Posts by Gnatz

    Ich würde die Dateien gern zur Verfügung stellen, aber bitte nur für Reparaturzwecke zum Erhalt der alten Rechner und nicht zum Verkauf. Dazu benötige ich aber eine Mail-Adresse, an die ich die Unterlagen schicken kann. Von Schutzrechten stand in den Unterlagen zwar nichts und den möglichen Rechteinhaber gibt es ja auch schon lange nicht mehr. Aber dennoch sollte man mit solchen Dokumenten sorgsam umgehen und sie nicht beliebig streuen.

    Ich habe von der RAE4/15 zwei umfangreiche ZIP-Dateien mit Unterlagen. Eine 4 MB große Funktionsbeschreibung der einzelnen Schaltungsgruppen und eine 1,5 MB große mit Anhängen dazu (eine Art Blockschaltbild der einzelnen Baugruppen). Da die Firma Olympia Werke schon lange nicht mehr existiert kann ich leider nicht herausfinden, ob die Schaltungen noch irgendeinen Kopierschutz haben oder ob man diese frei veröffentlichen kann, da der Rechteinhaber (falls dieser überhaupt je einen Rechtsanspruch erhoben hat) nicht mehr existiert und diese alten Technologien beim Verkauf der Namensrechte nach meinen Informationen ebenso wie die damals aktuellen Produktentwicklungen nicht mit verkauft wurden. So bin ich derzeit unschlüssig, ob und wie ich die Unterlagen Interessierten in diesem Forum zukommen lassen kann / darf.


    Wenn sich da jemand auskennt, wäre ich für Hinweise dankbar. Die Unterlagen wären sicherlich hilfreich, wenn jemand solch ein altes "Schätzchen" wieder zum Laufen bringen will.

    Zu der Bemerkung: "Wer hat den jetzt hier mit dem Parallel angefangen? Nix Parallel!" hat die bei #1 verwendete Formulierung "Die durch die Sat-Schüssel zu befürchtene Beschattung wird wenn notwendig durch parallelschalten oder PV-Optimierer an den beiden Modulen ausgeglichen. 8 x 30V = 240V bzw. 7x 30V = 210V." geführt. Die Wortwahl war halt irreführend, ebenso die Skizze, bei der die Module gegenüber der Dachfläcjhe schräg aufgestellt erschienen. Mit den Erklärungen ist der Sachverhalt inzwischen klar. Auch der Hinweis von 1ST1, dass ein Schatten, der die Module "streift", sich nur wenig bemerkbar macht, ist wichtig. Bei größeren verschatteten Flächen sieht das - wie ein Kollege leidvoll - erfahren musste, anders aus. Dann liefert bei ihm der ganze Modul keine Ausbeute mehr. Aber da bestehen offensichtlich auch teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Modulen, wie die intern aufgebaut sind.

    Die Rechnung :

    8 x 30V = 240V bzw. 7x 30V = 210V.

    passt nicht zu einer Parallelschaltung, sondern deutet auf eine Reihenschaltung hin. Reihenschaltungen sind gegen Verschattungen einzelner Module empfindlicher.


    Eine Neigung von 35 bis 45° ist in hiesigen Breiten optimal. Dabei ist es aber sinnvoll, die Module flach auf dem Dach anzubringen. Nach dem Bild sieht es so aus, als wären die Module nochmals gegen das Dach geneigt. Im Winter kann dann die vordere Modulreihe die dahinter liegende verschatten. Das muss genau untersucht und notfalls der Abstand zwischen den Reihen vergrößert werden.


    Für die Satellitenantenne würde ich einen anderen Standort suchen.

    Die Schreibwalze kam beim Schreiben aber aus dem Gehäuse heraus. Da musste auf dem Schreibtisch entsprechender Freiraum vorhanden sein. Ein Kaffeebecher neben der Maschine konnte beim Schreiben leicht umgestoßen werden. Ich habe noch eine elektromechanische Olivetti TEKNE3 mit Typenhebeln, bei der die Schreibwalze beim Schreiben nach beiden Seiten aus dem Gehäuse herauskommt. Dagegen waren die Kugelkopfschreibmaschinen ein echter Fortschritt. Die Steppermotoren waren mit der Walze bzw. dem Schlittenantrieb über Zahnriemen und Zahnradumlenkungen verbunden und konnten so im Gehäuse montiert werden, dass dadurch die Außenabmaße nicht größer wurden. Das Gewicht der Maschinen war zwar noch erheblich, aber kein Vergleich zu der TEKNE3.

