Vinyl Dye

  • Durch den Beitrag hier bin ich auf Vinyl Dye aufmerksam geworden, ein wenig im Web recherchiert und habe mir dann davon ein paar Dosen bestellt.


    Das Problem beim Lackieren von Plastik ist trotz sorgfältigster Vorbereitung, entfetten, grundieren etc., dass die einfachen Sprühlacke meist nicht flexibel genug gegenüber mechanischen Belastungen (z.b. Torsion) sind und selbst bei kleinsten Rempeleien sofort Kratzer entstehen.


    Als erstes hatte ich schwarzmattes Dye auf zwei Floppy-Blenden angewendet, die als Ersatz in einem System herhalten mussten, wo im Original auch schwarze Laufwerke verbaut waren. Sorgfältig gereinigt, mit Waschbenzin entfettet udn dan in zwei Gängen lackiert.
    Das Ergebnis ist perfekt und trotz zahlreicher Versuche mit dem Fingernagel was abzuknibeln blieb die Farbe drauf.


    Das Selbe habe ich an einem Teil eines Computers versucht, welcher zunächst aus Tiefdunkelquittengelb gebleicht wurde und wie befürchtet das Ergebnis dann eher marmoriert war. Da dieser Portable aber kein echtes Museumsstück ist, habe ich mich entschieden hier die graue Farbe anzuwenden, denn alles ist schöner das das was hier gerade im Regal steht.
    Testversuch an einem Verschlussdeckel. Auch wieder zwei Aufträge - Einwandfrei. Die Struktur bleibt erhalten, die Färbung ist nach 24h Durchtrocknung regelmäßig und Torsionsversuche haben die Farbe auch nicht zum Abplatzen gebracht.


    Leider gibt es zu wenig Farbnuancen aber wenigstens einige Teile kann man damit gut behandeln.

  • Das Ergebnis kann sich echt sehen lassen !


    Ich wollte erst mit herkömmlichen Acryllacken arbeiten, werde mir das hier aber mal genauer ansehen.


    Wo hattest Du bestellt ?
    Der huer hat viele Farbnuancen im Angebot : http://www.vinyldye.co.uk/All-Vinyl-Dye-Color-Sprays

  • Nein, das ist nur zum Entfetten, warum die das "Grundierung" nennen ist mir schleierhaft aber ich weis aus gut unterrichteten Kreisen das auch Wasserfarbehersteller das dazugehörige Wasser am liebsten "Spezial" in Flaschen und teuer verkaufen möchten ... ^^


    Das zu behandelnde Teil muss gut gesäubert und anschließend mit Waschbenzin oder Silikonentferner aus dem Baumarkt gut entfettet werden, damit das Material die Farbe annimmt. Es empfiehlt sich mit Handschuhen zu arbeiten, schont die Haut und vermeidet erneutes Fingerfett auf dem Material.

  • Das dürfte recht individuell sein. Hab ein komplettes kleines PC-Gehäuse (inkl. Front-Blende) damit mit 2 x 2 Schichten behandelt und dabei ca. ein Drittel einer Dose verbraucht. Damit dürfte es locker für drei kleine oder zwei große PC-Gehäuse reichen. Vermutlich sogar mehr, da man eigentlich mit weniger Schichten auskommt, wenn das Ausgangsmaterial in gutem Zustand ist.

  • Gibt es Vinyl Dye auch als Klarlack? Ich suche nach einem wirklich stoß- und kratzfesten Klarlack, mit dem ich bei einer selbstgebauten Tastatur die aufgerubbelten Lettraset-Zeichen 'haltbar' machen kann.
    Ich habe schon diverse Klarlacke aus dem Baumarkt durchprobiert, aber die bleiben alle elastisch. Vor fast 20 Jahren gab es mal von Kontakt Chemie ein Klarlackspray, das dieser Anforderung genügte. Brauchte es damals für die Tastatur meines Elektor Junior Computers.


