[Semi OT] RISC OS auf Raspberry Pi

  • Moin,


    der RaspPi ist zwar nicht gerade klassisch, aber RISC OS. ;)


    Ich habe in den letzten Tagen immer mal wieder mit RISC OS auf dem RaspPi gespielt. Dachte, ich teile man den Status mit Euch, der ist in meinen Augen echt erfreulich.


    - Es gibt eine erste, inoffizielle, pre-Alpha RISC OS Distro. Deren Stand (per gestern abend) ist:
    - Booten von SD-Karte läuft nun stabil. Anfang Juni erst hatten Piccolo Systems mit SDFS eine SD-Karten Unterstützung für RISC OS vorgestellt, und als Open Source freigegeben. Es stellte sich aber heraus, das sich RISC OS und SDFS gerade auf dem Raspberry Pi sehr zickig in Bezug auf die verwendeten Karten anstellten (wilde Schreib-/Leserfehler). Bei mir liefen aktuelle Transcend und Sandisk-Karten nicht, aber eine alte 256MB SanDisk brachte es. Letzte Tage wurde SDFS wurde aktualisiert, läuft nun auch auf dem Pi stabil, und vor allem in meinen Augen viel schneller als zuvor.
    - Boot von SD wird nicht automatisch unterstützt, d.h. bei einem Update der Distro sollte man sich vorher sein evtl. angepasstes !Boot auf ein anderes Medium kopieren, sonst gehen die Änderungen verloren.
    - Die Distro bringt nun einen Web Browser, was gerade den Anfang leichter macht.
    - Sound wird (noch) nicht unterstützt
    - Der Hardware Abstraction ist noch nicht vollständig angepasst
    - Ein NVRAM Ersatz ist noch nicht existent, d.h. das beim Ausschalten alle Einstellungen veloren gehen, die RISC OS dort speichert.
    - Die Display Auflösung ist noch auf FullHD (1920x10280) fest gelegt, wobei der Thread in (2) darauf hindeutet, das man das mittlerweile anpassen kann. Eine Änderung zur Laufzeit geht nicht, vielmehr muß die config.txt angepaßt und dort eine neue Auflösung festelegt werden.
    - Netzwerk mitsamt DHCP geht


    Hier mal ein Photo vom RISC OS mit seiner glorreichen Iconbar, einigen Festern, u.A. Netsurf und Cat Content. Das Katzenbild stammt von einer über USB Karten Leser angeschlossenen MMC Karte aus einem alten Handy und wird von !ChangeFSI dargestellt.


    [Blocked Image: http://i.imgur.com/yWFyJ.jpg]


    Danach habe ich ein wenig Software ausprobiert:
    !Zap, mein damaliger Lieblings Texteditor startet zwar, ist aber nicht funktionsfähig.
    !vim, ein Unix Texteditor und mein Alltime Favorite wirft einen Segmentation Fault, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich alle Abhängigkeiten erwischt habe (shareduclib)
    !RiscPkg segfaulted ebenfalls, ich tippe auch hier auf nicht erfüllte Abhängigkeiten
    !Sunfish, ein NFS Client, bringt beim Start eine Fehlermeldung ("Task not known")


    Ich werde mir, auch wegen der positiven Berichte, demnächst mal die !Artworks Demo geben, und als nächstes dafür sorgen, das ich GCCSDK und die shareduclib aufgesetzt bekomme. Dann sind !vim und !RiscPkg wieder dran. Vor allem scheint letzterer der defacto Standart zur Software Installation zu sein.


    Weitere Beobachtungen:
    Gelegentlich reagiert die Tastatur komisch, z.B. läuft Return durch, obwohl es nicht gedrückt wurde. Man kann in vielen Foren lesen, das der Pi so reagiert, wenn der Strombedarf der USB Geräte zu hoch ist. Habe zwar ein 1,5A Netzteil, habe mir aber vorgenommen, alle USB Devices über einen extern gespeisten Hub zu versorgen.


    (1) RISC OS Open: First RISC OS Distro for the Pi?
    (2) RISC OS on the Raspberry Pi (RaspPi Forum)
    (3) SD-Card support comes to RISC OS


    Gruß
    Christian

  • Wie es der Zufall will, habe ich heute mein Beagleboard mX bekommen. Ich habe auch schon versucht RISC OS zu installieren, allergdings ohne Erfolg: Die runterladbaren Images laufen nur mit der Rev. A, für die Rev. C muss irgendeine Kleinigkeit im Image geändert werden. Dummerweise kann ich von Windows aus nicht auf die Karte zugreifen, und einen anderen Rechner mit RISC OS habe ich nicht. Ich habe jetzt im Acorn Forum nach einem geeigneten Image gefragt, und muss entsprechend darauf warten, bevor ich weiter komme...

  • Es gibt keinen Beagleboard Emulator. Es gibt natürlich Emulatoren für Acorn Maschinen, diese sind aber kostenpflichtig, habe ich also auch nicht. Es reicht ja auch kein oller Archimedes Emulator, sondern es sollte schon ein halbwegs aktuelles System sein, damit ich das Image, bzw. die SD-Karte als Laufwerk, geöffnet bekomme.

  • Mein Beagleboard läuft ja jetzt bestens. Wie es der Zufall will, habe ich letzte Woche auch einen Raspberry Pi bekommen, ein Freund von mir hatte zwei Stück bestellt, brauchte aber nur einen. Jedenfalls habe ich gleich mal RISC OS installiert. Es ist zwar, wie oben beschrieben, noch recht buggy, aber für den Einsteiger inzwischen eine sehr gute Lösung. Alles funktioniert "out of the box", man schreibt das Image auf die SD-Karte, fertig. Kein Gesuche nach Ethernet-Treibern oder einem Browser, alles ist schon da. Geühlt startet er sogar schneller als das Beagleboard. Feine Sache zu einem exzellentem Preis- Leistungsverhältnis. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass man noch eine SD-Karte braucht, die ist beim Beagleboard schon dabei. Außerdem braucht man ein Netzteil mit Micro-USB (nicht Mini-USB!), die sind komischerweise etwas teurer als die Standardnetzeile (5 V), die man am Beagleboard nutzen kann. Gehäuse gibt es auch fertig ab 10 EUR inklusive Porto, fehlt noch Tastatur und Maus. Für rund 60 - 70 EUR hat man also einen funktionieren RISC OS COmputer, der den ungleich teureren Ionyx in der Performance in die Tasche stecken kann. Für das Beagleboard wurde erstmalig Aemulor und das Programm "Acorn Mode" gezeigt, damit können auch alte 26 Bit Programme ausgeführt werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das auch für die Himbeere zu haben ist. Damit können diese beiden Wunderrechner für wenig Geld auch jeden Risc PC und Archimedes ersetzen. Tolle Sache! Ich wünsche, so eine wundersame Wendung des Schicksals wäre auch im Amiga-Bereich möglich.

  • Sehr schön! Ick freu mir! :)

  • Übrigens ist RISC OS jetzt ein offizielles Betriebssystem für den Raspberry Pi: http://www.raspberrypi.org/archives/2338
    Im Shop bei http://www.riscosopen.org gibt es eine SD-Karte mit einem fertigen vorinstallierten System und haufenweise Zusatzprogrammen für kleines Geld. Natürlich gibt es auch ein Image des Systems und der wichtigsten Zusatzprogramme kostenlos zum downloaden und selber auf SD-Karte zu schreiben. Die hat dann aber keinen so hübschen Aufkleber, und die Extras kosten teilweise im Einzelpreis wirklich viel Geld, es ist nicht nur Open Source auf der Karte.