Posts by chip

    Nur mal so als Info ohne besonderen Hintergrund: in den vergangenen Wochen gab es in USA und in D jeweils Commodore PET Auktionen. Ungefähr vergleichbarer allgemeiner Zustand der beiden Computer (was der eine nicht hat, hat der andere). Die Preise lagen aber deutlich auseinander. Es ist klar, daß die Gründe für einen Auktionspreis vielfältig sind. Allgemeines Angebot und Nachfrage auf dem Sektor, Zustand usw. haben einen Einfluß. Ebenso wie der Wochentag und die Zeit des Auktionsendes.


    1978 Commodore PET 2001-8 w/ Chiclet Keyboard - Working Museum Condition! ($730)


    Commodore PET 2001-8C Retro Computer 1978 (346€)

    Was mir im Allgemeinen unangenehm auffällt, sind die manchmal arg verdreckten Computer, die so bei ebay angeboten werden. Also nicht der "normale Staub" der Jahrzehnte, sondern echter Dreck. Dabei haben sich mir vor allem zwei Auktionen der jüngsten Vergangenheit eingeprägt.


    Die Meinungen darüber, was Dreck ist oder nicht, gehen erfahrungsgemäß weit auseinander. Was der Eine toll findet, ist für den Anderen unter aller Sau. Ich wollte hier nur mal meine Meinung kund tun. Ich würde jedenfalls beim Auspacken wohl würgen müssen, kaufe so etwas aber auch erst gar nicht. <X


    Der Apple ging für 100€ weg und der Atari brachte 123€.

    Hat die jemand hier aus dem Forum vielleicht gekauft oder verkauft?


    Kann man sicherlich reinigen, wenn man dies überhaupt tun möchte, aber der Aufwand ist schon beträchtlich.


    . .

    Ja, aber Festpreis ist bei den Interessenten ziemlich unbeliebt, weil der Preis oft zu hoch angesetzt ist.


    Oftmals können diese hochpreisigen Artikel genau so schlecht an den Mann/Frau gebracht werden wie sauer Bier. Nach Wochen sind sie dann manchmal, wenn der VK die Nerven verloren hat, ab 1€ zu haben oder sie fristen bei Hardcoreverkäufern jahrelang ein Dasein als Ladenhüter. Dafür gibt es genug Beispiele. Die Verkäufer hoffen eben auf den sogenannten Dummen, der jeden morgen irgendwo aufsteht ... hab auch schon mal so etwas überteuertes gekauft, weil ich es unbedingt haben wollte. :fp:


    Preisvorschlag ist dabei eine gute Alternative und Anreiz. Nutze ich auch manchmal und macht auch Spaß zu sehen, auf was sich die Interessenten alles einlassen möchten ... (positiv und negativ). Die Preisgrenzen kann man ja bei Angebotserstellung eingeben.

    Dies ist mein subjektiver Eindruck, der sich über 19 Jahre ebay Erfahrung entwickelt hat (früher hieß es hier in D noch "http://www.alando.de", heute wird man von Alando auf ebay umgeleitet).


    Du kannst das auch selbst nachprüfen. Die Rubrik "klassische Computer" am Sonntag abend z.B. um 19.00 Uhr aufrufen. Das oberste (neueste) Angebot in der Liste merken. Eine viertel Stunde später wieder die Rubrik aufrufen und die neuen Angebote bis zum gemerkten Angebot zählen. Dies vergleichsweise an einem anderen Tag der Woche und schon hat man eine eigene Statistik.


    Warum wird viel am Sonntag abend reingestellt? Weil dann viele Interessenten Sonntags zwischen 18.00 und 22.00 anscheinend nichts besseres zu tun haben und in ihren Rubriken nach tollen Sachen suchen. Das haben die Anbieter mittlerweile mitbekommen und stellen dementsprechend ihre Angebote rein. Ich spreche da als Anbieter auch aus eigener Erfahrung. Die Uhrzeit lohnt sich, wenn der angebotene Artikel für potentielle Käufer interessant genug ist.


    Als Interessent ist das wieder eine andere Sache. Da hat man es Sonntags abends dann mit vielen Mitinteressenten zu tun und in den letzten Sekunden einer interessanten Auktion überschlagen sich die Gebotsabgaben. Man unterliegt dann oft, wenn man nicht supergeil auf eine Sache ist, sich mitreißen lässt und mehr bietet als man eigentlich wollte ...


