Lächerlich hohe Preise bei Ebay - wie kommt das zustande ?

  • Denkt aber dran, für jedes antike Stück gibt es nur eine richtige Zeit zum Verkauf. Ein in die Jahre gekommener Yolo Swag Hipster wird sicherlich keine 35000€ für einen Kenbak ausgeben. Wer als Kind den Herzenswunsch nach einem Kenbak hatte, der ist vermutlich heute schon"alt"... In ferner Zukunft wird ein Nokia 3310 sicher mal mehr kosten als der Kenbak

    Ich habe die Erfahrung gerade mit einer Briefmarkensammlung gemacht.

    Die war mal gute 1000 DM wert (üblicher Marktpreis in den 80ern).

    Jetzt bekommt man nicht ein mal 50 Euro dafür!

    Und warum - weil sich keine Sau mehr für Briefmarken interessiert ;)


    Aber ein Kenbak wird niemals im Wert fallen, da er Geschichte ist und es nur sooo wenig davon gibt!

  • Aber ein Kenbak wird niemals im Wert fallen, da er Geschichte ist und es nur sooo wenig davon gibt!

    Also "niemals" ist sicher schwierig als Behauptung - aber die Chancen sind da doch recht hoch bei so einem Gerät. Im Gegensatz zu dem ganzen aktuell teuren Mac Zeugs ist das wirklich was Besonderes.

    Es gibt da wahrscheinlich auch noch irgendwie eine Grenze zwischen "Dingen, die gesammelt werden" und "Dingen, die es wert sind, gesammelt zu werden".

    Das gilt bei Briefmarken so ähnlich - ich glaube kaum, daß die blaue Mauritius viel an Wert verloren hat, schon gar nicht einen Faktor 40 ...

  • Und warum - weil sich keine Sau mehr für Briefmarken interessiert ;)


    Aber ein Kenbak wird niemals im Wert fallen, da er Geschichte ist und es nur sooo wenig davon gibt!

    Wer sagt, dass sich eines Tages auch keine Sau mehr für den Kenbak interessieren wird? ;-) Wenn wir mal weg und zwei Generationen weiter sind, dann möchte ich fast bezweifeln, dass sich irgendjemand im Jahr 2150 dafür (oder den ganzen anderen Elektroschrott, den wir sonst so anbeten:anbet:) interessieren wird. Sorry, dass ich da so unromantisch bin. :oops:

  • Aber da wir 2150 nicht mehr erleben, ist es ja auch Wurst.

    Und was mein 620, der us p500 oder der vic1001 rev B Wert sind, spielt auch überhaupt keine Rolle, da ich sie nicht verkaufe ;)


    PS:mir fällts ja schon schwer etwas abzugeben das ich doppelt habe... :D

  • Mal ne ganz blöde Frage:


    Was hat es denn mit dem blauen Label des 2001er auf sich?

    Kannte immer nur das schwarze.


    Edit:


    Gefunden:

    Some PETs have a black screen-trim, some are blue. The black-trim PET has a simple adhesive sticker applied for the large label seen below the screen, but the blue-trim system has a nice painted metal plaque


  • Da hat gerade Paul Schmidt etwas interessantes geschrieben:


    I had one of the very early PETS. Ordered it immediately after it was
    announced at the trade show. It was a 4k RAM model, ordered through the
    local Mr. Calculator store. After months of waiting, Commodore let me know
    that my order was being summarily canceled, since the 4k machine was not
    going to be produced, and if I wanted to keep my spot on the waiting list, I
    had to pony up another couple hundred bucks within a very short deadline
    (for the 8k model), which I did.

