Identifizierung diverser C64 Teile

  • Hallo Leute,


    bevor ich mein Problem poste, möchte ich mich zuerst einmal vorstellen. Meine Name ist Jörg und ich komme aus einer Mittelstadt Am Rande des Ruhrgebiets. Für Kenner dieser Stadt sage ich nur "Nikolaus Urteil" und "GlaBotKi" ;-).


    Ich bin 46 Jahre alt, habe drei KInder und hatte meine ersten Berührungen mit Computertechnik 1984. Nach langen sparen und eisener Disziplin konnte ich mir in der Metro endlich einen C64 und eine 1541 kaufen. (Zusammen waren das so um di 1000 DM. Anschließend wurden Listings abgetippt und Bards Tale, Vermeer und Hanse gespielt. Also eine Laufbahn wie die meisten anderen sie auch hinter sich haben. Danach kam ein Amiga 500, Amiga 2000 und von der Ablöse vom Bund schließlich eine 386SX mit sagenhaften 16 Mhz :-)
    Meine alten Geräte landeten in Kartons in diversen Schränken und blieben viele Jahre unbeachtet. Vor ein paar Jahren hat mich der Virus allerdings wieder gepackt und ich habe die alten Geräte wieder hervorgeholt und gereinigt, gewartet und wieder spielbar gemacht. Auf Trödelmärkten und Ebay habe ich immer wieder Dinge gekauft und mein Ersatzteillager sieht inzwischen so aus, wie das der Computerklitsche wo ich früher meine Compuetrteile gekauft habe. Lange habe ich für mich selbst gefrickelt, als ich dann allerdings über Ebay ein Kickstartrom verkauft habe, bin ich in Kontakt gekommen mit einem Mitglied dieses Forums und der hat mir von euch erzählt. Seit dem lese ich im stillen mit und habe gefallen an diesem Forum gefunden.
    Ich habe mir auch schon das Anmeldeformular für den Verein ausgedruckt und werde wohl auch bald "ordentliches" Mitglied.
    Bei meinem letzten Zug über einen Trödelmarkt habe ich die in der Anlage beigfügten Teile für kleines Geld gekauft (5 €), könnt ihr mir helfen sie zu identifzieren?


    Danke im Voraus


    Grüsse
    Jörg

  • Hallo Jörg.


    ohne Gewähr ;-)


    Oben links scheint eine Epromkarte zu sein. Da kann man ein Modul/Cartridge im Eprom drauf packen. Kommt in den Modulport und steht dann meistens sofort nach dem Einschalten zur Verfügung.
    C63 Schalter sieht wie ein Epromumschalter aus um 2 Bereiche im Eprom umzuschalten (evtl. Betriebssystemumschalter).
    BSU scheint mir ganz klar ein Betriebssystemumschalter zu sein. In die Original-Fassung kommt das 24-pol orig. ROM,
    in die 28-pol Fassung ein z.B 27C64 Eprom mit der Alternative dazu.. irgendwo sollte da dann noch Kabel+Schalter zur Umschaltung dran..


    Peter

  • Hallo Jörg,


    würde mich sehr freuen wenn Du uns stößt. Ich kenn die Begriffe GlaBotKi und so zwar jetzt nicht so, aber ich glaub Du bist in der Ecke da nicht alleine :-)


    Was die Hardware betrifft:


    unbek1
    unbek2


    Sind beides Modulträger von Commodore. Diese wurden für Spielmodule verwendet. Bei unbek1 kann man mit Jumpern (den Lötbrücken) noch Einstellungen fürs Speicherlayout vornehmen, so daß mit einer Platine verschiedene Spielmodule hergestellt werden konnten. Die Module tragen üblicherweise aber ROMs und keine Eproms!


    c64schalter


    Einfache Variante eine Epromadapter um 2 Kernal-Roms in einem 27128 Eprom unterzubringen und per Schalter umzuschalten.


    BSU1
    BSU2


    Sind auch beides Kernalumschaltplatinen, aber mit Umschaltlogik. Die schau ich mir später nochmal genauer an wenn ich meine Grabbelkiste durch hab, es kann sein daß ich da was vergleichbares zum Nachsehen drin habe.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo,


    vielen Dank für Eure Rückmeldungen! Ihr habt mir weitergeholfen.


    Bezgl. der Bestückung der BSU Platinen würdet Ihr mir noch helfen, wenn ihr mir sagen könnt, welche Eproms ich verwenden kann. Ich habe hier noch 2764, 27c64, 27c128 und 27c256 rumliegen und einen entsprechenden Eprommer. Übrigens war bei dem Flohmarkkauf auch ein C64 Eprommer dabei. Da ich diesen aber selbst identfizieren konnte habe ich den nicht explizit hier gezeigt.


