Restauration Sekonic SPL-450 Plotter

  • Ich hab ja hier einen neuen Plotter, der recht stark siffig/klebrig und vergilbt ist, fürchterlich nach Verbranntem stinkt, an sich funktioniert aber leider beim Abholen von Stiften aus dem Stiftemagazin scheitert. Wenn man dem Plotter direkt einen Stift manuell in den Halter des Zeichenarms einklipst, funktioniert der Selbsttest.


    Erster Schritt ist zerlegen und reinigen.


    Dabei fällt auf, daß zumindest ein Teil der starken Vergilbung kein Sonneneffekt ist, sondern Dreck einer anderen Sorte (Raucher?). Beim Reinigen mit Kunsttofttreiniger läuft zumindest viel braune Brühe runter (siehe Bild). Nach dem Trocknen ist das Gehäuse sehr fleckig. Sieht so schlimmer aus als vorher.


    Hat jemand eine Idee, wie man das am Besten beheben kann?


    Vinyl Dye?

    Bleichen mit H2O2?

    deleted_01_21 's Nagellackentfernermethode?



    Am Farbkontrast des demontierten Stiftemagazins sieht man gut den Kontrast zwischen "vergilbt" und "nicht-vergilbt".


    Ganz interessant: der Zeichenarm arbeitet mit 2x Steppermotoren und Zahnriehmen, der Mannesmann Pixy mit normalen E-Motoren und Schleifpotis sowie Seilzug.


    Gruß

    Stephan

  • Nikotinverseuchte Geräte reinige ich eigentlich immer mit "Breef gegen Fett und Eingebranntes" ... Da läuft dann auch immer ne gelbe Suppe runter, aber die Flächen sind nach dem spülen relativ gleichmässig (von starken Vergilbungen mal abgesehen, wenn da Unterschiede in der Fläche sind, sieht man die nachher nach wie vor ...)



  • Hat jemand eine Idee, wie man das am Besten beheben kann?

    Nee ... das ist viel zu stark vergilbt noch ... ich würde erst bleichen ... es gibt ein gutes Bleichmittel aus einer Drogeriekette ... muss nochmal im F64 schauen ... ADAC bleicht auch gerade.


    Ich würde als Erstes nochmal warme Seifenlauge und Spüli nehmen ... ordentlich abschrubben mit einer weichen Spülbürste ... dann mit IPA den oberflächlichen Dreck / Gilb abreiben, bis nichts mehr kommt.


    Es sind mehrere Prozesse ... geht nicht mit 1 x.

  • deleted_01_21 s Essigsäureethylester-Methode (Quelle: "Isana" acetonfreier Nagellackentferner) scheint hier gut zu funktionieren. Nachdem Fettreiniger und Seife+Bürste am Ende waren, habe ich das doch mal probiert. Der Nikonsiff geht fast komplett runter. Der Kunststoff bleibt glatt und wird nicht klebrig wie bei manchen Kunststoffen in Verbindung mit Aceton.

  • s Essigsäureethylester-Methode scheint hier gut zu funktionieren. Nachdem Fettreiniger und Seife+Bürste am Ende waren, habe ich das doch mal probiert. Der Nikonsiff geht fast komplett runter. Der Kunststoff bleibt glatt und wird nicht klebrig wie bei manchen Kunststoffen in Verbindung mit Aceton.

    Ach ... das ist ja super ... ja ... hängt natürlich immer von der Art & Beschaffenheit & *Härte* des Kunststoffs ab ... WAHNSINN, was du da an Gilb rausholst. Ölen & 1-2 Tage stehen lassen hilft auch gut, bevor man mit dem nächsten Gang weitermacht.


    Nachdem Fettreiniger und Seife+Bürste am Ende waren

    ... das ist eben wichtig ... dass damit danach erstmal nichts mehr runterkommt. Dann ist die oberste Kunststoffschicht quasi *offen* für weitere Behandlungen & Extraktion von Gilb.


    :thumbup:

  • Toshi


    Ich habe gerade meinen Sekonic-SPL450 wieder gefunden, wollte den vor ca. 15 Jahren mal zu nem PCB-Bohr-Plotter umbauen, aber dann lief mir ein günstiger und professioneller LPKF-Fräsplotter zu...


