Parallelschalten von Gleichrichtern

  • Eigentlich gelten die Ohmschen Gesetze auch für Dioden, daher denke ich werden sich die Ströme teilen (eigentlich heisst es ja Spannungsteiler, aber Strom ist es ja auch immer).
    Vielleicht kann man auch die Kirchhoffsche Gesetze anwenden.
    Auf jeden Fall braucht aber eine Parallelschaltung mehr Platz...

    "Ich habe keine Zeit mich zu beeilen." (Igor Strawinsky)


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  • Das würde gehen, wenn die Dioden absolut identisch sind. Ich glaube das aber nicht und würde in die Zuleitungen zu den Dioden Widerstände zur Strombegrenzung einbauen.
    Die aus meiner Sicht unproblematischste Lösung ist ein Brückengleichrichter mit entsprechender Belastbarkeit.

  • gbalzarek hat Recht: die Ströme verteilen sich nicht gleichmässig, weil die Flussspannungen der Dioden unterschiedlich sind. So bekommt die Diode mit der niedrigsten Flussspannung fast den gesamten Strom ab. Das Ohmsche Gesetz gilt nicht für Dioden, da diese eine extrem nichtlineare Kennlinie haben und somit eben keine ohmschen Widerstände sind.
    Kurzum: Machs nicht! Verwende einen passenden Gleichrichter!

  • gbalzarek hat Recht: die Ströme verteilen sich nicht gleichmässig, weil die Flussspannungen der Dioden unterschiedlich sind. So bekommt die Diode mit der niedrigsten Flussspannung fast den gesamten Strom ab. Das Ohmsche Gesetz gilt nicht für Dioden, da diese eine extrem nichtlineare Kennlinie haben und somit eben keine ohmschen Widerstände sind.
    Kurzum: Machs nicht! Verwende einen passenden Gleichrichter!


    Ich würde zwar auch zuerst genau den passenden Gleichrichter auswählen, aber so ganz kann ich der Argumentation nicht folgen, was die "Unterschiedlichkeit" der Dioden angeht.
    Gesetzt der Fall der Gleichrichter ist vom gleichen Typ und von demselben Hersteller, warum sind dann die Dioden "sooo unterschiedlich" ?
    Die Hersteller der Bauteile garantieren ja die Benutzbarkeit und die Kompatibilität mit Hilfe der Typenangaben, sonst wäre das ja alles hinfällig - wenn die Werte der Bauteile zufällig wären, könnte man doch gar nicht verlässlich eine Schaltung aufbauen ?!??
    Aber Stephan ist ja schon alt genug, selbst zu entscheiden ...

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  • Naja, die Argumentation war ja, daß durch die Serienstreuung sich eine starke Assymetrie der Ströme durch beide Gleichrichter ergeben kann, sprich durch GR1 fließt 80% des Stromes, durch den zweiten 20% des Stromes. Eben weil Dioden von Bauteil zu Bauteil stark streuen?


    Wenn es 50,05 und 49,95 % wären, würde das ja nicht stören.


    Ich könnte jetzt hingehen und mal nachmessen, aber das wäre ja auch kein allgemeingültiger Beweis, ich kann ja Glück haben und die beiden Gleichrichter gleichen Typs sind zufällig sehr nah beieinander.

  • Ich kann mich andi6510s Argumentation anschliessen. Um es genau wissen zu wollen wie gross der Effekt ist müsste man Datenblätter der betreffenden Bauelemente wälzen, darin ist auch die Exemplarstreuung angegeben. Bei Transistoren gilt das gleiche, daher macht man da Messungen zur Selektion, um z.B. analoge Endstufen mit Bauelementen gleicher Eigenschaften aufzubauen. Und die werden dann noch thermisch gekoppelt. Oder bei Leuchtdioden werden optische Vermessungen gemacht um Arrays gleicher Lichstärke aufzubauen.


    Daher - es geht zwar prinzipiell, ist aber absolut nicht empfehlenswert.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Parallelschalten von Dioden ist keine gute Idee, da bei Dioden mit steigender Temperatur die Durchlaßspannung fällt, so dass sich bei einer Parallelschaltung kleine Unterschiede quasi automatisch vergrößern - durch eine Diode fließ ein klein wenig mehr Strom, sie wird dadurch ein wenig stärker erwärmt, dadurch fällt ihre Durchlassspannung etwas stärker, die Stromasymmetrie vergrößert sich, die eine Diode wird noch wärmer ... - gut vorstellbar, dass letztlich 100% des Stroms durch eine Diode fließt. Mittels Serienwiderstände könnte man da natürlich gegensteuern, der darf dann aber nicht zu kleine ausfallen (da sollten dann schon mehr als 0.5V abfallen).


    Aus diesem Grund sind auch diverse Halbleiterbauelement thermisch gekoppelt - die Durchlassspannung verändert sich parallel - passend selektierte Bauteile behalten dann ihre minimal geringen Unterschiede.