Tandon TM100-2A erkennt nur eine Seite

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    Mahlzeit zusammen,


    ich habe ein seltsames Verhalten meiner Tandon Floppy Laufwerke entdeckt:


    wenn ich an meinem 5150 mit 10MB HDD und einem Floppy eine Diskette unter IBM DOS 3.0 formatiere (ohne Parameter), dann formatiert der Rechner die Diskette in einem Tandon auf 180k, im anderen auf 360k!


    Es handelt sich jeweils um die gleiche Diskette - es sieht für mich so aus, als ob der Controller Head 2 nicht erkennt und die Diskette nur einseitig formatiert. Es gibt keine Fehlermeldung!


    Ist das Problem bekannt? Wie erkennt DOS, ob es sich um ein einseitiges oder doppelseitiges Laufwerk handelt? Wird da probegeschrieben?


    Beide Laufwerke sehen weitgehend identisch aus und sind gleich gejumpert.

    • Offizieller Beitrag

    Das Köpfe vertauschen ist ein guter Tip! Werde ich mal ausprobieren, wenn Head 1 dann nicht geht, sollte es eigentlich gar keine Möglichkeit zum Formatieren geben. Einen anderen Rechner hab ich derzeit nicht greifbar, der 360k Laufwerke haben wollte...


    Wie testet DOS, welche Art von Laufwerk angeschlossen ist?

  • Eigentlich hat der PC keinerlei Chance, bei einer eingelegten unformatierten Diskette zwischen single- und doublesided zu unterscheiden - Das Laufwerk sagt's ihm einfach nicht, zumindestens nicht über einen Standard-Pin.


    Der PC kann (mit dem upd765) erkennen, ob ein doppelseitiges Laufwerk voriegt, wenn das das auch sagt - Das können m.W aber nur 8"-Laufwerke mit 50-poligem Anschluß.


    Bei einer formatierten Diskette kann man natürlich eine bestimmte Spur auf beiden Seiten lesen und vergleichen. Mit unformatierten geht das aber nicht.


    Und natürlich kann man dasselbe auch mit "formatieren" machen - zwei verschiedene Tracks auf beide Seiten schreiben, zurücklesen und schauen, ob dasselbe zurückkommt.


    Ich glaube zu wisssen, dass das originale PC-Bios durch ähnliche Reifen springt, um rauszufinden, ob ein 40- oder 80-Spur-Laufwerk angeschlossen ist (seek nach Track 48, dann zurück auf Track 10, dann spurweise zurück, bis ein "Track-0"-Signal kommt. Bei 40-Spur-Laufwerken kommt das Track-0 früher (weil der erste Schritt nur auf Track 40 gelandet ist und dann der Kopf anschlug)

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  • Bei 8" Disketten erkennnen die Laufwerks das im Indexloch, dessen Lage sich zwischen SS und DS Disketten um ein paar Grad unterscheidet. Doppelseitige Laufwerke haben dafür zwei Sensoren, die der Erkennung dienen. Bei einseitigen Laufwerken erübrigt sich das natürlich. 5.25" Disketten bieten diese Möglichkeit aber nicht und auch als SS verkaufte Disketten kassen sich i.d.R. auf doppelseitigen Laufwerken auch auf beiden Seiten formatieren.


    Soweit ich weiß haben IBM PCs immer doppelseitige Laufwerke gehabt. Unter 360K für 40 Track DS kann man im BIOS wohl nichts einstellen. Welchen Nutzen sollte dann im BIOS eine Test auf ein SS Laufwerk haben? Gibt es den Test wirklich?


    Komisch ist dann aber das von mikemcbike beschriebene Verhalten. Wenn ich die Beschreibung richtig lese, hast du zwei identische Tandon Laufwerk im selben PC. Stecke die doch einfach mal um, aus A: mach B: und umgekehrt. Wandert der Fehler dann mit?

  • Die ersten IBM PCs hatten tatsächlich einseitge Laufwerke.

    Gesehen habe ich einen 8088 basierten IBM nie, habe Anfang der 80er gleich mit einem IBM PC-AT angefangen und kenne deshalb aus eigener Erfahrung nur BIOS Versionen, bei denen 360K Laufwerke das Minimum sind.


    Du hast aber natürlich recht. Hier steht es ja eindeutig in der Tabelle: https://en.wikipedia.org/wiki/IBM_Personal_Computer#Hardware


    Ich hatte vorhin etwas tiefer geschaut bei https://en.wikipedia.org/wiki/IBM_Personal_Computer#Storage und die Formulierung als "immer doppelseitig" interpretiert.