    My PET, when it arrived, had the original ROMs, the blue bezel, the integral
    cassette desk and chiclet keyboard. Within months, I learned that there was
    some anomaly with the circuit board, and if I did not get it fixed, then my
    PET would find itself incompatible with the current production in some way,
    and I have a vague notion that it might have affected the IEEE-488
    port....as in, "if you don't get this hack done, then when printers and disk
    drives come out, you will not be able to use them". I returned mine to the
    Mr. Calculator at a scheduled time, with the understanding that a traveling
    Commodore technician would be coming by and would do some sort of minor
    hack, and I never learned what it was that he did....maybe it was on the
    bottom of the board.

    After another short while, I learned that to keep compatible with most
    software that was coming out, I needed to update the ROM set. I called
    Commodore and ordered the "Update ROM", and the Commodore customer service
    person told me that many people were also replacing the blue bezel with
    black ones that were on the current production, so I ordered that as well.
    So my PET ended up with the mainstream ROM set and a black bezel.....from
    traffic in the various Commodore user group newsletters, I got the
    impression that the bezel upgrade was a very common hack that many people
    opted for. (I had already purchased an aftermarket keyboard that was full
    size, full travel and with PETSCII graphics added to the key cap

    fronts....plugged in using a long ribbon cable, and sat on the desk
    immediately in front of the PET).

    All this is to say that the bezel color is probably not a very reliable
    indicator of PET age, at least in the sense that a black bezel does not
    necessarily mean that it is NOT an early one.


    Ergebnis:

    Alle PET 2001 hatten am Anfang blaue Rahmen und die schicken Schilder. Aber irgendwann fand Commodore das blau wohl uncool und hat auf schwarz gewechselt. Da viele das wohl so wie Paul "upgegradet" haben, gibt es nun auch ganz alte PET 2001 mit schwarzem Rahmen. Auch das Typenschild wurde wohl teilweise getauscht.

    Der grüne Monitor kam aber erst etwas später - so ab 1979 würde ich sagen. Ich hab einen US-2001 von 1978 im Originalzustand mit dem Board mit 2114 und 2316 ROMs - und der hat auch noch den weißen Monitor.

    Die sehr alten Geräte erkennt man übrigens auch am roten Netzschalter.


    Ich hoffe Paul Schmidt hat nichts dagegen, das ich ihn hier zitiere.

  • übrigens hab ich genau dieses Kenbak-exemplar mal in den Handen gehabt : 2003 wahrend einer Ost-kanada Rundreise ( PS das lohnt sich ! ) war ich im Museum, in Annapolis Royal, wo der freundliche Eigentumer ( Ex-DDR, nach der Wende gleich nach Ostkanada emigriert ) mein grosses Interesse sah, und deswegen das Ding fur mich mal aufgeschraubt hat.

    Nettes Kleines Museum, von der Grosse etwa ein besseres Wohnzimmer.


    35 K Dollar wert ? Nicht wirklich, der einzige Grund ist das man mal den Kenbak "Offiziell" zum ersten Homecomputer gekrönt hat. Auch ich glaube das Preise eher wieder fallen werden, wenn mal deutlich wird das "first homecomputer" doch ziemlich willkürlich ist...


    Und "selten" ist nicht unbedingt gleich teuer, habe mehrere ahnlich seltene Machinen stehen die trotzdem nicht viel Wert haben.


    Falls jemanden mal das PCB nachzeichnet : ich habe einen kleinen Vorrat der Schieberegister-bausteinen.


    Jos

  • Und immer noch finde ich es gut, Retro-Hardware zu immer höheren Preisen an zu bieten.

    Es ist ein Ausdruck der Wertschätzung des Verkäufers.

    Wenn da immer wieder Leute andocken, die sich nur bereichern wollen schadet es niemandem.


    Es ist ja nicht so, dass die Gesellschaft veraltete Technik bräuchte wie ein Stück Brot.


    Vielmehr ist es eine gewisse Form des Luxus, den Wert dieser kulturell, wichtigen Entwicklung,

    zu pflegen über das Sammeln, reparieren und dokumentieren.

    Ich behaupte mal, dass die technologisch-kulturelle Geschichte seit der Erforschung des Valenzelektrones

    einen ähnlichen invasiven Einfluss auf die Kultur hat, wie die Erfindung der Nähnadel.


