm Kondensators auch einen Keramik Kondensator verwenden kann?

    Ich würde in beiden Fällen eigentlich Keramik Kondensatoren 16V/25V (was halt so da ist) nehmen.

    Die Resetschaltung rund um den LM555 ist ja eigentlich trivial, da steht ja immer nur 5V an - oder habe ich was übersehen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich verstehe nicht, warum an dieser Stelle Kondensatoren spezifiziert werden die 50V und 100V abkönnen?

    Du hast es doch schon beantwortet:


    was halt so da ist


    Pin 5 stuetzt einen Abgriff im internen Spannungsteiler.

    Pin 2 ist anscheinend eine Einschaltverzoegerung.

    Der 555 ist nicht mein Freund.

    • Offizieller Beitrag

    Vielleicht gibt es einfach keine Folien- und Keramikkondensatoren mit 16/25 Volt?

    Möglich, ich habe gesehen, dass meine Keramik Sortimente alle 50V spezifiziert sind. Würde ich ja auch nehmen.

    Dann stellt sich nur die Frage, ob an der Stelle unbedingt der Folienkondensator verwendet werden muss. Ich kanns mir nicht vorstellen - hat sich Commodore da was bei gedacht oder haben die auf ihre Liste die Teile gesetzt, die grade billig zu bekommen waren.


    Edit: Es gibt aber auch 16V und 25V bedrahtete Keramikkondensatoren - z.B.

  • oder haben die auf ihre Liste die Teile gesetzt, die grade billig zu bekommen waren.

    das wirds wohl eher sein.. auch beim C64 sind ja dann später diese tropfenförmigen Wachs-Kondensatoren zum Einsatz gekommen

    die haben einfach das billigste verbaut, was gerade am Markt zu finden war


    kannst du guten Gewissens durch hochwertige Keramik - C`s ersetzen (es sei denn, du möchtest historisch korrekt bleiben ;))

    ich bin signifikant genug:razz:

  • 1. musst Du in einer Stückliste irgendwas spezifizieren. Mit einer Angabe 100nF MINDESTENS 10 Volt kann ein Fertiger i.A. nix anfangen.

    2. natürlich bekommen die Kondensatoren in obiger Schaltung maximal 5 Volt ab. Mit Reserve reichen dann 10 Volt.

    3. bei Elkos (und nur dort) ist theoretisch eine wesentlich höhere Betriebsspannung des Kondensators, welche dann nicht annähernd genutzt wird schädlich, weil sich dann die dickere Oxydschicht abbauen kann und die Kapazität stark ansteigen kann.


    Achso: Folienkondensator vs. Keramikkondensator:


    Folienkondensatoren haben kaum Temperaturabhängigkeit der Kapazität;

    Keramikkondensatoren können schon bei der Fertigung viele 10% abweichen und sind auch (je nach Keramik X7R Y5V) extrem Temperaturabhängig.


    Für eine konstant langen Resetimpuls wohl nicht schön genug.

    Wobei... wen würde das jucken solange die Mindeslänge immer eingehalten ist?

    • Offizieller Beitrag

    sind auch (je nach Keramik X7R Y5V) extrem Temperaturabhängig.

    Wo du gerade die Kermik ansprichst, ich meine Y5 hat auch eine Kapazitäsabhängigkeit in Abhängigkeit der Ist-Spannung zur Nennspannung.

    Hier ist eine hohe Nennspannung besser, die dann nur zu wenigen Prozent ausgenutzt wird.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…igkeit_der_Kapazit%C3%A4t

  • Es gibt auch noch einen Piezoelektrischen Effekt...


    Aber all dies ist egal, solange diese mit hochkapazitiven Keramiken aufgebauten Kondensatoren nur für den eigentlichlichen Zweck als Stütz- und Glättungs- und Bypasskondensatoren für Spannungen eingesetzt werden.


    Ich setze diese inzwischen überall, wo es geht, an Stelle von Elkos oder Tantalelkos ein. Kapazitäten im -zig µF Bereich bei 6.3V gibt es bereits in Bauform SMD 0402