Posts by 1ST1

    Hallo,


    meinen Neuzugang von heute nehme ich mal zum Anlass für mein erstes Posting hier im Forum.

    Normalerweise lässt mich Apple kalt, bin da eben kein Fanboy, aber bei so einem schönen IIc Paket könnte ich sicher nicht wiederstehen. Sehr schön. Ich hoffe, der Monitor lässt sich reparieren. Vieleicht ist es ja nur der Netzfilter.

    Habe heute eine Soundbar für meinen NEC TFT Multisync LCD1970nxp bekommen, sehr geil. Steckt man unten dran und man kann nie mehr vergessen, Lautsprecher mitzunehmen, wenn man den Monitor irgendwo hin mitnimmt.

    Ja, ich weiß nur nicht mehr, wo das Außenlager ist. Der ehemalige Natobunker in Traben-Trabach ist es jedenfalls nicht, es sei denn der wäre inzwischenfür dieses illegale Rechenzentrum leer geräumt worden.

    Für solche Zwecke hatte ich mir ja schonmal überlegt, mir einen Duplex-Scanner mit Einzelblatt-Einzug zu kaufen, aber die sind schon heftig teuer. Das billigste was ich gesehen habe war ein Gebrauchter für rund 250.- der aber nur Treiber für 2000 bis Vista mitbringt (alles nur 32 Bit), kann man also nichtmal an einem aktuellen PC nutzen. Aber 10 Seiten pro Minute bei 600 dpi (oder 40 bei 200) ist schon eine Ansage... Wie wärs denn, wenn man sowas im Verein anschafft und jeder, der braucht, kann sowas mal für eine Weile ausleihen, natürlich unter der Vorraussetzung, dass die Scans im Verein verfügbar gemacht werden? Gebundene Handbücher lassen sich damit allerdings nicht scannen, aber auch das schwebt mir vor, momentan überlege ich, ob man das nicht auch mit einer gescheiten Spiegelreflexkamera (hab ich) einfach abfotografieren könnte, hat das schonmal jemand gemacht? Bei mir geht es um mindestens 10 dicke Leitz-Ordner mit Servicehandbüchern, außerdem nochmal ein paar Ordner mit Kopien von Handbüchern von Anwendungen aus der C64/ST/Amiga-Zeit, die teils als Einzelblattstapel abgeheftet sind, teils gebunden...

    Freut mich, dass ich mit meinem Geschmack nicht alleine bin. Ist wirklich schade, dass Olivetti heute (fast) nichts mehr macht, die konnten wirklich Design. Und die Qualität stimmt ja auch, sowohl die ET 351 und meine ETV300+ET121 sind von 1982, also aktuell 37 Jahre alt, und funktionieren immer noch einwandfrei (abgesehen von verharzten Hubmagneten bei der 351), sogar die Disketten und Laufwerke.


    Naja, Schreibmaschinen sind ja tot, aber wie aktuelle PCs, Server, Notebooks, Tablets und Smartphones von Olivetti aus der Designer-Hand heutiger Industriedesigner aussehen würden? (auf der Webseite sind zwar noch Drucker gelistet, aber das sind alles umgelabelte Kyocera oder Ricoh) (Bellini und Sottsass sind ja schon im Ruhestan bzw. verstorben (letzter)) Ob sie designmäßig heute solche Maßstäbe setzen würden wie Apple das noch immer versucht (ohne mich vom Hocker zu reißen)?


    Das mit dem Diskettenformat werde ich ausprobieren, ich habe ja auf meiner M24 und M240 entsprechende Tools drauf (mit denen ich schon Daten zur ETV 250 und 300 übertragen habe, zur M20 müsste auch gehen). Spannend wird rauszubekommen, was "Double Frequency" heißt, vielleicht ja "FM" statt "MFM", jedenfalls sind 80kb etwa die Hälfte dessen was mit MFM bei 40 Tracks einseitig hinzubekommen ist (vergleiche PC 360 kB Laufwerke oder Commodore VC1541/1571). Problem: Die M24 kann laut VCFED Forum kein FM, ich hoffe mal, die M240 kann es (da laufen auf jeden Fall schonmal mehr Floppy tools drauf als auf der M24, die da manches mit IRQ-Problem quittiert.). Die Disketten müssten auf jeden Fall mal gesichert werden, auch die Boot-Disk meiner 351TTX.