    Falls jemand (aus welchen Gründen auch immer) den Fehler macht und einen Artikel z.B. um 2.00 Uhr nachts reinstellt, dann ist man womöglich nur der einzigste, der um diese Uhrzeit mitbietet und auch mangels dann noch wacher Konkurrenz keine Mitbieter hat. Habe so etwas selbst schon mal erlebt und mich über das ergatterte Schnäppchen gefreut.

    Wenn ich so Sonntags abends* in die einschlägigen Rubriken bei ebay schaue, werden Erinnerungen an die Jahre um 2000 wach. Ach, schön war die Zeit. Tolle Angebote mit traumhaften Auktionsendpreisen. Einen Atari Falcon für 150DM usw. ::cry::


    Damals wollten viele ihren "alten Kram" loswerden und kaum einer interessierte sich dafür.

    Was gab's da alles für tolle Angebote. Wenn es jemand interessiert schaue ich mal in mein Archiv. Habe ein paar bemerkenswerte Auktionen abgespeichert.


    Und heute? Da ist als Schnäppchenjäger nicht mehr allzu viel bei ebay zu holen. Man muß schon lange warten und suchen, bis man mal etwas Interessantes zum kleinen Preis findet. Selbst wenn der Traumartikel mal drin ist, werden diese Sachen gleich zum horrenden Fantasiefestpreis angeboten.


    So, genug gejammert ... danke für die Aufmerksamkeit :)


    *) das ist der beliebteste Auktionsstarttag und Uhrzeit, weil dann nach 7 Tagen Laufzeit am Sonntagabend die Jäger & Sammler vor der Kiste sitzen und gerne mitbieten. Der Endverkaufspreis ist am Sonntagabend meist höher als an anderen Tagen oder Uhrzeiten.

    Der angebotene C64 scheint von innen nicht lackiert zu sein, wie es beim Original der Fall ist. Außerdem hat der Schriftzug auf der Acrylplatte -auf den Fotos jedenfalls- keinen 3D-Effekt. Im Vergleich zu dem hier: http://www.old-computers.com/m…hotos.asp?t=1&c=1293&st=1

    Und die Schrift und der Rahmen des Textes des angebotenen C64 ist geringfügig fetter, was für eine Foto-Kopie einer originalen Acrylplatte spricht.


    Bin kein C64 Spezialist, habe aber Augen im Kopf ...

    Ein Verkäufer wie dieser "scifi-man" möchte natürlich verkaufen. Er spricht mit seinen Beschreibungen direkt die Sehnsüchte der Sammler und Raritätenjäger an. Ich gehe davon aus, daß ein erfahrener Sammler-Interessent sich mit diesen Dingen auskennt (so wie die Experten hier im Forum z.B.) und danach seine Entscheidung trifft. Auch kann bei Unkenntnis im Zweifelsfall in einem Fachforum nachgefragt werden.

    Egal was ein Anbieter in seinem Angebotstext alles reinschreibt und welchen Preis er aufruft, es bleibt doch dem Interessenten überlassen, ob er kaufen möchte oder nicht. Gerade bei diesen Preisvorstellungen sollte man es sich gründlich überlegen und im Zweifelsfall den Anbieter mit Fragen kontaktieren oder auch um einen Besichtigungstermin bitten. Wenn einem das zu viel ist, kann man auch die Finger davon lassen. Nach meiner Meinung sollte man mit Käufern, die sich nach dem Kauf beschweren, nicht unbedingt Mitleid haben. Erst denken ...

    Ist der angebotene Kenbak-1 für $35000 preislich interessant? Laut Wikipedia gibt es von den 50 gebauten Exemplaren noch 14 Stück.
    Ein frühes Modell wurde vom Auktionshaus Bonhams in 2015 für $31250 versteigert: https://www.bonhams.com/auctions/22964/lot/76/
    Ein anderes Exemplar wurde auch in 2015 von Breker für $45500 an ein europäisches Museum verkauft: https://www.antiquetrader.com/…omputer-tallies-up-45500/


    Ich denk mal drüber nach ...

