Umbau TRS-80 110V/60Hz -> 250V/50Hz

  • Moin,


    vor ein paar Tagen habe ich ein TRS-80-Komplettpaket aus den USA bekommen. Natürlich sind alle Geräte für 110-Volt-Strom ausgelegt. Modem und Tape lassen sich mit alternativen Netzteilen betreiben, stellen also kein Problem dar.


    Kniffliger wird es beim Monitor und Computer.


    Der Monitor ist ein 26-1201 und nutzt laut Schild an der Rückseite ausschließlich 110 Volt mit 60 Hertz.


    Der TRS-80 hat das typische Netzteil: 2 Stromstärken mit je 3 Spannungen:


    Beim Computer kann ich einen 250-Volt-110-Volt-Trafo benutzen, weil die Netzfrequenz hinter dem Netzteil keine Proleme macht. Trotzdem würde ich natürlcih gern ein dediziertes Netzteil verwenden. (Ira Goldklang hat eine Bauanleitung, die ich demnächst mal als Vorlage verwenden werde.)


    Mit dem Monitor wird es schwieriger. Der muss wohl umgebaut werden. Da hätte ich gern Rat, was ich dazu berücksichtigen muss bzw. Anleitung, wie man so etwas macht.


    Mit dem TRS-80 habe ich noch ein kleines Problem: Ein ziemlich dicker Elko (10.000 µF, 16 Volt DC) ist durchgebrannt (Foto). Gestern habe ich Ersatz gekauft ... der ist allerdings noch dicker als das Original. Wenn ich den einlöte, bekomme ich das Gehäuse zwar noch zu, der Elko berührt allerdings das Kunststoffgehäuse von innen. Ist das problematisch (z.B: wegen Hitzeentwicklung)?


    µP

  • Wäre ein Spannungswandler wie ihn Oldbits hat nicht die einfachste Lösung?

    Viele Grüsse
    Roman
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    ...auch das Zukünftige wird ein Morgen haben, das es zum Gestrigen werden lässt...


    Viele Grüsse aus der Schweiz
    https://webnose64.ch

  • Wäre ein Spannungswandler wie ihn Oldbits hat nicht die einfachste Lösung?


    Meiner liefert 200 Watt. Das würde für Rechner und Monitor brauchen ca. 90 Watt.


    Kann ich den Monitor denn auch mit 50 Hertz betreiben?

  • Die meisten Monitore sind von der Netzfrequenz unabhängig.
    Die Synchronisation erfolgt auf das Videosignal.
    Daß das bei Deinem jetzt anders ist halte ich für unwahrscheinlich.


    Stimmt! :love:




    Danke!!


    Was denkst du zu dem Problem mit dem zu dicken Kondensator? Soll ich den trotzdem einlöten?

  • Es wird sich dabei um einen Glättungselko handeln, da ist eigentlich nicht mit nennenswerter Wärmeentwicklung zu rechnen, von daher wohl eher kein Problem.
    Wie knapp ist das denn ? Wenn das ganze sich nur unter Druck zusammenbauen lässt, würde ich das lieber nicht so machen, weil sich die Platine und/oder das Gehäuse auf Dauer verbiegen könnten.
    Vielleicht passen ja auch 2 Kondensatoren nebeneinander herein, die etwa die halbe Kapazität haben ?
    Der alte hat 10.000µF, vielleicht passen ja 2 x 4700µF rein.
    Die Differenz in der Kapazität wird sicher nichts ausmachen, Glättungselkos sind im allgemeinen reichlich bemessen ;)
    Durch den niediregeren ESR der heutigen Elkos wird das auch noch entschärft.

  • Vielleicht passen ja auch 2 Kondensatoren nebeneinander herein, die etwa die halbe Kapazität haben ?
    Der alte hat 10.000µF, vielleicht passen ja 2 x 4700µF rein.


    Heißt nebeneinander "parallel" oder in Reihe? (Wahrscheinlich ersteres)

  • Eine Skurrilität ist mir noch aufgefallen:


    An der Unterseite war der alte Elko "aufgescheuert" (dachte ich zuerst). Dort fehlte ein Stück Isolierung.


    Jetzt, wo ich mir die Platine ansehe, finde ich an genau der Stelle einen Lötkontakt, auf dem der Elko aufgelegen hat.


    Wozu ist das denn gut?


    Soll ich den neuen Elko auch an der Stelle abisolieren?

