Überhitzte VC1541

  • Hallo Leute,


    hatte heute Nachmittag bzw. abends > 3 Stunden eine alte VC1541 über ein XE1541-Kabel an einem PC in Betrieb ... bis die Sicherung im Zimmer rausgeflogen ist.


    Hitzestau bzw. Überhitzung ... Netzteil extrem warm bis heiß ... PC ist aber OK & die Floppy auch noch ... alles OK ... hatte ich bisher noch nicht, so eine Situation.


    Daher meine Frage: Verfügt die VC1541 über eine Art Überhitzungsschutz ähnlich wie in einem Fön, der zu heiß wird und dann ausgeht ...?


    Gruß,


    Erik

  • Die hat keine Übertemperatursicherung.
    Die interessantere Frage scheint mir auch, warum die Sicherung für Deine Bude rausgeflogen ist.
    Die Schmelzsicherung in der 1541 ist nicht durchgebrannt?
    Dann wird es der Netzfilter sein, der das verursacht hat.
    Der sitzt bei der 1541 in der Kaltgerätebuchse und damit vor der Schmelzsicherung.


    Empfehlung für weniger Hitzeentwicklung:
    Am Trafo die 230V~ statt der 220V~ Wicklung anschließen.
    Wenn's noch besser werden soll, die Spannungsregler gegen Schaltregler austauschen.


  • Erstmal vielen Dank für die Hinweise. Sehr interessant!


    OK ... keine Übertemperatursicherung ... hätte mich auch sehr gewundert.


    Sicherung ist nur in der Küche rausgeflogen ... sonst nichts. Kühlschrank und 1 PC & Monitor waren an. Schmelzsicherung in der Floppy ist nicht durchgebrannt ... habe ich als Erstes überprüft.


    Die höchste Temperatur entwickelt sich hinten rechts am Metallrahmmen, wo ich anfassen kann. Es ist eine 1541, die ich relativ neu bekommen habe. Werde die Temperatur dort auch gleich mal genau messen.


    Netzfilter ... ja, das ist es ... da kam eine weiße, cremeartige Masse raus. Dann sollte der Netzfilter sicher ausgetauscht werden ... hier ist jemandem anscheinend genau das Gleiche passiert:


    https://www.forum64.de/index.p…16-vc-1541-durchgeknallt/


    Weißt du zufällig, wo ich eine neue Kaltstrombuchse mit Filter kaufen kann bzw. passend am besten herbekomme?


    Und ... könntest du mir bitte den 230V-Umbau mal anhand 2-3 Bildern kurz beschreiben?


    THX!


    Gruß,


    Erik

  • Pollin hat unter der BN 250370 eine Kaltgerätebuche mit Netzfilter.
    Ob die tasächlich passt weiß ich aber nicht.


    Der 230V~ Umbau ist ansich einfach, da man aber an der Netzspannung arbeiten muß, gilt es vorsichtig zu sein.
    Da Du ja sowieso an die Kaltgerätbuche ran mußt, bist Du eh schon an der richtigen Stelle unterwegs.
    Der Trafo hat an der Netz-Seite drei Leitungen herausgeführt.
    Zwei davon sind angeschlossen, die dritte liegt mit Schrumpfschlauf isoliert im Gehäuse.
    Die unbenutzte Leitung ist der 230V Anschluß des Trafos.
    Du mußt nun feststellen, welcher der beiden verwendeten 0V ist, und welcher 220V.
    Dazu muß Du den unbenutzten abisolieren, um daran die Spannung zu messen.
    Du mißt bei engestecktem Netzkabel den unbenutzten Anschluß gegen die beiden anderen Anschlüsse.
    Gegen einen wirst Du eine ca. 10-15V~ höhere Spannung, als die Netzspannung messen, gegen den anderen absolut 10-15V~.
    Bevor es weitergeht erstmal Stecker raus.
    Der Anschluß, gegen den Du die höhe Spannung gemessen hast, bleibt dort wo er ist.
    Der, gegen den Du nur ca. 10-15V~ gemessen hast, wird getrennt und mit Schrumpfschlauch isoliert.
    An dessen Stelle kommt nun der zuvor unbeutzte Anschluß des Trafos.


    Wichtig: Mißt Du eine Spannung, die ca. 10V~ unterhalb der Netzspannung liegt, wurde die Umstellung bereits durchgeführt.

  • Welche Einwände gibt es denn gegen das Vorgehen in der folgenden Umbauanleitung?


    http://pitsch.de/stuff/c64/index_floppy.htm#B5


    Ich denke der Hinweis auf Trafos mit 110V/220V Wicklung ist wichtig.


    Gruss, Gerd

  • Welche Einwände gibt es denn gegen das Vorgehen in der folgenden Umbauanleitung?
    http://pitsch.de/stuff/c64/index_floppy.htm#B5

    Einen Trafo anhand ohmscher Widerstände zu beurteilen ist nur eingeschränkt aussagefähig.
    Entscheidend sind ja die Spannungsverhältnisse, denn:

    Ich denke der Hinweis auf Trafos mit 110V/220V Wicklung ist wichtig.

    Richtig! So einer ist mir in einer 1541 zwar noch nicht begegnet, aber das will ja nicht viel heißen.
    Wenn der Trafo nicht die erwarteten Spannungsverhältnisse aufweist, erkennt man das auf jeden Fall, wenn man die Spannungen misst.
    Bei der 110/220V~ Variante ist das noch relativ klar, aber wenn mal ein ganz anderer Trafo drin ist, kann das in die Hose gehen.

