Dateiübetragung über COM-Port

  • Hallo *.*,
    ich möchte auf ein MS-DOS 3.30 System mittels Nullmodemkabel Dateien übertragen.
    Terminalprogramm ist keins drauf, das möchte ich also erstmal irgendwie mit dem MS-DOS Bordmittlen auf den Rechner kriegen.
    Kann mir da mal jemand schnell auf die Sprünge helfen ?

  • Hallo *.*,
    ich möchte auf ein MS-DOS 3.30 System mittels Nullmodemkabel Dateien übertragen.
    Terminalprogramm ist keins drauf, das möchte ich also erstmal irgendwie mit dem MS-DOS Bordmittlen auf den Rechner kriegen.
    Kann mir da mal jemand schnell auf die Sprünge helfen ?


    Diskettenlaufwerk vorhanden ?


    Laplink ...

  • Ich hab noch ein selbstgeschriebenes Terminalprogramm mit vielen Erweiterungsmöglichkeiten unter DOS.
    Du brauchst nur ein Turbo-C oder nimmst die Sourcen für ein neues Projekt.

    ;------------------------------------
    ;----- ENABLE NMI INTERRUPTS
    (aus: IBM BIOS Source Listing)

  • Hallo *.*,
    ich möchte auf ein MS-DOS 3.30 System mittels Nullmodemkabel Dateien übertragen.


    Ist jetzt wegen QBASIC zwar nicht direkt fuer MS-DOS 3.30 (weil QBASIC eher ab 5.00 dabei ist) - aber die Grundidee den Remote Client per
    copy COM1 TERMINAL.EXE rueber zu bekommen, gab es frueher oefter bei Remoteprogrammen (zu denen mir leider die Namen entfallen sind):


    Accesing a DOS machine without floppy:
    http://jcoppens.com/soft/howto/bootstrap/index.en.php


    [EDIT]: So war es bei LapLink 5
    http://kb.laplink.com/index.php/article/printer/716

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
    Entscheidend für mich ist, das ganze nur über den COM-Port in Gang zu kriegen, also ohne Diskettenlaufwerk o.ä.
    Besonders schön finde ich die Lösung mit den selbstgeschriebenen BIN to HEX und HEX to BIN Prgrammen.
    Auf der Kiste ist ein GW-Basic vorhanden, das verlinkte Programm darauf anzupassen dürfte ja keine große Sache sein.
    Komfortabler ist natürlich die Methode mit Laplink, werde ich dann auch mal ausprobieren.

  • Damit habe ich inzwischen (wieder) auch einschlägige Erfahrungen sammeln können... Ich habe mir in den letzten Monaten den ATARI PC3 und die Olivetti M24 softwaretechnisch zurecht gemacht, und dabei auch mit solchen Tools experimentiert und bin letztendlich beim Norton-Commander hängen geblieben. Meine Datenübertragungskette sieht wie folgt aus:



    Erster Schritt der Datenübertragung:


    Aktuelles Windows (XP ... 10) mit PARCP-USB Client-Software ---> USB-zu-Parallelport-Adapter von ParCP-USB ---> Triumph-Adler Walkstation 386 mit MS-DOS 5 (Olivetti-branded) und ParCP-Server


    Zweiter Schritt:


    Auf der Walkstation mit Norton-Commander ----> Serielles Nullmodem-Kabel ----> PC3 bzw. M24 bzw. ETV-260 mit Norton Commander


    Und natürlich auch den gleichen Weg zurück, wenn es um die Datensicherung geht.


    Statt Norton-Commander habe ich auch diverse Laplink-Varianten und FastLynx ausprobiert. Aber das war alles Nix. Und zwar, weil sich die beiden verbundenen Rechner sich nicht auf eine vernünftige Übertragungsrate einigen konnten, mit 19200 Baud braucht man sowas nicht anzufangen. Mit NC bekam ich immer mindestens 115.000 Baud, mit dem PC3 dank des besseren UART sogar mehr.


    Ich habe mir auch aus eBay ein Laplink-Parallelkabel von Hama besorgt, aber damit kommt garkeine Verbindung zustande, eher noch schlimmer, sobald zwei Rechner mit diesem Kabel miteinander verbunden sind, finden Norton, alle Versionen von Laplink und FastLynx den Parallelport nicht mehr. Auch Checkit prangert den Parallelport dann als fehlerhaft an. Irgendwas stimmt mit dem Mistkabel nicht. Da die Stecker vergossen ist, lässt sich das auch nicht nachvollziehen. Ich muss mir so ein Kabel dann wohl doch mal selbst löten.


    Eine Alternative, die ich mal noch ausprobieren will, ist die Interlink/Interserve-Sache von Microsoft, damit bekommt man den anderen Rechner als Laufwerkbuchstaben gemountet, das muss ich nochmal mir näher ansehen, vielleicht kann ich damit, wenn ich das auf der Walkstation und den XTs installiere, vielleicht mit dem ParCP-Client unter Windows 10 direkt auf die Platten der XTs zugreifen, die Walkstation würde das dann durchverbinden, ich müsste dort dann nichts mehr zwischenlagern.


