Voll gesockeltes C64C-Board für die Ewigkeit

  • Ich hatte mal wieder einen kreativen Lauf und mich nach Erhalt eines restaurierten C64C-Boards entschieden dasselbe mit meinem persönlichen "Ur-C64" zu tun, den ich zu Ostern 1989 erstmalig bekam. Bisher hatte ich mich immer davor gescheut. Auf der anderen Seite wollte ich jedoch unbedingt vermeiden, das es im Falle eines schweren Defektes z.B. an einer der beiden CIA's und der CPU komplett gegen ein andere tauschen muß denn damit wäre es nicht mehr das, womit ich aufgewachsen bin, zumal es in einem ständig sichtbaren Arcylgehäuse steckt. Also holte ich mir privat erstmal einige Infos von Jemanden der schon länger damit zu tun hat und ließ mir die passenden IC-Sockel zuschicken. Das Ziel war es sämtliche Chips, sogar die große 64-Beinige PLA und die kleinen TTL- und sonstige Wandlerchips zu sockeln, so das das Board selbst niemals mehr für zwingende Lötarbeiten herhalten muß, es sei denn einer der Elkos verabschiedet sich aus altersbedingten Gründen. Zu den IC-Fassungen bestellte ich auch gleich eine neue Rolle Lötzinn sowie jede Menge Lötlitze zum Entlöten der Chips - insgesamt gingen dabei 2 Rollen drauf (ca. 3 Meter). Bei dem Arbeitsaufwand hatte ich mich allerdings mächtig verschätzt denn anstatt wenige Stunden nahm das ganze insgesamt über 20 Stunden in Anspruch - ca. 2 Arbeitstage, wobei die meiste Arbeit für das Entlöten und kleinere Komplikationen drauf ging. Der gesamte Umbau wurde mit einer gewohnlichen 25€-Lötstation und insgesamt 3 Lötspitzen durchgeführt. Durch Komplikationen beim Entfernen der Chips kam es am Board leider zu einigen Beschädigungen an der Leiterbahn nahe rechten CIA und der CPU, welche ich aber problemlos mit ein paar dünnen Drähten ersetzen konnte und letztendlich nach dem Einsetzen der Chips nach dem Umbau kaum noch auffielen. Alle Messungen mit dem Durchgangsprüfer verliefen danach positiv. Ich war echt überrascht und erleichtert nachdem der Umbau abgeschlossen war und alles wieder funktionierte.


    Habe hier ein paar Bilder vom Umbau angehangen, auf denen ihr ein paar der beschriebenen Arbeitsschritte erkennen könnt. Da der Umbau extrem viel Zeit und Mühen in Anspruch nahm, wird es auch das einzige Board sein, das ich auf diese Weise umbauen werde. Private Anfragen dazu könnt ihr euch also sparen, Fragen dazu sind hingegen jederzeit Willkommen. :)


  • geniale Optik :thumbup:

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  • Sieht ja ganz nett aus , aber die defekten Leiterbahnen hätte ich mit Feenhaar gefixt oder bei Möglichkeit von der
    Rückseite.


    Aber grundsätzlich ganz nett.


    Gruß Jasper

  • Warum diese "Bad Vibrations"?


    Ich würde auch nicht unnötigerweise ICs auslöten, nur um sie zu zu sockeln.


    Aber das kann ja jeder für sich selbst ausmachen - solange man kein Mitglied in einem Verein zum Erhalt klassischer Computer ist.

  • Sieht super aus! Wo hast du denn den Sockel für die 64 polige PLA her?


    Die habe ich mir privat von Jemanden schicken lassen, der solche Boards bei eBay verkauft. Ansonsten hätte ich sie einzeln bei Reichelt, Pollin oder Conrad bestellen müssen, da nicht ständig alle Größen bei einem Anbieter zu haben sind.


    3 Lötspitzen durchgebracht und das Board beschädigt, sowie ausgelötete Chips in Präzisionssockel. Reife Leistung ...


    Ähem...Du hast aber schon gelesen, das sie für unterschiedliche Arbeitsvorgänge genutzt wurden?


