Commodore PET 2001 Problem wirre Zeichen

  • Hallo,


    habe einen PET 2001 erstanden. Es handelt sich um ASSY 320137 mit nachfolgendem Fehler.


    Nach dem Einschalten erscheinen die bekannten wirren Zeichen. Diese verschwinden nach kurzer Zeit und es verbleibt ein schwarzer Bildschirm.


    Nach meinen Recherchen in den Foren, könnte es u.a auch ein RAM sein. Leider sind die 2114 nicht gesockelt und ein vertauschen ist ohne weiteres nicht möglich.


    Die Prüfung der ROMs werfen bei mir ein paar Fragen auf. Das Board ist wie folgt bestückt:


    H1: 901447-09


    H2: 901447-03


    H3: 901447-05


    H4: 901447-06


    H5: 901447-02


    H6: 901447-04


    H7: 901447-7


    A1: 901447-8


    Hat jemand eine Ahnung ob die Anordnung korrekt ist?


    Die 7805 scheinen alle in Ordnung zu sein und die 6520 hatte ich auch schon vertauscht. Habt ihr einen Tip wie ich vorgehen kann? Sockeln der RAMs stellt kein Problem dar, die Frage ist nur mit welchem ich Anfange oder ob es vorbereitende Maßnahmen gibt, die den Fehler weiter eingrenzen. Mir steht noch ein weitere PET der älteren Bauweise zur Verfügung und die RAMs müsste ich natürlich bestellen.


    Ich Danke jetzt schon Voraus!!!


    Grüße


    Ingo

  • Ist zwar nicht direkt an deine Frage gerichtet, aber die 2114 würde ich prophylaktisch schonmal alle sockeln - je nach Fabrikat sind die aktuell recht sterbefreudig.
    Sprich auf kurz oder lang wirds darauf hinauslaufen, dass ein oder mehrere RAMs getauscht werden müssen.


    Zu deiner Frage bzgl. der ROMs kann ich leider nicht viel sagen, da ich mich noch nicht groß mit der CBM-Reihe beschäftigt habe (habe lediglich mal bei einem 2001 Monitor und Tastatur gewartet). Die Erfahrungswerte belaufen sich auf VC20 und C64

  • Hallo Ingo,
    erstmal Glückwunsch zum PET!
    Du hast richtig Glück mit dem guten Stück, denn er hat die Boardversion mit Standard-RAMs und -ROMs.
    Somit ist im Falle des Falles die Ersatzteilbeschaffung keine große Sache.
    Jetzt zur Deiner Frage: Die ROM-Bestückung stimmt.


    Wenn die Zeichen gelöscht werden, ist schonmal viel in Ordnung:
    Die CPU läuft, Daten- und Adressbus funktionieren.
    Häufigste Ursache bei diesem Fehlerbild sind nach meiner Erfahrung defekte ROMs, gefolgt von defekten RAMs.
    Es gibt eine relativ einfache, wenn auch nicht 100% aussagefähige Methode, die ROMs zu testen.
    Alle ROMs entfernen.
    Nacheinander jeweils eins der ROMs in den Sockel für den Zeichengenerator stecken, und den Rechner einschalten.
    Den Rechner dann ca. 1 Minute lang beobachten.
    Am angezeigten Bild kann man defekte ROMs relativ sicher erkennen.
    Ein intaktes ROM liefert ein statisches Pixelbild ohne regelmäßiges Muster.
    Blinken, Flackern und sonstige Veränderungen am Bild oder regelmäßige Muster sind Zeichen für defekte ROMs.


    Probier das mal bitte als erstes aus.
    Im Zweifel bitte Bilder der Bildschirmanzeige hier im Forum posten.
    RAM-Test folgt dann bei Bedarf im nächsten Schritt. ;)


    Gruß
    Christian

  • Hi Christian,
    Danke für die Tipps, möchte das gerne durchführen. Leider kann ich keine Beschreibung der ROM Steckplätze finden und dh. die Frage in welchem Sockel sich das ROM für den Zeichengenerator befindet :)
    Grüße
    Ingo

  • Habe gerade die ROMs komplett abgezogen und abwechselnd in den Zeichengeneratorsockel gesteckt. Leider konnte ich keine gravierenden Abweichungen feststellen.


    Screenshots als Anlage.


    Anschließend habe ich die ROMs von meinem Baugleichen (gleiches Board und Bestückung) und leider auch defekten PET nacheinander in den Zeichengenerator Slot gesteckt. Das Ergebnis war 1:1 deckungsgleich.


