Hallo, es ist völlig korrekt, dass die TA20 eine programmierbare Fakturiermaschine ist. Die Technik bzw. das Schreibwerk (Kugelkopf) ist dem der SE2000 gleich. Die TA20 ist mehr oder weniger der Nachfolger der TA10, einer Fakturiermaschine, die auf einem Typenhebelschreibwerk basiert. Der Rechner (TTL-basierend) stand als eine Art Koffer neben der Maschine bzw. unter dem Tisch.
Die Programmierung der TA20 erfolgte ähnlich wie bei der TA10 mit einer Diodensteeckmatrix. Der "Inhalt" wurde dann in ein 1702-EPROM geschrieben und dann in die Maschine gesteckt. Das Programm konnte an jedem "Schritt" eine (vllt. auch mehrere) Funktionen ausführen.
Die SE2000 war Nachfolger der SE1000 (mechanische Kugelkopfschreibmaschine). SE steht für "single Element" - gemeint ist der sog. Kugelkopf.
Der Kern beider Maschinen (SE2000 und TA20) basierte auf dem Intel 8080 Prozessor. Die SE2000 hatte 4kB RAM mit Batteriepufferung für den Speicher. Später fügte man das einzeilige Display (VfD-Technik) dazu, damit war es möglich, eine Zeile zu editieren, ohne sie auszudrucken.
Die Technologie war, in gewisser Weise, revolutionär: EPROMS waren sehr teuer und deshalb entschied man sich bei der SE2000, das erste Release in ROMs zu gießen. Aber diese konnte man natürlich nicht mehr ändern, um Fehler zu korrigieren. Deshalb hatte ein Entwickler ein, wie ich finde, geniale Idee: Er ergänzte die zwei der drei gestapelten Platinen in der Maschine mit einer sog. Korrektureinrichtung. Diese funktionierte wie folgt: In einem sog. Korrektur-EPROM waren Prozessoradressen hinterlegt, an denen die "Korrektur", man nannte das damals "Rucksack" erfolgen sollte. Stimmte der Adressbus mit dieser gespeicherten Adresse überein, wurde ein Interrupt ausgelöst. Basierend auf der Adresse wurde dann in ein Korrektur-EPROM (auf dieser Platine) verzweigt, in dem sich der sog. Rucksack befand. Der korrigierte Code wurde ausgeführt und anschließend wurde wieder in das Programm, welches im ROM gespeichert war, gesprungen - quasi "jump and jump back"
Die Steuerung des Schreibwerkes erfolgte über 4 Schrittmotoren: 1. Schreibwalzenantrieb, 2. Schlitten, 3. und 4. Kipp- und Drehbewegung des Kugelkopfes (damals war dieser Begriff, so meine ich mich zu erinnern, von IBM geschützt - deshalb nannte TA ihren "Kugelkopf" Schreibkern).
Das Debugging erfolgte u.a. mit dem sog. PET4, dieses wurde an den 96-pol. Stecker an der Seite gesteckt. Bei der SE2000 wurde hier auch das Diskettenlaufwerk angeschlossen - dieses konnte jeweils die 4kB des internen Speichers auf eine Spur aufzeichnen. Es gab aber zu der Zeit keinen Floppycontroller (wie später in der Alphatronic), das ganze wurde hardwaremäßig abgebildet. Deshalb konnte man diese Disketten nach meiner Kenntnis auch später nirgendwo einlesen.
Das PET4 hatte jede Menge Schalter - aus meiner Sicht ein genial einfaches Tool - man stellen mit den 16 Schaltern eine Adresse ein und lies den Prozessor laufen, bis der Adressbus die eingestellte Adresse hatte. Dann wurde der Prozessor in den HOLD Status versetzt und man konnte in "echten" Einzelschritten weitermachen. Dh.h, man konnte jeden State des Prozessors sehen - das war z.B. interessant bei einem CALL Statement - hier schaltete der Adressbus auf die RAM-Adresse (Stack) und man konnte sehen, wie die Returnadresse ins RAM geschrieben wurde.
Dieses Teil wurde hauptsächlich in den Kundendienstbereichen benutzt. In der Entwicklung selbst wurde auf Intel MDS-800 Entwicklungssystemen gearbeitet. Diese hatten je zwei 8" Diskettenlaufwerke mit je 143kB Speicher. Wenn das gesamte Assembliert wurde, dauerte das einen halbe Ewigkeit, wurde gleichzeitig ein Ausdruck benötigt, wurde dieser direkt auf den Drucker (Centronics-Kettendrucker) ausgegeben.
In der Anfangszeit der SE2000 begann man mit dem Intel 8008 Prozessor, stellte aber schnell fest, dass dieser nicht ausreichte. Das es nicht genug Entwicklungssysteme gab bzw. noch gar keine, fing man mit einer TA1000 an, auf der ein CrossAssembler lief. Als Speicher hatte man Lochkarten bzw. den Kernspeicher. Ein Kollege hatte noch jahrelang ein Kernspeichermodul der TA1000 in seinem Regal stehen, als Andenken an diese Anfangszeit.
Ende der 1970er Jahre ging auch bei Triumph-Adler die Entwicklung weiter. Sie führte zu der SE1010, eine Typenradschreibmaschine. Diese basierte auf einem Schreibwerk mit eigener Intelligenz (2x Intel 8041 UPI) und dem Zentralprozessor mit dem Intel 8085 - aus meiner Sicht war diese Entwicklung sehr erfolgreich, denn später entstand daraus der TRD170 bzw. TRD7020 - letzterer hatte 1/120" Schrittweite und konnte bestens in den Wordstar, der auf der Alphatronic unter CP/M lief, integriert werden.