    Mit meinem hier vorhanden Willem Programmer sollte ich doch auch die o.a. Eproms brennen können, oder?


    Grüsse
    Jörg

  • Hallo Jörg,


    die BSU1 ist von Rex Datentechnik. Da kommt wohl einfach ein 2764 zum originalen Kernal dazu.


    Im Forum-64 hat die auch schonmal jemand wieder in Betrieb genommen: REX BSU 9517/25/27, auch hier Bilder und Infos: REX


    mit der BSU2 ists komplizierter. Die sieht nach Eigenbau aus. Wobei sowas durchaus damals auch professionell verkauft wurde. Ein Steckplatz fürs Kernal ROM, 2 Steckplätze wahrscheinlich für jeweils 2764 Eproms. Einseitiges Board, handlayoutet. Müsste man die Lötseite mal sehen um zu schauen wie die Pins geschaltet werden um die Eproms zu selektieren.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Dietmar,


    Danke auch an Dich für das nette Willkommen ;) und den Hinweis hier auf diesen Verein!


    Der Link ins Forum 64 war auch sehr hilfreich,, so weiß ich nun jedenfalls wo ich bzw. mein Sohnemann an der einen BSU Platine den Schalter anlöten kann.


    Ich habe mir auch ein XM1541 Kabel besorgt um meine Floppys an den PC anzuschließen, wißt ihr evtl. welches Programm auf dem PC dafür am sinnvollsten ist?


    Grüsse
    Jörg

  • Ich hab bei mir noch die BSU gefunden, ist ein bisschen anders als die von GlaJoerg:



    Die Frage zum XM1541 Kabel lagere ich in einen separaten Thread aus...


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Jörg,


    interessant an der Platine ist daß die Orientierung der Bausteine (Kerbe) zum Computer hin zeigt, ich dachte die wären meist anders...


    Als Modul kann der C64 ohne kleiner Tricks (Bankswitching) 16 KB verwenden. Die Platine von Dir trägt üblicherweise 1 oder 2 27c64 Eproms. Mit den DIP-Schaltern wird das konfiguriert, da müsstest Du mal genau nachsehen an welche Pins in welchem Sockel die Switches gehen, so ganz sicher sehe ich das vom Photo her nicht. Eventuell kann man die Switches auch so schalten daß die 16 KB in einem 27c128 Baustein sitzen und der andere Sockel leer bleibt. Würde ich aber eine andere ChipSelect Schaltung dafür vermuten (mindestens mit Dioden). Grössere Eproms (27c256 / 27c512) kannst Du verwenden (pinkompatibel), aber entsprechend der Beschaltung der ungenutzten Adressleitungen (H/L) nutzt Du dann nur einen kleinen Teilbereich des Bausteins.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ist diese Platine dann eine Speichererweiterung oder kann ich auf die Eproms Programme brennen und sie dann direkt bei Start nutzen?


    Viele Grüsse


    Jörg

  • Hallo Jörg,


    Eproms sind Festwertspeicher, also ROMs. Du kannst Programme dauerhaft darauf brennen. Diese müssen aber ein bestimmtest Format aufweisen, damit der C64 das Programm beim Start ausführen kann. Dazu gibt es zum Beispiel Programme wie Spielmodule oder Systemerweiterungen (Schnelllader, Befehlsatzerweiterungen, Assembler).


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    Sorry das ich so penetrant bin :rotwerd: aber ich habe hier alles um ein paar Eproms zu brennen und habe dieses Wocheende endlich mal die Zeit mich damit zu beschäftigen.


    Könnte ich also CRT oder Bin Dateien auf ein 27c64 Eprom brennen und diese auf dem Modul verwenden?


    Grüße
    Jörg

  • Hallo Jörg,


    die CRTs musst Du noch umwandeln, ich müsste das auch suchen, aber da ist ein Header vor den Daten. Der muss weg. Vermutlich reicht es den einfach zu entfernen so daß die CBM80 Kennung (Startmarkierung des Cartridges) an der richtigen Stelle steht. Schau mal um wieviel die Date länger als 8 oder 16 KB ist. Sorry daß ich so kurz antworte, aber ich bin schon sehr auf dem Sprung zum Waiblinger Usertreffen und erst morgen wieder online :-)


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    Danke für deine Mühe. :anbet: Ich werde mal versuchen mich in die Thematik einzulesen und vielleicht noch meinen Sohn einbinden ;-) Der versteht von Elektronik mehr als ich und hat bessere Augen zum löten.


