WIP: Reverse Engineering MOS6520 PIA

  • Respekt!


    Wie sieht es denn mit der CPU 6509 aus? Die wäre ja wirklich wahnsinnig interessant für die CBM600/700er Serie. :)

    Irgendwie hab ich im Hinterkopf, dass ihr da schon dran wart?

    Den 6509 habe ich schon eine Weile fertig und (neben anderen) auch auf "MockA65xx" portiert. Siehe unten.

    Wenn ich dazu komme, kann ich mal Bilder von dem Teil im P500 machen.


    Der Schaltplan - für alle Selbstbastler - ist hier:


    6502.org • View topic - 6509 dissection

    6502.org • View topic - 6509 dissection: IDKFA




  • Ja schoooon- aber: Das kann sich ja quasi niemand nachbauen? :cry2:

    Schön wäre, wenn es ohne BGA ginge... bzw. bereits fertig aufgebaute Platinen zu kaufen gäbe.

    Nichtsdestotrotz: Eine UNGLAUBLICHE Leistung, so eine CPU nachzubauen! Respekt! :thumbup:

  • Ja schoooon- aber: Das kann sich ja quasi niemand nachbauen? :cry2:

    Schön wäre, wenn es ohne BGA ginge... bzw. bereits fertig aufgebaute Platinen zu kaufen gäbe.

    Wie? Du kannst kein BGA löten? Wenn ich sage, ich könne kein SMD lösten, heisst es immer: "Das kann jeder. Man muss es nur wollen." :D


    Aber ernsthaft: Bei der Größe wird's wohl ohne BGA nicht gehen.

  • Wie? Du kannst kein BGA löten? Wenn ich sage, ich könne kein SMD lösten, heisst es immer: "Das kann jeder. Man muss es nur wollen." :D

    :D Wirst lachen- den könnte ich problemlos löten, wieder entlöten, reballen, wieder löten, etc... aber eben nur in der Arbeit.

    Ist aber in Summe wenig "DIY", weil man es eben nicht einfach zu zuhause kann. :(

  • Mein Ziel war es auch das Ding so zu designen, dass es nicht (oder kaum) größer als ein DIL40 ist... d.h. ohne BGA keine Chance. Der erste Prototyp hatte noch einen TQFP144 drauf...der war aber dreimal so groß.


    Das größte Problem ist aber derzeit der Mangel an FPGAs..... Kotz

  • R6520 kann man aber auch noch kaufen, habe gerade neulich eine Stange gekauft :)

    Das Reverse Engineering dient eher dazu, das Bauteil EXAKT in HDL nachzubilden, denn nicht alles erschliesst sich aus den Datenblättern.

    Fände man jedoch noch eine FAB, die das dann direkt in Silizium macht und ins Gehäuse presst und fast nichts verlangt ;) - das wäre natürlich genial.

    Ich fürchte aber, FABs welche solch grobe Chips noch fertigen könnten, gibt es wohl keine mehr, oder? Vielleicht in RU angst

  • R6520 kann man aber auch noch kaufen, habe gerade neulich eine Stange gekauft :)

    Das Reverse Engineering dient eher dazu, das Bauteil EXAKT in HDL nachzubilden, denn nicht alles erschliesst sich aus den Datenblättern.

    Fände man jedoch noch eine FAB, die das dann direkt in Silizium macht und ins Gehäuse presst und fast nichts verlangt ;) - das wäre natürlich genial.

    Ich fürchte aber, FABs welche solch grobe Chips noch fertigen könnten, gibt es wohl keine mehr, oder? Vielleicht in RU angst

    Mir geht es um eine möglichst exakte Replikation des internen Verhaltens. Würde es nur darum gehen, ob man den Chip noch bekommt, würde ich wohl keinen witzigen anfassen/öffnen müssen: Alle Chips von MOS kann man zumindest irgendwie/irgendwo noch bekommen...wenn auch nicht neu dann zumindest in den Stückzahlen, die für die eigene restliche Lebenszeit ausreicht.

  • Also ein C64 Replica Board mit komplett neuen (!) Chips könnte evtl. sogar noch funktionieren.


    Ist aber sowieso interessant, daß anscheinend noch niemand probiert hat hobbymäßig ICs zu fertigen. Das Beleuchten etc. sollte ja machbar sein ... und vielleicht geht das alles ja sogar irgendwie viel einfacher (anderes Substrat, andere Art der Belichtung (RPi gesteuert in Feldern), Fräsen statt Ätzen oder sowas).



    Das Tolle an solchen Projekten hier ist aber, daß man - wenn die Daten erhalten bleiben - man in 500 Jahren den 64er / 464 / VC20 etc. nachbauen kann, ohne je eine solche Hardware in die Hand bekommen zu haben (ich gebe zu, der Zeithorizont ist weiter als überschaubar).