    Das muss ich aber selbst machen. Das blaue Handbuch ist eine Einführung in die Technik der 351, dessen wichtigste Botschaft erstmal ist, sich in das Technikerhandbuch der ET 231 einzulesen, auf der die 351 basiert. Das rote 351 Handbuch erklärt dann im Detail, was im 231er Handbuch nicht steht.


    Uff, ist auch da... Also kann ich loslegen, nur wo ist das L1 CESIS Terminal, über das ich Ersatzteile bestellen kann???


    Da gibts auch kein L1 CESIS System mehr...

    So sah das aus. (Der offenbacher eBayer hat so ein L1 System, aber ist mir zu teuer, und die CESIS-Software ist sicher auch nicht drauf.)

    Mal ein bischen Technik: Der Encoder-Motor für die Typenraddrehung. Das ist ein kräftiger Bühler-Motor, ein Azubi-Kollege hat mal davon drei Stück in ein Modellboot reingebaut, das ging ab... Hinten auf dem Motor sitzt lichtdicht abgeschirmt eine Lochscheibe mit 200 Schlitzen, die wie in einer Kugelmaus abgetastet wird. Darüber kann die Maschine das Typenrad mit seinen 100 Zeichen exakt und schnell positionieren. Die Position wird gehalten, in dem der Motor hochfrequent mit Wechselspannung angesteuert wird.


    Links und rechts vom Motor kann man zwei runde Dinger sehen, das sind die Hubmagnete für Farb- und Korrekturband. Die bewegen sich leider nicht gescheit, da muss ich mal ran, sie hebt das Farbband nur wiederwillig an. Das ist ein bekannter Standardfehler dieser Maschinen, ist leicht zu reparieren, aber dazu muss ich sie erstmal zerlegen (wenn ich Platz habe).


    Motor abgekippt, so dass man das Typenrad zu sehen ist, außerdem der Anschlaghammer


    Das ist das Druckwerk insgesamt. Wie man sieht, weiß sie, dass das Farbband entnommen wurde und die Abdeckung offen ist.


    Das ist sie in Komplettansicht. Zum Größenvergleich eine 5,25" Diskette. Wer mal nach oben zur ET 121 Farsi hochscrollt, sieht, dass die beiden sehr ähnlich aussehen. Auch die ET 351 gehört technisch zur ersten Generation der Olivetti Büroschreibmaschinen. Man vergleiche auch die ET 112 weiter oben, die gehört zur 2. Generation, und die 2500 hier drüber gehört zur dritten Generation.


    Von Oben. Übrigens kostete die Maschine im Jahr 1982 14.000 DM. Mein Vater kaufte sich damals für das gleiche Geld einen neuen VW Passat Formel-E mit 75 PS.


    Bedienen kann ich sie auch. Wie man sieht, hat sie eine Serienbrieffunktion.


    ET 351 Prospekt ist auch dabei. Sogar das Prospekt für die Teletex-Version ET 351TTX, die ich auch im Keller habe (mit Endlospapier-Traktor) und für die zugehörige Empfangsbox für Datex-P.




    CESIS war Olivettis Service-Programm, das im Kundendienst verwendet wurde. Es lief auf den Olivetti L1 Minicomputern, auch wir in der Lehrwerkstatt hatten dafür ein Terminal im Raum. CESIS war global vernetzt und man fand darin die für den Standort markierten Service-Fälle, auf die man sich entweder selbst draufbuchen konnte, oder ein Dispatcher steuerte darüber die Außendiensttechniker. Der Kunde rief bei Problemen an, hatte idealerweise diese Karte und konnte so telefonisch Fehlercodes angeben, wodurch der Auftrag klassifiziert wurde und CESIS machte dann den Technikern oder Dispatchern Vorschläge, welchen Reparaturauftrag übernommen werden sollten. Außerdem konnten über CESIS Ersatzteile geordert werden, diese Aufträge landeten dann anhand des Lagerbestandes entweder im nationalen Zentrallager (Frankfurt Schmickstraße) oder in Ivrea, dann dauerte es etwas länger. Man kann CESIS durchaus als einen Vorläufer von heutigen Ticketsystemen im IT-Betrieb ansehen, meine Technikernummer darin war 12535, ich weiß die noch...