    ----


    Und wer jetzt fragt, von was schwafelt der da mit ParCP-USB? Was ist das? Hier die Antwort:


    ParCP-USB ist eine Server-Client-Software. Die Verbindung läuft entweder über Laplink-Kabel von Parallelport zu Parallelport, oder von USB auf einen Parallelport-Adapter. Man startet auf dem einen beteiligten Rechner den Server, auf dem anderen verbundenen Rechner den Client und bekommt dann auf dem Client eine Norton Commander artige Oberfläche, die sich auch etwa so bedienen lässt. Links der lokale Rechner, rechts der verbundene Rechner. Und dann kann man über die gewohnte NC-Oberfläche Datei- bzw. Ordnerweise Daten hin und her schaufeln. Dabei spielt es erstmal keine Rolle, welchem Rechner von den beiden welche Funktion (Client/Server) zuweist.


    Ich schreibe "Systeme", denn die Sache ist recht flexibel: Es gibt jeweils Client- und Server-Software für Windows 95-10, Mac OS-X (x86), Linux (x86), Linux (Rasperry-Pi), ATARI ST (bis einschl. Falcon) und MS-DOS-PCs ab 80386SX (DPMI muss installiert sein, ist z.B. Bestandteil von QEMM386). Dabei werden auch gleich lange Datei- und Ordnernamen in das 8.3 Schema von MS-DOS und TOS gepresst, unter MiNT sollen die langen Dateinamen in FAT32- bzw. Ext2-Dateisystemen sogar erhalten bleiben, habe ich aber noch nicht getestet.


    Die Client/Server-Software ist inzwischen Open-Source und dieser Schritt soll auch dazu animieren, den Client und Server auch für bisher nicht unterstützte Systeme, z.B. den Amiga oder Archimedes umzusetzen, oder auch für ältere MS-DOSen (XT/286AT), oder der Software eine modernere Oberfläche zu verpassen. Den dazu gehörenden USB-zu-Parallel-Adapter kann man bei Petr Strehlik beziehen. Hier die Webseite: http://joy.sophics.cz/parcp/parcpusb.html , dort ist auch die Software zu finden, und auch der Link zu Github mit den Sourcen.


    Meiner Erfahrung nach ist aber die schnellste Datenübertragung möglich, wenn man auf dem modernen System den Client und auf dem Altsystem den Server laufen lässt. Allerdings, lässt man den Server auf dem modernen System laufen, dann kann dieser gleichezeitig über merhere USB-zu-Parallel-Adapter mehrere Clients versorgen, auch nicht schlecht... Die Datentransferrate zwischen den beiden Systemen liegt je nach Systemen zwischen 50 und etwa 130 kB/s.


    Ich habe jetzt ParCP-USB seit über einem Jahr im Einsatz und damit schon Gigabyte-weise Daten zwischen Windows XP, 8.1 und 10 auf der modernen Seite und diversen ATARI-ST/TT/Falcons und eben der Walkstation hin und her geschoben. Es ist sicher nicht die schnellste Lösung, aber es funktioniert zuverlässig und supersimpel, ohne dass man erstmal großartig was basteln oder konfigurieren muss. Die einzige Hürde, die man nehmen muss, ist die dass man die Client/Server-Software erstmal auf den Altrechner rüber bekommen muss, meistens kann man das per Diskette erledigen, die Programme sind jeweils nur rund 200 kB groß.


    Fazit: Wer mit alten Rechnern rummacht, das Tool ist ein Must-Have! :mrgreen:

  • Zur Übertragung des Terminalprogramms habe ich die Lösung gewählt, die mir am meisten Spaß macht, weil sie so schön transparent ist:

    Accesing a DOS machine without floppy:
    http://jcoppens.com/soft/howto/bootstrap/index.en.php


    Das dort vorgestellte QBASIC-Programm habe ich für GW-BASIC angepasst.

    Weil das auch für kleine Dateien ziemlich lange dauert, habe ich noch eine Bildschirmausgabe eingebaut.
    Dadurch wird's zwar noch etwas langsamer, aber man sieht, daß was passiert.
    Die zu übertragende Binärdatei habe ich vorher mit dem entsprechenden BIN2HEX Programm von der verlinkten Seite umgewandelt.


    Da das Basic-Programm ja auch nur eine reine Textdatei ist, muß man es nichtmal am Zielrechner eintippen.
    Man kann es genauso wie die HEX-Datei über die serielle Schnittstelle rüberschicken:
    Als erstes den COM-Port initialisieren: MODE COM1:9600,N,8,1
    Nun den Dateiempfang aktivieren: COPY COM1: HEX2BIN.BAS
    Jetzt am anderen Rechner aus dem dort gestarteten Terminalprogramm die Datei senden.
    Dabei kein Protokoll wie z.B. Z-Modem, Kermit oder sowas verwenden, sondern einfach als Textdatei senden.
    Wenn der Dateiversand abgeschlossen ist, aus dem Terminalprogramm CTRL-Z senden.
    Das signalisiert MS-DOS am Zielrechner, daß die Datei komplett übertragen ist.
    Die Datei wird geschlossen und die Konsole wieder aktiviert.
    Die HEX-Datei wird auf die gleiche Art übertragen und kann danach mit dem Basic-Porgramm wieder in in die ursprüngliche Binärdatei umgewandelt werden.