    Falls sich jemand an das Thema Retro-Hardware ran tasten will, dann bemüht er sich doch erstmal um eine Community.

    Und dort findet er dann auch den erschwinglichen Zugang zur Hardware.


    Der freie Markt mit seinen Preisen unterstütz nur den Wert des Hobbies.

    Und niemand leidet im Bezug auf Grundbedürfnisse, wie Nahrung, Wohnen und Gesellschaft bei einer

    Teuerung dieses Themas Retro-Hardware. Denn wirklich brauchen tut man es nicht.

    Nur das geschichtliche Wissen darum ist die Essenz des Sammelns.

    ███▓▒░░♫☺Faszination der Heimcomputer☺♫░░▒▓███

  • Ich wollte es ja nicht so direkt sagen,

    aber alle die für historische Hardware einen Niedrig-Preis Sektor anstreben,

    degradieren sich zu Schrottsammlern und einzig die Müllverbrennungsanlagen dürften sich dann

    bald nur noch um das schwindende,, technische Gut interessieren.

    Und so geht auch dein Wissen unter.

    Ist allerdings der Fokus durch hohe Preise auf klassische Computer gerichtet und

    rückt die Wertigkeit in astronomische Höhen, so haben wir einen Boden für aktuelle Medien um unser Wissen zu pflegen.

    ███▓▒░░♫☺Faszination der Heimcomputer☺♫░░▒▓███

  • "Es wäre keine menschlich überzeugende Gesellschaft, der alles wertlos gilt, was nicht bezahlt wird."

    Richard von Weizsäcker

    Suche aktuell QBUS Diskettencontroller für Shugart Laufwerke (DILOG DQ 419, MTI MXV22 oder ähnlich). Interesse an kleiner weiteren MicroPDP11 vorhanden.

  • Der freie Markt mit seinen Preisen unterstütz nur den Wert des Hobbies.

    Und niemand leidet im Bezug auf Grundbedürfnisse, wie Nahrung, Wohnen und Gesellschaft bei einer

    Teuerung dieses Themas Retro-Hardware. Denn wirklich brauchen tut man es nicht.

    Nur das geschichtliche Wissen darum ist die Essenz des Sammelns.

    Ich kann Deiner Argumentation leider nicht ganz folgen bzw. sehe das anders.

    Ist mein Hobby "Commodore 64" mehr oder weniger wert, nur weil die Dinger mal für 10 EUR den Besitzer wechseln und ein anderes mal vielleicht für 1.000 EUR? Meine Antwort: nein, denn mir ist es erst einmal egal, was der aktuelle Marktpreis für nen Brotkasten ist und der Marktpreis verändert weder mein Hobby noch den Wert meines Hobbys. ABER: wenn - aus welchen Gründen auch immer - die Preise für mein Hobby steigen, dann wird lediglich mein Hobby teurer für mich (zumindest wenn ich Teile etc. zukaufen möchte, die dann auf einmal astronomische Preise haben) und ich kann mir mein Hobby u.U. nicht mehr leisten oder muss es am Ende gar aufgeben. Was nützt mir da der vermeintliche Wert meines Hobbys?

    Und das mit dem "geschichtlichen Wissen ist die Essenz des Sammelns" - das ist ein schöner Satz. Aber bei den zum Teil aufgerufenen Preisen sieht es manchmal eher danach aus, dass sich das nur besonders betuchte Menschen kaufen können. Das heißt aber nicht, dass diejenigen dann auch etwas damit anfangen können und es mehr als Investment betrachten (was ja im Grundsatz auch in Ordnung ist). Vielleicht stellen sie sich das nur in den Safe oder in eine Vitrine, beschäftigen sich aber sonst nicht damit. Damit geht das geschichtliche Wissen doch flöten, oder? Ein Stück Technikgeschichte ist in meinen Augen immer noch etwas anderes als ein bedeutendes Gemälde oder sonstiges Kunstwerk. Klar, auch die stehen manchmal in Privattresoren anstatt in einem Museum ausgestellt zu werden... aber trotzdem: viele dieser technischen Gerätschaften waren damals Massenware (nicht alles), aber die Mona Lisa gibt's nur einmal. ;-)