    Leider musste ichjetzt feststellen, dass ich damals den Plot-Arm bereits "gecleant" hatte, sprich den Stifthalter und die Wippe entfernt habe. Drei Umzüge in nem nicht ganz dichten Umzugskarton später fand ich jetzt nur noch die großen Brocken in dem Karton....


    Langer Rede kurzer Sinn:


    Dein super hochauflösendes und detailscharfes Foto weiter oben von dem Plotter-Arm war schon mal sehr hilfreich, um festzustellen, was eigentlich alles genau abgeht, aber ideal wäre es natürlich, wenn Du -bei Gelegenheit mal versteht sich- ein paar Detailaufnahmen incl. Maßband oder Zollstock daneben von der Stiftaufnahme aus verschiedenen Seiten/Ansichten und vielleicht auch der "Wippe" machen könntest. E-Magnet samt Halter am Arm ist noch da, aber ohne Stößel und allem, was dann da noch dranhängt...


    Wäre echt toll!


    Möglicherweise wäre mit einer 3D-Druckvorlage für den Stiftaufnehmer auch anderen Sekonic-Usern oder auch Eigenbau-Plotter-Fans geholfen, würde das dann mal in Angriff nehmen, wenn mir Fotos vorliegen, aus denen ich die Form ableiten kann.


    Stifte habe ich noch welche gefunden, natürlich eingetrocknet, aber somit kenne ich wenigstens schon mal das "Zielmaß"...


    Der Plotter selbst funktioniert soweit, resettet und ist ansprechbar auf beiden Schnittstellen.


    Ein User-Manual habe ich heute im WWW gefunden, allerdings ein Service-Manual (was es definitiv gab, da im User-Manual erwähnt!) konnte ich noch nirgends finden...



    Danke und beste Grüße,



    Robert

  • Schade, aber vielleicht liest das ja ein stolzer Besitzer eines Seconic SPL 450 (vermutlich auch: 430 440 460 jeweils mit und ohne "Plus"), der bereit wäre mir mit ein paar Fotos und Maßen zu helfen, den Stifthalter am beweglichen Wagen zu rekonstruieren. Das Plastikteil sieht so aus, als ob es -gerade jetzt mit zunehmendem Alter - auch gerne mal brechen würde, d.h. eine 3D-Druckvorlage würde da vermutlich helfen, die noch verbliebenen paar Geräte dieser Art am Leben zu halten. Die Metallwippe, die bei mir auch fehlt, die würde ich "frei Hand" nachbauen, aber auch da wären ein paar Fotos und Maße sicherlich gut!


    Ein herzliches Dankeschön vorab!

  • Der HP7475A war einer der ersten kommerziell erfolgreichen Plotter von HP, d.h. musst Du unter Hersteller HP suchen.


    N.B.: HP entwickelte eine universelle Sprache für Plotter, die sich HPGL nennt. Diese sprechen fast sämtliche Plotter und sogar manchen Drucker und auch fast alles, was irgendwie mit mehreren Achsen und irgendeiner Art der Ausgabe zu tun hat, z.b. auch diverse Fräsen im Hobby-Bereich und die 3D-Drucker heutzutage. Nachteil an HPGL ist, dass es von einem ideal dünnen Stift ausgeht und somit die Spur "mittig" ausgibt. Für manche Fräsen müsste aber der Fräserradius berücksichtigt werden...


    Manchmal wird diese Art der Ausgabe daher auch unter "HPGL generic" oder ähnlich aufgeführt und in den Optionen musst Du dann die passende Papiergröße, Anzahl (und im Idealfall Zuordnung) der Stifte etc. passend einstellen.


    Wie früher unter DOS üblich, bieten auch einige spezialisierte Programme heute noch eingebaute Treiber oder "Postprozessoren" für die Ausgabe an, so z.b. die CAD/CAM Lösungen fürs Elektronik-Layout wie Target3001 oder eben auch Vector-Zeichen-Programme wie Inkscape.