    Jetzt weiß ich auch, wo ich anrufen müsste, wenn was an der 351 kaputt ist, oder dem ganzen anderen Krempel im Keller...


    Fortsetzung folgt...

    Der Koloss aus Ivrea


    Toller Titel, nicht? Schon wieder ExTerristisch, wie ET, der Außerirdische. Nein. Schlicht und einfach Electronic Typewriter...



    Das ist doch mal eine Ansage...?


    Näheren wir uns mal dem Klotz, an anderem Ort schrieb ich, sie bootet ihre Software von Diskette.


    2x 5,25 Zoll Fullsize, nix da A: und B: sondern römisch | und ||.


    Ich schalte mal ein, im Inneren bewegt sich nach einem Moment etwas nach links, während as hier angezeigt wird...


    Dann kommt diese Meldung. Das heißt, Autodiagnose ist abgeschlossen, sie fühlt sich wohl. Aber ihr fehlt was.


    Richtig, Diskettenlaufwerk ist leer... Die gehört da rein.


    Dann saugt sie sich ihre Systemsoftware rein...


    So sieht das aus... Das Laufwerk schrabbt dabei hörbar.


    Da isse, die ET Dreieisefuffzg. ET 351. Das Topmodell der Olivetti Büroschreibmaschinen von 1982-1984.

    Es sind jede Menge Disketten mit Dokumenten dabei.


    Bevor Fragen aufkommen, das ist das Diskettenformat (Quelle Technikerhandbuch ET 351)


    Fortsetzung kommt gleich...

    Ach übrigens, Ich würde sie so lassen, schließlich ist es so original und bei der Auswahl an elektronischen Screibhilfen mußt Du Dich ja nicht auf die exotischste beschränken:mrgreen:.

    Wie wahr, denn meine Handschrift ist eine Sauklaue...

    Ist das tatsächlich ein 3,0" DD? :/ Ich dachte das war eine Spezialität von AMSTRAD (bzw. Schneider bei uns). Da würde man doch gerne wissen wie es dazu gekommen ist

    Ja, 3,0 Zoll, nein, wie ich gerade über Wikipedia feststelle, noch schlimmer, 2,8 Zoll. Das Laufwerk ist aber äußerlich genauso groß wie ein gewöhnliches 3,5 Laufwerk. Ziemlich krank, hat aber nicht Olivetti verbrochen, sondern die Top 100 ist eigentlich eine Triumph Adler Gabriele PFS. Laut dem Wikipedia-Artikel gab es die PFS aber auch mit 3,5 Laufwerk, vielleicht kann ich das tauschen, aber vielleicht lasse ich es auch original. Wie kann man nur auf so eine kranke Idee kommen? Vermutlich, um am Zubehör zu verdienen...

    Heute war die Post mal wieder da... Beides im Zeichen meines Lieblingsitalieners...



    Das eine ist ein Plastikbomber, gestaltet von Mario Bellini, postmodernes Design. Eine Olivetti PTP 505 tragbare elektronische Typenrad-Schreibmaschine. Die ist bis auf die Farbe und die Modellbezeichnung zu 100% identisch mit der Praxis 100. Und die Praxis 100 ist nur eine Gehäusevariante von der ET Personal 55. Und die gibts alle auch noch mit Display. Viele dieser Plastikbomber habe ich. (Und auch die robusteren Vorgänger. Und die großen Büroschreibmaschinen.)


