Beiträge von Dr.Zarkov

    Leider total verpennt, nächstes Wochenende ist Maker Faire in Dortmund in der DASA! Ich werde auf jeden Fall am Samstag dort gucken gehen. Für mehr ist mir das leider zu kurzfristig.

    "Patch" ist eine leichte Untertreibung. Aber ja, darum geht es. Der Betrieb von Grafikkarten unter AmigaOS. Das Konkurrenzsystem heißt "CybergraphX". Früher gab es noch andere, die spielen aber keine Rolle mehr. Picasso96 wird übrigens auch von AmigaOS 4.x verwendet, CybergraphX von MorphOS.

    Man kommt kaum um Picasso96 drumrum, sei es für Emulatoren, sei es für Grafikkarten. Die Alternative "CybergraphX" ist rechtlich genauso verworren. Ob Schönfeld tatsächlich nur den Wohltäter spielen wollte, und so viel Geld für Picasso96 hingelegt hat, damit die Entwicklung von Treibern auf rechtlich einwandfreier Basis erfolgen kann, oder ob er im Sinn hatte, Lizenzgebühren von Firmen zu kassieren, die AmigaOS Distributionen vertreiben, welche Picasso96 verwenden. Dies macht derzeit nur eine Firma, nämlich Cloanto. Offenbar hat er dabei übersehen, dass Cloanto bereits eine gültige Lizenz durch den früheren Eigentümer hat. Diese war im Jahr 2001 zwar spottbillig, weil erstens Amiga damals auf dem absteigenden Ast war, zweitens Cloanto längst nicht die Bedeutung hatte wie heute, aber das ist ja nicht das Problem vom Cloanto. Es wäre ja fatal, wenn eine Lizenz erlöschen würde, nur weil der Lizenzgeber verkauft wird. Diese teure Erfahrung musste auch schon Amiga, Inc. machen, als sie sowohl Cloanto als auch Hyperion verklagten.

    Wie dem auch sei: Im Bereich Amiga wird offenbar am meisten Geld durch Rechtsanwälte verdient.

    Ja, es stimmt. Jens hat sich da offenbar etwas verzockt. Die kurze Zusammenfassung: Schönfeld hatte im letzten Jahr die Rechte an Picasso96 erworben. Die Firma Cloanto hatte bereits im Jahr 2001 von den Entwicklern eine Lizenz für damals 2000 DM erworben, damit Picasso 96 in deren Emulatorsoftware "Amiga Forever" verwendet werden darf. Jens fand diesen Betrag zu wenig, und wollte von Cloanto mehr Geld sehen. Er beruft sich darauf, dass es keinen richtigen Vertrag gibt, sondern damals alles nur per E-Mail geregelt wurde. (Die Existenz und den Inhalt dieser Mails streitet Schönfeld nicht ab.) Schönfeld hat also Cloanto verklagt, und es sieht derzeit eher danach aus, als würden die Richter Cloanto Recht geben. Damit hat Schönfeld nicht nur die Prozesskosten an der Backe, sondern auch die Refinanzierung von Picasso96 sieht eher schlecht aus, da er einen weitaus höheren Betrag für die Rechte hingelegt hat, während das Produkt praktisch unverkäuflich ist. Das wusste Jens aber vorher, und bietet Picasso96 daher gegen eine "freiwillige Spende" an.

    1990 waren PCs in Privathaushalten noch die Ausnahme, vor allem für 3.500 DM, was dem Monatsgehalt von einem Gutverdiener entsprach. Außer zum Spielen und als bessere Schreibmaschine fehlte zu Hause auch schlicht der Nutzen. Das Internet gab es 1990 de Facto noch nicht, und Mailboxen waren in Deutschland ein teures Vergnügen. Nicht ohne Grund waren die frühen 1990er die Blütezeit von Amiga und Atari.

    Als ernsthafte Büroanwendung gab es "Word Perfect", allerdings zu einem absurden Preis, genauso teuer wie der Amiga selbst. Der Hersteller wunderte sich dann über geringe Verkaufszahlen... Mitte der 1990er gab es dann eine Auswahl an verschiedenen Office-Suiten, aber da war der Zug natürlich längst abgefahren. Immerhin war Amiga Technologies schlau genug, die Neuauflage des Amiga 1200 mit einem Paket an Office Software zu bundlen. Weitaus wichtiger an ernsthafter Software waren natürlich Programme zur Videobearbeitung und Rendersoftware. Das heute noch weit verbreitete "Maxon Cinema 4D" hat seine Wurzeln beim Amiga. Die Firma Scala war bekannt für ihre Software zum betiteln und mit Effekten versehen von Videos, komplette Animationen konnten mit den verschiedenen Versionen von Scala erstellt werden. Diese Firma baute sogar eigene, modifizierte Amiga 4000 in Racks ein, um damit Fernsehstudios und Kabel-TV Schaltzentralen zu versorgen. Auch in vielen Kinos kam diese Software zum Einsatz, um Trailer gemischt mit dem Filmprogramm und Preisinformationen auf den Fernsehern im Foyer wiederzugeben. Die Firma Scala gibt es heute noch, natürlich werden heute keine Amigas mehr benötigt. Seit der Einführung von digitalem TV, HD und 16:9 fehlt das Alleinstellungsmerkmal des Amiga.

    Ja, MagicMac kenne ich auch noch. Neben diesem "weichen" Umstieg sind ja auch praktisch alle Firmen, die professionelle Software für den Atari herstellten, auch beim Mac gelandet, was den Wechsel des Betriebssystems noch einfacher machte. Beim Amiga gab es damals die beiden hervorragenden Mac-Emulatoren "Shapeshifter" und "Fusion". Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich mich mit meinem A4000 immer häufiger direkt den Emulator startete, da mir unter MacOS 8 weitaus bessere Programme für das Internet und für das Büro zur Verfügung standen, und auch die Spiele nicht zu verachten waren. Ältere Powerbooks hatte ich schon länger, da es ja keinen Amiga-Laptop gab. Da lag für mich der Wechsel zum Mac auch wesentlich näher als zum PC.

    Damals (in den 1980ern) war das ja eine klare Entscheidung: Erstens war der Amiga der "natürliche" Nachfolger für den C64. Zweitens waren PC und Mac für einen Schüler erstens preislich jenseits von Gut und Böse, zweitens war die Leistung auch enttäuschend. Welcher Schüler interessiert sich schon für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation? Für etwas anderes waren PCs damals kaum zu gebrauchen. Blieb also nur die Wahl zwischen Amiga und Atari ST. Atari ST hatte das Glück etwas früher am Markt zu sein (der Amiga 1000 war unerschwinglich) und ein vernünftiges System zu liefern. Bei mir lagen damals die Prioritäten woanders (Geld für Führerschein, Mädchen...), so dass ich beim C64 geblieben bin. Erst nach der Ausbildung bin ich an einen Amiga 500 gekommen, mit dem ich allerdings kaum mehr gemacht habe als mit dem C64. Die Überlegung war dann, was will ich? Kaufe ich mir einen brandneuen Amiga 1200 oder einen PC? Atari lag zu dieser Zeit bereits in den letzten Zuckungen und war kein Thema mehr. Macintosh war zu teuer und kaum als Alternative bekannt im Zeitalter vor dem Internet. Ich habe mich dann für den Amiga entschieden, und zwar erstens weil das ein Jugendtraum war, den ich mir jetzt (1995) leisten konnte, die Firma Amiga war zu dieser Zeit gerade wieder selbstständig von Commodore unter der Leitung von Escom, es ging bergauf. Windows 3.1 und DOS kannte ich von der Arbeit, ich fand beides unnötig umständlich und unpraktisch. Ich bin dann beim Amiga geblieben bis zur Jahrtausendwende, mit hochgerüsteten Amiga 1200 oder 4000. Gespielt habe ich eher selten mit dem Amiga, mehr gebastelt. Parallel hatte ich zu der Zeit kurzzeitig auch PCs besessen, und verschiedene Macs, die dann auch den Amiga als Hauptrechner ablösten. Heute habe ich zwar als Hauptrechner nur PCs, allerdings mit Linux.