    Diese haben solche HPGL-Ausgaben, die man dann nur noch auf die passende Schnittstelle umleiten oder später von der Datei aus spoolen muss. Letzteres geht auch vom Windows-CMD aus noch wie in alten Zeiten unter Dos mit dem Befehl "type" und dem Redirector ">" oder ">>".


    Bei mir hat der Seconic mit der seriellen Schnittstelle immer etwas rumgezickt, habe meinen daher immer am Parallelport angeschlossen, d.h. betreibe den auch jetzt noch an nem 20 Jahre alten PC PII/266 unter Win95C/98SE, der eben diese Schnittstellen alle noch physikalisch hat.

  • Hallo ETechniker_01,

    Respekt für deine ausführliche Erklärung. Vielen Dank. Nur was Du nicht wissen kannst, ich bin Maschinenbautechniker, verrentet (74) und bin mir über Deine Ausführung klar. Sorry, hätte mein Profil erstellen sollen.

    Ich hatte unter XP einen Treiber den ich leider verbummelt habe. Mit HP ist es nicht einfach in solch alten Gemäuern zu wühlen. Hab ich durch. Es gibt nur eine Lösung, jemand hat einen alten Treiber HPGL7475a ( nicht HPGL747572/2 ). Im Gegenzug würde ich euch ein paar CD´S zukommen lassen mit vielen alten Treibern der verschiedensten Herstellern.

    Dank noch mal für Deine Mühe.

    Gruß Dietmar

  • Hi !


    Hier gibts eine Umbauanleitung vom Stiftplotter zum Schneidplotter (Frevel !) - aber auf der letzen Seite gibt es den Hinweis, das der "Treiber von einem Roland Plotter RWD028 (bei der Installation ModellDXY‐1150 wählen)" unter XP verwendet werden kann ?


    http://www.crazybikes.net/bilder/plotter/umbau_hp7475a.pdf


    Leider führt der angegebene Link nicht (mehr) zum Download - aber vielleicht hilft die Bezeichnung bei der Suche ?


    MfG


    Cartouce

  • Gruß Torsten

    BFZ MFA, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, MSX VG8010, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Amiga 500 & 1200, Atari Portfolio, HP200LX, IBM PC5155, TP755c, TP755cx, T20, T41, T61, PS/2 (Model 40SX), PS/2E, Accura 101, Apple //e, Sharp PC1401 & PC1403H, TI59 m. PC-100c, HP48SX & HP48GX


    ::matrix::

  • Also ich persönlich nicht.


    Aber vielleicht wäre das etwas für den Verein oder für die Webseite: http://oldcomputers-ddns.org/ zur Archivierung

    Gruß Torsten

    BFZ MFA, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, MSX VG8010, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Amiga 500 & 1200, Atari Portfolio, HP200LX, IBM PC5155, TP755c, TP755cx, T20, T41, T61, PS/2 (Model 40SX), PS/2E, Accura 101, Apple //e, Sharp PC1401 & PC1403H, TI59 m. PC-100c, HP48SX & HP48GX


    ::matrix::

  • Hier gibts eine Umbauanleitung vom Stiftplotter zum Schneidplotter (Frevel !)

    Nun, mein Seconic und auch ein HP7475A haben sowohl einen solchen Umbau als auch der Sekonic einen Umbau zum Bohren von geätzten PCBs hinter sich und leben beide noch und können auch noch/wieder malen!


    Die Frage ist halt immer, wie man umbaut und ob man es rückrüstbar macht...


    Der Frevel bei der verlinkten Anleitung besteht im Durchsägen des Gehäuses, das ist wirklich schlimm! Wenn man aber eh ein hoffnungsloses Schlachtgerät noch rumstehen hat, dann würde ich es gelten lassen, dessen Oberschale zu verwenden, ansonsten einfach ohne Gehäuse betreiben oder sich aus Plexiglas was Passendes anfertigen, das Netzteil sollte natürlich KEINESFALLS berührbar offen liegen...


