Kondensatoren testen ohne diese auszubauen - ESR-Messgerät - Erfahrung

  • Ich bin da beim google wegen meines verstorbenen 20" Dell Monitor auf den Begriff ESR-Meter gestoßen. Ein gerät um Elektrolyt-Kondensatoren eingebaut zu testen. Bis jetzt habe ich nur mit einem Kapazität Messgerät gearbeitet, hierfür muss ich die Kondensatoren aber ausbauen.


    ich wollte jetzt mal hören ob einige von euch damit schon mal gearbeitet haben oder so ein ding haben? Auf ebay sehe ich 2 verschiedene aus Deutschland für 40-55 Euro und diverse aus China für um die 20 euro.


    https://www.ebay.de/sch/i.html?_odkw=ESR-Messger%C3%A4t&_osacat=0&_from=R40&_trksid=m570.l1313&_nkw=ESR+Messger%C3%A4t&_sacat=0
    https://www.ebay.de/sch/i.html?_odkw=ESR+Messger%C3%A4t&_osacat=0&_from=R40&_trksid=m570.l1313&_nkw=ESR+meter&_sacat=0


    Diese sähe ganz interessant aus: http://www.ebay.de/itm/MESR-10…47819d:g:BG8AAOSwxeBZqNTR

  • Hallo Roman,


    mit den von Dir genannten Geräten habe ich zwar keine Erfahrung, aber ich hatte mal ein Oszilloskop mit einem sogenannten Komponenten-Tester. In dieser Betriebsart hat das Scope eine kleine Wechselspannung ausgegeben und dann das Bild angezeigt. Bei einem rein ohmschen Widerstand war das dann eine schräge Linie, Spule oder Kondensator brachten verbogene Kreise, Dioden einen fast rechtwinkeligen Knick. Damit sollte man auch eingelötete Bauteile testen können. Das Ergebnis hing sehr von der Umgebung des gemessenen Bauteils ab. Wenn beispielsweise parallel zu einem Elko eine Diode oder Transistor liegt, und einer von beiden hat einen Kurzschluss, kann ich mir nicht vorstellen, wie das eine Schaltung herausfinden soll. Einen Pin musst Du also mindestens ablöten. Gleiches gilt für eine Spule parallel zum Elko - der niedrige Gleichstromwiderstand der Spulenwicklung macht die Messung, ob der Elko einen Schluss hat, unmöglich. Zusammenfassend kann ich sagen, das Bild am Komponententester gab je nach Defekt einen Hinweis, ohne Auslöten war das Ergebnis aber eher interpretationsbedürftig.
    Da Du Dir ja ein neues Oszilloskop zulegen willst, kannst Du ja mal nach einem Modell mit diesem Komponententester suchen. Damals war das ein Hameg, soweit ich mich erinnern kann. Ein extra Gerät würde ich mir dafür nicht anschaffen, die Messergebnisse waren zu selten eindeutig.


    Gruß, Jochen

  • Du wirst um's Auslöten trotzdem nicht herum kommen... Du weisst ja nicht, was noch so alles parallel zum Messobjekt liegt. Glücklicher Weise haben Elkos nur zwei Anschlüsse... ;-)


    Das Teil hier reicht mir völlig für eine Funktionskontrolle ausgelöteter Elkos: http://www.wolfgangrobel.de/arcadetech/tester.htm

  • Das Ding habe ich auch gesehen für unter 20 Euro. Das kann auf jeden Fall mehr als mein Multi-Messgerät und Kapazitätsmesser.


    Oszi hab ich mir gerade bestellt. mal sehen was das Ding kann.

  • Glücklicher Weise haben Elkos nur zwei Anschlüsse.


    oder drei (entweder +-+ oder wie bei IBM XT -+-).


    Gruss, Nibble

  • Moin,
    das von mikemcbike gezeigte Gerät scheint tatsächlich ganz interessant zu sein.
    Hab ich mir vor einiger Zeit auch bestellt, aber noch nicht zusammengebaut, kann also noch keine Erfahrungen berichten.
    Aber ich hatte mich vorab informiert - und zwar hier :
    Entwicklungs-Thread auf microcontroller.net
    Das Ding wurde / wird also im microcontroller.net-Forum entwickelt !
    Die Chinesen haben das dann offenbar entdeckt, für gut befunden, bauen es und bieten es an. Allerdings ohne jeden Hinweis auf die Quelle...
    Hier mehr dazu :
    Wiki auf microcontroller.net


    So wirklich 'chinesisch' ist das Gerätchen also wohl eher nicht....


    Was man sonst noch so hört, ist das Ding tatsächlich gar nicht schlecht - nur die beigefügten Dreh-Encoder sind wohl häufig nicht wert, überhaupt eingelötet zu werden, da soll man angeblich gleich was Besseres einlöten, um sich sonst schnell auftretenden Ärger zu ersparen.
    Aber, wie gesagt, habe noch keine eigenen praktischen Erfahrungen.


    Mein US-amerikanisches Beckman Handheld Kondensator-Messgerät aus der frühen 1980ern erlaubt eine Veränderung der Messfrequenz während der Messung, das zeigt dadurch auch sehr schön schlecht gewordene Elkos mit zu hohem ESR an, denn dann verändert sich die scheinbar gemessene Kapazität deutlich mit der Frequenz. Ebenso werden durch Veränderung der Messfrequenz übermäßig verlustbehaftete (meist alte Papier-) Cs erkennbar, es verändert sich dadurch das Verhältnis zwischen kapazitiver und ohmscher Komponente des Stromes.


    Grüße aus HH !

  • Eine Variante ohne Dreh-Encoder gibt es auch (neben gefühlten 1000 anderen Varianten), unterscheidet sich wohl im Wesentlichen nur durch die Bedienbarkeit.
    Auf YT gibt's einen Test jener Version vom EEVblog


    Berichtet wird weiterhin von diesen Geräten, dass sie durch Fremdspannungen sehr schnell zerstört werden können, etwa wenn ein gemessener Elko nicht wirklich vollständig entladen ist.


    Essenz : Transistoren und FETs gut, eine Z-Diode wurde falsch als 2 Dioden erkannt und die angegebene Z-Spannung stimmt nicht (aber die ist ja bekanntermaßen bei sehr kleinen Messströmen ohnehin nicht korrekt feststellbar), Elkos und normale Cs wurden mit Fehlern im Bereich 10...20% korrekt erkannt, Widerstände gut, Induktivitäten wurden nicht ausführlich getestet, aber kleinere Werte (µH-Bereich) wurden nur als niederohmige Widerstände erkannt. Ein 7805 wurde nur als 'Unknown' erkannt.


    Resümee : "Betrachten Sie dieses Gerät nicht als echtes Messgerät, schon gar nicht nicht als Ersatz für ein echtes L-C-R-Messgerät, aber für den kleinen Preis ist es ein großartiges Bauelemente - Identifikationsgerät und Anschlussfolge-Identifikationsgerät."


    Aber möglicherweise funktionieren andere Exemplare mit einem vielleicht höheren Firmware-Stand und weiter entwickelter Hardware (die Dreh-Encoder-Versionen scheinen mir moderner zu sein) mittlerweile besser.
    Wer was weiß, möge berichten !