    Im Thread auf a1k wurde schon alles gesagt was ich hier sagen würde: http://www.a1k.org/forum/showthread.php?t=54551


    Wenn wir schon dabei sind dann auch gleich noch hier: http://www.radio-paralax.de/bo…rd-f%C3%BCr-die-ewigkeit/ ;)


    Quote

    Als Beschäftigungstherapie schön und gut ... als Reparatur bzw. Zukunftssicherung leider völlig ungeeignet.


    Wo wurde denn etwas von "Reparatur" geschrieben? - Und "Zukunftsicherung" ist wohl auch das falsche Wort. Der Umbau diente einfach nur dazu das Board im Schadensfall einer der IC's nicht nochmals bearbeiten zu müssen und ist eigentlich nur sinnvoll wenn man die entsprechenden Ersatzteile auf Lager oder sich einen entsprechenden Vorrat zugelegt hat. Die Präzisionssockel sind robust und erfüllen dazu ihren Zweck. Und wer trotzdem noch Bedenken hat kann einfach noch einen Zweitsockel aufstecken. Platz dafür sollte noch genug vorhanden sein. Ich persönlich finde es gerade in einem Arcylgehäuse schön an zu schauen, weil es insgesamt hochwertiger wirkt, gerade zu Ausstellungszwecken.


    Es gibt viele Erweiterungen über dessen Sinn und Zweck man stundenlang diskutieren kann. Letztendlich zählt nur das woran man selbst Spaß und Freude hat. Daher war es auch nur eine einmalige Sache. ;)


  • Wo wurde denn etwas von "Reparatur" geschrieben? - Und "Zukunftsicherung" ist wohl auch das falsche Wort.

    Im Titel bzw. deinem Absatz ("für die Ewigkeit" und "im Schadensfall einer der IC's [sic]")? Aber wenigstens erkennst du indirekt an, dass die Präzisionssockel jetzt schrott sind und du das in Zukunft anders machen solltest.
    Reduzier meine Aussage doch einfach auf den positiven Aspekt und lass gut sein - diskutieren bringt ja nichts.

  • Aber wenigstens erkennst du indirekt an, dass die Präzisionssockel jetzt schrott sind und du das in Zukunft anders machen solltest.


    Tue ich keineswegs da es nicht der Realität entspricht. Und wenn ich davon nicht überzeugt gewesen wäre hätte ich sie auch nicht eingebaut.



    Reduzier meine Aussage doch einfach auf den positiven Aspekt und lass gut sein - diskutieren bringt ja nichts.


    Hatte gar nicht vor irgendwelche Diskussionen an zu zetteln sondern einfach nur ein Sammlerstück vor zu stellen, nicht mehr oder weniger. Was daraus interprätiert wird ist mir letztendlich relativ schnuppe. ;)

  • Zurück zur Sache ... wofür braucht man bei so 'nem Umbau 3 unterschiedliche Lötspitzen und 6 Meter Litze?


    (schön wie positives Feedback ignoriert wird - negatives Feedback 'ne "Wall of text" bekommt :D)

  • Para, da steht nirgendswo im Text, dass die 3 Lötspitzen für unterschiedliche Arbeitsgänge genutzt wurden. Falls doch war ich immerhin zu blind:D :D :D Wozu eigentlich? Ist doch alles der gleiche Vorgang...
    Davon ab, die Idee an sich gefällt mir schon. Wie gesagt ist halt die Ausführung einfach nur nicht richtig und auch nicht zum nachahmen empfohlen.
    Hör doch einfach mal auf die Tipps, die man dir gibt. Das machen die meisten von uns hier und im a1k nicht aus Jux und Dollerei...

  • Ausgelötete Chips haben (fast) immer gekürzte Beinchen. Diese springen in Präzisionssockeln gerne mal wieder von selbst raus. Weiterhin können die Lötreste an den Beinchen die Sockellöcher aufweiten, so dass dann ein neuer Chip Kontaktprobleme bekommen könnte. In diesem Fall steckt man einen normalen Federkontaktsockel dazwischen, um den Präzi nicht zu beschädigen und das herausspringen zu verhindern.