    6502, 6520 und 6522 habe ich zwischen den beiden PETs auch abwechselnd getauscht. Leider keine Verbesserung.


    Nach dem ich den PET wieder mit dem ursprünglichen Cipsatz wieder in den Originalzustand versetzt habe, erfolgte immer noch der Screen mit Wirren Zeichen. Eine Veränderung war allerdings das sich ab und zu ein Schachmuster bildet und manchmal ein konkreter Eingabescreen erscheint. Meldungen waren hier u.a. ?Syntax Error, ?Overflow, *** COMMODORE BASIC ***, 3.00000096 BYTES FREE und Ready. Tastatureingabe war möglich. Habt ihr weitere Tipps wie ich den Fehler eingrenzen kann?


    Danke und Grüße


    Ingo

  • Zu den Bildern:
    Bild 1: Zeichengenerator-ROM
    Bild 2: Intaktes ROM
    Bild 3: Defektes ROM


    Die wirren Fehlermeldungen deuten auf RAM-Fehler im ersten Kilobyte hin.
    Allerdings dürfte der beschriebene Zustand, daß nach dem Start mit verschiedenen Fehlermeldungen eine Tastatureingabe möglich ist, mit mehreren defekten ROMs (laut der Bildbenennung H5 - H7) nicht eintreten. Der Rechern würde dann nicht soweit kommen.
    Vielleicht gibt es ja Kontaktprobleme beim Zeichengenerator-Sockel.
    Oder hast Du vielleicht sogar die ROMs verdreht eingesetzt?

  • Ich habe die ROMs nicht noch mal speziell gereinigt. Die Funktionierenden ROMs sehen an den Beinchen nicht besser als die vermutlich defekten und eigenartig ist das die ROMs aus dem zweiten PET genau die gleiche Situation hervorrufen. Wie sollte ich eine Reinigung vornehmen. Das ganze noch mal unter vorischtigem Einsatz von Kontaktspray durchführen oder direkt den Sockel tauschen?

  • Update zum Teilerfolg.


    Habe die ROMs noch mal gesäubert und mit Präzi-Sockel in den Zeilengenrator gesteckt. Keine Veränderungen.


    Anschließend habe ich das Board aus dem zweiten Pad genommen und den gleichen Test mit den Roms im Zeilengenerator durchgeführt. Eigentlich das gleiche Ergebnis mit leichten Abweichungen im Bild bei H5-H7. Allerdings bei allen Roms die gleiche Charakteristik der Bilder.


    Anschließend habe ich das zweite Board mit den kompletten ROMs aus PET 1 bestückt. Siehe da...er funktioniert :thumbup:


    Nun konnte ich die ROMs einzeln tauschen und weiß das im PET2 ROM in H5 901447-02 defekt ist.


    Hat jemand hiervon noch eins oder kann man dies auf ein EPROM schreiben?


    Für PET1 ist nun die Frage ob ich ein defektes RAM eingrenzen kann oder welche Vefahrensweise zum auslöten und tauschen sinnvoll ist.

  • Passendes EPROM brennen ist kein Problem, melde Dich dazu einfach per PM.


    Zur weiteren Fehlersuche: Wie genau verhält sich der Rechner, wenn Du ihn mit den funktionierenden ROMs bestückst ?

  • Gestern hatte er sich entweder mit Wirren Zeichen über den kompletten Screen und anschl. Löschung gemeldet. Ab und zu schaffte er es auch zu den o.g. Eingabemeldungen.


    Heute nach säubern etc. meldet er sich konstant mit einem wirren Zeichen über kompletten Screen, löscht diesen und schreibt ca. ¼ des Bildes erneut mit wirren Zeichen voll.

  • Dann gehe ich jetzt mal zu 90% von defektem RAM im untersten kilobyte aus.
    Wenn die RAMs nicht gesockelt sind ist das sehr hinderlich für das weitere Testen.
    Sonst könnte man durch vertauschen der RAM-Bausteine erstmal versuchen, das untere kilobyte mit funktionierenden RAM auszustatten, und könnte die anderen dann ziemlich einfach testen.
    Dann wüsste man, wieviele defekt sind, und könnte die auf einmal besorgen.


    Edit:
    Wie sieht's denn bei Dir mit Löten aus?
    Bist Du in der Lage 'mal eben' RAMs auszulöten und zu sockeln?