  • So ... Ersatzteil bei Pollin bestellt ... und das verspratzte Teil ausgebaut ... die nutähnlichen Stifte lassen sich herausdrehen ... Reparaturstelle gesäubert mit "härteren Mitteln" (viel Nagellackentferner) ... klebrige Sauerei ... hoffentlich wird es nicht bemerkt ... :D

  • Der Trafo sieht anders aus, als ich erwartet hatte, der hat offenbar nicht die drei fest angebrachten Leitungen,
    sondern drei Terminals am Spulenträger.
    In dem Fall ist der Umbau einfacher, da kann man die Leitung einfach von dem einen auf das andere Terminal umlöten.

  • Der Trafo sieht anders aus, als ich erwartet hatte, der hat offenbar nicht die drei fest angebrachten Leitungen,
    sondern drei Terminals am Spulenträger.
    In dem Fall ist der Umbau einfacher, da kann man die Leitung einfach von dem einen auf das andere Terminal umlöten.


    Ach so ... OK ... anbei mal eine bessere Draufsicht ... was muss genau wo hin ... könntest du es bitte für mich sicherheitshalber mal kurz "einzeichnen"?


    THX!


    Gruß,


    Erik

  • Och, das kriegen wir auch ohne einzeichnen hin.
    Wenn ich das richtig sehe, sind am mittleren Terminal 2 Drähte von der Trafowicklung angeschlossen.
    Das ist dann die Stelle, an der die Wiclklung angezapft ist.
    Wird von den Herstellern eigentlich auch immer so gemacht, daß die Terminals in der Reihenfolge angeschlossen werden, wie sie an der Wicklung hängen.
    Dann gehört der Trafo an den beiden äußeren Terminals angeschlossen, als wandert die bleue Strippe vom mittleren Terminal ans rechte.

  • Hallo Leute!


    Netzfilter sind heute angekommen .. heute Nachmittag eingebaut und dann gleich noch den von Christian empfohlenen Volt-Umbau gemacht ... läuft.


    Nachher wird die (verringerte) Temperatur zum Vergleich gemessen ... ist jetzt aber schon deutlich niedriger als vorher (badewannenwasserwarm) ... von meiner Seite eine klare Umbauempfehlung für die, die sich das zutrauen und sich damit auskennen.


    Bitte die nötige Vorsicht walten lassen bei den Arbeiten am Netzteil und den spannungs- und stromführenden Teilen.


    Arbeitsaufwand insgesamt ca. 1 Stunde (Austausch Enstörfilter & Umbau).


    Gruß,


    Erik

  • Zitat von »Toast_r«

    Dann wird es der Netzfilter sein, der das verursacht hat.


    ... scheint ja ein "zunehmendes Problem" zu werden ... oder?


    Ja - ganz allgemein gilt das für elektrische und elektronische Geräte, die 25 Jahre und älter sind :
    Sofern darin trockene Papier-Kondensatoren enthalten sind, haben diese ihr Lebensdauerende erreicht, die Eigenschaften insbesondere der Isolation haben sich weit entfernt von der ursprünglichen Spezifikation.


    Insbesondere gilt das für Consumer-Geräte aus dem Zeitalter der Elektronenröhren, also Radio-Fernseh-etc.-Geräte. Darin finden sich meist Papier-Cs, die unbedingt und ausnahmslos vor dem ersten Einschalten heraus müssen - alles andere kann Schäden, aber auch Feuer- und Lebensgefahr hervorrufen.


    Bei Geräten der 80er und 90er Jahre befinden sich Papier-Cs, falls überhaupt welche vorhanden sind, im Netzeingang, oft verborgen in Netzfiltern.
    Insbesondere im gealterten Zustand verschlechtern diese ihre Daten noch weiter, wenn sie unter erhöhten Betriebstemperaturen an Spannung liegen. Und genau das passiert bei längerer Betriebsdauer, das Gerät wird warm, damit auch die gealterten Cs - und dann knallt es. Oder es brennt. Oder das Gehäuse steht plötzliuch unter voller Netzspannung !


    Die Transformatoren werden bei 230V wärmer, als bei 220V, sofern man sie nicht umschaltet auf 230V, das kommt noch hinzu, die Geräte werden also im Normalbetrieb wärmer, als früher. Ein nicht gerade besonders knapp dimensionierter Trafo hält das zwar aus, aber in jedem Fall ist es zu empfehlen, eine 230V-Anzapfung auch zu benutzen.


    Mit Bastler-typischer Messtechnik oder irgendwelchen Baumarkt-Multimetern kann man solche Bauteile wie gealterte Papier-Cs in der Regel nicht prüfen, man kann den gealterten Zustand damit nicht nachweisen. Aber das braucht man auch gar nicht, weil eben ohnehin immer alle Papier-Cs aus alten Geräten raus müssen.
    Kunstfolien-Cs hingegen sind ebenso wie Keramik-Cs erheblich langzeitstabiler und sind sogar in 60 + x Jahre alten Geräten oft noch einwandfrei. Da muss man also die Bauform ansehen und vor allem die Aufschrift genau lesen, dann bekommt man heraus, was man im Gerät vor sich hat.
    Wer lieber messen möchte, braucht eine C tan delta- Messbrücke (Verlustfaktor-Messbrücke) bzw. eine C-Messbrücke, die eben auch den Verlustfaktor anzeigt - und das dann möglichst bei 50Hz ! Zusätzlich ein Isolationsmessgerät, was mindestens 1Giga-Ohm noch gut anzeigt und das während der Messung eine einstellbare Spannung von 100 ... 1000V an den Prüfling legt. Faustregel : Alles unterhalb 1 G-Ohm (bei Nennspannung des Cs gemessen) ist unbrauchbar geworden.