Rechnen mit Rechenschieber und Logarithmentafel - verschoben aus Energieeinsparung

  • Das Unheil hat doch schon Mitte der 70er begonnen, als plötzlich keiner mehr mit dem Rechenschieber umgehen oder im Kopf rechnen wollte, weil dieses moderne Zeug aufkam, die 'Taschenrechner'. Seither geht's doch nur noch bergab, siehe PISA-Studien und schwindende MINT-Kompetenz. Und dann die 'Heimcomputer', Teufelskram, viele jungen Leute wurden spielsüchtig und gewalttätig und leiden noch heute darunter. Vom 'Walkman' und 'Smartphones' will ich gar nicht erst anfangen, versteht ja eh niemand mehr, wieso und wie das alles funktioniert, den ganzen Müll doch eigentlich auch kein Mensch.

    Eigentlich war der Rechenschieber als Rechenhilfe schon ein Irrweg, weil er das Kopfrechnen untergraben hat.


    Im Grunde lief es im Mittelalter ganz gut. Da hatte Kirche noch alles unter Kontrolle und für alles eine einfache Erklärung. Wissenschaftler, die Fake-News verbreitet haben, wurden verbrannt. Das hätte man alles so belassen sollen. Ich denke aber, letzteres wird bald wieder eingeführt.


    Ansonsten: siehe Signatur.

    i-Telex 211230 dege d

    http://www.marburger-stammtisch.de


    Douglas Adams: "Everything, that is invented and exists at the time of your birth, is natural. Everything that is invented until you´re 35 is interesting, exciting and you can possibly make a career in it. Everything that is invented after you´re 35 is against the law of nature. Apply this list to movies, rock music, word processors and mobile phones to work out how old you are."

  • Eigentlich war der Rechenschieber als Rechenhilfe schon ein Irrweg, weil er das Kopfrechnen untergraben hat.


    Im Grunde lief es im Mittelalter ganz gut. Da hatte Kirche noch alles unter Kontrolle und für alles eine einfache Erklärung. Wissenschaftler, die Fake-News verbreitet haben, wurden verbrannt. Das hätte man alles so belassen sollen. Ich denke aber, letzteres wird bald wieder eingeführt.


    Ansonsten: siehe Signatur.

    Das meinst du aber nicht im Ernst? Der Rechenschieber ein Irrweg?

    Dann drücke ich dir mal meinen Rechenschieber in die Hand und du

    sollst mal ein paar Rechnungen machen. Zum Schluss musst du mindestens

    noch so fitt sein, dass du eine Plausibilität machen kannst. Bei kleinen und

    grossen Zahlen ist das gar nicht so einfach.


    Und die Bedienung meines Rechenschiebers verlangt dann schon ein

    bisschen Hirnschmalz.


    Und der beigelegte Dreieck-Massstab mit den verschiedenen Massstäben

    drauf ist auch eine geniale Erleichterung. Wenn du da beim Zeichnen immer

    im Kopf von 1:50 umrechnen musst, dann viel Vergnügen.


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  • Und die Bedienung meines Rechenschiebers verlangt dann schon ein

    bisschen Hirnschmalz.

    Das Thema Rechenschieber ist hier zwar off topic, aber für das Forum grundsätzlich interessant. Evtl. könnte man das auslagern.


    Ich habe 1971-1975 meine Ausbildung zum Chemielaboranten gemacht und da wurde in Ausbildung und Beruf noch alles mit Rechenschieber und Logarithmentafel gerechnet. Das war zwar eine große Erleichterung, aber da man die Kommastellen separat im Kopf oder auf Papier mitführen musste, waren komplizierte Berechnungen nicht trivial.

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    Das ist übrigens mein Original-Rechenschieber Faber-Castell Modell 4/87 (58cm lang)


    Fazit: Wenn man etwas berechnet, muss an immer wissen was man tut. Rechenschieber und Logarithmentafel lehren einen, die Größenordnungen immer korrekt im Auge zu halten.

  • …und die Überschlagsrechnung nicht vergessen…😉


    xesrjb

    "Der Wein mit der Pille ist im Becher mit dem Fächer. Im Pokal mit dem Portal ist der Wein gut und fein

  • Ich habe 1971-1975 meine Ausbildung zum Chemielaboranten gemacht und da wurde in Ausbildung und Beruf noch alles mit Rechenschieber und Logarithmentafel gerechnet. Das war zwar eine große Erleichterung, aber da man die Kommastellen separat im Kopf oder auf Papier mitführen musste, waren komplizierte Berechnungen nicht trivial.

    Jetzt ohne Ironie:


    Ich musste in der Schule auch noch mit dem Rechenschieber rechnen. Aber die Zeit ist vorbei.

    Die Industrie will ausgebildete Schulabgänger, Techniker, Akademiker usw., die technisch auf der Höhe der Zeit sind.