    Die reingefallenen Bohrspäne geben wahrscheinlich so einer gelochten Festplatte schnell den letzten Rest. Der Headcrash kommt schon beim Hochfahren. Aber wirklich sicher ist das Anbohren nicht, falls die Platte danach nicht mehr in Betrieb war. Mit ein bisschen Aufwand könnte man vor dem Hochfahren das Innere reinigen und dann einen Start mit Datenrettung versuchen. Auf jeden Fall wird die Platte das nicht lange mitmachen ...


    Das ist ein Konzept, welches bei ebay in den USA schon seit Jahren bei einigen professionellen Verkäufern gut funktioniert. Und es funktioniert nun auch hier in D. "EDV-technik" macht ja schon einige gute Verkäufe, wie man anhand der Bewertungen sehen kann. Also sind auch ausreichend zahlungskräftige Interessenten vorhanden ... merkwürdigerweise ...

    Die Geschichte mit dem Flugzeug ist wohl eher nur ein Mythos.

    Hier in einer Folge von Computer Chronicles wird die wahre Geschichte von den damaligen Mitarbeitern erzählt. Gary war tatsächlich mit dem Flugzeug unterwegs, kam aber dann noch verspätet zu dem Meeting mit IBM. Warum das Geschäft mit IBM dennoch -aber nicht ganz so erfolgreich- zustande kam, wird auch wiedergegeben.

    How IBM ended up using MS-DOS rather than CP/M (1995) [Computer Chronicles]

    Die Tastaturen der Atari ST-Serie haben eigentlich zwei Druckpunkte. Der erste (leichtere) Druckpunkt entsteht beim Auftreffen des Kontaktpads auf der Platine. Dies ist der Auslöser der Taste. Der zweite (stärkere) Druckpunkt entsteht beim weiteren Zusammendrücken des Gummidoms nach dem ersten Druckpunkt (ca. 1mm tiefer drücken). Dieser zweifache Druckpunkt (erst leicht, dann schwer) erzeugt ein unangenehmes schwammiges Schreibgefühl, da man ja die Tasten nicht ja nicht immer bis zum Anschlag durchhaut, sondern beim Schreiben verschieden starke Finger-Kräfte auftreten.


    Atari hat damals -wahrscheinlich aus Kostengründen- diese Art von Tastaturkontakten eingesetzt, obwohl es bessere Möglichkeiten gab. Heute ist es (auch bei preisgünstigen Tastaturen) allgemein üblich, einen angenehmeren Druckpunkt einzubauen. Mit zunehmender Anschlagtiefe nimmt die aufzubringende Kraft zu, um dann 'schlagartig' nach ca. 1/3 des Weges nachzulassen und dann den restlichen 2/3 Weg mit vermindertem Kraftaufwand bis zum Anschlag zurücklegen zu können. So waren auch früher die elektrischen Schreibmaschinen ausgelegt. Der normale Anwender merkt eigentlich nichts davon, empfindet es aber als angenehmes tippen. Hier ein Vergleich verschiedener Anschlagsarten und Tastmodule:

    Cherry Mechanical Key Switch Comparison

    Common Key Switch Types


    Der von ThoralfAsmussen angefügte Artikel aus der ST Magazin brachte mich damals auf den Gedanken, auch an meinem Atari diese Modifikation durchzuführen. Beim Anschauen der Tastaturmechanik kam ich alternativ auf die Idee, als Versuch den zylinderfömigen Raum oben auf dem Dom mit einem festen Material aufzufüllen, um die Domkuppe härter zu machen. Diese Modifikation sollte aber leicht rückgängig zu machen sein, falls sie sich als nicht zufriedenstellend herausstellen sollte.


    Also habe ich auf der Suche nach geigneten Materialien einfache Sechskant-Muttern gefunden, die stramm reinpassen ohne daß man sie kleben muss. Ich war dann selbst erstaunt, daß diese Muttern den zweiten Druckpunkt gänzlich eleminieren. Es ist jetzt nur noch der erste Druckpunkt vorhanden und die Eindrücktiefe der Taste endet dort. Diese Modifikation ist wesentlich leichter umzusetzen, als die aus dem Zeitschriftenartikel. Welche Modifikation im Ergebnis die bessere ist, weiß ich nicht.