  • ja...Löten und sockeln bekomme ich hin. Zumindest ist bei meinen 64er Umbauten nie etwas schief gegangen. Was wäre die sinnvollste Herangehensweise oder soll ich direkt alle sockeln. Mir ist natürlich klar das jede Lötarbeit ein Risiko ist und sofern es sich vermeiden lässt würde ich so lange sockeln bis ich ein positives Ergebnis habe.

  • Um nicht unnötig viel rumlöten zu müssen, würde ich in Deiner Situation folgendermaßen vorgehen:
    Am funktionierenden PET erstmal kontrollieren, ob die RAMs für den Bildschirmspeicher OK sind.
    Also einfach Rechner einschalten, und benutzen.
    Wenn keine falschen Zeichen kommen und auch nichts flackert, sind sie zu 99,5% OK.
    Einen davon würde ich dann auslöten, und Sockel einbauen.
    Der Bildschirmspeicher findet sich an Position C3 und C4.


    Dann als nächstes einen der vermutlich defekten aus dem anderen PET auslöten.
    Die RAMs für das untere Kilobyte finden sich an I8 und J8.
    Für einen von beiden entscheiden, raus und Sockel rein.
    Den ausgelöteten Baustein im Bildschirmspeicher des intakten Rechners testen.
    Der Grund, warum ich zum Testen den Bildschirmspeicher empfehle:
    Defekte RAMs im Bildschirmspeicher sind leicht zu erkennen, es erscheinen falsche und/oder flackernde Zeichen auf dem Bildschirm.
    Somit eignet sich der Bildschirmspeicher hervorragend, um fragwürdige RAMs schnell zu testen - Man sieht praktisch sofort, ob sie in Ordnung sind.
    Natürlich darf hier der Hinweis nicht fehlen, daß sowas nicht immer an den RAMs liegt, wenn aber der Rechner mit intakten RAMs funktioniert, sind die anderen möglichen Ursachen raus.


    Wenn der getestete defekt war, kommt schon den Gegentest, also das intakte RAMs in den bisher defekten PET stecken.
    Wenn er dann noch nicht startet, das gleiche Spiel mit dem zweiten RAM wiederholen.
    Stellt sich heraus, daß beide unteren RAMs defekt sind, braucht man für weitere Tests ein zweites intaktes.
    Ich würde in dem Fall das zweite vom Bildschirmspeicher des anderen PET nehmen.


    Wenn die beiden RAMs fürs untere Kilobyte in Ordnung sind, sollte der Rechner erstmal starten, wenn nicht gibt's weitere Probleme.
    Das wollen wir mal nicht hoffen, dann wird's mit der Ferndiagnose nämlich schwieriger.


    Läuft der Rechner grundsätzlich, kann man an der Einschaltmeldung (xxxx Bytes Free) ablesen, ob weitere RAMs defekt sind.
    An der Meldung kann man dann ablesen, an welcher Adresse der nächste Fehler ist.
    Da die RAMs jeweils in 1024 x 4 Bit organisiert sind, sind für jede Adresse zu RAMs-Bausteine gleichzeitg zuständig.
    Welchen von den beiden dann fehlerhaft ist, lässt sich mit einem Testprogramm ermitteln.

  • Christian : danke für den guten Vorschlag.
    Habe mich heute rangemacht und bin zwar weitergekommen, stehe aber fast wieder am Anfang.
    - PET1 wurden die Video RAMs genommen und gesockelt
    - Anschl. aus dem defekten PET2 H8 und J8 entfernt. Diese machen im Videosockel von PET 1 keine Probleme. Die Video RAMs aus PET1 in J8 und H8 von PET2. Keine Veränderung
    - Anschl. alle RAMs aus PET2 entfernt und in PET1 getestet. Tatsächlich konnte ich feststellen das 3 RAMs nicht in Ordnung sind, der Rest machte keine Probleme
    - RAM Bank in PET2 nun komplett gesockelt und auf dem Weg habe ich gleich 74LS139 und 74LS00 mit gesockelt.
    - Anschl. PET mit guten RAMs aus PET1 bestückt, die 74LS139 und LS00 neu bestückt, 6522, 6502 und 6520 von PET1 übernommen
    - Board PET2 in funktionierendes Gehäuse und Netzteil von PET1 gebaut
    - Gespannt eingeschaltet und..…gleiches Bild welches ich noch mal angehängt habe. Siehe Bild.
    - Anschl. alles Rückbau auf PET1 und dieser läuft weiterhin mit der Bestückung.
    Irgendwelche letzten Tipps aus der Ferndiagnose oder hat jemand anders eine Idee?