    Mit dem Rechenschieber kann ich die Aufgaben in meinem Job nicht erledigen. Dafür ist das Zahlenmaterial viel zu umfangreich. Da muss schon mindestens Excel her.


    Denn, und das war ja der eigentliche Grund für die Erwähnung des Rechenschiebers, mit dem gleichen Recht, mit dem hier überholte Kulturtechniken hochgehalten werden, hätte auch in eurer Jugend die vorangegangene Generation eure Techniken kritisieren können. Hat sie auch. Rechenschieber? Das haben wie früher alles von Hand gerechnet.


    Ist das denn so schwer zu verstehen, dass die eigenen Jugend- oder Ausbildungszeit in den vielen Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte wohl kaum ein Maßstab sein können.

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  • Fazit: Wenn man etwas berechnet, muss an immer wissen was man tut. Rechenschieber und Logarithmentafel lehren einen, die Größenordnungen immer korrekt im Auge zu halten.

    Daran hat sich nichts geändert. ;)

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  • Denn, und das war ja der eigentliche Grund für die Erwähnung des Rechenschiebers, mit dem gleichen Recht, mit dem hier überholte Kulturtechniken hochgehalten werden, hätte auch in eurer Jugend die vorangegangene Generation eure Techniken kritisieren können. Hat sie auch. Rechenschieber? Das haben wie früher alles von Hand gerechnet.


    Ist das denn so schwer zu verstehen, dass die eigenen Jugend- oder Ausbildungszeit in den vielen Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte wohl kaum ein Maßstab sein können.

    Wir haben sogar noch in der Schule gelernt Wuzeln von Hand zu berechnen.


    Meine Erinnerung nach 50 Jahren daran ist noch folgende (ohne Gewähr):


    1. Zahl von rechts oder dem Komma aus in 2-er Gruppen einteilen

    2. Von der ersten Gruppe links die höchste Quadratzahl suchen -> Erster Resultat-Wert

    3. Von der ersten Gruppe das Quadrat der Quadratzahl abziehen ergibt den Rest

    4. Zu diesen Rest die nächste Gruppe herunterholen, ergibt zweiten Restwert

    5. Von diesem zweiten Restwert wieder die höchste Quadratzahl suchen -> Weiterer Resultat-Wert

    6. Wieder von zweiten Rest-Wert das Quadrat der Quadratzahl abziehen ergibt wieder einen Rest

    7. Zu diesem Rest wieder die nächste 2-er Gruppe herunterholen, ergibt einen dritten Restwert

    8. Und so weiter

    9. Wenn man die erste Gruppe nach einem allfälligen Komma herunterholt, so gibt das die erste Nachkommastelle im Resultat

    10. Und so weiter


    Auf Papier zu zeigen wäre einfacher :P

  • Mike McBike @ Home


    ist zwar rund, vom Prinzip her aber gleich. Rechenschieber basieren schlicht auf Logarithmenrechnung - log(a)+log(b)=log(a*b).


    Eine Multiplikation wird logarithmisch auf eine Addition runtergebrochen, die mechanisch durch das Aneinanderreihen zweier Strecken ablesbar wird.

  • ganz so einfach ist es nicht ! Da fehlt noch ein Term 2ab + b^2 im Lösungsweg


    Einfach mal Wurzel aus 144 als Beispiel rechnen...


    Gruß

    Roland

  • Also ich fände einen Vortrag/Wirkshop auf der CC zum Thema wie rechne ich mit Rechenschieber ziemlich cool

    Noch besser fände ich, wenn es hier eine Anleitung für Dummies dafür gäbe - habe zwar ein paar Rechenschieber, bin aber zu blöde um damit umzugehen...


    :)Franky

    Falls da einer zuviel sein sollte 😉, für meine Ausstellung suche so etwas auch noch …

    Mein Schwerpunkt sind Taschenrechner und Pockets. Aktuell suche ich zB. nach: Privileg PR55NC, Commodore N-60, NSC 4640, Casio pro fx-1, HP-10C, HP-16C, HP-71, HP-75 :fp:... gern im Tausch gegen "Kollegen" oder andere Oldies (Heimcomputer, Laptops, ...)

  • Ein Anleitung für ein Modell hätte ich ;)

    Mein Schwerpunkt sind Taschenrechner und Pockets. Aktuell suche ich zB. nach: Privileg PR55NC, Commodore N-60, NSC 4640, Casio pro fx-1, HP-10C, HP-16C, HP-71, HP-75 :fp:... gern im Tausch gegen "Kollegen" oder andere Oldies (Heimcomputer, Laptops, ...)

  • Meinen Aristo Schulrechenschieber (der in der rot-beigen Plastikhülle) habe ich noch irgendwo. Ich muss mal schauen, ob ich den noch finde.

    Da müsste auch noch der Beipackzettel mit der Erklärung dabei sein.