    Leider habe ich damals vor Jahrzehnten keine Aufzeichnungen oder Fotos davon gemacht. Die Modifikation ist immer noch in meinem ST eingebaut. Nach meiner Erinnerung passen M3, M2,5 oder M2 Muttern rein. Da ich nicht mehr genau die Größe weiß, müsste dies ausprobiert werden.

    DDGA - Default Directory Gran Allocation
    ------------------------------------------------------


    Der Parameter für die Verwaltungskapazität ist DDGA. Er bestimmt die Größe des Inhaltsverzeichnisses und damit Anzahl der (noch) möglichen Einträge (Dateien) im Inhaltsverzeichnis (wird z.B. bei DIR oder FREE angezeigt) und kann Werte zwischen 2 und 6 annehmen:
    2=64 FDES
    3=104 FDES
    4=144 FDES
    5=184 FDES
    6=224 FDES
    (FDES=Free Directory Entries)


    Von diesen theoretischen FDES-Werten müssen immer noch zwei schon auf den frisch formatierten Disketten versteckt vorhandene Dateien (BOOT/SYS und DIR/SYS) abgezogen werden, so daß dann nach dem Formatieren folgende Werte (mit DIR oder FREE) angezeigt weren:
    2=62 FDES
    3=102 FDES
    4=142 FDES
    5=182 FDES
    6=222 FDES


    Eine Diskette mit 720kB Kapazität kann z.B. 45 Dateien (z.B. Programme) mit jeweils 16kB aufnehmen. Dafür sind die 62 FDES ausreichend. Wenn diese 720kB-Diskette als Datendiskette genutzt wird und viele kleine Dateien mit jeweils 4kB enthält, werden für eine gefüllte Diskette 180 Einträge benötigt. Dafür wäre dann der DDGA-Parameter 5 oder 6 geeignet. Dies muss man aber schon bei der Formatierung wissen. Eine nachträgliche Änderung dieses Parameters geht nicht ohne Neuformatierung, da das Directory neu geschrieben werden muss.


    Auch belegt ein größeres Inhaltsverzeichnis mehr Platz auf der Diskette. Zu den zwei Standard-Verwaltungs-Sektoren im Inhaltsverzeichnis (GAT und HIT zusammen 512 Bytes) im Directory kommt dann noch jeweils die Anzahl der Directory Erweiterungs-Sektoren für die FXDE (File Extended Directory Entry):


    DDGA=2 = 62 FDES = 8 Sektoren = 2048 Bytes + 512 Bytes (für GAT/HIT) = 2560 Bytes = insg. 2,50kB
    DDGA=3 = 102 FDES = 13 Sektoren = 3328 Bytes + 512 Bytes (für GAT/HIT) = 3840 Bytes = insg. 3,75kB
    DDGA=4 = 142 FDES = 18 Sektoren = 4608 Bytes + 512 Bytes (für GAT/HIT) = 5120 Bytes = insg. 5,00kB
    DDGA=5 = 182 FDES = 23 Sektoren = 5888 Bytes + 512 Bytes (für GAT/HIT) = 6400 Bytes = insg. 6,25kB
    DDGA=6 = 222 FDES = 28 Sektoren = 7168 Bytes + 512 Bytes (für GAT/HIT) = 7680 Bytes = insg. 7,50kB


    Mit jeder Vergrößerung der FDES um 5 Sektoren ist ein Granule (1280 Bytes) weniger Diskettenkapazität verfügbar. Dieser Speicherplatzbedarf ist aber in Bezug auf die Gesamtkapazität von 720kB zu verschmerzen. So kann eigentlich immer der größte sinnvolle Wert genommen werden, um auf Nummer sicher zu gehen.

    DDSL - Default Directory Starting Lump
    ----------------------------------------------------


    Hier nochmals näheres zu den Lumps und dem damit zusammenhängenden Parameter DDSL. So fängt das Inhaltsverzeichnis (Directory) der Diskette nicht bei einer bestimmten Spur, sondern bei einem definierten Lump an. Dies regelt der Parameter DDSL. Ein z.B. häufig benutzter DDSL-Parameter ist 17. Mit GPL=2 vorausgesetzt, bilden 10 Sektoren ein Lump (2 Granules * 5 Sektoren = 10 Sektoren pro Lump). Das Inhaltsverzeichnis startet dann bei Sektor 170 (17 Lumps * 10 Sektoren). Wenn jede Spur 18 Sektoren hat (SPT=18), dann fängt das Inhaltsverzeichnis mitten in einer Spur, nämlich bei Spur 9, Sektor 8 an (siehe auch Formeln zur Berechnung unten).