  • Ich wollte es ja nicht so direkt sagen,

    aber alle die für historische Hardware einen Niedrig-Preis Sektor anstreben,

    degradieren sich zu Schrottsammlern und einzig die Müllverbrennungsanlagen dürften sich dann

    bald nur noch um das schwindende,, technische Gut interessieren.

    So reden oft die, die sich vor 10 Jahren 10er-Packweise mit C64 und VC20 eingedeckt haben und sich jetzt die Hände reiben, wenn die Preise durch die Decke gehen. Womit ich nicht behaupten will, dass du dazu gehörst. ;)

    Man sieht ja manchmal Bilder von Sammlungen, wo Garagen unter Keller bis unters Dach vollgestapelt sind.

    Für die jenigen, die jetzt einsteigen (oder wie ich erst vor 3 Jahren eingestiegen sind), sieht das ganz anders aus. Bei den PETs z.B. machen die aktuellen Preise Neuerwerbungen für mich fast unmöglich.


    Ich hoffe ja ehrlich gesagt, dass das nur ein Boom ist, der sich wieder legt. Ich beschäftige mich mit den Dingern aus technischem Interesse und nicht als Sammler oder zur Geldanlage.

  • Wir können ja den Verein umbenennen:


    Verein zum Werterhalt klassischer Computer e.bay....

    Suche aktuell QBUS Diskettencontroller für Shugart Laufwerke (DILOG DQ 419, MTI MXV22 oder ähnlich). Interesse an kleiner weiteren MicroPDP11 vorhanden.

  • Die Diskussion ist schon ein wenig scheinheilig. Natürlich ist es schade wenn sammelwürdige Hardware teurer wird. Schade, aber nur für uns.


    Wenn hier einer nen Oldtimer erbt, verkauft er den doch auch nicht für 2000 Euro obwohl er 10000 Euro bekommen könnte, nur weil es da eine aktive Sammlerszene gibt und man jemanden glücklich machen kann.

  • Lieber Corto ,

    auch wenn das Folgende vielleicht nur meine unbedeutende persönliche Meinung ist - Deine obigen Thesen sind sowas von "weit hergeholt", dass ich einfach einen Drang zum Richtigstellen und Kommentieren empfinde. Auch wenn fritzeflink das schon mit einem einzigen Smiley treffend abgekürzt hat: :versohl:


    Und immer noch finde ich es gut, Retro-Hardware zu immer höheren Preisen an zu bieten.

    Das ist Deine Meinung, und die sollst Du auch gerne haben. Deinen Satz mögen vor allem Leute, die viel zu verkaufen haben. Ein sich grundlos aufheizender Markt und dort stetig steigende Preise führen übrigens gerne zur Bildung einer Blase - falls Dir Schlagworte wie "Immobilienblase", "Dot-Com-Blase" etc. noch etwas sagen, reden wir vom Gleichen. Und stetig wachsenden Blasen ist inhärent, dass sie irgendwann ihrer eigenen Oberflächenspannung erliegen und... platzen. Und was danach vom ehemals schillernden Gebäude / Thema / Wert übrigbleibt, ist i.a. ein Nichts. Ich glaube kaum, dass *das* jemand für unser gemeinsames Hobby möchte...


    Es ist ein Ausdruck der Wertschätzung des Verkäufers.

