"Reparatur" defekter C 16

  • Hi !
    Ich hab zwei defekte C 16 mit identischen Platinen (zumindest ist die PCB-Nr. und die Rev. identisch). Da sind auch etliche Bausteine gesockelt, ich würde also gern versuchen, aus zwei defekten zumindest einen funktionierenden zu machen. Bringt es was, es mit Chiptausch zu versuchen ? Und wenn ja - damit ich nicht ohne Ende durchprobieren muss - kann man es riskieren, einen eventuell defekten Baustein in einen funktionierenden C 16 zu stecken (um so rauszufinden, welcher Baustein defekt ist) - oder kann das zu Folgeschäden am funktionierenden Gerät führen ?
    Oder ist das alles überflüssig und es gibt so die klassischen "verdächtigen" Chips beim C 16, die man grundsätzlich als erstes tauschen sollte ?
    Oder sollte ich die Geräte lieber mit zur CC bringen und in die Hände von Leuten geben, die sich mit sowas auskennen ?


    MfG


    Cartouce

  • Zweifelhafte ICs in einem funktionierenden Rechner testen ist in Ordnung, nur umgekehrt sollte man es nicht machen.
    Am häufigsten sind bei diesen Rechnern CPU und/oder TED defekt, PLA und ROMs sind natürlich auch noch möglich, und alles andere natürlich auch.

  • Dann sollte ich also lieber die einzelnen Chips aus den beiden defekten in einem funktionierenden durchtesten und die lieber nicht untereinender tauschen, richtig ? Das werde ich die Tage dann mal probieren ! Schonmal besten Dank für die Hilfe !

  • Hi !


    Das mit den Original-Netzteilen hatte ich schon gelesen und vorsichtshalber gleich ein anderes genommen - an dem ein dritter C 16 auch problemlos funktioniert ...
    Wenn ihr von "Spannungen überprüfen" und "Netzschalter" schreibt, ist damit vermutlich gemeint die Spannungen auf dem Board / am Schalter zu überprüfen ?

  • bei defekten geräten,
    immer zuerst die stabilisierte versorgungsspannung(en) für die bauteile (ICs) überprüfen.
    bevor man anfängt irgend etwas anderes zu machen.


    der c16 hatt nur die +5V. (z.b. bei dem C64 sind es drei stabilisierte spannungen)

  • bei defekten geräten,
    immer zuerst die stabilisierte versorgungsspannung(en) für die bauteile (ICs) überprüfen.

    Klingt gut. Nur noch eine Frage : wie mache ich das ? ;) Gibts sowas wie "stabilisierte Versorgungsspannungen überprüfen für Dummies" ?
    (Oder greif ich doch auf Plan C zurück und bring die Teile mit zur CC ...)

  • Klingt gut. Nur noch eine Frage : wie mache ich das ? ;) Gibts sowas wie "stabilisierte Versorgungsspannungen überprüfen für Dummies" ?

    die spannung, für die ICs, wird meisten durch einen spannungsregler stabilisiert.


    im c16 ist es der VR1 ein 7805 mit kühlkörper. (die 8 bedeutet = positive spannung, die 05 = 5V)
    er hatt drei PINs. in der mitte ist der masse-pin. die masse ist auch an dem anschluss für den kühlkörper vorhanden.
    links ist der eingang der unstabilisierten spannung, die vom steckernetzteil kommt.
    recht ist der pin für den +5V ausgang.
    mit dem messgerät die +5V überprüfen ob diese spannung ok ist.
    falls spannung zuhoch, dann müssen alle gesteckten bauteile sofort entfernt werden, damit nicht nochmehr bauteile sterben.
    und der regler muss erneuert werden, bevor man wieder einschaltet.

    (Oder greif ich doch auf Plan C zurück und bring die Teile mit zur CC ...)

    zuerst selbst versuchen, falls probleme oder unsicher, dann zu der CC mitbringen
    und du reparierst deinen C16, mit meiner hilfe, da selbst.


    gruß
    helmut

  • DIE Lösung ist geil ;-)

    wir sind ja auch der verein zum "erhalt" klassischer computer.

    Im Gegensatz zu Maradonna kann seine Hand nämlich was...
    das ist unbezahlbar :D

    vielen dank, wobei meine erfahrung jahrzehnte her ist, ich kann nur ein paar tips geben,
    an die ich mich noch erinnern kann.


    die commodore geräte, auf den CCs, hatt immer toast_r und jogi repariert,
    ich habe nur zugesehen.


    dank dirk, habe ich nun eine wohnung und richte meinen hobbyraum nun ein
    und kann endlich mal bald selbst wieder basteln und geräte reparieren.


    gruß
    helmut


    edit: brühl ist ja nicht in deiner nähe, sonnst könnten wir schon in brühl, beim dirk,
    am 2.7. nachsehen.

  • Ich find das echt klasse - und gerade auch das Angebot "du reparierst den, mit meine Hilfe, selbst" - das ist doch super, wenn ich vielleicht auch noch was dabei lernen kann. "Erhalten" worden wäre der C 16 ja auch, wenn du den allein repariert hättest (ohne dich mit nem Amateur wie mir (an welchem Ende muss ich den Lötkolben nochmal anfassen ? Au - jetzt weiss ich´s wieder ;) ) rumzuärgern) - aber auch du, wie eigentlich alle hier teilen Wissen und/oder Material, es wird sich gegenseitig unterstützt ... :anbet: :anbet: :anbet:
    Das wollte ich mal loswerden ...


    Cartouce

  • zuerst selbst versuchen, falls probleme oder unsicher, dann zu der CC mitbringen
    und du reparierst deinen C16, mit meiner hilfe, da selbst.