    Formeln für die Berechnung von Inhaltsverzeichnis-Startspur/Startsektor:


    DDSL * GPL * 5Sek = Startsektor-Summe des Inhaltsverzeichnisses (SSdI)
    SSdI div SPT = Startspur des Inhaltsverzeichnisses (SspI)
    (SsdI mod SPT) * SPT = Startsektor des Inhaltsverzeichnisses innerhalb der Startspur des Inhaltsverzeichnisses (SsISsp)


    Berechnungsbeispiel mit den Werten von oben:
    DDSL=17
    GPL=2
    SPT=18


    DDSL * GPL * 5Sek = Startsektor-Summe des Inhaltsverzeichnisses (SSdI)
    17 * 2 * 5Sek = 170


    SsdI div SPT = Startspur des Inhaltsverzeichnisses (SspI)
    170 div 18 = 9


    (SsdI mod SPT) * SPT = Startsektor des Inhaltsverzeichnisses innerhalb der Startspur des Inhaltsverzeichnisses (SsISsp)
    (170 mod 18) * 18 = 8


    Ergebnis:
    SspI, SsISsp = Spur 9, Sektor 8


    Eine kleine Berechnungstabelle (Excel-xls), welche die o.g. Formeln enthält, kann bei mir per PM angefordert werden. Damit ist die Berechnung dann ganz einfach.


    Mit Hilfe der o.g. Formeln kann also der Startsektor und damit der Ort des Inhaltsverzeichnisses auf der Diskette durch den Benutzer selbst festgelegt und optimiert werden. Wofür sollte das nützlich sein?


    Das Inhaltsverzeichnis einer Diskette ist ein häufig benutzter Bereich auf der Diskette. Bei jedem Lese- und Schreibzugriff wird zuerst das Inhaltsverzeichnis über die Lage einer vorhandenen Datei abgefragt oder für eine neue Datei noch freier Platz gesucht.


    Das Inhaltsverzeichnis ist also die Verwaltungszentrale einer Diskette. Sie sollte deshalb auch zentral gelegen sein, damit der Schreib-/Lesekopf sie von jeder anderen Spur aus möglichst schnell erreichen kann. Die Entwicker von NEWDOS sind davon ausgegangen, daß eine Diskette oft nur zur Hälfte mit Dateien gefüllt ist. Der Schreib-/Lesekopf wird deshalb fast immer irgendwo in der ersten Hälfte (die ersten Spuren sind im Außenbereich) der Diskette verweilen und auf das nächste Kommando warten. Deshalb wurde als DDSL-Standardparameter oft 17 gewählt, da bei 40 Spuren und 18 Sektoren/Spur in Verbindung mit GPL=2 das Inhaltsverzeichnis in die Spur 9 fällt. Wenn man -wie die Entwickler- davon ausgeht, daß oft nur 20 Spuren mit Dateien belegt sind, liegt Spur 9 also ungefähr in der günstigen Mitte.

    GPL - Granules pro 'Lump'
    ----------------------------------


    Nun ist erstmal die Frage berechtigt, "was ist überhaupt ein Lump?" Lump heißt auf Deutsch soviel wie Klumpen oder Stück. Damit ist beim NEWDOS einfach eine Ansammlung (oder Klumpen) von Granules gemeint. Granules (Englisch für Körnchen) sind wiederum unterteilt in Sektoren.


    Schematisch kann das so aussehen (5 Sektoren pro Granule, 2 Granules pro Lump):


    <.................Lump.................>
    <.....Granule1.....><.....Granule2.....>
    <S1><S2><S3><S4><S5><S1><S2><S3><S4><S5>


    oder beispielsweise auch so (5 Sektoren pro Granule, 4 Granules pro Lump):


    <.....................................Lump.....................................>
    <.....Granule1.....><.....Granule2.....><.....Granule3.....><.....Granule4.....>
    <S1><S2><S3><S4><S5><S1><S2><S3><S4><S5><S1><S2><S3><S4><S5><S1><S2><S3><S4><S5>


    Gemäß NEWDOS/80-Manual (v.2.0) bilden immer 5 Sektoren (jeder 256 Bytes) ein Granule (=1280 Bytes), die für Nutzerdaten bereitstehen. Die Anzahl von 5 Sektoren kann im NEWDOS/80 v.2.0 nicht verändert werden, anders in der Version 2.5, wo dies -zumindest für Festplatten- möglich ist, aber das ist ein extra Thema wert.


    Ein Granule ist die kleinste durch Benutzerdaten belegbare Einheit auf der Diskette. Egal, wie wenig Nutzerdaten in einer Datei gespeichert sind, sie belegt immer mindestens ein Granule. Mit GPL kann man einstellen, wieviel Granules ein Lump bilden. Dieser Wert darf zwischen 2 und 8 liegen. Ein Lump ist ein spurübergreifender Datenblock. Der Benutzer hat auf die Lumps keinen direkten Zugriff. NEWDOS kann mit Hilfe von Lumps seine Datenverwaltung besser (d.h. mit weniger Aufwand) steuern, so die Idee der Entwickler. Ein Lump kann in einer Spur anfangen und in einer anderen Spur aufhören. Diskettenspuren spielen also bei der internen Disketten-Speicherverwaltung von NEWDOS nur eine untergeordnete Rolle. Zu den Lumps später noch mehr.


    Aber nun zurück zum GPL-Parameter, welcher auch einen Einfluss auf den Umfang der zu verwaltenden Daten im Inhaltsverzeichnis hat. Auf einer Diskette sind 192 Lumps (mit variabler Größe von GPL=2 bis GPL=8) technisch maximal möglich. Diese Limitierung ist im GAT (Gran Allocation Table) begründet, da dort genau 192 Bytes für die Lump-Verwaltung zur Verfügung stehen. Jedes dieser 192 Bytes kann ein Lump verwalten.


    Bei GPL=2 kann das Inhaltsverzeichnis 192 Lumps * 5 Sektoren/Granule * 2 Granule/Lump * 256 Bytes/Sektor = 491520 Bytes verwalten.
    Eine einseitige Double Density Diskette (80 Spuren * 18 Sektoren * 256 Bytes/Sektor) fasst 368640 Bytes (360kB). Dafür ist ein GPL=2 ausreichend.


    Dagegen hat eine doppelseitige Double Density Diskette (80 Spuren * 36 Sektoren * 256 Bytes/Sektor) = 737280 Bytes (720kB) an Kapazität.
    Ein Inhaltsverzeichnis mit dem Parameter GPL=2 kann mit dieser großen Datenmenge nicht mehr umgehen. Für eine solche Diskette muß mindestens GPL=4 eingestellt werden: 192 Lumps * 5 Sektoren/Granule * 4 Granule/Lump * 256 Bytes/Sektor = 983040 Bytes. Ein größerer GPL-Parameter würde hier auch funktionieren, bringt aber keine Vorteile.


    Hier ein Parameter-Beispiel mit GPL=4 für eine 80-Spuren Diskette (incl. einem optimierten DDSL-Wert, Directory-Start bei Spur 30):
    PDRIVE: TI=A,TD=G,TC=80,SPT=36,TSR=0,GPL=4,DDSL=54,DDGA=6

    Relativ einfach verständliche PDRIVE-Parameter, wie:
    - TI (Interfaceart),
    - TD (Floppy-Disk-Typ),
    - TC (Anzahl der Spuren),
    - SPT (Sektoren je Spur),
    - TSR (Kopfpositionierungszeit)
    stelle ich erst mal zurück, da sie im NEWDOS/80 Handbuch ausreichend gut erklärt sind.


    Die etwas komplexeren PDRIVE-Parameter sind:
    - GPL (Granules pro 'Lump'),
    - DDSL (Default Directory Starting Lump),
    - DDGA (Default Directory Gran Allocation).


    Mit GPL wird die Disketten-interne Datenverwaltung, mit DDSL die Lage des Inhaltsverzeichnisses auf der Diskette und mit DDGA die Größe des Inhaltsverzeichnisses optimiert.
    Also los geht´s mit einer Einführung in die komplexeren PDRIVE-Parameter.
    Hinweise, Kommentare und Verbesserungen sind gerne willkommen!

    Beispiele für PDRIVE:


    1.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=A,TD=A,TC=35,SPT=10,TSR=3,GPL=2,DDSL=17,DDGA=2


    Dies ist die Standardeingabe für Disketten beim Modell I, die eine Größe von 5" haben, 35 Spuren, einfache Schreibdichte und für den Austausch mit NEWDOS/80 Version 1 und anderen DOS-Versionen wie TRSDOS geeignet sind. Diese Angabe kann ebenfalls beim Modell III benutzt werden. Für Disketten mit TRSDOS 2.3B im Modell I ist TI=AM zu benutzen (siehe Änderung Zap #030).


    2.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=A,TD=E,TC=40,SPT=18,TSR=3,GPL=2,DDSL=17,DDGA=2


    Dies ist die Standardeingabe für Disketten, die ein Größe von 5" haben, 40 Spuren, doppelte Schreibdichte und einseitig, also im Modell III eingesetzt werden. Beim Modell I gibt man anstelle von TI=A den Wert TI=C an. Mit dieser PDRIVE-Angabe kann man die Diskette ebenfalls im Modell I mit Laufwerken doppelter Schreibdichte verarbeiten.


    3.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=AM,TD=E,TC=40,SPT=18,TSR=3,GPL=6,DDSL=17,DDGA=2


    Diese Eingabe kann beim Modell III gemacht werden (Modell I muss TI=CM oder TI=EM haben), um Disketten mit TRSDOS zu lesen oder zu schreiben. Die Diskette hat 40Spuren, doppelte Schreibdichte und ist 5" einseitig. Dies ist das einzige TRSDOS-Format, das auch mit NEWDOS/80 zu verarbeiten ist. Da diese Disketten vom Modell III im NEWDOS nicht formatiert werden können, ist die Angabe von DDSL und DDGA ohne Bedeutung. GPL=6 muss angegeben werden. Im NEWDOS/80 kann nur das COPY-Kommando mit TRSDOS-Disketten vom Modell III benutzt werden, außerdem SUPERZAP mit den Funktionen DD, DM, DTS, VDS, CDS, CDD usw., nicht aber Funktionen, die sich auf einen File (Datei) beziehen (z.B. DFS darf nicht benutzt werden).


    4.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=A,TD=C,TC=80,SPT=20,TSR=2,GPL=8,DDSL=20,DDGA=6


    Diese Eingabe behandelt eine 5"-Floppy mit 80 Spuren, einfacher Schreibdichte, zweiseitig, mit einer Wartezeit von 20ms, 8 Granules pro 'Lump' und grösstmöglichem Directory in der Mitte der Floppy. Beim Modell III ist diese Eingabe nicht erlaubt, da keine Floopies mit einfacher Schreibdichte in Laufwerk 0 sein dürfen.


    5.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=A,TD=G,TC=80,SPT=20,TSR=2,GPL=8,DDSL=35,DDGA=6


    Diese Eingabe behandelt eine 5"-Floppy mit 80 Spuren für Modell III (bei Modell I TI=C oder TI=E benutzen) mit doppelter Schreibdichte, zweiseitig, mit 20ms Wartezeit von Spur zu Spur, 8 Granules pro 'Lump' und größtmöglichem Directory in der Mitte der Floppy. Beim Modell I ist diese Eingabe nicht erlaubt, da keine Floppies mit doppelter Schreibdichte in Laufwerk 0 sein dürfen.


    6.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=CK,TD=E,TC=39,SPT=18,TSR=3,GPL=2,DDSL=17,DDGA=2


    Diese Eingabe behandelt eine 5"-Floppy mit 40 Spuren für das Model I (beim Modell III TI=AK benutzen) mit doppelter Schreibdichte und einseitig beschrieben. Bei dieser Floppy ist die Spur 0 mit einfacher Schreibdichte formatiert, folglich sind nur 39 Spuren für den normalen Gebrauch zugelassen. Mit dieser Angabe können Disketten verarbeitet werden, die mit dem PERCOM-Doubler unter NEWDOS/80 Version 1 und TRSDOS erzeugt wurden. Ebenfalls kann diese Angabe benutzt werden, wenn eine Diskette mit doppelter Schreibdichte im Modell I auf dem Laufwerk 0 benutzt wird. Bei Benutzung des LNW-Interface beim Modell I benutzt man die Angabe TI=EK.