    Dies trifft bestenfalls auf 1-2% der Verkäufer zu. Bei den anderen ist es entweder Ausdruck der GIER des Verkäufers, den maximalen Verkaufspreis für etwas zu erzielen, was ihm bestenfalls gleichgültig ist, oder Ausdruck der Geringschätzung der Intelligenz des potenziellen Käufers durch den Verkäufer - immer wieder erkennbar an den massiven Anhäufungen der Worte "vintage", "rar", "selten", "Rarität", "antik" usw. bei gleichzeitigem inhaltlichen Offenbarungseid bei der Beschreibung z.B. eines "Atari C64", eines "CBM Computer 60er Jahre" oder eines "Amiga A520 Videospiel" (Letzteres gerade eben in den Ebay-Kleinanzeigen, mit Bild eines recht kompletten Amiga 500 Systems). Immer wieder unfassbar, wie man Premiumpreise aufrufen und gleichzeitig nichtmal den geringsten Plan vom verkauften Objekt haben kann. "Too dumb for Google?"


    Wenn da immer wieder Leute andocken, die sich nur bereichern wollen schadet es niemandem.

    Da pflichten Dir garantiert sofort alle Sammler bei, denen auf dem Flohmarkt oder sonstwo schonmal ein ahnungsbefreiter Wiederverkäufer ein schönes Gerät / Sammlungsexponat für einen günstigen / leistbaren Preis direkt vor der Nase weggeschnappt hat. Am besten mit dem nachgefügten Hinweis des Aufkäufers, man könne es ja am gleichen Nachmittag gerne auf Ebay erwerben.


    /Sarkasmus on/ Kleiner Tipp - geh mal zu einem Sammlertreffen und lass so einen Satz zwischendrin laut genug fallen. Es gibt doch so Ganzkörperanzüge für's Kampfhunde-Beißtraining - in so einem eingepackt schaffst Du es dann (wahrscheinlich) noch bis zur Tür... /Sarkasmus off/


    Zur Info: Leuten, die sich an so einem Hobby nur bereichern wollen, sind die Geräte, die Gründe der Sammelleidenschaft der anderen und deren Befindlichkeiten und meist leider auch Dinge wie Aufrichtigkeit, Fairness und "sauberes Miteinander" recht egal, weil sich das alles in deren Augen dem Profit unterordnen muss. Da werden dann bekannt defekte Sachen zu "ungetesteten", man "vergisst" kleinere Mängel mal schnell, usw.


    Und das ist nichtmal die Spitze des Eisbergs. "Schaden" ist relativ - aber Obiges schadet allen Sammlern und Interessierten, und des schadet unserem Hobby und dessen Ruf. Und deswegen lache ich solche Abzocker aus und lasse ihren Mist liegen - auch wenn sich leider oft trotzdem ein Dummer findet und deren Zeug kauft...


    Es ist ja nicht so, dass die Gesellschaft veraltete Technik bräuchte wie ein Stück Brot.


    Vielmehr ist es eine gewisse Form des Luxus, den Wert dieser kulturell, wichtigen Entwicklung,

    zu pflegen über das Sammeln, reparieren und dokumentieren.

    Natürlich ist Sammeln "Luxus", weil es ein Zeitvertreib und eine Muße ist. Es kostet viel Zeit, einiges an Hingabe, in unserem Fall auch viel Platz. Und gerade in den letzten Jahren aufgrund der Preistreiberei obig genannter Wiederverkäufer und "Kriegsgewinnler" auch zunehmend mehr Geld, was bei den meisten von uns zu den knappen Ressourcen zählt - denn nach der Familie, dem Lebensunterhalt und den zwingend notwendigen Ausgaben bleibt eben nur ein Hobbybudget übrig. Und wenn man dann alle Faktoren dieses "Luxus"-Hobbys vergleicht, bleibt als am meisten restriktive Komponente eben i.a. das Geld. Wer sich für 25 Euro mal eben aus Spaß einen alten C64 aus Nostalgie hingestellt und damit vielleicht den Spaß am Sammeln begründet hätte, wird das für 150 Euro dann halt eben NICHT tun - auch wenn er gerne die Zeit und den Platz dafür "geopfert" hätte.