    Die Olympia Maschinen waren in der damals üblichen Schreibmaschinengröße und passten auf den Schreibtisch. Das Bandlaufwerk für den Textautomaten war an einer Seite angedockt, aber nur etwa 10 cm dick. Bei üblichen mechanischen Schreibmaschinen bewegte sich ja die Walze mit dem Papier seitlich aus der Maschine und der Korb mit den Typen stand still. Bei den Kugelkopf- und Typenradmaschinen bewegte sich der Kugelkopf bzw. das Typenrad auf einem Schlitten innerhalb des Gehäuses, wie es auch später die Nadeldrucker machten. Damit waren die Maschinen viel kompakter als die davor üblichen Typenhebelmaschinen und die Sektretärinen hatten plötzlich mehr Platz auf dem Schreibtisch.

    @ Otto: Du hattest in #50 nach der Strukturgröße gefragt. Die Spezifkation für die Bausteine war gleich, so dass Bausteine der verschiedenen Hersteller gemischt werden konnten. Aber die Chipflächen und auch die Strukturen waren unterschiedlich, was sich auch in der realen Geschwindigkeit zeigte. Die kleinsten Chips kamen von Telefunken. Der Systemtakt war mit maximal 800 kHz spezifiziert. Die Bausteine Telefunken arbeiteten klaglos noch mit 1,2 MHz. Die Chipfläche bei SGS lag im Mittelfeld und die Prozessoren hielten die Spezifikationen sicher im vollen Temperatur- und Spannungstoleranzfeld ein. GI hatte die größten Chipflächen und bei der Einhaltung der oberen Taktfrequenz teilweise Probleme. Obwohl auch der LP8000 bis 800 kHz Taktfrequenz spezifiziert ist, findet sich im GI Data Catalog 1977 auf Seite 10B-4 die folgende Angabe:


    1ST1: Ich habe Olympia Ende September 1976 verlassen. Da war die Entwicklung der Typenradmaschine abgeschlossen und sie hätte in Produktion gehen können. Damals waren aber Kugelkopfschreibmaschinen bevorzugt, weil sie mehr Durchschläge ermöglichten. Damals arbeitete man noch mit Kohlepapier. Während eine Kugelkopfmaschine bis zu 10 Blätter (Original und 9 Durchschläge) schaffte, Wurde bei einer Typenradmaschine schon der dritte Durchschlag unscharf.

    Ich selbst kenne 2 Tischrechner, in denen der CP3-F eingesetzt wurde. In einem anzeigenden Rechner reichten eine "RSE" (RechenSpeicherEinheit: CPU mit 48 Byte RAM, 4 bidirektionale IO-Pins und 4 Input Pins) und eine "PSE" (ProgrammSpeicherEinheit: 1024 Byte Masken-ROM und 2 IO-Ports mit je 8 Pins) aus. Ein druckender Tischrechner war mit RSE, einer PSE und einer "PDE" (ProgrammDatenEinheit mit 768 Byte Masken-ROM, 18 Byte RAM und 2 IO-Ports mit je 8 Pins) ausgestattet. Der Programmspeicher in dem druckenden Tischrechner war so groß, dass im Programm sogar eine Wurzelfunktion implementiert war. Die Rechner waren für (kaufmännische) Büroanwendungen optimiert, für die die 4 Grundrechenarten und eine Prozentfunktion ausreichten. "Spielereien" wie eine Wurzelfunktion wurden von den meisten Kunden als verwirrend abgelehnt. Bei dem druckenden Tischrechner reichte das RAM der RSE für alle Rechen- und Verarbeitungsfunktionen aus. Das RAM in der PDE wurde als Memory für 2 Speicher verwendet. Da jedes Byte 2 Zifferstellen aufnehmen konnte, konnten in den18 Byte theoretisch 2 Zahlen mit je 18 Stellen abgelegt werden. Da der Rechner nur 14 Stellen hatte, war auch da noch Platz übrig.