    7.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=CK,TD=G,TC=79,SPT=36,TSR=3,GPL=8,DDSL=35,DDGA=6


    Diese Eingaben können beim Modell I gemacht werden (beim Modell III TI=AK benutzen) für eine 5"-Diskette mit 80 Spuren, doppelter Schreibdichte und zweiseitig, deren erste Spur mit einfacher Dichte beschrieben ist. Mit einem LNW-Interface setzt man beim Modell I TI=EK ein. Achtung: zweiseitige Disketten mit doppelter Schreibdichte, die unter der geänderten Version 1 von NEWDOS/80 beschrieben wurden, können nicht in der Version 2 laufen.


    8.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=AL,TD=A,TC=35,SPT=10,TSR=3,GPL=2,DDSL=17,DDGA=2


    Diese Eingaben können bei 5"-Floppies gemacht werden mit 35Spuren, einseitig mit einfacher Schreibdichte um sie mit einem Laufwerk mit 80 Spuren lesen zu können. Das Laufwerk mit 80 Spuren hat nur die halbe Schrittweite von Spur zu Spur. Mit der Angabe TI=AL bewirkt man, daß von Spur zu Spur zwei Schritte zur Kopfpositionierung gemacht werden.


    9.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=BH,TD=B,TC=77,SPT=17,TSR=3,GPL=3,DDSL=17,DDGA=6


    Mit dieser Eingabe für das Modell I kann man 8"-Floppies mit 77 Spuren, einseitig und mit einfacher Schreibdichte verarbeiten. Dabei ist zu beachten, daß in der NEWDOS/80 Version 1 bei solchen Disketten SPT=15 und GPL=3 vorgegeben war, so daß diese Disketten in der Version 2 nur mit diesen Parametern zu verarbeiten sind. Es sollte von derartigen Disketten ein COPY auf andere Disketten mit DDGA=17 erfolgen, da darauf 12% mehr Speicherplatz ist. Mit dem Flag TI=BH wird bewirkt, daß eine Verzögerungszeit bei der Kopfpositionierung eingehalten wird. Dies muss bei den meisten 8”-Floppies beachtet werden.


    10.)


    PDRIVE,dn1,dn2,TI=BH,TD=D,TC=77,SPT=34,TSR=3,GPL=8,DDSL=17,DDGA=6


    Mit dieser Eingabe für das Modell I kann man 8"-Floppies mit 77Spuren, zweiseitig und mit einfacher Schreibdichte verarbeiten, eine Verzögerungszeit von 25ms bei der Kopfpositionierung wird eingehalten.


    11.)


    PDRIVE,dn1,dn2=dn3


    Mit dieser Eingabe werden die Parameter von Drive 2 für Drive 3 übernommen.


    12.)


    PDRIVE,dn1,dn2=dn3,TC=40,TSR=2


    Mit dieser Eingabe werden die Parameter von Drive 2 für Drive 3 übernommen. Zusätzlich werden die Parameter 'TC und 'TSR' für Drive 3 verändert.


    13.)


    PDRIVE,0,A


    Mit dieser Eingabe werden die Parameter für 'AL' (siehe "SYSTEM" auf Seite 46) Floppies in den Speicher übernommen.


    14.)


    PDRIVE,0,dn2=dn3,A


    Mit dieser Eingabe werden die Parameter für das Laufwerk 'dn2' von den Parametern von 'dn3' überschrieben und ebenso wie beim letzten Beispiel in den Speicher übernommen und somit sofort aktiviert.


    *1
    Eine Parameterüberprüfung findet teilweise dennoch statt. Bei fehlerhaft erkannten Werten wird nach dem betreffenden Parameterblock dann '*** ERROR ***' angezeigt.


    Hiermit ist das Ende des offiziellen NEWDOS-Manuals zum Thema PDRIVE erreicht.