MFM-Platten an Pentium1-Rechner

  • Hallo zusammen


    Ich habe in einer Online-Auktion zwei ISA MFM-Controller ersteigert, damit ich endlich mal die paar MFM-Platten, die ich rumliegen habe, testen kann. Es geht mir somit nicht darum, eventuell darauf vorhandene Daten zu sichern, sondern einfach zu schauen, welche noch funktionieren (Sind insgesamt etwa 5 Platten).


    Ich habe lediglich zwei PCs mit ISA-Slots: einen IBM AT und einen Pentium1-PC. Den IBM möchte ich dazu grundsätzlich nicht verwenden, einerseits will ich daran nicht "rumbasteln", andererseits habe ich Platten welche nicht mit den IBM-Disk-Typen kompatibel sind welche dort mittels Diagnostics Disk ins BIOS eingetragen werden können.


    Ich habe folgende Controller:



    Versucht habe ich es bisher nur die erste, kleineren Karte. Für die Zweite muss ich noch eine Halterung für einen Lüfter ausbauen, die hat sonst keinen Platz ;)


    Beide scheinen den selben WD-Controller zu haben, viel Dokumentation habe ich aber dazu nicht gefunden. Leider weiss ich auch nicht, in welchen Systemen diese Karten ursprünglich drin waren.


    Ich habe also die kleine Karte in den PC eingebaut und im BIOS den Onboard-IDE Controller deaktiviert. Im BIOS lässt sich die HDD-Geometrie manuell einstellen, was schon mal gut ist.

    Getestet habe ich z.B. eine Seagate ST 4038. Interessant ist hier, dass wenn ich im BIOS Type 20 auswähle (C-733, H-5, WP-300, S-17), meldet das BIOS beim booten "Pri Master HDD Error":


    Wenn ich die Daten manuell eintrage ("User Typ 47"), läuft POST problemlos durch, die Platte wird dann auch entsprechend in der Übersicht angezeigt:


    Da ich den Onboard-IDE-Controller deaktiviert habe, boote ich von einer DOS-Diskette mit SuperStor. Dieses Tool erkennt die Platte, kann sie Low-Level-Formatieren, kann Seek-Tests etc durchführen und eine DOS-Partition erstellen:


    Das Problem ist aber, dass DOS auch bei einem Neustart die Platte trotzdem nicht erkennt (Kein C-Laufwerk verfügbar). Hier der Auszug vom MS Diagnostics Tool:


    Ist dieser PC bereits zu neu, um MFM-Platten korrekt anzusteuern? Technisch scheint es ja möglich sein wenn SuperStor die Platten formatieren und testen kann. Die SuperStor Tests sind ja schon recht gut, allerdings wäre es natürlich schön, wenn ich die Platten mit DOS und weiteren Tools ansprechen könnte.


    LBA habe ich ebenfalls deaktiviert. Haben evtl. die anderen Einstellungen einen Einfluss darauf?


    Liebe Grüsse

    Metalhead

    • Official Post

    Block Mode und 32Bit Mode würde ich erstmal abschalten.

    Kann PIO Mode auch Disabled statt Auto sein? Dann würde ich das auch noch machen.

    Ansonsten nach dem LL-Format mit dem FDISK der verwendeten DOS-Version primäre Partition anlegen und aktivieren, und den MBR schreiben, mit FDISK /MBR, um Versions-Inkompatiblitäten auszuschließen.

  • Ich hatte ebenfalls ähnliche Probleme. Abhilfe war bei mir, das im Controller-BIOS verbaute Low-Level-Format Programm zu nutzen. Dazu eine DOS Disk booten, DEBUG aufrufen und das Programm an der jeweiligen BIOS Adresse starten. Siehe z.B. https://retrocmp.de/ctrl/llf/llf.htm

    Dann siehst Du auch gleich, ob das Controller BIOS funktionsfähig und an der richtigen Adresse abgelegt ist. Andernfalls kannst Du die Platte zwar nach Booten von Diskette mit speziellen Tools formatieren, aber eben nicht wirklich benutzen (zumindest nicht davon booten).