    Wenn ich den richtigen Weg gefunden habe wie es funktioniert melde ich mich noch mal.


    Grüsse
    Jörg

  • Hallo noch mal,


    leider waren meine bisherigen Versuche nicht von Erfolg gekrönt. Das Beschreiben der Eproms am PC funktioniert problemlos, jedoch sehe ich ich auf der DUO Eprom Karte keinen Effekt außer, dass sich bei eingesteckter Epromkarte die Startanzeige beim C64 ändert, d.h. es wirde nicht mehr der Urprungswert von 65.... etc. angezeigt, sondern ein kleinerer Wert.


    Das scheint ja zu bedeuten, dass der Eprom Inhalt in den C64 Speicher geschrieben wurde, dort aber anscheinend nicht ausgeführt wird. Als Test habe ich ein Eprom mit dem Spiel DonkeyKong gebrannt.


    Hat jemand eine nachvollziehbare Anleitung wie man Eproms für den C64 am PC brennt?


    Danke im voraus!


    Grüsse aus dme bestreikten NRW


    Jörg

  • Hallo Jörg,


    wenn Du die Epromkarte in den C64 steckst und sich der freie Basic-RAM verringert - das geht wahrscheinlich sogar ohne Eprom. Der C64 hat 64 KB RAM. Und auch einen Adressbereich von 64 KB. Die 20 KB ROM (Basic + Kernal + Charset) und Steuerchips werden per Bankswitching eingeblendet. Der Basicspeicher geht (hexadezimal) von 0801H - 9FFFH. Wenn Du eine Epromkarte einsteckst signalisiert diese per Steuerleitung ihre Anwesenheit. Und zwar 8 KB, von 8000H - 9FFFH. Das freie für Basic benutzbare RAM geht dann nur noch bis 7FFFH. Das ist Anzeige die Du dann siehst. Es fehlen 8 KB. Diese sind aber noch da.


    Wie startet nun ein Cartridge - das hängt von der Software darin ab. Es könnte eine Datei sein die man manuell per SYS Befehl starten muss, z.B. SYS 32768 (8000H), oder - und das ist üblich - es wird der Autostart benutzt. Beim Starten sucht der C64 nach einer bestimmten Kennung (CBM80) ab 8000H. Wenn er diese findet wird ein Vektor dahinter angesprungen. So funktioniert übrigens auch der "Reset-Schutz" mancher Spiele. Wenn man diese Kennung ins RAM schreibt und den Vektor auf sein eigenes Programm biegt kann man den Rest umgehen, da dann wieder das Programm aufgerufen wird.


    Was ist nun falsch an Deinen Eproms? Wahrscheinlich sind die korrekt gebrannt. Entweder arbeitet die Epromkarte nicht wie erwartet (Eprom eventuell anders eingeblendet), glaube ich aber nicht (BASIC free Anzeige). Oder der Inhalt passt nicht, weil z.B. ein Header vor den Daten war und damit die eigentlichen Daten verschoben waren. Wie lange war das File was Du gebrannt hast?


    Die Infos soweit sind jetzt nur mal aus dem Gedachnis geschrieben, ich schau mal nach wo man das mit allen Details und richtigen Adressen nachvollziehen kann.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Andreas,


    sorry dass ich mich erst so spät melde, aber die letzten Tage war ich sehr bei einem hiesigen Ratsbürgerentscheid eingebunden und durft sogar gestern noch den schönen Sonntag im Wahlbüro / Abstimmungsbüro verbringen.


    Ist gar nicht so einfach eine simple Anleitung für das Brennen von so alten IC´s zu bekommen, deswegen wäre es sehr nett wenn du mich noch weiter unterstützen könntest.


    Viele Grüße aus dem sonnigen Gladbeck


    Jörg

  • Hallo,


    noch mal an alle. Nach vielen Stunden Grübelns und letztendlich durch die Hilfe meine 16 jährigen Sohnes hat es mit dem brennen diverser Eproms geklappt, sowohl Cartridge Roms, als auch Kernal Roms.


    Wenn mein Sohnemann Ferien hat, werde ich zusammen mit ihm mal eine Kurzanleitung dazu verfassen.


    Danke für alle Tipps, nun kann ich mich der Einrichtung eines 2268 Bridgeboards in meinen Amiga 2000 widmen :-).


    grüsse
    Jörg