Erstellung von 22Disk - Diskettendefinition für CP/M von Z80 Rechner von Soabar.

  • Hallo Zusammen,


    Auf einen eher exotischen kleinen Z80 Rechner der Marke Soabar würde ich gerne Software transferieren bzw. Disketten formatieren

    Auf der einzigen vorhandenen Diskette sind keine Format- oder Kopiertools vorhanden.


    Evtl. ist 22Disk das richtige Tool, allerdings verstehe ich noch nicht ganz wie man auf die richtigen Parameter für die Diskettendefinition kommt.


    Die Disketten sind 48tpi, 2-Seitig, 5 Sektoren á 1024 Bytes in der Folge 1-4-2-5-3


    Mit dieser Definition die zumindest die bekannten Parameter enthält

    Code
    BEGIN CDI1  CDI-5000 - DSDD 48 tpi 5.25"
    DENSITY MFM ,LOW 
    CYLINDERS 40
    SIDES 2
    SECTORS 5,1024
    SIDE1 0 1,4,2,5,3
    SIDE2 1 1,4,2,5,3
    ORDER SIDES 
    BSH 4 BLM 15 EXM 1 DSM 194 DRM 63 AL0 080H AL1 0 OFS 2
    END 


    lässt sich das Directory zwar lesen allerdings mit Fehlern. (Two files found to use the same diskette block -- You may be using the wrong disk definition

    2 Dateien konnte ich nach DOS transferieren aber nichts von DOS nach CP/M ohne Fehlermeldung.


    Könnt ihr mir bitte ein bisschen auf die Sprünge helfen bzgl. der Definition ?



    Anliegend die Diskette als Fluxcopy-Image , als Fluxdump-Dump und als .imd .

    Beim Einlesen der Diskette hat Imagedisk gemotzt bei Track1, Seite 1, Sektor 3.

    Fluxdump hingegen hatte was an einem Sektor auf Track 36 auszusetzen (CRC-Error)

  • mister-freeze

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  • Mein Versuch:


    BEGIN SBAR SAOBAR 40tr.

    DENSITY MFM ,LOW

    CYLINDERS 40

    SIDES 2

    SKEW 2

    SECTORS 5,1024

    SIDE1 0 1,2,3,4,5

    SIDE2 1 1,2,3,4,5

    ORDER SIDES

    BSH 4 BLM 15 EXM 1 DSM 196 DRM 63 AL0 80H AL1 0 OFS 2

    END


    ##

    ## DSM 196

    ##



    ZIP im Anhang korrigiert da diese die falsche war.

    SOABAR.zip

  • Hallo Fritz,


    habe versucht es mit SAMCONV nach zu vollziehen. Ist mir nicht gelungen. Bekam Fehlermeldungen.


    Nach näherer Analyse habe ich folgendes rausgefunden:


    Zuerst habe ich das IMD-Image mit SAMdisk auf ein DSK-image umgewandelt und dort auf Fehler gescannt.

    Im IMD-Image ist ein Fehler auf Track 1 (Rückseite).


    Quote from mister-freeze

    Beim Einlesen der Diskette hat Imagedisk gemotzt bei Track1, Seite 1, Sektor 3.

    Imagedisk hatte somit recht.


    Um den Fehler zu beheben, habe ich das DSK-Image mittels SAMdisk auf eine Diskette geschrieben und dann den fehlerhaften Track mittels FLUXCOPY überschrieben. Dort wurde ja kein Fehler gemeldet. Anschließend habe ich die korrigierte Diskette wieder mit SAMdisk eingelesen. Hier meldete SAMdisk keinen Fehler mehr.