    Man schaut ja als Computerlaie fasziniert auf diese bunten Bildchen - wie oben - und wundert sich, daß das wirklich funktioniert. Und fragt sich vor allem, wie eigentlich geht das. Daß es klappt, kennt man ja. Aber dieser Sprung von unterster Softwareebene auf reales Geschehen ist schon wirklich interessant und "rätselhaft". Schön zu sehen, daß es Leute gibt, die das beherrschen und für solche Projekte ihr Wissen nutzen.


    Optisch und auch sonst: ganz großes Kino. :applaus:   :anbet:

  • Ich fürchte aber, FABs welche solch grobe Chips noch fertigen könnten, gibt es wohl keine mehr, oder?

    Ein schoener Bericht wie Chips gefertigt werden. Noch viel in Handarbeit, aber dann sieht man mehr.

    Ab ca 9:00



    https://www.youtube.com/watch?v=9r-aASo6bUo&list=PLeGPdggHFfEO0YsZf8LkKmtumaAwrRXvH&index=9

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Ein schoener Bericht wie Chips gefertigt werden. Noch viel in Handarbeit, aber dann sieht man mehr.

    ...ist aber ziemlich veraltet......


    Aber das rot/grune Anfangsbild ist gut : da wurde der Chip, in Betrieb, unter ein Rasterelektronenmikroskop gelegt, die Mischung der Taktungen vom Chip und SEM ergibt dieses Sequenz. Konnte man damals tatsachlich zum debuggen benutzen....

  • ...ist aber ziemlich veraltet......

    Wurde 1984 ausgestrahlt, die Film der Chipfertigung ist etwas aelter, passt doch zum 6520

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    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Wurde 1984 ausgestrahlt, die Film der Chipfertigung ist etwas aelter, passt doch zum 6520

    Genau.

    Diese Grobmechanik kann bestimmt kein Chiphersteller mehr durchführen und auf dem Küchentisch machste das aber trotzdem nicht selber.

    Es gibt Leute, die machen einzelne MOSFETs selbst, und selbst das ist extrem aufwändig.

  • Es gibt Leute, die machen einzelne MOSFETs selbst, und selbst das ist extrem aufwändig.


    Na ja, Flußsäurebäder, Siliziumoxidbeschichtung bei 1000° Celcius, Ofen zur Nachdotierung der freigelassenen Stellen, Aluminiumbedampfung (vermutlich im Hochvakuum oder sowas), Elektronenmikroskop ... alles eher Sachen, die die wenigsten auf dem Basteltisch stehen haben werden.


    Ich fand den FIlm sehr schön - also vom Inhalt her. Die Darreichung war schön SEHR altbacken. Besonders dieses gestellte freie Gespräch mit dem Herrn von der Schaltplanentwicklungsabteilung mit HPSpice. Und überhaupt, diese Bekleidung in getöntem Braun vor braunem Tapetenhintergrund mit beigem Gerät und so - was für ein Kontrast zu z.B. einem virtuellen Studio in neon-gelb oder schreiend-blau bei etwa der berühmten Wissenschaftssendung galileo in neuerer Darreichungsform.

  • großartig ist auch der hier


    https://www.youtube.com/watch?v=apCurpYtVCg


    wo er erklärt wie man den gut funktionierenden "Analogcomputer" (Fliehkraftregler) durch einen unglaublch komplexen Apparat von HP ersetzen kann und was man dabei wissen und beachten muß. Am Besten ist, wie die eigentliche Steuerung dann im Realen erfolgt - Plotter steuert Ventil. min 22:30

  • und abseits vom YT - wofür werden die Chip Modelle, die hier vorgestellt werden, eigentlich genutzt ? Gibt es da einen Anlaß, weshalb das entsteht / gemacht wird - oder ist das so ein "just-because-i-can" Projekt ?


    Mein Ziel ist es von jedem Chip, den ich Reverse/Vektorisiere etc. eine funktionierende HDL-Nachbildung zu bauen,

    die das Original auch fehlerfrei ersetzt.


    Kommerzielle Absichten habe ich aber keine... d.h. ich werde nicht in den Verkauf, Produktion o.ä. einsteigen!


    Das ganze ist für mich reines Hobby: Andere malen, puzzlen o. schrauben am Auto. Ich versuche zu verstehen wie

    ein Chip funktioniert.

  • Mein Ziel ist es von jedem Chip, den ich Reverse/Vektorisiere etc. eine funktionierende HDL-Nachbildung zu bauen,

    die das Original auch fehlerfrei ersetzt.

    Du meinst sicherlich: "mit exakt den gleichen Fehlern wie das Original" ersetzt ;)