    Soviel zum Thema "Schaden" von weiter oben...


    Falls sich jemand an das Thema Retro-Hardware ran tasten will, dann bemüht er sich doch erstmal um eine Community.

    DAS tun die wenigsten... In vielen Fällen ist der erste Schritt bzw. Anlass zum Retro-Computing entweder Nostalgie aus eigener Erinnerung, die man nochmals aufleben lassen will, oder ein geschenkter, gefundener oder günstig auf dem Flohmarkt erstandener Homecomputer bzw. ein Videospielsystem. Und wer dann mehr will, landet in vielen Fällen fast zwangsläufig auf einer der Seiten aus dem E..y-Imperium, wo sich die Abzocker tummeln. Mit viel Glück kommt dann die Community als nächster Schritt, wenn der Ratsuchende mit seinem Fehlkauf / Schrott-aus-Gold-gemacht-Gerät / "Wertanlage" Hilfe oder Bestätigung sucht - ich möchte nicht wissen, wieviele andere vor diesem Schritt schon aufgegeben und die Investition abgeschrieben haben...


    Und dort findet er dann auch den erschwinglichen Zugang zur Hardware.

    Per Definition findet sich dort aber auch der gleiche Querschnitt an "Anbietern" wie auf dem sog. freien Markt. Vielleicht weniger Abzocker, aber dafür kennt in der Community eben auch jeder seinen eigenen Wert für die von ihm angebotenen Geräte. Und Altruismus ist nicht unbedingt weitverbreitet - weder da noch dort. Zumal sich mancher "Bettler" in der Community später als gleichzeitiger Wiederverkäufer der geschnorrten Geräte zum Premiumpreis an anderer Stelle herausgestellt hat. Ist alles nicht mehr so unbedarft wie am Anfang...


    Ist allerdings der Fokus durch hohe Preise auf klassische Computer gerichtet und

    rückt die Wertigkeit in astronomische Höhen, so haben wir einen Boden für aktuelle Medien um unser Wissen zu pflegen.

    Nur noch abschließend, weil mir die Zeit für weitere epische Texte fehlt: nicht die "Medien" pflegen unser Wissen, sondern WIR. Die kleinen und großen Sammler, die eben nicht nur die Geräte wegen des Wiederverkaufswerts horten, sondern sie komplettieren, reparieren, bewahren und dokumentieren. Die Medien kommentieren nur, und auch nur mit Glück steckt dabei Fachkompetenz dahinter - man denke an reißerischen Schwachsinn álà "Ihr Amiga oder Atari könnte den nächsten Urlaub finanzieren!" bzw. "Haben Sie auch noch einen Computer-Goldschatz auf dem Dachboden?", wo suggeriert wurde, dass jeder beliebige Amiga 500 oder C64 locker mittlere 3-stellige Beträge wert sei...


    So, genug jetzt...


    Grüße aus Frankfurt,

    Ralph.

    ...der nicht bei Abzockern kauft und die reinen Wiederverkaufs-Profiteure in unserem Sammelgebiet hasst wie die Pest...

  • UI.. da gibts eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen 8):thumbup: treffender geht's nicht. Ralph_Ffm Wird Zeit für nen :prost:

  • Auch das 700er board mit Proxa-Kabeln (von Commodore Kanada so angefertigt) inkl. beider 6525A für 75 USD ist sehr günstig. Allein die beiden Triports sind das schon Wert!

    Ehm... Nö.

    Die Proxa-Umbauten wurden ausschließlich durch Ultra Elektronik selbst ausgeführt.

    Helmut hatte Commodore explizit untersagt, die nachzubauen.

  • Auch das 700er board mit Proxa-Kabeln (von Commodore Kanada so angefertigt) inkl. beider 6525A für 75 USD ist sehr günstig. Allein die beiden Triports sind das schon Wert!

    Ehm... Nö.