    Viele Grüße Norbert

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    Micro-KIM,Zeta,Compuboard,MPF-1,Junior

  • Nein, sonst würde es ja nicht "Dye" heißen. ;)


    Aber da kann ich dir was anderes empfehlen: so genanntes "Color Protection Spray", das verwendet wird, um selbstbedruckte CDs/DVDs zu versiegeln. Geht auch wunderbar für Tastaturen, hab ich selbst erst kürzlich dafür verwendet. Ist nix weiter als Klarlack, der fest aushärtet, wenn man eine dicke Schicht aufträgt. Eine dünne Schicht hingegen bleibt flexibel, was das Zeugs ziemlich vielseitig macht.

  • Deine Begründung hat was, sehe ich ein :whistling: . Danke für Deinen Tipp!

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    Micro-KIM,Zeta,Compuboard,MPF-1,Junior

  • Ja, danke euch beiden :)


    Habe mir jetzt mal ein paar Dye-Lacke und das Color Protection Spray bestellt.
    Wenn ich mal Zeit habe, werde ich das testen.

  • Hab mich auch mal wieder mit zwei neuen Dosen Vinyl Dye eingedeckt (matt schwarz und dunkelblau). Scheint so, als hätten sich irgendwelche Bestimmungen geändert, das Vinyl Dye von VHT ist in Deutschland offenbar nicht mehr frei verkäuflich (bei Amazon komplett gelöscht, bei eBay nur noch aus UK und spezial-lacke.de verkauft es nicht mehr an Privatkunden). Zum Glück noch einen US-Importeur gefunden, der es anbietet. Mal sehen, ob mein Vorhaben gelingt und ich mir ein schwarzes PowerBook 520 mit dunkelblauen Akzenten sprühen kann. :D

  • Na ja, wenn man die Gefahrenhinweise auf der Dose liest, ist es anzunehmen, das sowas in Deutschland gar nicht in den freien Handel darf. Oder VHT hat den Händlern den Verkauf an Privatleute untersagt, keine Ahnung.

  • Tatsächlich - Nur noch Verkauf an Gewerbekunden.
    Für mich kein Thema aber trotzdem ..


    Deklarierte Inhaltsstoffe VHT: Ketone und Toluol


    2K Sprühlack, frei verkäuflich: Dimethylether, n-Butylacetat, Aceton, Hexamethylen-1,6-diisocyanat-Homopolymer, 2-Methoxy-1-methylethylacetat, leichte aromatische Lösungsmittelnaphtha (Erdöl) (Benzol)


    Wobei Toluol als Ersatzstoff wesentlich ungiftiger ist das häufiger verwendete und vor allem Krebs auslösende Benzol :prof:


    Soll mal einer verstehen :fpa:

  • Aber der 2K Sprühlack enthält die Hinweise auf der Dose zumindest auf Deutsch, oder? Das ist bei dem VHT Vinyl Dye ja ein großes Problem, da das direkt aus den USA kommt und keinerlei deutsche Sicherheitshinweise enthält.


    Na ja, wenn's hart auf hart kommt und am Ende kein deutscher Shop das Zeugs mehr im Angebot hat, wird's eben aus Großbritannien bestellt. :D

  • Mal sehen, ob mein Vorhaben gelingt und ich mir ein schwarzes PowerBook 520 mit dunkelblauen Akzenten sprühen kann. :D


    Erste Test-Sprühung an aussortierten Ersatz-Teilen gemacht. Das matt-dunkelblaue Dye sieht hammermäßig aus und färbt die dafür vorgesehenen Teile perfekt. Ist jetzt nur noch zu hoffen, dass das auch bei den Gehäuse-Teilen klappt, die schwarz werden sollen. Ist ein anderes Plastik, das ab Werk auch nicht eingefärbt, sondern schon lackiert ist... Da hab ich mangels Ersatz-Teilen auch nur einen Versuch. :S