    So, nachdem ich das "Spannungen messen" schon vor einigen Tagen mit positivem Ergebniss bei beiden Platinen mit Unterstützung meines Bruders hinbekommen hab, hab ich mich dann heute an´s Chiptauschen gewagt - mit Erfolg ! :) Beim Ersatz-C16, den ich bei ebay gekauft hatte, war der 318004-05 - Baustein (Kernal) defekt, bei meinen schon vorhandenen defekten der 8501-R1 (CPU) - der war im Ersatzboard glücklicherweise o.k. - und nach dem Tausch bin ich jetzt stolzer Besitzer von zwei funktionierenden C 16 ! :)
    Ermutligt durch den Erfolg, hab ich gleich den nächsten defekten Kandidaten geholt - einen Plus 4. Da ich dort auch bereits ein funktionierendes Exemplar habe und von Stefan Both schon gehört hatte, das der TED der Hauptverdächtige ist, hab ich den 8360 R2 aus dem Ersatzboard des C 16 geholt und getestet - läuft. Dann den TED aus dem defekten Plus 4 in den funktionierenden - läuft nicht... also den TED aus dem C 16-Ersatzboard in den defekten Plus 4 - und dann tat der gar nicht mehr, nicht mal die Power-LED :( Könnte sein, das die Buchse bei Einstecken des Netzteilsteckers was abbekommen hat .. :S
    Das werd ich mir die Tage mal mit meinem Bruder anschauen und durchmessen (lassen) ...


    Fazit - einen Commodore-Rechner hinbekommen, einer steht noch aus (obwohl, eigentlich zwei, ein defekter VC 20 ist auch noch da, aber da ist nix gesockelt) ...


    Besten Dank nochmal für die Hilfe und die Unterstützung hier !


    MfG


    Cartouce

  • :lol:
    Hmm... Mir kommt da der Vergleich mit nem Drogenkurier
    in den Sinn... Der "hilft" auch, die Sucht zu befriedigen...
    und muntert auf, " mutig" zu sein- und sich an härtere
    Dinge zu wagen ;-)
    Dank mal nicht zu viel, wir ham Dich ganz schön in die
    Scheiße gerissen :smack:


    Stefan

  • Und damit es TED und CPU nicht zu warm wird, denn 7805 gegen einen Schaltregler tauschen und den Hochlastwiderstand (R1?) entfernen. Dann noch CPU und TED mit Kühlpaste und Kühlkörpern versehen. Bei meinem C16 ist auch das Abschirmblech rausgeflogen.

  • So, die Plus-4-Analyse ist auch ein Stück weitergekommen ... nach einigem Durchmessen ist uns die fehlende 5-Volt aufgefallen - der Schalter ist der Übeltäter. Wenn man die Plastikkappe abmacht, funktioniert er allerdings einwandfrei ...
    Trotzdem wollte der Plus 4 immer noch kein Bild anzeigen - also weiter Chips getauscht. Und siehe da - die CPU ist wohl auch defekt ... Kommt sowas vor, das sowohl CPU als auch TED defekt sind ? Wobei - scheinbar schon ...


    Cartouce

  • So ungewöhnlich ist das leider nicht.
    Commodore hatte bei den TEDs und CPUs für die 232er Reihe Probleme mit der Passivierung.
    Einfach ausgedrückt kann man sagen, daß der Korrosionsschutz bei vielen der Chips mangelhaft ist.
    Daher sterben die jetzt sehr oft.

  • Hmm - mal sehen, ob ich da noch irgendwo bezahlbaren Ersatz auftreiben kann ... Da hab ich mit meinem defekte C16 von ebay ja richtig Glück gehabt - sowohl TED als auch CPU funktionierten noch .. und das für n 10ér ...


    Cartouce

  • Problem ist: Der Ersatz wird aus 'nem anderen C16 kommen und (früher oder später) das selbe Problem haben. Wenn da nicht bald diverse Reverse Engineering Unternehmungen anlaufen wirds bald (2-5 Jahre) kaum noch funktionale C16/C116/Plus4 geben - da helfen dann auch keine noch so abenteuerlichen Kühlkörperbasteleien, weil das Problem an anderer Stelle sitzt. Mit "conformal coating" hätte man da vielleicht vor ein paar Jahren noch was reissen können - ich kenne leider den deutschen Begriff nicht, stellts euch vor wie das "Laminieren" einer bestückten Platine (die Technik ist aber auch für Privatpersonen kaum zugänglich, erschwert die Wartung ungemein und kommt eigentlich aus der Medizin/Militärtechnik).


    Jenes Problem scheint bei Commodore zum Programm gehört zu haben ... sein's die MOS-TTLs in den Rechnern oder die Köpfe in den Floppies mit Mitsumi Mechanik (bei Letzteren siehts ganz finster aus, da irgendwann nochmal Ersatzlösungen zu vertretbaren Preisen produziert zu kriegen).

  • Das ist richtig so.
    Der Widerstand ist parallel zum Spannungsregler verbaut, weil dieser nicht genug Strom liefert.
    Der Widerstand leitet einfach einen Teil des erforderlichen Stroms an Regeler vorbei.
    Diese Schaltung funktioniert nur so lange, wie die Stromaufnahme aller angeschlossenen Bauteile nicht unter einen bestimmten Wert sinkt, sonst wird die Spannung hinter dem Regler zu hoch.
    Auch wenn man ein Netzteil mit höherer Spannung anschließt, kann die Spannung hinter dem Regler zu hoch werden.


    Das ist ein Kostenspar-Hack, bei dem das Risiko, daß der Rechner einen Überspannungstod stirbt, bewußt in Kauf genommen wird.

  • Beim 116 ist das genauso, beim Plus4 ist ein externes, geregeltes, Netzteil dran.
    Das ist elektrisch mit dem des C64 identisch, es wurde aber ein eckiger Stecker verwendet.