    Viele Grüße
    Thomas


    - CHECK64 - C64/C128 (D) Diagnose-Set -> Manuals
    - Anfertigung von Kühlkörperklammern - Kein lästiges Kleben mehr

    - EPROMs auslesen und brennen
    - Veranstaltung Kölner-Retrotreff -> zur Homepage: koelner-retrotreff.de

  • Ausgelötete Chips haben (fast) immer gekürzte Beinchen. Diese springen in Präzisionssockeln gerne mal wieder von selbst raus.


    Der Umstand ist mir bewußt. Für diesen Fall hatte ich noch normale, doppelseitige Sockel auf Lager. Auf meinem Board waren bis auf das Charakter ROM keine Beinchen gekürzt, weshalb ich die IC's direkt eingesetzt habe. Die saßen danach auch fest und sicher drin. Wenn es Probleme gibt habe ich immernoch die Möglichkeit die normalen Sockel zwischen zu stecken aber im Allgemeinen haben sich die Präzisionssockel bei mir als zuverlässiger erwiesen. Ein Plus/4-Board mit den gewöhnlichen Sockeln hatte dagegen bereits nach dem 15.-20. Testvorgang einer PLA schon Probleme und zeigte nach manchen Reset's z.B. den Monitor an. Da hatte sich dann auch der Sockel als Verursacher herausgestellt.

  • Sorry PARALAX - das unten ist etwas off topic. Ich finde aber Deinen Umbau gelungen - sowas wollte ich mir als Testsystem auch aufbauen.

    Ausgelötete Chips haben (fast) immer gekürzte Beinchen.

    Das ist aus meiner Sicht eine oft wiederholte 'urban myth'. Ich habe schon von vielen Boards ICs ausgelötet und bisher gab es bei professionell bestückten Boards keine ICs mit gekürzten Beinen. Ich habe das grade noch bei mehreren Platinen geprüft, die ich rumliegen habe. Da ist nix nachträglich abgekniffen. Warum sollte das auch jemand tun?
    Bei ausgelöteten ICs muss man natürlich die Lötreste entfernen und die Pins ausrichten - das ist aber auch keine Kunst.

  • Das ist aus meiner Sicht eine oft wiederholte 'urban myth'.



    Du siehst das so, ich sehe das anders. ;)
    Und davon habe ich hier noch etliche herumfliegen. Die wurden alle von mir aus unverbastelten Boards entnommen.

    Viele Grüße
    Thomas


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  • Hallo,


    ich habe mir das Thema mehrfach durchlesen müssen und mag jetzt mal meinen Senf dazu geben:


    Das nachträgliche Sockeln von funktionierender Hardware ist immer ein unnötiger Ansatz da nachträgliches löten Stress für alle involvierten Komponenten bedeutet.
    Ganz besonders gealterte ICs werden einem extremen Stress unterzogen da das auslöten häufig wesentlich länger als das einlöten dauert. Meistens haben viele ICs auch schon Vorschäden die nach zuführen von extremer Hitze zu Totalausfällen führt, manchmal erst Wochen danach.


    Bei einer Reperatur steht man vor einer anderen Entscheidung, will ich die Platine oder den Baustein retten. Das kann dann den Auslötvorgang sehr positiv beeinflussen.
    Gehen wir mal von einem defekten TTL-Baustein aus: Bei diesen kann ich das IC vorher Beinchen für Beinchen abknipsen und danach die einzelnen verbliebenen Pins auslöten. Der Stress für die Platine ist dann sehr gering.


    Zum Thema Lötkolben sollte man immer zu einer höherwertigen Lötstation mit hoher Leistung greifen, rihig auch 80W, Temperaturgeregelt natürlich. Lötstationen mit wenig Leistung, egal ob geregelt oder nicht, führen nur zu unnötig langen Lötvorgängen weil die Temperatur nicht gehalten wird.
    Lötspitzen Bedarf es nur einer, ich löte effektiv mit derselben Lötspitze große Bauteile und auch kleine SMD Bauteile.


