WHAT THE F*CK is THIS?! Wir raten Retro-Gedöns

  • Sieht aus, wie die Rückseite der Hauptplatine eines Power Mac G5

    Wenigstens einer nimmt mich ernst. :)

    Es ist in der Tat die Rückseite der Hauptplatine eines PowerMac G5 Dual 2.7 mit Wasserkühlung von 2005. Für mich retro genug.


    Leider hat das ganze Zerlegen, Reinigen und Mainboardbacken auch nur kurzzeitig Linderung gebracht. Er ging zwar beim ersten Versuch an (tat er vorher nur selten), aber nach um die 10 Minuten ist er eingefroren. Beim zweiten Bootversuch kam er noch bis in den Finder, beim dritten kam er nichtmal mehr durch den Hardwaretest.


    Also wird er ausgewaidet und entsorgt. Schad drum.

  • Entsorgt? Wär schade drum, auch wenn die Marke hier oft gedisst wird.

    Dissen würde ich das nicht nennen. Da kann ich aus Erfahrung schreiben.
    Ist wie bei Mac Doof, alle meckern und die Hütte ist voll.


    So ein Mac kann super beim ablichten von Presspappe dienen. Wo wir beim dissen meines Arbeitgebers sind.


    Also, nicht so Ernst nehmen!

  • 2005, das ist die Zeit, in der viele PC-Hersteller, auch große wie Dell, minderwertige LowESR-Elkos auf den Boards verbaut haben. Das wäre noch ein Ansatz.

  • eben, wenn er prinzipiell ging, aber nach Zeit ausfällt, würde ich zuallererst Bauteile identifizieren, welche sowas verursachen können. Silizium zähle ich nicht dazu, aber sehr wohl Elkos.


    Ich würde mich auch gerne mal so einem Teil annehmen, einen Mac hatte ich noch nie nahe...

  • Ich hätte da auch mal was. Und zwar was unverwechselbares, auch wenn's auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussehen mag:

    IMG_1166.png

    Wenn's zu schwer ist, mach' ich morgen den Ausschnitt ein bißchen größer. Aber der eine oder andere kann bestimmt raten, wozu das gehört...

  • is bestimmt ein Amiga Board - schon allein die Mitteilung "Hi Dawn" ... damit hat sich doch der Urheber mit einer Mitteilung an seine Freundin verewigt?

  • Wird schon wärmer. Auch die Theorie mit der Freundin ist schon ziemlich nahe. Trotzdem ist's leider kein Amiga-Board.


    Leider hilft einem das nicht viel weiter, wenn man den (damaligen) Verlobten von Dawn nicht kennt (Ach so: Es hat ihr anscheinend gefallen. Sie hat ihn geheiratet :herzen: )

  • Ich zeig' euch mal die Bestückungsseite, da ist ganz schön was drauf - Auch wenn ich fieserweise ein paar verräterische Stellen übermalt habe.

    IMG_1167A.png

    Aber vielleicht verraten ja die übermalten Stellen auch schon was...


    Wie man sehen kann, sind auf dieser Seite weniger Buchstaben drauf - haben keine mehr Platz gehabt...


    Auf jeden Fall denke ich mir mal, dass Mike (das ist der, der später Dawn geheiratet hat und ihr seinen schönen Nachnamen Tomlinson gegeben hat), durchaus ein Stein im Brett bei seinem Chef hatte, daß er sich herausnehmen konnte, sein Board als WhatsApp-Vorgänger zu benutzen - Das ist eine ganz schön dicht gepackte, hand-layoutete Platine, das konnte damals nicht jeder...


    Das tut mir jetzt leid, daß euch das alles nichts nutzt, aber es ist wenigstens eine nette Geschichte ;)

  • Da Handgelötet, offensichtlich ein Bausatz...

  • Ja, das ist eine Miracle GoldCard (wegen ihres gold-eloxierten Kühlkörpers) - kam ca. 1991 raus, als es Sinclair schon 5 Jahre nicht mehr gab. Die Karte wäre in der Amiga-Welt eine "Beschleunigerkarte" gewesen, der QL kannte solche Namen nicht. Es steckt ein "echter" 16-Bit 68000 mit 16/24MHz drauf, mit 2MB Speicher (mit 16-bit-bus angebunden), der sowohl ROM als auch Bildschirmspeicher des QL shadowet, eine Echtzeituhr (daher der "Saft"), und ein ED/HD/DD Floppycontroller. Beim Booten holt die Karte sich das QL-ROM ins RAM (aus Geschwindigkeits- und auch aus Copyrightgründen, Anbieter hatten damals Angst, daß Amstrad rechtlich gegen Firmen vorgehen würde, die den zu Grabe getragenen QL nicht ruhen lassen wollten). Das ROM wird gepatcht (um Zeitschlefen usw. anzupassen) und läuft aus dem RAM.


    Die Karte beschleunugt den QL locker um das 4-5-fache und macht ein kleines "Raketchen" aus ihm. (Raketchen, weil 1 Jahr später schon eine SuperGoldCard mit 68020 und 4MB rauskam, die nochmal 2-3-mal schneller war und auf der gleiche Flöche auch noch eine Parallellschnittstelle unterbrachte.


    Nein, das war kein Bausatz - Nur haben die Lötstellen die 30 Jahre nicht ganz unbeschadet überstanden, und die Karte ist schon an ein paar Stellen von mir von Hand nachgelötet worden. Allerdings war der Markt für solche Karten für einen Computer, von dem nur ein paar-100000 verkauft wurden, 5 Jahre nach der Einstellung nicht mehr so riesig, dass man sich mehr als eine kleine Serie getraut hätte (es dürften aber trotzdem ein paar Tausend geworden sein, die Karte war in dem kleinen Markt sehr populär). Die Firma Miracle Systems, die die Karte hergestellt hat, war eine sehr kleine, bestehend aus Stuart Honeyball und seinem oben schon erwähnten Mitarbeiter Mike Tomlinson, die berühmt dafür waren, zu QL-Treffen auf dem Festland (und in den USA) mit Flugzeug und -Klapprad- anzureisen und ihre Waren feilzubieten.


    IMG_1167.png


    Miracle Systems gibt es nicht mehr, Stuart Honeyball ist vor ein paar Jahren leider verstorben. Heute gibt es hin und wieder Nachbauten der Karte aus Russland bei eBay oder Sell-My-Retro zu kaufen.