    Der Umbau zum Schneidplotter an sich ist heute kein großer Act mehr, es gibt fertige und durchaus taugliche Messerhalter für die Standard-Aufnahme von Roland (die auch HP und Sekonic nutzten), allerdings sollte man etwas Geld für eine schwerere Ausführung investieren, sonst endet es im Frust... Messer regelmäßig schärfen hilft natürlich auch ;-)


    Eine etwas dickere Schneideunterlage erhöht den Anpressdruck auch und erspart vielleicht die Modifikation des Magneten und den Ausbau des blauen Anschlag-Gummis im Gerät, den man auch nicht einfach zerstören sollte, denn fürs plotten hat der durchaus seinen Sinn...

  • Hier gibts eine Umbauanleitung vom Stiftplotter zum Schneidplotter (Frevel !)

    Nun, mein Seconic und auch ein HP7475A haben sowohl einen solchen Umbau als auch einen Umbau zum Bohrplotter zum Bohren von geätzten PCBs hinter sich und leben beide noch und können auch noch/wieder malen!


    Die Frage ist halt immer, wie man umbaut und ob man es rückrüstbar macht...

    Da hast du natürlich recht - ich hab dann immer direkt die Bilder von den umgebauten Plottern im Kopf, wo Teile der Abdeckung / des Gehäuses rausgeschnitten wurden - darauf bezog sich das "Frevel" ...

  • Ach ja: die im ersten Post mir abgehenden Teile habe ich dann doch noch gefunden: steckten gut verpackt in einer Tüte mit viel Klebeband unten am Gehäuse ...


    Die Z-Achse für den damaligen Bohrumbau hatte ich übrigens aus einem 5.25" Floppy entnommen, Stichwort Kopfantrieb. Damals dachte ich wohl, das wäre der günstigste Weg, an eine kleine Linearführung samt Schrittmotor-Antrieb zu kommen, wenn man sich die aktuellen Preise für solche Floppies ansieht, war das wohl ein Fehler...


    Plotter läuft also wieder im Urzustand.


    Den HP7475A sowie einen weiteren großen und schweren Siemens (!) Plotter habe ich auch aus meinem alten und lange Zeit verwaisten Aussenlager geborgen und werde ich im kommenden Herbst/Winter (oder wenns mit dem Wetter so weitergeht, demnächst...) dann reaktivieren.


    Bezüglich der HPGL-Treiber: Bis Win9x lagen Windows stets sowohl generische als auch typangepasste HPGL-(2) Treiber bei. Unter W2k geht wohl der (obige?) NT4 Treiber, unter XP gab es aber auch noch eine Möglichkeit, einen kostenfreien generischen Treiber zu installieren.


    Habe ich leider aber nicht griffbereit und was ich im www so fand, klang nicht so überzeugend, als dass ich es hier ungeprüft weiterreichen wollte...


    Ab Win7 resp. X64-Basis scheint es nur noch kostenpflichtige Treiber oder aber den Umweg über eine VM und dort W9x etc. zu geben.


    Aber wir sind hier ja in einem Forum für klassische Computer, insofern sollte W9x oder NT4 ja keine Probleme machen, ist ja fast noch neu ;-)

  • Moin ETechniker,

    habe mal ein wenig nachgelesen und erkannt, es werden Fotos von einem Sekonic SPL450 gesucht. Wie unscher zu erkennen, ich habe einen solchen Plotter für den ich auf Treibersuche war und bin.

    Also welche Fotos soll ich wie machen??

  • Danke erfolglos aber ich hatte oben ja schon geschrieben, dass ich mein Sekonic-Problem inzwischen lösen konnte... Habe inzwischen auch in meinem Aussenlager (in dem ich über 12 Jahre nicht drin war...) noch 2 Stk. Sekonic gefunden, darunter einen 470er in OVP ;-)


    Und je einen 1603 und 1604 von Siemens mit jeweils allen Handbüchern und zwei sauschwere YT-Schreiber von Philips und R&S (vermutlich, noch nicht geborgen).


    Also mehr als genug Plotter derzeit, ein paar werden mich im Spätherbst verlassen müssen, aktuell habe ich nur das Lager inventarisiert und ausgeräumt, das eigentliche Aufräumen und dezimieren kommt, sobald es draussen wieder (noch) ungemütlicher wird...