    Nicht zu vergessen dass immer auch die Gefahr statischer Entladung besteht, bei Verwendung von Einfachequipment ist das ein ganz besonderes Problem. Zum Beispiel muß man den C16 TED nur anschauen um ihn zu himmeln. Die internen Komponenten zur Ableitung statischer Entladung fehlt sehr häufig bei diesen Bausteinen.


    Und noch zwei Ansätze die beim C64 evtl. nicht zum tragen kommen:
    1. Gelötete ICs haben eine bessere Wärmeabfuhr
    2. Gelötete ICs neigen weniger stark zur Eigenschwingung


    Gruss,
    Peter

  • Ich hatte mal wieder einen kreativen Lauf (...) insgesamt gingen dabei 2 Rollen drauf (ca. 3 Meter) (...) anstatt wenige Stunden nahm das ganze insgesamt über 20 Stunden in Anspruch - ca. 2 Arbeitstage (...) und insgesamt 3 Lötspitzen durchgeführt. Durch Komplikationen beim Entfernen der Chips kam es am Board leider zu einigen Beschädigungen an der Leiterbahn


    Oje, armer *PARALAX*, irgendwas hast Du da wohl falsch gemacht... :fpa: Ich meine, grundsätzlich finde ich das eine gute Idee, die ICs zu sockeln -auch wenn hier teilweise entgegengesetzte Meinungen geäußert worden sind, besonders bei älteren Rechnern, an denen der Zahn der Zeit mitunter unergründbare Funktionsausfälle bewirken kann, denen man für die Fehlersuche zweckdienlicher Weise und effektiv durch den Austausch oder Gegentausch von Bauteilen auf die Spur kommen kann, was durch das Sockeln der ICs relativ einfach durchgeführt und die Fehlerbehebung in der Regel recht schnell erledigt werden kann. Die Arbeitszeit ist voll okay, dabei sollte man sich auch die notwendige Zeit und Ruhe nehmen. Aber zwei Rollen Lötlitze und drei Lötspitzen in nur zwei Tagen durchgebracht: Wie hast Du das denn geschafft? Und dabei dann auch noch Leiterbahnen beschädigt... vielleicht hättest Du Dir besser drei oder vier Tage Zeit dazu nehmen sollen. Oder lag das an der Lötstation, die als von Dir ausgewiesenes 'Billigprodukt' für 25 Euro nicht mehr hergab? Schmeiß das Teil auf den Schrott und leg Dir einen richtigen Lötkolben und eine vernünftige Entlötpumpe zu; ich glaube das ist weitaus erfolgversprechender. Ich habe z.B. einen Ersa 261, der hat 16 Watt Heizleistung und eine Entlötpumpe auch von Ersa, beides habe ich mir irgendwann Mitte der 1980er Jahre zugelegt, mit dem ich heute noch arbeite - und ich habe mit dem Teil schon viel aus-, ein- und rumgelötet und habe heute die vierte(!) Lötspitze in dem Teil drin. Also, ne ehrlich, in zwei Tagen kann man keine drei Lötspitzen verbraten, das geht gar nicht... und mit Entlötlitze arbeitet man nur ausnahmsweise, wenn man mit der Entlötpumpe wirklich nicht weiterkommt, weil sich etwa letzte Lötzinnreste in irgendwelche verborgenen Winkel oder Kanäle hin verkrochen haben, die man damit dann möglicherweise absorbieren kann. Aber das Acrylglasgehäuse, das sieht gut aus!



    Ich würde auch nicht unnötigerweise ICs auslöten, nur um sie zu zu sockeln


    Ja, was soll man denn dann sonst damit machen? Sie in den Kühlschrank legen?



    Aber das kann ja jeder für sich selbst ausmachen - solange man kein Mitglied in einem
    Verein zum Erhalt klassischer Computer ist.


