25 Jahre Game Boy - Die RHEINPFALZ am Sonntag vom 20.04.2014

  • Interview mit mir zum 25. Geburtstag des Game Boys. Musste zwar zusammengekürzt werden ohne Ende aber unser Verein wurde erwähnt. Und: Morgen gibts in Absprache mit dem Redakteur die vollständige Fassung (sechs Seiten!) als Online-Bericht auf der Homepage des LOAD-Magazins.


    PDF-File fürs Archiv folgt, sobald mir dieses zugegangen ist.


  • Ich hoffe, das kommt jetzt nicht falsch rüber, aber schon die Antwort auf die zweite Frage ist leider nicht korrekt. Alles, was da dem Game Boy zugeschrieben wird, gab es bereits 10 Jahre vorher beim Microvision. Na ja, die "Generation Game Boy" wird's vermutlich nicht merken, die kennen das Microvision sicher nicht. Aber hier hätte man mit tiefergehendem Fachwissen glänzen können.


    ps: Hatte mich mal an einem Simulator versucht: http://retro-net.de/amivisi/, die weitere Entwicklung mangels Interesse aber wieder eingestellt.

  • Hallo Timo,


    natürlich kenne ich den Microvision von MB und hatte erst überlegt, diesen in das Interview mit einzubeziehen. Ich habe aber darauf verzichtet, denn die Spiele waren im Grunde genommen auch nichts anderes als LCD-Games, die man eben in ein Gehäuse schob. Die Bildschirme auf den Spielen waren ebenfalls LC-Displays mit vorgezeichneten Spielelementen. Somit stimmt meine Aussage, dass der Game Boy die erste handliche Spielkonsole mit einem vollständig grafikfähigen Bildschirm war und es vorher nur die erwähnten LCD-Games gab.


    Wenn wir morgen das vollständige Interview auf der LOAD-Homepage veröffentlichen, wirst du sehen, was alles den Kürzungen zum Opfer gefallen ist. Tiefergehendes Fachwissen konnte daher in der Print-Fassung nicht umgesetzt werden.

  • Die Bildschirme auf den Spielen waren ebenfalls LC-Displays mit vorgezeichneten Spielelementen.


    Nein, da war nix vorgezeichnet! Das Display war voll grafikfähig, wenn auch nur mit 16x16 Pixeln, aber das war eben auch 1979. Der Bildschirm war auch nicht auf den Spielen, sondern im Gerät. Das Modul hatte an der Stelle eine durchsichtige Scheibe, auf der bei einigen Spielen lediglich zusätzliche Dekoration drauf war.


    Siehe dazu auch den Link zum Simulator, den ich noch hinzueditiert habe. Da kannst du das Microvision mal ausprobieren. :)

  • Ok. Dann müssen wir nun darüber diskutieren, ob ich nun 16x16 Pixel ein- und ausschalten kann und ob man das als "vorgezeichnete Spielemente" definieren kann oder bereits als "voll grafikfähig", was dann tatsächlich meine Aussage als falsch herausstellen würde. Ich denke hier beginnt aber die Haarspalterei.


    "Voll grafikfähig" bedeutet für mich, dass das Display eine ausreichend hohe Auflösung aufweist, sodass ich Spielfiguren und -Welten frei zeichnen kann. Das ist beim Game Boy der Fall, beim MB Microvision nicht.


    So oder so: Es stand kein Platz zur Verfügung, um noch auf das MB Microvision eingehen zu können, was die Leser der Zeitung mit Sicherheit nicht kennen. Solche Geschichten sind in Massenmedien fast immer harte Kompromisse. Daher hat das nichts damit zu tun, dass die Zeitung oder ich es versäumt haben, mit Fachwissen zu glänzen.

  • Für mich sind Pixel gleich Pixel, unabhängig von der Auflösung. Was ein "vorgezeichnetes Spielelement" ist, ist hingegen recht eindeutig und trifft beim Microvision nicht zu. Man kann für die Auflösung ja nicht willkürlich irgendwelche Maßstäbe ansetzen und ignorieren, dass 1979 einfach nicht mehr möglich war (zumindest nicht in bezahlbarem Rahmen) und 16x16 Pixel dann als LCD-Spiel abtun.


    Unabhängig davon ändert das aber auch nichts daran, dass auch die Aussage "Videospiele ... die fest in das Gerät eingebaut waren" nicht korrekt ist. Die gesamte Antwort auf die zweite Frage ist halt einfach so geschrieben, als hätte es das Microvision nie gegeben.