  • jetzt erzähl uns doch auch bitte um welche Computer und welches BS es sich handelt und was du übertragen hast.


    Nur damit ich bei gleichen Gegebenheiten die richtige Lösung habe ;) .

    Kein Problem:
    Der Zielrechner ist ein 386SX PC mit MS-DOS 3.30.
    Die Dateien habe ich von meinem Windows 7 x64 PC mit ZOCTERM gesendet.
    Weil es so schön klein ist, habe ich das Terminalprogramm Unicomm rübergergeschickt.
    Damit kann man dann auch relativ schmerzfrei komfortablere Programme übertragen, z.B. den Norton Commander.
    Das ganze lässt sich eigentlich auf jeden beliebigen DOS-PC übertragen, auf dem auch ein BASIC vorhanden ist.

  • Danke für die wertvollen Empfehlungen in diesem Thread. Im Rahmen der Beschäftigung damit habe ich ein kleines GWBASIC Programm zum Empfang von Dateien über die serielle Schnittstelle auf DOS Rechnern (speziell für meinen c't 86) 'COM1TOFI.BAS'geschrieben und ein Programm für Windows PCs zur Dateienübertragung in dem hier empfohlenen speziellen Hex-Format.

    Vielleicht hat jemand Verwendung dafür.

    https://github.com/RoSchmi/Serial_FileTransfer_To_DOS

  • Ja, Kirschbaum-Link habe ich auch noch irgendwo im Original liegen.

    Auch das rote Nullmodemkabel ist noch vorhanden. :)

    Aber für einen Zielrechner ohne Diskettenlaufwerk ist das nicht die beste Lösung.

  • Wie meinstn du das mit dem Zierechner ? Oder Zielrechner ?

    ... Ohne Diskettenlaufwerk ?

    Das wird nicht einfach wenn die Software ( welche auch immer ) nicht bereits auf der HDD vorhanden ist,.


    Das du das Original Kabel noch hast ist allerdings sehr cool........... :thumbup:

  • Wie meinstn du das mit dem Zierechner ? Oder Zielrechner ?

    ... Ohne Diskettenlaufwerk ?

    Das wird nicht einfach wenn die Software ( welche auch immer ) nicht bereits auf der HDD vorhanden ist,.


    Das du das Original Kabel noch hast ist allerdings sehr cool........... :thumbup:

    Klar, natürlich Zielrechner. :fp:

    Und wie das tatsächlich garnicht so schwierig ist, ist weiter oben im Thread beschrieben. :)

  • Jupp. GWBASIC war damals sehr gut.

    Wie ich dann auf PDS 7.1 umgestiegen bin,

    war das DOS Leben doch sehr erfuellter.

    Dazu gehoerte natuerlich auch die Daten-

    uebertragung via COM Port.

  • Zur Übertragung des Terminalprogramms habe ich die Lösung gewählt, die mir am meisten Spaß macht, weil sie so schön transparent ist:

    Sehr schöne Anleitung. Ich werde das mal bei Gelegenheit nachvollziehen. Sowas kann man immer mal brauchen.

    Zum Beispiel für meinen Schneider XT. Der hat 720K-Laufwerke. Oder nimmt der 720K-Disketten, die in einem HD-Laufwerk geschrieben wurden?


    Jedenfalls müssen da Novell Netware Treiber drauf. Und das werde ich mal auf dem beschriebenen Weg versuchen. Es reicht ja aus, wenn ich irgendwie Laplink rüberkriege.

  • Dejustierte PC-Laufwerke? Habe ich noch nie erlebt.

    Andersrum funktioniert ist. Also im 1,44 MB Laufwerke kann die Disketten vom Euro XT lesen.

    Das gleiche Problem gibt es doch auch bei 360K Disketten, die ein einem 1,2MB Laufwerk beschrieben wurden. Da ist die Spurbreite zu gering, die Magnetisierung zu schwach.


    Ich habe gerade einen anderen Weg probiert, den ich vorher auch noch nie versucht hatte.


    Laplink XL hat einen Remote Install Modus. Man muss auf dem Zielrechner nur

    MODE COM1:1200,N,8,1,P

    CTTY COM1

    tippen. Dann wird Laplink auf den Zielrechner übertragen.

    Das hat über das Standard-Nullmodem-Kabel funktioniert.

    Also anscheinend kann man auch Binärfiles direkt schicken, ohne den Umweg über HEX.


    Dann habe ich Laplink auf dem Zielrechner gestartet und keine Verbindung bekommen. Keine Ahnung, wo es klemmt.

    Ich habe dann ein Laplink Parallelkabel angesteckt und damit funktionierte es auf Anhieb.


    Egal, ich habe jetzt auf jeden Fall eine Laplink-Verbindung zu meinem Euro XT. :thumbup: