Beiträge von cguenther

    Wow, das hätte ich nicht erwartet. Klasse. Ich bin gespannt. Ich habe auf YT ein Video von der EInschaltsequenz als auch den Parameter-Setting Screens geuppt.


    https://youtu.be/v-N3c8C2SsE?si=SEWxF1ij1L0-nDa9


    Joe Farr hatte sich dazu gemeldet und um Info zum VDU-Board gebeten. Er hat die Vermutung, dass der Bildschirm möglicherweise nicht an einer 8870 hing, weil es s.M.n. keine DAP4 gab, die offline irgendeine Art von "Eigenintelligenz", sei es nur zum Setzen von Parametern, mitbrachten.


    Ich habe zu meinem Schirm hier leider keinerlei weitere Infos, würde aber vom Tastaturlayout her in Richtung Finanzbuchhaltung o.ä. denken...


    Hilft jetzt zwar nicht in Sachen Terminal, aber immerhin. Eigentlich würde ich den DAP4 auch gerne original lassen und eher versuchen die Mainunit zu finden. Insgesamt würde ich mich gerne mehr mit den 8870 beschäftigen. Sei es 8870/x oder Quattros/Mxx.


    ... Hat vielleicht jemand da Geräte im Bestand die er abgeben wollen würde? :)

    So, die Kiste rennt. Grund war der defekte Reed-Kontakt, der schlicht den NEN-Pin dauerhaft auf Masse zog, was den Startvorgang zwar auslöste, aber auch blockierte. Im Grunde das naheliegendste, aber da vorher als gut gemessen nicht weiter/erneut geprüft.


    https://youtube.com/shorts/m75zQg9TtLs?si=Qsf601Lk-xqxJzkx


    Das Terminal verweilt eine Zeit in einem Loop und scheint zwei Einsprungadressen zu prüfen, läuft aber dann anscheinend in ein Halt.


    Interessanter wird es, wenn man binnen der Start/Loop-Phase die Taste "Benutzer" drückt, oben rechts. Man erhält ein Auswahlmenue

    0 END

    1 PARAM

    2 DIS C

    3 MOD C


    Mit den jeweiligen Nummern erfolgt der Einsprung.


    1/PARAM, Page 1


    Page 2


    Mit der Taste F erfolgt ein Rücksprung/ESC.

    Taste A hat Enter-Funktion

    Taste B Next Page

    Eingaben können hier jeweils 4-stellig numerisch erfolgen, die Werte werden dann jeweils auf den Parameter übernommen.

    Problem ist jetzt: Was heisst das alles??


    Menueauswahl 2 DIS C (DISplay Config?) zeigt Seite:


    Menueauswahl 3 MOD C (MODify Config?) zeigt Seite:

    ...wobei hier wieder wie o.a. Änderungen eingegeben werden können. (Wovon ich aber absah, falls man sich hier den kompletten Boot-Vorgang der Kiste zersemmeln kann... who knows...)


    Soweit so gut. Problem ist jetzt für mich, dass ich eine DAP4/BA11 Variante HDLC-ZE habe an die man anscheinend nicht ohne weiteres mit einem asynchronen Protokoll wie V.24 andocken kann. Ziel ist eigentlich, das Teil als Terminal, idealerweise mit dem original Character-Set und der originalen Tastatur zu nutzen.... wie kann man das jetzt bewerkstelligen?

    Nachgemessen: NEN (Netzteil Ein) liegt in der Tastatur ständig auf LOW. Schaltet man den BA11 am Netzteil mit angestecker Tastatur ein, so startet das Netzteil und die grüne LED am Zetralboard vorne leuchtet. Die Tastatur scheint zu funktionieren, nach mehreren Tastendrücken kommt der Summer bei jeder weiteren Taste. Gross-Feststelltasten-LED hat Funktion und kann durch Shift wieder gelöscht werden.


    Ich hatte auf der Tastaturplatine den Trace vom Reed-Kontakt des Einschalters zum NEN-Pin verfolgt und - mit Bauteilen im Verlauf - eine Verbindung gefunden. Daher war bisher meine Annahme, dass der Schiebeschalter mit dem Reed-Kontakt das Netzteil startet und es dann gelatched ist. Falsch gedacht - es ist ja vorne direkt die grüne LED am Zentralboard an d.h. das Netzteil läuft. Wenn man den NEN-Pin aus dem Pfostenstecker der Tastatur herauszieht so geht das Netzteil aus. Wieder gesteckt: Netzteil startet.


    Meine Frage dazu: ( Franz) - Wie ist das bei Dir? Startet das Netzteil mit nicht angesteckter Tastatur? Was passiert mit den Zentralboard-LED beim Einschalten mit angesteckter Tastatur: Leuchtet grün direkt bevor am Schiebeschalter der Tastatur eingeschaltet wurde?


    Mein LED-Ablauf in folgendem Video - Tastatur ist angesteckt, Netzteil wird am Hauptschalter eingeschaltet und dann wieder abgeschaltet.


    https://youtu.be/ApMFwc3VefI?si=gauJEnJknvY-_5mz


    Ist der Ablauf bei gleichem Setup bei Dir auch so?


    VG

    Carsten

    Hallo,

    ich habe heute die Ersatzteile erhalten und eingebaut. Nach erneuter Messung habe ich alle Spannungen bis auf die erwarteten -5V an Pin 2 des 26pol Pfostensteckers NT->Zentralboard. Zunächst visuell dann mit der "Alufolien"-Methode nach mit Pin 2 verbundenen Komponenten gesucht - nix.

    Allerdings werden diese -5V in diversen Publikationen gelistet, siehe Anhang.


    Anschliessend nochmal die Tastatur durchgemessen - kein Short zu GND auf der 18V-Leitung nach dem 7818. Des weiteren einmal die Leiterbahn vom Reed-Kontakt des Einschalters zum NEN-Pin am Tastatur-Kabel verfolgt. Hier liegen ein paar Bauteile die Diode, Z-Diode? und ein 10R-Widerstand im Verlauf, was ich derzeit bzgl. Funktionlität aus meinem Kenntnisstand her nicht durchblicken kann. Eine Entprellung vielleicht?


    Nach Anschluss des Netzteils an das Zentralboard blitzt nun kurz die rote LED auf, danach leuchtet die grüne LED dauerhaft. Der Versuch an der Tastatur irgendetwas einschalten zu wollen hat keinerlei Auswirkungen. Nach einigen Tastendrücken piept die Tastatur bei jedem weiteren Tastendruck als ob ein Buffer voll ist. Die LED-neben der Dauer-Gross-Taste hat Funktion.


    Auf der Unterseite des Gehäuses habe ich übrigens die Angabe BA11 gefunden.


    Des weiteren ist zu beobachten dass, wenn man den Monitor etwas Zeit zum "anheizen" gegeben hatte, nach Aus-Ein des Netzteilschalters nach ein paar Sekunden eine Art "Initialisierung" über den Bildschirm huscht. Siehe Video.


    https://youtu.be/Q-q1wWU0QUs?si=mqOCm2aViRuXtgtu


    Die .bin der beiden EPROMS befinden sich im Anhang falls dort einmal jemand hineinschauen will.


    Derzeit fehlen mir Ideen wie ich weitermachen sollte. Wenn ich am Pfostenstecker auf der Tastatur den NEN-Pin auf GND ziehe passiert auch nichts weiter - was ich noch nicht gemessen habe ist, was sich Pegelmässig am NEN-Pin tut, wenn man den Schiebeschalter betätigt. Die Bauteile in diesem Weg habe ich durchgemessen und mE keine Defekte gefunden.

    Nachtrag: Ich habe jetzt eine Reihe Bauteile ausgelötet und nochmals nachgemessen: Nachdem ich den ersten Roederstein-Elko herausgenommen hatte, habe ich nochmals die Schienen gegen GND gemessen. Hier gab es keine Auffälligkeiten. Also nochmal Netzspannung angelegt und das NT per NEN->GND eingeschaltet: Das Klicken bekann und zB die 24V-Spannung brach wie vorher jeweils wieder zusammen. Aber: Nach ca. 10 sec. stoppte das Klicken: Ich hatte nun stabile 24V, 12V, -12V und 5V - allerdings keine Spannung auf dem -5V-Ausgang.


    Für die Aktion habe ich mir mal eine Entlötsaugpumpe Hakko FR301 gegönnt - das ist ja wunderbar mit so einem Teil.. :)


    Also: Nach dem Testlauf war ein 2200er Elko von Roderstein "heiss" - damit also alle Roderstein-Becherelkos ausgelötet, die werden ersetzt. Der 100mü/400V von Philips sieht wie gesagt noch gut aus - falls ich einen passenden Ersatztyü (Befestigung über Lötstifte) finde, tausche ich den auch noch. Definitv defekt war von den Wima-Kondensatoren schliesslich nur ein FKP1/6800/1600V. Alle anderen "kleineren" Wimas als auch Tatal-Elkos stellten sich nach dem auslöten als in Ordnung dar - Danke für den Tip oben!

    Rechts neben dem unteren Trafo lugt ein gelb folierter Roederstein-Kondensator hervor - da werden mehrere sein...

    Servus Norbert!


    In der Tat - da sind mehrere: Ca. 5 mit 2200mü und noch 2 Grössere. Wie erwähnt war der erste direkt mal Niederohmig und nach Ausbau, es fiel mir auch auf, eigenartig "leicht" :) . Super, danke für den Erfahrungsbericht, dann tausche ich den Satz komplett.


    Der grosse Elko neben dem Transformator sieht m.E. noch gut aus. Mit dem MM messe ich da (in circuit, wie gesagt) nen Ladevorgang... Aber da solls niocht dran scheitern, würde den dann auch tauschen.


    LG
    Carsten

    Hallo,


    tolle Vorarbeit von Franz, ich bin total beeindruckt!


    Leider reichen meine Kenntnisse für eine Netzteilreparatur lange nicht soweit, aber ich habe mich mal mit dem Multimeter der Sache genähert.

    Grundsätzlich kann ich das Netzteil "einschalten", dh über ziehen von NEN auf GND. Ich sehe dann zB auf der 24V-Schiene, dass die Spannung ansteigt, aber bei ca. 12V wieder zusammenbricht um dann neu anzusteigen. Dies verbunden mit einem leisen Klicken das Relais.

    Ich habe daher einen ersten Blick auf die Kondensatoren der Steuerplatine geworfen.


    Hier, soweit ich das mit dem MM bestimmen kann, sind mir wahlfrei 0,01mü, 0,1mü sowie ein 10er Tantal als defekt aufgefallen. Zudem hat das silberne Bauteil (auch ein (Folien-?)Kondensator?) einen Widerstand im MOhm-Bereich, für mich sieht das nicht iO aus.

    Würdet Ihr direkt ALLE blauen, roten Kondensatoren sowie alle Tantal-Perlen tauschen oder nur die als defekt auffallenden?



    Der 2. Blick ging dann auf das Netzteilboard an sich. Die o.a. (Leistungs-)Dioden als auch zB der Brückengleichrichter sind IMHO in Ordnung, einzig ein 1N4007 in einer 3er Gruppe hat kompletten Durchgang. Ansonsten sind quer über das gesamte Board diverse Bauteile defekt. Den EMI-Filter im Netzeingang würde ich komplett entfernen, hier gibt es aus der FS-Szene die Erfahrungen, dass sich diese Dinger gerne nach 30 Jahren lautstark verabschieden.



    Ansonsten lässt sich kein Schwerpunkt an def. Bauteilen erkennen. Viele Kondensatoren sind in Ordnung, einige defekt. Bei 2er Gruppen geht häufig einer, der daneben ist mE defekt... Im Eingangsteil gibts ne ganze Reihe von 2200mü die parallel geschaltet sind. Hier war der der Erste kurzgeschlossen bzw. defekt, nach Herausnahme messe ich die übrigen (in circuit) mE funktionierend.

    Gibt es auch hierzu Tips, was man besser vorausschauend gleich en bloc wechseln sollte oder würdet Ihr die als ok gemessenen Bauteile, obwohl zB Kondensator, drin lassen?


    VG

    Carsten

    Hallo,

    ich habe einen BA11 in gutem Zustand bekommen können. Selbst die Schutzfolie auf dem Nixdorf-Computer-Emblem am Monitor ist noch intakt als auch der Gaze-Screen des Monitors an sich.


    Das Controller-Board ist ein 1526 05, siehe Bilder anbei.




    Ich würde ebenfalls gerne dieses wunderschöne Stück Technik in die Neuzeit retten. Ein erster Schnelltest brachte aber nur ein leises Klicken im Netzteil mit sich. Weitere Dokumentation über den BA11 habe ich leider keine. Die im Thread von NIXDAS dankenswerterweise dokumentierten Bauteile habe ich grösstenteils durchgemessen ohne auf Ausfälle gestossen zu sein. Die Tantal-Perlen im Netzteil l&r vom Flachbandkabel allerdings noch nicht - hier könnte noch Ungemach lauern. Mein BA11 hat allerdings keinen 8251 und auch die Typenkarte auf dem 1526 sieht komplett anders aus als auf den bislang hier gezeigten Boards - von daher habe ich leider Zweifel, ob mein BA11 grundsätzlich über V.24 angesprochen werden könnte.

    Grundsatzfrage: Die 3 SAS-Anschlüsse sind universell zu verwenden: In, Out, KBD oder ist ein Anschluss zB fix für den Keyboardanschluss vorgesehen und mir fehlen nur entsprechende Aufkleber am Board?

    Hallo Benedikt,


    vielleicht wäre es eine Idee - ich denke Dein Setup gibt das gerade gut her - einmal den Ladevorgang mitzuschreiben so dass man halt ersteinmal "irgendeine" Konfiguration als Grundlage hat. Inwiefern dass dann mit den jeweiligen Personalisierungen des DAP4 dann spielt wäre wieder eine andere Sache, aber grundsätzlich interessant wäre dieser Satz Daten für das Projekt sicherlich.