    Die Proxa-Umbauten wurden ausschließlich durch Ultra Elektronik selbst ausgeführt.

    Helmut hatte Commodore explizit untersagt, die nachzubauen.

    Er hat 4 Proxa Boards (zwei hab ich bekommen), mehrere 7xx Mainboards mit Kabeln ausgerüstet für Proxa/SFD1001-Platine und einen komplett so ausgestatten 7xx.

    Alles stammt von der Auflösung der Commodore-Fabrik in Kanada. Außerdem hat er noch mehrere SFD1001 Platinen mit Mini8250 - ebenfalls von Commodore.


    Entweder hat Commodore das von Helmut bekommen oder sie haben die Boards selbst modifiziert.


      


    Die Bilder von Proxa Rechnern, die man im Web findet haben alle die gleichen grauen Kabel - also könnte das von Ultra Electronic stammen...

  • Jetzt wird‘s spannend!

    Erfahrung ist Wissen, das wir erwerben, kurz nachdem wir es gebraucht hätten.


    Mein Netz: Acorn | Atari | Milan | Amiga | Apple IIGS | Macintosh | SUN Sparc | NeXT |SGI | IBM RS/6000 | DEC Vaxstation| Raspberry Pi | PCs mit OS/2, BeOS, Linux, AROS, Windows, BSD | Stand-alone: Apple //c | Sinclair QL | Amstrad | PDAs

  • Ein Stück Technikgeschichte ist in meinen Augen immer noch etwas anderes als ein bedeutendes Gemälde oder sonstiges Kunstwerk.


    https://www.youtube.com/watch?v=i-QpnaWAJwo&t=22m40s


    Du befindest Dich da, zumindest in diesem Rahmen hier, in prominenter Gesellschaft ...



    An der Argumentation mit der "Erhaltung über den Preis" ist aber durchaus auch was dran, das funktioniert seit mehreren hundert Jahren so, daß die wertvollen Sachen bevorzugt aufgehoben werden. Kein Mensch benötigt z.B. Teppiche an den Wänden und trotzdem hängen die Dinger in Massen in der vatikanischen Sammlung. Und mit Gobliiins hat das da rein gar nichts zu tun ...

  • Das abgebildete 700er Board ist mit ziemlich hoher Sicherheit in der Werkstatt von Helmut verkabelt worden.

    Es ist einfach zu unwahrscheinlich, daß ausgerechnet in Kanada bis ins Detail die gleichen Kabel und Stecker dafür verwendet worden wären, wie in Köln.

    Guck Dir mal die Beschriftung der Kabel an.

    Die hätten doch irgendwelche Kabel genommen, die sie dort gehabt hätten, und nicht solche Allerweltsartikel über den Ozean geschippert.

  • Helmut hat mir erzählt, daß er fertig umgebaute Rechner an Commodore geliefert hat.

    Ob er denen auch Einzelteile wie 8250 Mini Platinen, Proxa 7000 Platinen oder verkabelte CBM 700 Boards verkauft hat, könnte er wohl nur selbst beantworten.

    Ich kann mir gut vorstellen, daß Commodore aus Kostengründen die Rechner in Deutschland zerlegt hat, und nur die Platinen über den Teich geschickt hat.

  • Helmut hat mir erzählt, daß er fertig umgebaute Rechner an Commodore geliefert hat.

    Ob er denen auch Einzelteile wie 8250 Mini Platinen, Proxa 7000 Platinen oder verkabelte CBM 700 Boards verkauft hat, könnte er wohl nur selbst beantworten.

    Ich kann mir gut vorstellen, daß Commodore aus Kostengründen die Rechner in Deutschland zerlegt hat, und nur die Platinen über den Teich geschickt hat.

    Ja, das ist wohl wahrscheinlich.

    Gibt es eigentlich den Disk-Controller, den Commodore für die 7xx geplant hat wirklich? Hast du davon schon mal etwas gehört?