  • Guten Abend

    mikemcbike


    Sorry, komme nicht ganz mit,

    Frage : hast du zwei identische Rechner, gleiche Hardware, gleiche Bios Version aber mit unterschiedlichen, aber ähnlich gleich kodieren Diskettenlaufwerke,


    Was passiert, wenn du eine höhere IBM Version nimmst


    Wegen der vorherigen Diskussion 160K bei den ersten Orginal IBM PC


  • Guten Abend


    Sorry, komme nicht ganz mit,

    Frage : hast du zwei identische Rechner, gleiche Hardware, gleiche Bios Version aber mit unterschiedlichen, aber ähnlich gleich kodieren Diskettenlaufwerke,

    Neee. Offensichtlich hat er einen Rechner mit zwei (doublesided) Laufwerken und einer Festplatte, und der Rechner hält eins davon für single-sided (weil er per default darin eine Diskette als single-sided formatiert)


    Frage an mikemcbike : Ändert sich irgendwas am Verhalten, wenn DOS im entsprechenden Laufwerk einmal eine doppelseitige Diskette "gesehen" hat?


    An sich sollte PC-DOS >1.1 grundsätzlich doppelseitig formatieren, wenn man nicht /1 angibt. Und ich denke auch, dass es normalerweise die DOS-Version ist, die das default-Format bestimmt, und nicht das Laufwerk.

    4 Mal editiert, zuletzt von tofro ()

    • Offizieller Beitrag

    Moin,

    also nochmal: ein Rechner erkennt bei der gleichen Diskette am gleichen Controller die diskette mit dem einen Laufwerk als einseitig, mit dem anderen Laufwerk als doppelseitig. Update: auch das "doppelseitige", also bessere Laufwerk erkennt die Diskette ab und zu als einseitig - es scheint sich um Lesefehler zu handeln. Die Schreibleseköpfe haben alle ähnliche Widerstandswerte, zwischen 10 und 8 Ohm pro Spule.


    Wenn ich bei dem Laufwerk, welches nur einseitig erkennt, die Köpfe per Steckverbinder tausche, formatiert das Gerät garnicht. Mache ich dies bei dem guten Laufwerk, dann funktioniert es.

  • Moin, Moin.


    Das deutet wohl auf ein Problem im Kanal auf der Oberseite des Laufwerks / der Diskette hin.


    Hast Du am Rechner irgendwas umgebaut? Haben beide Laufwerk früher mal wie erwartet funktioniert? Köpfe sind sauber? Side Select Signal funktioniert? Passiert das mit mehr als einer Diskette?


    Und noch was ganz Doofes - traue mich kaum zu fragen. Du hast nicht zufällig versehentlich eine HD Diskette erwischt?


    VG Albert

    • Offizieller Beitrag

    Es muss am Laufwerk liegen, vielleicht hat ja der Kopf auch einen Schuss... Ich habe keine HD-Disketten verwendet. DD geht schlechter, MD geht besser...


    Kann zusätzlich auch am Diskettenmaterial liegen.

  • TM100-2A Service Manual hast Du? Die Platine hat diverse Test Points. Vielleicht kannst du mit einem Scope noch etwas lokalisieren. Es gibt ja hier viele im Forum, die bei so alter Hardware prophylaktisch den Tausch aller Elkos und Tantals empfehlen...


    Ob evtl. zum Testen ein Swap der Platinen der beiden Laufwerke Sinn macht? Probiert habe ich sowas noch nie, weil ja angeblich immer passend zum Kopf kalibriert wird.

  • Lies mal das:


    Zitat

    Hooking the Tandon up to a PC, I used the ImageDisk align utility to quickly find out that my problem was not just alignment, but one of the heads not firing at all. I took the controller board off the drive, and noticed that the diskette had a buckle in it where it passed between the heads. The plastic frame that sits on top of the aluminium chassis may have shrunk a bit over 30 years, or I may have pressed it back into position too firmly after cleaning out the drive, or maybe a combination of both. Anyway, with these drives it is worth checking that the disk slot is exactly at the right level for the fixed head. Problem fixed by levering one or two of the plastic holding posts about 1mm out of its snug hole in the aluminium chassis. The test for correct position is easy - the disk slides in without pushing, shoving or twisting!

    Zum einen: Der verwendet ImageDisk, um überhaupt zu sehen, welcher Kopf was liest (gute Idee).


    Zum anderen scheint er dasselbe Problem zu haben wie du - Ein Kopf macht garnix.