    15 der IO-Pins der PDE wurden für allein die Ansteuerung der Druckwerksziffern benötigt (14 Stellen und 1 Dezimalkomma). Die Scheiben wurde von einer Welle gedreht und sobald eine Ziffer an der richtigen Position stand, wurde sie mit einem Magneten festgehalten. Für den Start des Motors, eine Taktscheibe zur Ermittlung der Wellendrehung und die Ansteuerung des Abschlages wurden noch 4 weitere Ports (von der PSE) benötigt. Die restlichen PSE-Ports dienten als Scan-Leitungen der Tastatur (einfache Schalter in Matrixanordnung) und zur Ansteuerung der Lampen für Überlauf und Speicherbelegung. Die Portleitungen der RSE waren mit den Returnleitungen von der Tastatur verbunden. (Die Schiebeschalter waren Teil der Tastatur.)


    Ich habe bei der Programmierung einer Kugelkopfschreibmaschine, eines Textautomaten mit Kugelkopfschreibwerk und einer Typenradmaschine mitgearbeitet. Mein Anteil war die Programmierung der Schrittmotoransteuerung für die Bewegung des Kugelkopf- bzw. Typenradschlittens und des Papiervorschubs. Alles in Echtzeit über Zählschleifen und ohne Timer oder Interrupt. Heute unvorstellbar, es hat aber geklappt, sogar mit Beschleunigung und Abbremsen, um eine schnelle Positionierung zu erreichen. Da die Schreibmaschinen mehr RAM für die Zeichen benötigten, wurden noch "DSE"-Bausteine (DatenSpeicherEinheit mit 128 Byte RAM und einem 8 Bit IO-Port) benötigt. Als nichtflüchtiger Speicher beim Textautomaten diente ein breites vielspuriges Magnetbandlaufwerk.


    Die Schreibmaschinen wurden erst einmal nicht produziert, da das Stammwerk in Wilhelmhaven, wo die Schreibmaschinen gebaut wurden, auf die Fertigung feinmechanischer Schreibmaschinen ausgerichtet war. Der Wandel zu Schreibmaschinen mit viel weniger Mechanik und dafür Bedarf an Elektronik überforderte das Werk. Später wurden dann die fertigen Entwicklungen "aus der Schublade" geholt und auf inzwischen modernere Prozessoren umgestellt. Damit war Olympia dann recht erfolgreich.

    Mein Pocket Guide ist die Ausgabe Sept. 1976. Darin sind noch die Datenblätter vom 74141 BCD-Decoder mit Nixie-Treiber und von dem noch selteneren Baustein 74142 der zusätzlich ein Latch enthält. Wenn mir mal Baugruppen mit solch "historischen" Bauteilen über den Weg liefen, hat mir das Buch gute Dienste geleistet, die Schaltungen zu verstehen.

    Hallo zusammen,


    da hat sich ja eine ganze Menge getan, seit ich aus familiären Gründen (danke Otto) pausieren musste. Aber jetzt kann ich häufiger mal mitmischen. Die CP3-F Bausteine sahen so aus, wie von Otto im Beitrag #35 gezeigt. In Serie wurden meist Bausteine von SGS eingesetzt, seltener solche die von Telefunken in Heilbronn produziert wurden. GI hatte damals etwas geringere Qualität und wurde nicht genommen. Entwicklt wurden die Bausteine (wie übrigens auch der CP1-F) bei Olympia in Braunschweig, gefertigt wurde der CP3-F von Telefunken, SGS und GI. Der CP1-F war übrigens mehr ein Rechnerbaustein als ein echter Mikroprozessor, weshalb er recht bald abgelöst wurde. Ich selbst habe ihn nicht kennen gelernt. Es kann sein, dass die in #33 gezeigt Baugruppe den CP1-F zeigt, CP3-F ist es sicherlich nicht.


    Wie Otto schon früher schrieb, heißt CP Calculator Printer, dann kommt eine laufende Ziffer und das -F ist meinen Informationen dem Namen des damaligen Entwicklungsleiter in Braunschweig "Fritze" Firnig zu verdanken, der bei seinen Mitarbeitern (wie mir) in hohem Ansehen stand.


    Spezielle Fragen können mir auch per Chat gestellt werden. Jetzt muss ich erst einmal die vielen inzwischen eingetroffenen Kommentare in Ruhe lesen und dann versuchen, noch offene Fragen zu beantworten.


    Der 3870 von Mostek ist übrigens ein von der F8-Familie abgeleiteter Baustein. Ein paar 3870 mit Programmen, die ich bei Blaupunkt geschrieben haben, sind in Menge gegangen.