  • Zur ersten Frage: Elkos parallel schalten. Damit addieren sich die Kapazitäten bei gleichbleibender Spannungsfestigkeit. Der gesamt-ESR ist kleiner als der kleniste Einzel-ESR, in dem Punkt eine gewöhnliche Parallelschaltung von Widerständen.
    Wenn man die hintereinander schaltet, addieren sich die Spannungsfestigkeiten auf, die Kapazitäten aber nicht. Das ganze hat dann die Kapazität des kleinsten Elkos. Die ESRs addieren sich dabei auf.
    'Nebeneinander' bezog sich auf den Platz auf der Platine ;)


    Zur zweiten Frage: Sieht denn das so aus, als wäre das mit Absicht so ?
    Hat dieser Lötpunkt auf der Platine eine Verbindung mit einer Leiterbahn ?
    Wenn 2 mal ja, würde ich ich die Stelle auch wieder mit anschließen, dann aber eher mit einer Drahtbrücke zum entsprechenden Anschluß, nicht einfach am Elko-Gehäuse.
    Würde mich aber schon wuindern, gesehen habe ich so eine Anschlußtechnik jedenfalls noch nicht.
    Nur lose aufgelegt und nicht angelötet macht für mich auch keinen Sinn, das gibt ja eh nur einen Wackelkontakt.

  • Diese Sache mit dem "aufgescheuerten" Elko ist wirklich kurios. Das ist mir noch nie unter gekommen.


    Größere Elkos werden mit Klebstoff oder auch mit Kabelbinder auf der Platine befestigt. Ob das ein Versuch war, den Elko in ganzer Breite zwecks Befestigung mit anzulöten?

  • Da Roman direkt auf mich verwiesen hat ...
    Bei mir sammeln sich die Geräte mit fremdländischen Strombedarf schon seit jeher, ob japanisch oder US amerikanisch.
    Ich bin noch nie auf die Idee gekommen interne Netzteile auf 220V umzubauen (externe NT tauschen ist ja nicht weiter schwer, wenn man passende zur Hand hat). Dafür sind es einfach zu viele.
    Ansonsten nutze ich seit über einem Jahrzehnt entsprechend gross dimensionierte Step Down Converter (aktuell 1000W und der wird selten handwarm) und zusätzlich US Mehrfachsteckdosen incl. Verlängerungen.
    Auf diversen Veranstaltungen mit mehreren angeschlossenen Geräten (3-4 Rechner + 2 Monitore) seit Jahren erprobt, siehe meine VCFE Ausstellungen oder die CC letztes Jahr oder dann halt auf dem VCFB in Bälde :)

  • Tatsächlich hat die Kontaktstelle auf der Platine eine direkte Verbindung (0 Ohm Widerstand) zum Minuspol-Anschluss des Elko. Kurios, denn die Leiterbahn läuft von dort über eine Diode erst einmal ganz woanders hin. Nach Rücksprache mit Bernd Ulmann habe ich den Elko isoliert gelassen und eingelötet. Der Rechner scheint zu funktionieren. Trotzdem weerde ich morgen noch mit einer Litze eine kleine Brücke von der Minus-Stelle der Platine zu der ominösen Kontaktstelle herstellen. Wer weiß ...?


    An meinen Spannungskonveeter kann ich Geräte bis max. 200 Watt anschließen. Der Rechner hat 50, der Monitor 37 und Kassettenrecorder und Modem haben ein einfaches Steckernetzteil, das sich gegen ein hiesiges tauschen lässt. Ich warte jetzt noch auf die US-Steckdosenleiste und nehme das System dann mal komplett in Betrieb.


    Fotos folgen.

  • Wenn man die hintereinander schaltet, addieren sich die Spannungsfestigkeiten auf, die Kapazitäten aber nicht. Das ganze hat dann die Kapazität des kleinsten Elkos.


    Da muss ich dich korrigieren.


    1/Cges = 1/C1 + 1/C2 + ...


    (Also wie bei der Parallelschaltung bei Widerstaenden.)


    Die Gesamtkapazitaet ist immer kleiner als die kleinste Einzelkapazitaet.


    Nur um Fehler zu vermeiden.

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Also ich hab's in der Lehre gelernt.


    Aber ich ueberlege gerade deine Behauptung zur Spannungsfestigkeit.
    Wenn ich mich recht erinnere, verteilen sich die Spannungen proportional zu den Kapazitaeten.


    Beispiel: 1u/10V + 1u/10V = 0,5u/20V Ok.
    Was passiert wenn ich 10u/10V und 1u/10V in Reihe schalten? Dann sollte ich mir die 20V verkneifen, oder es riecht so schoen.
    Muss ich aber nochmal nachlesen.

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Na, das sieht doch garnich schlecht aus! :thumbup:


    Übrigens: Den gepimpten CBM im Hintergrund kenne ich doch irgendwoher ;)


    Ja, den kennst du.


    Sag mal, kann ich bei dem noch irgendwie das originale Microsoft-BASIC erreichen oder ist das komplett raus?