    Nun habe ich versucht mit SAMCONV die Diskette einzulesen. Dabei habe ich zuerst die von Euch vorgeschlagenen Diskdefinitionen verwendet, was aber nicht zum Erfolg führte. SAMCONV meldete, dass ein SKEW von 2 gefunden wurde und konnte das Verzeichnis nicht lesen. Üblicherweise wird entweder ein hardware Skew verwendet, oder ein Interleave der über CP/M definiert wird. Beides gemeinsam wäre ungewöhnlich. Deshalb habe ich den SKEW auf 2 gesetzt und den Interleave entfernt. Nun konnte SAMCONV das Image einwandfrei lesen. Hier sind die DOS-Dateien:


    SOABAR2 - DOS-Files.zip


    Hier sind die korrigierten Images und die Definition für SAMCONV, welche sehr leicht auf 22DISK übersetzt werden kann.


    SOABAR2 - korrigiert.zip



    Den Parameter DSM 196 hatte ich vorhin nicht näher überprüft. Nachträglich habe ich festgestellt, dass 194 stimmt. Dies wirkt sich aber beim Lesen nicht aus. Beim Schreiben könnte es allerdings ein Problem geben, da 194 das Limit für den Speicherplatz ist.


    DSM berechnet sich wie folgt: (Gesamtkapazität - Systemtracks - Directory) / CPM-Unit-Size


    Gesamt = 2 x 40 Spuren zu je 5KB = 400KB

    2 Systemtracks (Track 1 auf 2 Seiten) = 10KB

    Directory = 2KB

    CPM-Unit-Size = 2KB


    DSM = (400 - 10 - 2) / 2 = 194



    Gute Nacht!


    PAW

  • Hier habe ich noch eine bootfähige Diskette mit Programmen erstellt.

    Bitte testen, ich habe die Diskette mit 22disk formatiert, Track 1 mit IMD aus dem Image geschrieben und die Dateien mit 22disk rüber kopiert.


    Die bei mir funktionierende 22DISK Definition ist:


    BEGIN SBAR SOABAR 40tr. 5x1024

    DENSITY MFM ,LOW

    CYLINDERS 40

    SIDES 2

    SKEW 2

    SECTORS 5,1024

    SIDE1 0 1,2,3,4,5

    SIDE2 1 1,2,3,4,5

    ORDER SIDES

    BSH 4 BLM 15 EXM 1 DSM 194 DRM 63 AL0 80H AL1 0 OFS 2

    END

  • Das sind ja beides (oder nur eins?) schöne Tools... gibt es soetwas auch für die 68K Rechner oder war/ist das auf Z80 beschränkt ?

    Gruß Torsten

    BFZ MFA, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, MSX VG8010, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Amiga 500 & 1200, Atari Portfolio, HP200LX, IBM PC5155, TP755c, TP755cx, T20, T41, T61, PS/2 (Model 40SX), PS/2E, Accura 101, Apple //e, Sharp PC1401 & PC1403H, TI59 m. PC-100c, HP48SX & HP48GX


    ::matrix::

  • Sehr schön. Vielleicht kannst du noch ein wenig zu den beiden Geräten erzählen.

    Die beiden Geräte stammen von einem ehemaligen, bereits verstorbenen Mitarbeiter bei der Fa. Soabar in Eching bei München.

    Die Firma wurde von Avery übernommen und heisst heute Novexx. Die Firma stellt Etikettier-und Kennzeichnungssysteme her.

    Eine Fa. Soabar Ltd. firmiert auch noch in England, die macht ebenfalls solche Systeme und hat den Namen scheinbar behalten.

    Die Soabar Rechner waren also für oder ein Teil von Etikettiersystemen. Da diese aber unter CP/M laufen konnten diese auch als ganz normaler Computer verwendet werden. Die Bezeichnung "Business Micro" auf einem der Geräte legt nahe, dass diese auch den Weg in die Büros schaffen sollten.


    Eine Kontaktaufnahme mit der Fa. Novexx ergab:

    > Hallo Herr ,

    > die "alten Hasen" haben wir befragt - ja, 3 Kollegen konnten sich an dieses System erinnern.

    > Aber leider gibt es dazu aus der Erinnerung, das es das System mal gab nicht s mehr weiter. Also keine Unterlagen und auch das mentale Wissen ist erodiert. Vielleicht ist das auch die Gnade des Vergessen.