  • Jetzt bleibt natürlich zu hoffen, daß Du beim großzügigen Auslöten und Sockeln keine neuen Fehler eingebaut hast.
    Das passiert leider recht häufig bei solchen Aktionen, auch Leuten mit Löterfahrung.


    Da es jetzt doch langsam ans Eingemachte geht:
    Hast Du ein Oszilloskop?

  • Die Gefahr mit einem neuen Fehler durch das Sockeln besteht natürlich. Die Lötstellen sind zumindest sauber und es hat sich nichts gelöst und es müsste auch nichts geflickt werden. Der Fehler ist zumindest auch der gleiche wie vor der Lötaktion und somit sollte zumindest das ursprüngliche Problem noch bestehen und es hat sich als primärer Fehler nichts davor positioniert. Leider habe ich kein Oszilloskop und nur ein Messgerät. Da müsste ich jemanden hier in der nähe finden was bestimmt machbar wäre. Mit dem normalen Messgerät komme ich vermutlich nicht weiter oder kann ich auf Verdacht noch etwas tauschen? Falls ich jemand mit einem Oszilloskop finde, gibt es eine Checkliste für Standardmessungen die das Problem eingrenzen?

  • Ferdiagnose ist in diesem Stadium alles andere als einfach.
    Eine richtige Checkliste habe ich jetzt nicht direkt zur Hand, die würde aber in etwa so aussehen:


    1. Versorgungsspannungen prüfen, auch mit Oszilloskop, um eventuell zu hohe Restwelligkeit erkennen zu können
    2. Takt prüfen
    3. Reset prüfen
    4. Mit einem NOP-Generator Daten- und Adressbus prüfen
    Da beim PET der Datenbus zwischen CPU und RAM 2 mal gepuffert wird, gibt's da einiges zu tun.
    5. Weiter mit dem NOP-Generator: Chip-Select Signale prüfen


    Ab Punkt 4 braucht man die Schaltpläne.
    Die muß man natürlich lesen können. Mit dem TTL Logik-ICs muß man natürlich auch klarkommen.
    Die Datenblätter der 65xx-Chips können auch hilfreich sein.

  • Okay, verstehe.....das übersteigt meine Kenntnisse und letzten Endes auch meine technische Ausstattung.


    Vielleicht gibt es hier jemanden der sich der Sache annehmen könnte. Falls ja sehr gerne PN. Obwohl er seinen Platz hat und genau dieser PET ein Erbstück ist, würde ich ihn vielleicht auch abgeben denn einen habe ich ja nun zum laufen bekommen. Auch hier gerne PM aber eine Reparatur wäre mir lieber denn ich habe hier keine finanziellen Motivation.

  • hallo ingo,


    ich hätte interesse an dem rechner.
    ich würde dir auch den rechner reparieren, falls du ihn nicht verkaufen willst.


    leider habe ich noch nicht genug platz und muss mir erst werkzeug, messgeräte
    und ersatzteile neu zulegen. alle meine sachen sind dahmals verschwunden.
    aber etwas habe ich schon zusammen, dank christian, dirk und björn.


    falls es nicht so dringend ist, würde ich ihn sehr gerne reparieren.


    gruß
    helmut

  • Hallo,
    meine beiden PETs laufen wieder und natürlich möchte ich kurz darstellen woran es am Ende gelegen hat.
    Die RAMs des defekten PETs wurden von mir nacheinander als Video Rams in den funktionieren PET eingesteckt. Ein paar haben hier Probleme gemacht, allerdings zeigten die RAMs H8 und J8 keine Anzeichen eines Defektes.
    Zwischenzeitlich habe ich mir ein ROM Board besorgt und damit lief der PET ohne Probleme. Nun konnte ich eingrenzen das es anscheinend doch etwas mit den RAMs zu tune hat und ich habe einfach mal die offensichtlich funktionieren J8 und H8 gegen zwei anderen getauscht. Siehe da der PET läuft und hat meine umfassende Sockelei überstanden. Sicherheitshalber auch hier noch mal der Check mit den defekten RAMs als Video RAMs und wieder kein Fehler. Wie Christian schon geschrieben hatte ist der Test nicht ganz zuverlässig und in meinem Fall konnte ich auf diesem Weg zwei defekte RAMs nicht lokalisieren.
    Anschließend habe ich mich an den Monitor des zweiten PETs gemacht und konnte direkt einen defekten 7805 lokalisieren. Nach Austausch läuft auch dieser wieder..!
    An dieser Stelle erst einmal vielen Dank in die Runde!!!!
    Grüße
    Ingo