  • "Bei der Parallelschaltung addieren sich die Einzelkapazitäten
    zur Gesamtkapazität: C1 + C2 + ..=C ges


    - Die Spannung an den Kondensatoren ist gleich : U1=U2=Uq


    - Sind die Einzelkapazitäten verschieden, sind auf den Kondensatoren unterschiedliche Ladungsmengen."



    Quelle

    Viele Grüsse
    Roman
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    ...auch das Zukünftige wird ein Morgen haben, das es zum Gestrigen werden lässt...


    Viele Grüsse aus der Schweiz
    https://webnose64.ch

  • Alles richtig fuer eine Parallelschaltung von Kondensatoren.
    Toast_r und ich hatten aber ueber eine Reihenschaltung diskutiert.

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Danke. Ich würde allerdings gern diesen Rechner damit nutzen. Ich glaube aber, das ist komplett gegen einen anderen Interpreter ausgetauscht worden.

  • Was passiert wenn ich 10u/10V und 1u/10V in Reihe schalten? Dann sollte ich mir in die 20V verkneifen, oder es riecht so schoen.


    Ich denke Du hast recht, dass in dem Fall die Spannungfestigkeit nur wenig über den 10V liegt.
    Bei der Reihenschaltung haben alle Kondensatoren die gleichen Ladung, und je kleiner die Kapazität, um so größer die Spannung bei dieser Ladung.
    Eigentlich mag mir aber kein sinnvolles Szenario einfallen, bei dem ich Kondensatoren mit unterschiedlicher Kapazität in Reihe schalte. Wenn ich in Reihe schalte, dann wohl, um die Spannungsfestigkeit zu erhöhen - und das sollte sinnvollerweise mit Kondensatoren gleicher Kapazität geschehen.


  • Das Commodore-BASIC ist nichts anderes als ein original Microsoft-BASIC, das lediglich geringfügig erweitert wurde. Details inkl. Quelltext gibt es hier: Create your own Version of Microsoft BASIC for 6502


    Danke. Ich würde allerdings gern diesen Rechner damit nutzen. Ich glaube aber, das ist komplett gegen einen anderen Interpreter ausgetauscht worden.


    Ich habe das zwar nicht bis ins Detail verglichen, aber außer der Einschaltmeldung von Herrn Konradi ist mir nichts aufgefallen, was an dem Basic geändert wäre.


  • Ich denke Du hast recht, dass in dem Fall die Spannungfestigkeit nur wenig über den 10V liegt.
    Bei der Reihenschaltung haben alle Kondensatoren die gleichen Ladung, und je kleiner die Kapazität, um so größer die Spannung bei dieser Ladung.
    Eigentlich mag mir aber kein sinnvolles Szenario einfallen, bei dem ich Kondensatoren mit unterschiedlicher Kapazität in Reihe schalte. Wenn ich in Reihe schalte, dann wohl, um die Spannungsfestigkeit zu erhöhen - und das sollte sinnvollerweise mit Kondensatoren gleicher Kapazität geschehen.


    Ich hatte dabei eigentlich auch nur an genau diesen Fall gedacht, allerdings war meine Formulierung dafür wohl etwas unpassend.
    Verschiedene Kapazitäten in Reihe gibt ja nun wirklich ziemlich wenig Sinn.

  • Quote

    Wenn ich in Reihe schalte, dann wohl, um die Spannungsfestigkeit zu erhöhen - und das sollte sinnvollerweise mit Kondensatoren gleicher Kapazität geschehen.


    Wobei auch das problematisch ist, wenn einer der in Reihe geschalteten Kondensatoren schneller altert oder aus anderen Gründen (Qualität, Temperaturbelastung) die Kapazität früher in den Keller geht als bei den anderen. Kann mir daher auch nicht vorstellen, dass das in Reihe schalten von Kondensatoren überhaupt üblich ist.

  • Kann mir daher auch nicht vorstellen, dass das in Reihe schalten von Kondensatoren überhaupt üblich ist.


    Hab ich mich auch gefragt und mal kurz geGooglet und in Wikipedia geschaut.


    Bei Hochspannungskondensatoren werden intern mehrere Kondensatoren in Reihe geschaltet, damit das Dielektrikum duenner bleibt.


    Weiter kann man mit Kondensatoren genauso Spannungsteiler aufbauen wie mit Widerstaenden. Hat anscheinend bei speziellen Loesungen Vorteile.

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Die habe ich mit dem iPhone aufgenommen. Seltsamerweise gibt es das Problem nur in diesem Forum. Andere Portale (eBay, ...) drehen die automatisch. Mich wundert aber auch schon, dass die überhaupt verkehrt herum sind - ich hab das Handy ja richtig herum gehalten.