    Vielleicht ist ja das der Grund, weshalb ich kein Mitglied bin. Aber ICs zu sockeln kann schon eine Möglichkeit sein, klassische Computer zu erhalten.



    Aber wenigstens erkennst du indirekt an, dass die Präzisionssockel jetzt schrott sind


    Das verstehe ich nicht, warum meinst Du, dass die Präzisioonssockel jetzt Schrott sein sollen?



    Das nachträgliche Sockeln von funktionierender Hardware ist immer ein unnötiger Ansatz da nachträgliches löten Stress für alle involvierten Komponenten bedeutet.
    Ganz besonders gealterte ICs werden einem extremen Stress unterzogen da das auslöten häufig wesentlich länger als das einlöten dauert. Meistens haben viele ICs auch schon Vorschäden die nach zuführen von extremer Hitze zu Totalausfällen führt, manchmal erst Wochen danach.


    Das löst offensichtlich nicht nur Stress für die "involvierten Komponenten" aus. Aber das würde ich nicht überbewerten.
    Und wenn ICs schon altersbedingt der "Totalausfall" droht, dann, so finde ich, ist das gerade ein Argument, schon mal rein prophylaktisch die sich anbahnende Reparatur vorzubereiten...



    Zum Thema Lötkolben sollte man immer zu einer höherwertigen Lötstation mit hoher Leistung greifen, rihig auch 80W


    Was die 'Wertigkeit' angeht, da stimme ich Dir vollkommen zu, da sollte man ruhig zu einem höher wertigen greifen,wenn auch in aller Regel etwas teurer in der Anschaffung, und zwar unabhängig davon, ob Lötkolben oder Lötstation.
    Aber hier sollte man wirklich differenzieren und sich entscheiden, ob man von 'Lötkolben' oder von 'Lötstation' spricht. Einen Lötkolben mit 80 Watt (Heizleistung!) braucht man nicht, um Computermainboards zu bearbeiten - davon kann ich nur abraten (da steckt ja auch schon das Wort 'braten' drin) und ich denke, dass Du das genauso siehst, wenn ich Deine darüber stehende Aussage bedenke, in der Du von "Totalausfällen infolge extremer Hitze" sprichst, die bei einem Lötkolben mit permanent 80 Watt Heizleistung sicherlich den schnellen Hitzetod von ICs bedeuten (können!).
    Bei einer regelbaren Lötstation ist das sicherlich etwas anderes, weil die Heitleistung hier reguliert werden kann.



    Lötspitzen Bedarf es nur einer, ich löte effektiv mit derselben Lötspitze große Bauteile und auch kleine SMD Bauteile


    Ja, genau, das mache ich auch so.



    Bei einer Reperatur steht man vor einer anderen Entscheidung, will ich die Platine oder den Baustein retten. Das kann dann den Auslötvorgang sehr positiv beeinflussen.


    Na ja, nicht unbedingt - manchmal möchte man möglichst beides retten. Insbesondere dann, wenn man den Fehler noch nicht lokalisiert hat und noch auf der Suche ist, dann lötet man mitunter auch schon mal das eine oder andere Bauteil (IC?) aus, um es erst einmal zu prüfen, ob es wirklich das defekte ist und für den Fall das 'nicht', man es vielleicht doch gerne wieder einlöten (sockeln?) und wiederverwenden würde.



    Gehen wir mal von einem defekten TTL-Baustein aus: Bei diesen kann ich das IC vorher Beinchen für Beinchen abknipsen und danach die einzelnen verbliebenen Pins auslöten. Der Stress für die Platine ist dann sehr gering.


    Neiiin... möglichst bloß das nicht! Vor dieser Methode kann ich nur warnen! Bei eingelöteten ICs stehen die 'Beinchen' häufig unter Spannung: Wenn man die Beinchen einzeln abknipst, dann kann es sein, dass die restlichen, noch fest eingelöteten Beinchen durch die vorhandene Spannung die Lötösen und daran hängende Leiterbahnen abreißen.