    Das andere ließ mein Herz aber mal so richtig aufgehen, ein neu erschienenes Architekur-Buch mit dem Titel "Egon Eiermann - Deutsche Olivetti Frankfurt am Main". Wer ihn nicht kennt, Egon Eiermann war bis 1972 einer der bedeutesten Nachkriegsarchitekten, hat u.a. auch IBM Vaihingen, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, und ich glaube auch das Abgeordneten-Hochhaus in Bonn entworfen. Ich bin neben dem ganzen Computerzeugs, Mountainbiken, Oldtimer-Fahrrad-Restaurieren, Fotografieren auch interessiert an modernem Design und Architektur und ich habe meine Berufsausbildung in eben diesem Gebäude bei eben dieser Firma gemacht und dort gelegentlich über die Praxis 100 Plastikbomber geflucht, wenn mal wieder Rückläufe aus Aldi-Verkäufen rein kamen, entweder mit doofen bis nicht-Fehlern oder nur noch Schrott. Heute erfreue ich mich am Design dieser Bellini-Schreibmaschinen meines Lieblings-Italieners ebenso wie an Ira Velinskis Design dieser Computer aus Sunnyvale. Das heißt, dieses Buch, mit seinen hervorragenden Fotografien aus dem Jahr 1972 der deutschen Olivetti Hauptverwaltung, das hat mich gleich mehrfach begeistert, sowohl die Innen- als auch die Außenaufnahmen, ja, genau so kenne ich das Gebäude, obwohl es damals schon ca. 15 Jahre stand.

    Auch heute ist es zumindestens äußerlich original erhalten, nur der Schriftzug oben fehlt, es steht unter Denkmalschutz, innen wurde es modernen Ansprüchen angepasst, was ich irgendwie schade finde. Wahrscheinlich sind auch die ganzen Olivetti Synthesis Büro-Möbel weg. Hab mir vorgenommen, ein kommendes Wochenende mit gutem Wetter mal nach Niederrad zu fahren, und ein paar Architekturfotos zu machen, vielleicht versuche ich, die Außen-Aufnahmen im Buch nachzustellen, leider ohne den Schriftzug am Gebäude.



    Das sind ältere Fotos.


    Habe beim Schmökern in dem Buch mit einem italienischen Sammlerkollegen gechattet, und ihm auch obiges Bild geschickt, er war ganz erstaunt, dass ich auch Schreibmaschinen habe.


    Die "neue" PTP 505 zusammen mit meiner Valentine von 1969.


    Sorry, ich konnte nicht anders... Das ist nur etwa 1/3 der kleinen Maschinen, die ich habe, die PT505 ist auch dabei, genau wie drei andere Praxis 100 in verschiedenen Farben, und zwei ihrer Ahnen. An die anderen Plastibomber komme ich momentan nur schwer dran, weil sie zwischen den Großen in alle Lücken gestopft im Regal sind, und dann noch Stapel davor, ich muss dringend schauen, wie ich mehr Platz bekomme...


    Ein Designbuch zu der Firma aus Ivrea hat er auch, also mein italienischer Sammlerfreund, der auch Sachen vom Lieblingsitaliener sammelt, er nannte mir den Namen der Autorin, das hab ich auch (oben links), hab mir den Spaß gemacht, die verfügbaren Pixels des Kamerasensors mit sinnvollem auszufüllen und ihm so ein paar Buchempfehlungen zu machen...


    Und das wollte ich schon immer mal machen... Transportbereit stapeln... Jetzt sind sie wieder im Keller verstaut. Man beachte das 3,0 Zoll Diskettenlaufwerk der Top 100. Der Rest sind eigentlicih alles ETP55/Praxis100/PTP505... in leicht verändertem Gehäuse.


    Fast vergessen, schon gestern...


    ... kam schon das Buch rechts, Band 2 "We Love ATARI", mit ein paar Accessoires, muss mir noch Band 1 besorgen. Mir fehlt auch noch "Business is war", wurde noch nicht veröffentlicht, dafür habe ich die Borders komplett (mit namentlicher Nennung als "Backer". Das wären dann noch weitere Literatur-Empfehlungen auch an euch!


    Morgen hole ich die dreieissefuffzg.