    Eingangssignale (auch der Reseteingang) werden üblicherweise mit der aktiven Taktflanke übernommen und in FlipFlops gespeichert. Da sich die Signale asynchron zum Takt ändern, kann es passieren, dass die setup- oder hold-Bedingung des ersten FlipFlops verletzt wird. Dann kann ein "metastabiler" Zustand auftreten, d.h. es ist unklar, welcher Zustand intern besteht. Läuft der Takt, ist dieser metastabile Zustand nur von kurzer Dauer, Danach wird die Resetbedingung erkannt und der Baustein korrekt zurückgesetzt. (Siehe auch; https://de.wikipedia.org/wiki/…%A4t_(digitale_Schaltung) ).

    X und Y Kondensatoren sollten neben der Anschlussspannung zusätzlich noch ein VDE Prüfzeichen oder das Prüfzeichen einer ähnlichen Institution tragen. Neben der Spannungsfestigkeit müssen da noch Maßnahmen für einen sicheren Betrieb im Störfall getroffen sein. D.h. der Kondensator darf auf keinen Fall niederohmig werden u.ä..

    Die 74HC04 als Oszillator zu verwenden klappt normalerweise gut. Problematisch wird es, wenn die L-Versionen (LowPower) genommen werden, da diese deutlich langsamer sind. 10 MHz ist für die viel zu schnell. Wenn man dagegen mit einem 32 kHz Uhrenquarz arbeiten will und das Ganze von einer kleinen Batterie speisen will, ist der 74HC04L eine gute Wahl.

    Hallo mwo Golem,

    in jungen Jahren habe ich mit dem CP3-F gearbeitet - und später auch mit seinem "Nachfolger" F8. Die Erfinder des CP3-F Jürgen Sorgenfrei und Gerald Weber habe ich persönlich kennen gelernt. In dem Forum Microcontroller.net schreibe ich von Zeit zu Zeit Kommentare unter dem Namen "Günni". Diesen hätte ich hier gern auch gewählt, aber offensichtlich störte der Umlaut . So bin ich auf diesen Namen gekommen.


    Mit Otto K. habe ich schon etwas länger Kontakt und ich habe ihm auch schon ein paar Informationen zur CP3-F geschickt. Da es davon zwar noch einige CPUs gibt, der Interfacebaustein mit dem es möglich ist, Standard PROMs und RAMs an den Prozessor anzuschließen, inzwischen kaum noch zu erhalten ist, arbeite ich gerade an einer Beschreibung darüber, wie man sich dem Baustein annähern kann, um eventuell die Logik des Memory-Interfaces in programmierbarer Logik nachzubauen und so die alten Bausteine mit neuem Leben zu erfüllen. Derzeit bin ich zeitlich zwar eingeschränkt, aber ich hoffe, dass ich bald mehr Zeit für die Beschäftigung mit dem CP3-F haben werde.

    Ich habe mich heute im Forum angemeldet, deshalb kommt mein Kommentar erst jetzt. Kennengelernt habe ich das Forum über Otto K., der hier auch Mitglied ist. Doch nun zu mir. Nach meinem Studium habe ich 1974 bei den Olympia Werken in Braunschweig angefangen und an der Entwicklung von Geräten mit dem CP3-F Mikrocomputer mitgearbeitet und auch bei der Entwicklung eines neuen RAM-Speicherbausteins mitgewirkt (der aber dann nicht mehr in Serie gefertigt wurde). Danach habe ich in der Fernsehentwicklung bei Blaupunkt Hard- und Software mit den Prozessoren F8 und später auch 6502. 6809 und 8051 entwickelt.


    In meinem Keller befindet sich in einer verstaubten Ecke auch eine RAE 4/15 , für die ich auch noch eine "Funmktionsbescheibung II" mit Schaltbildern habe. Inzwischen werden da sicher die Elkos ausgetrocknet sein und bis zur Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit müssten wohl etliche Fehlersuch- und Reparaturschritte nötig sein. Ich weiß nicht, wie hier im Forum der Kontakt zwischen einzelnen Mitgliedern hergestellt werden kann, aber bei Bedarf kann ich mit einigen Informationen hoffentlich hilfreich sein.


    Bei Blaupunkt haben wir für Bildschirmtextanwendungen auch mit dem Apple II gearbeitet und hatten von Apple sogar die Erlaubnis, diesen nachzubauen, damit er in unsere Monitore passte. Auch da habe ich noch einige Baugruppen - nicht im Keller, sondern auf dem Dachboden unseres Hauses. Wegwerfen mag ich solche alten Schätzchen nämlich nicht, aber der Platz, diese richtig zur Geltung zu bringen, fehlt auch.