    Was bei Amiga immer vergessen wird: Amiga ist weitaus mehr als nur Amiga 500. Der Amiga 500 war zwar der meistverkaufte Amiga, aber insgesamt war das nur eine Episode. Wenn man Amiga nur auf den Amiga 500 mit Kickstart 1.3 reduziert, ist das so, als würde man den PC nur auf 386er mit DOS 5.0 und Windows 3.11 reduzieren.

    https://patents.justia.com/assignee/commodore-amiga-incExtra für Dich: Die Patente von Amiga, Inc. (Das ist die ursprüngliche Entwicklerfirma vor Commodore:

    Natürlich wurde der Amiga damals überwiegend zum daddeln genutzt, genau wie der PC ab Windows 3.1 und noch mehr ab Windows 95. Da brauchte man auch keine Fachkenntnis mehr, sondern einfach nur CD einlegen, zocken. Was der Amiga zur EDV insgesamt beigetragen hat, beweisen die Patente. Ganz wichtig, auch am PC, beispielsweise die 2-Tasten-Maus. Dafür mussten bis zur Jahrtausendwende noch alle Lizenzgebühren an Amiga abdrücken. Andere Dinge, die mit dem Amiga kamen, wie Multimedia, preemptives Multitasking, Custumchips, sind heute Stand der Technik. Ja, die PCler haben damals über die Customchips gelacht, war man mit Steckkarten ja wesentlich flexibler. Heute ist alles auf dem Motherboard integriert. Es war auch damals schon wenig sinnvoll Dinge, die ohnehin jeder Computer braucht, Controller für Floppy oder Festplatte, Com-Ports, Parallelports usw. auf ISA-Karten auszulagern. Dass Amigas professionell vor allem in Fernsehstudios eingesetzt wurden, sollte eigentlich allgemein bekannt sein.


    Dass Amiga der Sargnagel für Commodore war, entspricht einfach nicht den Tatsachen, das Gegenteil ist der Fall. Amiga schrieb bis zuletzt fette schwarze Zahlen, während das PC-Geschäft tief rot war. Mit der Anfang der 1990er aufkommenden Konkurrenz aus Asien konnte man einfach nicht mehr preislich mithalten. Fehler wurden vor allem beim inkompetenten Management von Commodore gemacht, welche die Entwicklung des Amiga sträflich vernachlässigten, zum Schluss hing man zwei Generationen hinterher.


    Aber das alles dürfte BeniBlümchen nicht interessieren, ihm geht es ja nur ums trollen.

    Nun, dann gab's wohl irgendwann eine Reform des entsprechenden Naturgesetzes ... ::joint::

    Das war wohl weniger ein Naturgesetz als eine neue chemische Zusammensetzung von LEDs. Diese neue Technik machte ja nicht nur blaue LEDs, sondern auch ultrahelle LEDs möglich, die ja heute das Beleuchtungswesen komplett revolutionierten.

    Prima, damit komme ich ja erst einmal weiter. :) Den Rest machen wir dann am besten per PN aus.

    1ST1 : Mit der SCSI2SD habe ich mich auch schon befasst. Ist ja nicht wirklich billig. Wäre da nicht die MonSTEr oder die Ultrasatan die bessere Lösung? Ist ja kaum teurer, und bietet noch andere Vorteile. Für den Anfang wäre eine alte SCSI-Platte sicherlich die preiswerteste Lösung, alles andere wird sich noch finden.