  • Neiiin... möglichst bloß das nicht! Vor dieser Methode kann ich nur warnen! Bei eingelöteten ICs stehen die 'Beinchen' häufig unter Spannung: Wenn man die Beinchen einzeln abknipst, dann kann es sein, dass die restlichen, noch fest eingelöteten Beinchen durch die vorhandene Spannung die Lötösen und daran hängende Leiterbahnen abreißen.


    Interessant, das hatte ich noch nie, kann den Punkt aber nachvollziehen.


    Quote

    Aber hier sollte man wirklich differenzieren und sich entscheiden, ob man von 'Lötkolben' oder von 'Lötstation' spricht.


    Deswegen schrieb ich auch Lötstation, geregelt bitte.


    Gruss,
    Peter

  • Respekt der aufwändigen Arbeit!
    Ich hätte mir das allerdings gespart ;)


    Noch'n paar Tipps:
    Wer von der Ewigkeit spricht, sollte sich klar sein, wie hoch die Lebensdauer von Elektrolyt-Kondensatoren eingeschätzt wird.
    Wo der Lötkolben gerade noch warm ist, könnten sechs Pins zusätzlich keinen Aufwand bedeuten. Hinweis: Spannungsregler
    Der Schalter ist oft verwarzt (außen von Staubflocken, innen von WarzHarzigittwieBäh), ich will nicht hetzen: ersetzen!
    Der Lötkolben wurde schon angesprochen. Ich enthalte mich meiner Stimme um mich nicht selbst zu belasten.


    Ahoy, auf auf ins lustige Sockeln.

    Quote from Thunder.Bird

    :sfreud: Zeit ist der Lebensabschnitt, den Viele als zu knapp beschreiben, weil sie zu langsam leben. :prof:

  • Um Spannungsrissen vorzubeugen, gibt man vor dem Auslöten kurz frisches Lot auf die Lötpunkte. Dann die Platine umdrehen und mit einem z.B.Knipex Präzisionsseitenschneider vorsichtig die Beine am oberen IC Ansatz durchschneiden. Das IC abnehmen und die übrig gebliebenen Pins erwärmen und vorsichtig ziehen. Durch das vorher frisch zugeführte Lot, ist der Lötpunkt aufgefrischt und der PIN lässt sich gut entfernen. Danach das Lötauge mit einer sehr guten Pumpe (Soldapult etc.) leerpumpen. In der Regel funktioniert das sehr gut.
    Chips die nach dem Auslöten noch weiterverwendet werden sollen, müssen natürlich anders ausgelötet werden. Dort bitte auch zuerst frisches Lot zuführen, bevor man aussaugt. Und bitte nicht das neumodisch bleifreie, umweltfreundliche Lötzinn. Das gute alte Pb Lot, verbindet sich besser mit dem ursprünglichen Lötzinn. Die alten Platinen sind alle bleihaltig und besser man verwendet ein gleichwertiges Lot. Absaugen kann man elektrisch oder mechanisch mit einer guten Präzsionspumpe.


    Wer billige Werkzeuge verwendet, wird sich auf Dauer selbst verletzen, die Platine zerstören oder andere Schäden davontragen. Am Werkzeug zu sparen bedeutet, das Sparen am falschen Ende.


    Gruß
    Tom / Pentagon

  • Dann die Platine umdrehen und mit einem z.B.Knipex Präzisionsseitenschneider vorsichtig die Beine am oberen IC Ansatz durchschneiden.


    So mache ich das und habe bisher nie abgerissene Lötaugen gehabt. Die Beinchen sind flexibel genug und haben einen festen Sitz im Board. Das gilt nicht für Bauteile die nur einseitig aufgesetzt sind.
    Große Tausendfüßler Dremel ich vorher an den Beinchen durch, eine gute Absaugung vorrausgesetzt.


    Auch das zuführen von frischen Lötzinn mache ich so. Das erleichtert das auslöten und abpumpen erheblich.