  • Achte darauf, bei größeren Flächen möglichst "Nass in Nass" zu arbeiten, ich hatte mal eine Stelle nachgesprüht, das sah man sofort.
    Am besten in 2 dünnen Schichten bis zur Deckung auftragen und die letzte dann wie gesagt in einem Stück ohne "Nachbessern"


    Wichtig ist das Entfetten (Silikonreiniger) und Einweghandschuhe, damit man sich nicht selbst aber auch das Werkstück wieder einsaut

  • Die Verarbeitung ist nicht so das Problem, hab damit ja mittlerweile schon einiges gemacht. Was ich vorher nicht weiß, ist, ob sich die Gehäuse-Teile damit färben lassen. Da ist halt von Werk aus schon Farbe drauf.

  • Wenn ich das richtig sehe, könnte die weiße Variante davon eine Alternative zum bleichen sein, wenn der Kunststoff vorher weiß war, oder sehe ich das falsch? Hintergrund ist, dass ich hier einen recht vergilbten Atari 600XL habe, den ich eigentlich bleichen wollte. Der 600XL hat eigentlich ja ein fast schneeweißes Gehäuse, von dem her könnte ich mir da auch den weißen Lack gut vorstellen, der wäre weniger giftig als RetroBright und insgesamt auch einfacher, zumal wenn auch die Struktur erhalten bleibt...

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    Sammlung: Siehe Profil.
    Das Leben ist ein beschissenes Adventure, aber die Grafik ist geil!

  • Eine Alternative ist es bei Weiß sicherlich. Hat auch den Vorteil, dass man - im Gegensatz zum Bleichen - keine Sonne braucht. Allerdings ist Vinyl Dye wesentlich anspruchsvoller in der Verarbeitung, zuse hat dazu ja schon ein paar wichtige Dinge genannt.


    Das mit dem "weniger giftig als RetroBright" ist aber falsch. Der Hauptbestandteil von RetroBright, Wasserstoffperoxid (H2O2), ist völlig ungiftig. H2O2 ist "lediglich" ätzend, kann also bei Kontakt zu Gewebeschäden führen. Solange man das Zeugs nicht trinkt und Handschuhe trägt, besteht beim Hantieren damit keine Gesundheitsgefahr. Man sollte allerdings keine höher als 12% konzentrierten Lösungen verwenden, da H2O2 zu spontaner Zersetzung tendiert und dabei der frei werdende Wasserstoff explodiert.


    Vinyl Dye hingegen ist extrem toxisch. Die enthaltenen Substanzen sind krebserregend, die Dämpfe schädigen Gehirnzellen und Nervensystem, und sind nebenbei hochgradig explosiv. Hier braucht man also Handschuhe, Mundschutz und eine entsprechende Örtlichkeit mit guter Belüftung, um damit sicher arbeiten zu können. Man sollte keinesfalls auf die Idee kommen, das in einer Wohnung zu verwenden.

  • Üben kann man ja auch an der Innenseite des Gehäuses.
    Lackierte Oberflächen gehen auch, Vorraussetzung für ein gutes Ergebnis ist aber eine gute Vorbehandlung wie beschrieben, also säubern, entfetten, ggfls. vorher auch mit 600/800er leicht anrauhen, wenn die Oberfläche zu glatt ist.


    Ich sprühe grundsätzlich immer draussen im Hof und verwende eine lackiermaske.
    Kostet nicht viel, nutzt aber ungemein!

  • Üben kann man ja auch an der Innenseite des Gehäuses.


    In meinem Fall leider nicht, die Farbe ist nur außen drauf. Innen ist das Gehäuse unbehandelt.


    Man sollte auch noch erwähnen, dass Vinyl Dye nicht in alle Kunststoffe eindringt. Ein bisschen Glücksspiel ist es also immer, wenn man es nicht vorher an einer nicht sichtbaren Stelle ausprobieren kann.