  • Ein eigenes BIOS haben MFM-/RLL-Controller normalerweise nur in der XT-Version, also mit 8 Bit Slot.

    Hm, guter Einwand. Mein erster AT -286 war ein IBM Clone in ~1989. Der hatte kein Menü-geführtes BIOS, sondern ein minimalistisches Phoenix BIOS. Zur Modifikation der Einstellungen musste man (wie bei IBM) eine entsprechende Setup-Disk booten. Ich glaube dass man dann einen vordefinierten HDD Eintrag auswählen konnte, eigene Formate gab es noch nicht. Bei diesem Rechner gab es definitiv ein Low-Level-Formatprogramm zum Start mittels DEBUG, ich kann aber nicht sagen ob das im Rechner-BIOS oder im Controller-EPROM/BIOS lag.
    Bei meinem neueren 386SX gibt es tatsächlich kein Controller-EPROM/BIOS mit Low-Level-Formatprogramm zum Start per DEBUG.

  • Tatsächlich, einfach alles deaktivieren und die Platten wurden von DOS erkannt. 32-Bit off bei einer 16-Bit-ISA-Karte... Darauf hätte ich eigenlich selbst kommen sollen. Naja, manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht. Oder so.

    PIO musste ich nichts umstellen (ganz disablen kann ich das sowieso nicht, nur zwischen verschiedenen Werten wählen).


    Noch eine Frage: Macht DOS während dem Boot erstmal eine längere Pause?

    Falls ja, gibt es evtl. Probleme beim Lesen der Partitionstabelle, was auf Hardware-Probleme hindeuten kann.

    Nein, abgesehen von MSCDEX, welches natürlich kein CD-Gerät fand durch das deaktivieren des IDE-Controllers, bootete DOS normal. DOS erkannte vermutlich gar nicht, dass da eine HDD sein sollte ^^



    Ich hatte ebenfalls ähnliche Probleme. Abhilfe war bei mir, das im Controller-BIOS verbaute Low-Level-Format Programm zu nutzen. Dazu eine DOS Disk booten, DEBUG aufrufen und das Programm an der jeweiligen BIOS Adresse starten. Siehe z.B. https://retrocmp.de/ctrl/llf/llf.htm

    Dann siehst Du auch gleich, ob das Controller BIOS funktionsfähig und an der richtigen Adresse abgelegt ist. Andernfalls kannst Du die Platte zwar nach Booten von Diskette mit speziellen Tools formatieren, aber eben nicht wirklich benutzen (zumindest nicht davon booten).

    Das werde ich gerne im Hinterkopf behalten, eine Disk scheint nen Sector 0 Fehler zu haben. Muss da wohl mit verschiedenen LLF-Tools rumprobieren.


    Wird aber sowieso noch etwas Arbeit benötigen das ganze. "Ausbeute" nach ersten Tests: 2 Disks komplett Fehlerfrei (Beide von Seagate), eine Ansprechbar aber nicht DOS-Formatierbar (Sector 0 error), bei zweien hängt POST beim booten. Habe auch nicht erwartet, dass die alle noch perfekt funktionieren ;)


    Der hatte kein Menü-geführtes BIOS, sondern ein minimalistisches Phoenix BIOS. Zur Modifikation der Einstellungen musste man (wie bei IBM) eine entsprechende Setup-Disk booten. Ich glaube dass man dann einen vordefinierten HDD Eintrag auswählen konnte, eigene Formate gab es noch nicht.

    Das ist leider auch beim originalen AT so; und teilweise sogar abhängig von der BIOS-Version:

    http://minuszerodegrees.net/5170/hdd_type/5170_hdd_type.htm

    Zwei meiner Platten gibt es nicht in dieser Liste. Aber momentan gibt es sowieso für mich keinen Grund, die dort verbaute Disk zu wechseln.



    Vielen Dank auf jeden Fall für eure Hilfe!