    Gruss,
    Peter

  • Mein Haupt-C64 und eine Testmaschine sind auch komplett von mir mit Präzisionssockeln ausgerüstet. Sauberes Arbeiten und vernünftiges Werkzeug vorrausgesetzt, sehe ich da auch keine Probleme. Aber interessant wie die Meinungen da auseinander gehen. Ich kann einige Argumente nachvollziehen, aber jeder mag das unterschiedlich bewerten, inwiefern das beim C64 relevant ist.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ein wahrer Spruch, jeder mag das für sich selbst bewerten und jeder mag das auch für die Vorgänge bewerten.
    Durch das teilen dieser Bewertungen können alle an den Erfahrungen Anderer teilhaben.



    Schöne Grüße,
    Peter


  • Oje, armer *PARALAX*, irgendwas hast Du da wohl falsch gemacht... :fpa:


    Fehler passieren halt und dazu kann man ruhig stehen. Da es sich so oder so nur um eine einmalige Sache gehandelt hat war ich nicht bereit gleich eine neue Lötstation zu kaufen und selbst damit gibt es keine Garantie das doch mal was abreißt. Mittlerweile habe ich aber genügend Tips und Auswahl bekommen was man sich da noch zulegen könnte und gar nichtmal so teuer ist. Im Moment reicht es für meine Zwecke noch völlig aus, zumal die Kundenbewertung von dem Einsteigergerät ziemlich positiv war. Ich bin da noch am überlegen wann und was ich mir da als nächstes zulege.



    Aber zwei Rollen Lötlitze und drei Lötspitzen in nur zwei Tagen durchgebracht: Wie hast Du das denn geschafft?


    Wie oben schon geschrieben: Die Lötspitzen wurden für verschiedene Arbeitsvorgänge verwendet und sind alle noch intakt. Sie wurden nur ausgetauscht. Mit Lötfett konnte ich da weitaus besser arbeiten als zuvor. Was ich jetzt nicht erwähnt hatte das ich am Tage zuvor noch ein anderes Board zwecks Ersatzteile entlötet habe, daher die Masse an Lötlitze. Ich sehe das auch nicht so tragisch, zumal es ja letztendlich günstiger ist als sich die IC's gebraucht bei eBay zu kaufen.



    Schmeiß das Teil auf den Schrott und leg Dir einen richtigen Lötkolben und eine vernünftige Entlötpumpe zu; ich glaube das ist weitaus erfolgversprechender. Ich habe z.B. einen Ersa 261, der hat 16 Watt Heizleistung und eine Entlötpumpe auch von Ersa, beides habe ich mir irgendwann Mitte der 1980er Jahre zugelegt, mit dem ich heute noch arbeite - und ich habe mit dem Teil schon viel aus-, ein- und rumgelötet und habe heute die vierte(!) Lötspitze in dem Teil drin. Also, ne ehrlich, in zwei Tagen kann man keine drei Lötspitzen verbraten, das geht gar nicht... und mit Entlötlitze arbeitet man nur ausnahmsweise, wenn man mit der Entlötpumpe wirklich nicht weiterkommt, weil sich etwa letzte Lötzinnreste in irgendwelche verborgenen Winkel oder Kanäle hin verkrochen haben, die man damit dann möglicherweise absorbieren kann.


    Ich weiß das es da weitaus bessere aber auch teurere Lösungen gibt. Im Moment komme ich mit dem Equipment noch ganz gut hin, zumal solche Arbeiten wie das Entöten von solchen IC's ja nicht alltäglich durchgeführt wird denn es ist schon was ganz anderes als mal eben irgendwelche Kondensatoren zu tauschen. Von daher muß man schon immer selbst abwägen ob man für so eine Investition bereit ist. Danke jedenfalls für die Empfehlungen!


  • Ich weiß das es da weitaus bessere aber auch teurere Lösungen gibt (...) Von daher muß man schon immer selbst abwägen ob man für so eine Investition bereit ist. Danke jedenfalls für die Empfehlungen!