    Bei uns kam ab der 9. oder 10. Klasse (weiß nicht mehr genau) der Taschenrechner, seit dem habe ich den nicht mehr ausgepackt. Und auch nicht vermisst. Über das Multiplizieren bin ich damals auch nicht hinausgekommen. ;)


    Erklärvideos gibt es doch bestimmt auf Youtube - ich habe aber noch nicht gesucht.

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  • Wir haben sogar noch in der Schule gelernt Wuzeln von Hand zu berechnen.

    In unserem Schulbuch stand das auch noch drin und ich hatte das damals aus Interesse mal ausprobiert.

    Ich habe das nicht so kompliziert in Erinnerung, nur sehr umständlich.


    Ich musste beruflich auch mal die Wurzelfunktion in Z80-Assembler implementieren, aber da habe ich natürlich ein Näherungsverfahren verwendet.

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    http://www.marburger-stammtisch.de


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  • Die Anleitung für meinen Rechenschieber habe ich auch.

    Ich kann diese ja heute Abend hier einstellen.


    Dann habe ich irgendwo auch noch diese gelbe Rechenscheibe.

    Diese hat gegenüber dem Rechenschieber den Vorteil, dass er

    endlos ist. Beim Rechenschieber muss man, sobald man über

    das Ende hinaus kommt, jeweils wieder verschieben.


    Dann habe ich auch noch irgendwo einen Abakus vergraben. Eine

    kleine Geschichte zu diesem. Ich war Anfang der 80er in Moskau.

    Da wurde an der Rezeption noch mit so einem Ding gerechnet.

    Und glaubt mir, das ging genauso schnell, wie mit einem

    Taschenrechner. Was habe ich da gestaunt.


    Nachtrag: Vielleicht kennt ihr auch noch das Gebetbuch

    für Ingenieure? Die Logarithmentafel von Völlmy?


    Link: https://www.ricardo.ch/de/a/er…e-logarithmen-1131947694/


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  • Ja, du hast recht, aber nach 50 Jahren Erinnerung, kann man schon einen

    Schritt vergessen. :whistling:

  • Auch Taschenrechner gab es in Groß, hier auf Seite 380 welche von Aristo:


    http://www.hh.schule.de/metall…ARISTO-Taschenrechner.pdf

    Hier gibt es einige Fotos und Daten von meinem großen "Taschenrechner"...

    Sammle Computer und Taschenrechner bis ca. 1990, CPUs, Speicher, Speichermedien aller Art und suche u. a. EPROM C1701&C1702, i487SX-CPU, IBM-Monitor 5151, IBM-XT-Tastatur Model F, Texas Instruments Notebook TravelMate 3000, Citizen W1D 3,5"-Disklaufwerk, MiniSD- und eMMC-Karten, Magnetblasenspeicher, Bänder (3/4"/1"/AIT/Mammoth/Travan/VXA) und Medien (2" LT-1, Apple Twiggy-Disk 5,25", Bernoulli Box II, HiFD, Jaz, Quest, SQ100-400)

  • Hier gibt es einige Fotos und Daten von meinem großen "Taschenrechner"...


    Wieso hatten wir den nicht auf der CC ? :grübel:

    Weil ich den Transporter von Bekannten nicht ausleihen konnte und daher keinen Platz mehr im Auto dafür hatte...

    Sammle Computer und Taschenrechner bis ca. 1990, CPUs, Speicher, Speichermedien aller Art und suche u. a. EPROM C1701&C1702, i487SX-CPU, IBM-Monitor 5151, IBM-XT-Tastatur Model F, Texas Instruments Notebook TravelMate 3000, Citizen W1D 3,5"-Disklaufwerk, MiniSD- und eMMC-Karten, Magnetblasenspeicher, Bänder (3/4"/1"/AIT/Mammoth/Travan/VXA) und Medien (2" LT-1, Apple Twiggy-Disk 5,25", Bernoulli Box II, HiFD, Jaz, Quest, SQ100-400)

  • Das Unheil hat doch schon Mitte der 70er begonnen, als plötzlich keiner mehr mit dem Rechenschieber umgehen oder im Kopf rechnen wollte, weil dieses moderne Zeug aufkam, die 'Taschenrechner'.

    nachdem ich durchgesetzt habe, das ein taschenrechner in einer schule offiziell benutzt werden darf,
    hat mir mein schulrektor eine predigt gehalten, ich sei nun schuld, wenn in der zukunft, die meisten leute
    kein kopfrechnen mehr können.

    gruß
    helmut

  • Wer Interesse hat, wie so ein Rechenschieber genutzt wird,

    für den habe ich hier die Anleitung im Anhang.


    Ui, das Hochladen habe ich noch nicht richtig verstanden.

    Das Original liegt ja auf meinem Rechner.


    Um sich einen Überblick über die vorhandenen Funktionen zu verschaffen

    hier das Inhaltsverzeichnis.


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    Und hier noch zwei grosse Fotos der linken Seite vorne und hinten:


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