    LG
    Carsten

    Hallo,


    vielen Dank für die nette Begrüssung! Benedikt - vielen Dank für das Beginnen der Darstellung Deines Projektes auf GitHub!


    Mein Bezug zur Nixdorf ist einigermassen schnell zusammengefasst. Mein Grossvater schaffte ca. 1977 für seine Firma eine 8870/6 an (ich hatte immer im Kopf es sei eine 8870/8 gewesen, finde aber zur /8 nichts, nur zu /6. Es handelte sich um Zentraleinheit, 2x Plattentürme/TopLoader mit den Kuchenglocken-Wechselplatten, Zeilendrucker. Daran angeschlossen ca. 6 DAP, einmal noch mit Traktordrucker.

    Die Maschine sollte dann Anfang/Mitte der 80er einer Quattro 45 weichen - dies wurde aber nicht mehr realisiert.


    In 1987 flog mit eine 820 zu, die allerdings direkt in jungendlicher Neugier geschlachtet wurde - obwohl noch lauffähig. 1988 gab es die Möglichkeit als Spende an meine Schule (ich war dort Schüler, Abi 89) an eine 8870/6 zu kommen - die sollte eigentlich auf den Schrott. Das Ding hatte ich dann seinerzeit wieder betriebsfähig hinbekommen, allerdings fehlte das Wissen um OS/Software um hier tiefer einzusteigen. Gleicher Systemumfang wie o.a., allerdings mit 3 DAP. Die Schule hat das nicht weiter verfolgt und somit ging auch dieses Stück Computer Jahre später ohne weitere Verwendung irgendwann in den Schrott. Erinnerungen sind wenige geblieben...

    open syslog, open systxt.... Wurzelphase geladen :)


    Mir wurde nun in Aussicht gestellt evtl. an einen einzelnen DAP4 zu kommen - hier treibt mich nun die Sentimentalität um, dieses Stück Erinnerung in der Neuzeit wenn auch nicht an einer 8870 so doch zumindest als Terminal irgendwie wieder in Betrieb nehmen zu können. Daher die Verfolgung des Ansatzes von Benedikt des Zugriffs per serieller Verbindung/Telnet - aber in Richtung DAP, nicht auf die 8870. Hier nur den Bildschirm zu bespielen wäre klar zu wenig - die Tastatur gehört auch dazu. Und anstatt die Tastaturmatrix selbst anzufragen, die LEDs selbst anzusteuern... riesen Aufwand - wenn man hier auf Protokollebene ansetzen könnte wäre das natürlich mE am elegantesten und würde am meisten Historie des Gerätes unangetastet lassen.


    Hat diesen Weg hier schoneinmal jemand beschritten? :) Ansonsten lässt mich die Idee auch ein gesamtes Nixdorf-System wieder mal ans Leben zu bekommen nicht so recht los. Allerdings ist der Platzbedarf einer 8870/6 schon beachtlich - von einer Verfügbarkeit mal ganz abgesehen... Wenn man das mal in den Händen hatte - allein dieses Gewicht der Netzteileinschübe in der Zentraleinheit. Dieser riesige Spindelmotor zum Antrieb der Platten, der Putzfinger....


    LG
    Carsten

    98699 cg d

    Ansonsten könnte ich noch meine angefangene V.24 auf Telnet Umsetzung anbieten :)

    Das ist ein kleiner STM32 Controller mit ENC28J60 Netzwerkanbindung, der über Telnet zwei Bildschirmarbeitsplätze bereitstellen kann. Die Platine habe ich stilecht in einem alten Modem Einschub untergebracht.

    Das Gröbste läuft, alledings müssen noch einige weitere Befehle bzw. Escape Codes implementiert werden. Es ist mangels Zeit bei "Make it work" stehen geblieben. "Make it right" und "Make it fast" fehlen noch ;)

    Das verwendete Prokotoll habe ich reverse engineered. Es handelt sich um ein ACK0 ACK1 Protokoll, worin praktisch 4 Datenströme (Master BA, Slave BA, Drucker 1 und Drucker 2) laufen. Auf einem PC mit echter serieller Schnittstelle könnte das eigentlich auch laufen. Mit einem USB Adapter könnte das Timing gestört werden, vermute ich.

    Bei Bedarf lade ich den Kram gerne auf GitHub hoch.


    Hallo bepa,


    ich bin gerade auf Deinen Beitrag gestossen. Hast Du das Projekt fortgeführt? Gibt es hier einen neuen Stand? Wenn Du das auf GitHub hochladen könntest wäre das tatsächlich wunderbar :)


    VD & LG
    Carsten

    96899 cg d