    Hallo *PARALAX*,
    ne, da hast Du mich wahrscheinlich falsch verstanden: Mein ERSA 261, von dem ich sprach, ist ein 'stinknormaler' Lötkolben, der mal irgendwie sowas wie 29,95 (Deutschmark) gekostet hatte und die Entlötpumpe irgendwie einen Zehner weniger oder so. Also, wirklich nichts Besonderes. Darum hatte ich die Heizleitung von 'nur' 16 Watt erwähnt, was für Lötarbeiten im Elektronik/Computerbereich (in aller Regel!) vollkommen ausreichend ist.


    Ich weiß, das Ganze hier ist jetzt auch schon ein paar Tage her, aber ich bin nicht (oder besser: Nicht mehr) so oft hier in diesem Forum und bin gerade wieder hierauf gestoßen und Du hast Deine Probleme ja auch hervorragend gelöst. Ich wollte aber lediglich nochmal darauf hinweisen, dass man sich eben nicht eine (unverhältnismäßig) teure Lötstation zulegen muss, um zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen, wie es einige andere aber häufig empfehlen. Für mich hat das dann häufig so etwas wie einen kompensatorischen (Wunsch)Effekt, wo manche Leute vielleicht glauben, die eigene mangelnde Erfahrung oder Unfähigkeit damit ausgleichen zu können, indem man sich eine teure Lötstation anschaffen muss, die dann alles von alleine macht. Dem ist aber nicht so. Ich wollte damit nur noch mal klarstellen, dass es eben nicht eine "teurere Lösung" sein muss.


  • Ich weiß, das Ganze hier ist jetzt auch schon ein paar Tage her, aber ich bin nicht (oder besser: Nicht mehr) so oft hier in diesem Forum und bin gerade wieder hierauf gestoßen und Du hast Deine Probleme ja auch hervorragend gelöst. Ich wollte aber lediglich nochmal darauf hinweisen, dass man sich eben nicht eine (unverhältnismäßig) teure Lötstation zulegen muss, um zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen, wie es einige andere aber häufig empfehlen. Für mich hat das dann häufig so etwas wie einen kompensatorischen (Wunsch)Effekt, wo manche Leute vielleicht glauben, die eigene mangelnde Erfahrung oder Unfähigkeit damit ausgleichen zu können, indem man sich eine teure Lötstation anschaffen muss, die dann alles von alleine macht. Dem ist aber nicht so. Ich wollte damit nur noch mal klarstellen, dass es eben nicht eine "teurere Lösung" sein muss.


    Dann sag ich mal: Hallo Partner! Ich bin allgemein in letzter Zeit kaum noch in der Retrocomputer-Szene aktiv und meide solche Foren wo es nur geht, weil mich einige Dinge und das Verhalten einiger Leute einfach nur noch ankotzen. Vermutlich hätte ich nichtmal mehr den Beitrag mitbekommen, wenn es mir nicht oben angezeigt worden wäre. Dennoch vielen Dank für deine Tips und den Respekt, den ich hier und anderswo immer wieder vermisst habe. Ich werde Dich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und auf Dich zurück kommen, sollte ich mich dem Hobby nochmal über eines dieser Plattformen zuwenden. Derzeit brauche ich erstmal Abstand und Zeit für andere Dinge.

  • Guten Morgen,


    es ist immer ärgerlich wenn die eigene kleine heile Welt danach ruft sich kund zu tun umd dann der Erfahrung zu erliegen, dass die Botschaft auf Kritik stösst.


    Noch ärgerlicher ist es dann für den Botschafter wenn man die Kritik nicht annehmen kann.


    Das Resultat hast du, PARALAX, hier ja gepostet, du verkrümmelst dich wieder in deine heile Welt.


    Übrigens ist es nicht teuer, sich einen geregelten Lötkolben zuzulegen, wenn auch gebraucht. Meine Ersastation ist auch alt aber immerhin mit genügend Leistung und geregelt.
    Bei einem 16 Watt Lötkolben sind die Grenzen des machbaren schnell erreicht und da hilft auch die größte Erfahrung nicht.


    Herzlich Grüße,
    Peter