    > Viel Erfolg mit dem Restaurieren, mfG


    Den ersten Rechner habe ich von einem Verwandten des Verstorbenen bekommen, allerdings ohne Diskette. Aber mit dem Hinweis, dass ein anderer Verwandter evtl. noch Zubehör hat. Nach Kontaktaufnahme habe ich noch das 2te Gerät bekommen mit der einzigen Diskette im Laufwerk. Alles andere wurde bereits im Vorfeld entsorgt (inclusive vieler Bauteile und....)


    Dem Bericht nach war der ursprüngliche Besitzer auch an der Entwicklung der Geräte beteiligt. Das bestätigt sich auch insofern, dass beim Einschalten der Geräte ein mächtiges Monitor/Debuggertool gestartet wird mit vielen vordefinierten Tasten. Ferner ist auf der Diskette auch eine Software für einen Eprommer PGS-48 (vermutl. von Ertec).


    Eines der Geräte hatte Probleme mit den Spannungen, aber der defekte Tantal war schnell gefunden.


    Mein Ziel ist jetzt erstmal erreicht, die Systeme funktionieren incl. der Disketten. Ein Dateitransfer ist nun auch möglich. Ich bin halt doch mehr der Hardware-Tüftler als der User. Ich überlege eines der Geräte wieder abzugeben. Nur welches ? Das eine ist besser vom Zustand, das andere hat die schönen Pumuckel-Aufkleber drauf :D.

  • Habe mal eine grundsätzliche Frage zu den Diskettenformaten unter CP/M, die ohne Zweifel durch die Lektüre dieses und anderer Threads hier inspiriert ist. Auch eine Suche im Internet konnte noch keine wirkliche Antwort liefern.


    Weiß man, wieviele verschiedene Diskettenformate es gibt, die von CP/M angesprochen werden können?

  • Weiß man, wieviele verschiedene Diskettenformate es gibt, die von CP/M angesprochen werden können?

    Theoretisch unendlich ....


    Zu 22disk V1.44 sind 426 Formate in der Tabelle.

    Ergänzt um die bekanntesten deutschen Formate sind es 545 Formatdefinitionen.

    Hier habe ich aber mir weiter bekannten Formate zu ( J&K, TCS Genie, CPU280, Conitec, ...) nicht mitgezählt, es kommen noch ca. 30 Formate hinzu.


    Eine Auflistung aller bekannten Formate habe ich nicht gemacht, die obigen Angaben ergeben aber einen kleinen Überblick über die Vielfalt an Möglichkeiten.

  • Quote from Bodhi1969

    Weiß man, wieviele verschiedene Diskettenformate es gibt, die von CP/M angesprochen werden können?

    Zusätzlich zu den von fritzeflink angeführten 426 Formaten in 22disk gibt es rund 300 Definitionen in SuperCopy 3.40, welche sich aber großteils mit den schon angeführten überschneiden.


    Das bezieht sich auf bereits implementierte Formate, meist 3.5", 5.25" und 8" Disketten.


    Aufgrund der Wahlmöglichkeit der Parameter ließen sich ungleich viel mehr erstellen.

    Alleine wenn man gängige Werte der Parameter ausmultipliziert, kommt man auf eine unglaubliche Zahl von rund 97.853.184.000.000. (Die Zahl ist als Schätzwert zu betrachten und nicht wissenschaftlich fundiert!)


    Anzahl der gängigen Möglichkeiten:


    SectorSize: 4

    Invert/NonInvert: 2

    FM/MFM: 2

    Anzahl Tracks: 9 (z.B.: 35, 36, 39, 40, 76, 80, ...)

    Sides: 2

    Sectors: 11

    Skew: 6

    Interleave: ~100

    BSH & BLM: 4

    EXM: 5

    DSM: ~300

    DRM: ~13

    AL0: ~10

    AL1: 3

    Systemtracks: 22


    CP/M selbst händelt eigentlich nur einen Teil der Parameter, den Rest erledigt die Hardware, sowie das BIOS, welche die Daten entsprechend aufbereiten.


    Grüße, PAW