  • Es ist immer schwierig, Retrocomputing-Themen vollständig und historisch korrekt wiederzugeben. Dennoch hat Timo Recht: Nur um der lieben Textlänge willen sollte man keine 'Fehler durch Verkürzung' zulassen. Oder, um ein Beispiel zu nennen: der erste 16-Bit-Heimcomputer war eben NICHT der Sinclair QL, sondern der TI 99/4.


    Tipp für die Zukunft: Bei Interviews IMMER auf ein PDF der fertig layouteten Seite zur Korrektur und Freigabe bestehen - das ist inzwischen branchenüblich. Wenn die Redaktion das dennoch ablehnt: Interview zurückziehen!


    Bin gerne bereit, bei zukünftigen Interviewanfragen Hilfestellung zu leisten / gerade bei der Rheinpfalz wäre das ein Klacks gewesen - ich habe bei der Medienunion volontiert und kenne die halbe Redaktion ....

  • Der Fehler entstand nicht durch das Verkürzen, sondern wie ich bereits oben schrieb, durch außer Acht lassen des MB Microvision aus den ebenfalls genannten Gründen.


    Ich finde es dennoch gut, dass das Thema hier angesprochen wurde. Das Microvision werde ich noch in der vollständigen Version des Interviews erwähnen.


    Bin keinem böse, keine Sorge. Ich hatte auch jederzeit volle Kontrolle über den Text. Die Zusammenarbeit mit dem Redakteur war vorbildlich.

  • der erste


    ... immer so lange bis der nächste "erste" entdeckt wird.


    Ich finde diese "der erste"-Themen deshalb ja sowieso kritisch. Aber entziehen kann man sich denen wohl nicht. Dann lieber relativieren: "der erste wirtschaftlich erfolgreiche/populäre" etc.


  • Nein, da war nix vorgezeichnet! Das Display war voll grafikfähig, wenn auch nur mit 16x16 Pixeln, aber das war eben auch 1979. Der Bildschirm war auch nicht auf den Spielen, sondern im Gerät. Das Modul hatte an der Stelle eine durchsichtige Scheibe, auf der bei einigen Spielen lediglich zusätzliche Dekoration drauf war.


    Siehe dazu auch den Link zum Simulator, den ich noch hinzueditiert habe. Da kannst du das Microvision mal ausprobieren. :)


    Na schon wieder der Timo der hier Rabatz macht ;-)


    Ich helfe mal mit zwei Bildern aus:
    [imgwidth]http://www.handheldmuseum.com/MB/MB-MVF1GermanConsole.jpg[/imgwidth]


    [imgwidth]http://forum.classic-computing…829f33e3e8590e631d98ff35a[/imgwidth]


    Es scheint so, als ob die Grafik ohne "Overlay" a la Vectrex auskommt. Besonders ansprechend sieht das aber nicht aus.
    Ausserdem war der Gameboy zumindest der erste Handheld mit kommerziellem Erfolg.


  • ps: Hatte mich mal an einem Simulator versucht: http://retro-net.de/amivisi/, die weitere Entwicklung mangels Interesse aber wieder eingestellt.


    Jemand anders hat sich dessen auch angenommen und auch Deinen Emulator erwaehnt:
    http://home.comcast.net/~eichl…ision/MicroSimProject.htm


    Zusaezlich hat sich jemand noch anderes auf dem Arduino versucht mit der Emulation :-)
    https://www.youtube.com/watch?v=3lKOmD4K0T4


  • ... immer so lange bis der nächste "erste" entdeckt wird.


    Ich finde diese "der erste"-Themen deshalb ja sowieso kritisch. Aber entziehen kann man sich denen wohl nicht. Dann lieber relativieren: "der erste wirtschaftlich erfolgreiche/populäre" etc.

    Na ja, das kann man so oder so sehen.
    Richtig ist, dass das Thema "der Erste" überstrapaziert wird - so nach dem Motto: der erste 16-Bit-Computer mit hellgrauem Gehäuse, der an einem Freitag vorgestellt wurde.
    Es stimmt aber auch, dass manche Computer/Konsolen/Programme etc. tatsächlich die ersten sui generis waren - zum Beispiel der Xerox Alto. Und die Qualifizierung "wirtschaftlich erfolgreich" hilft auch nicht wirklich weiter, siehe das Thema 16-Bit-Computer: War der Sinclair QL wirtschaftlich erfolgreich? Der erste Mac? Der TI?
    Ich denke schon, dass man "der/das Erste" in vernünftiger Dosierung eine wichtiges Benchmark ist. Es kommt halt auf den Kontext an ...

  • Seid ihr mit der Antwort zur "umstrittenen Passage" zufrieden?


  • Konnte nun nicht mehr länger warten, da das Interview aufgrund des heutigen Geburtstages online gehen muss...


    Das vollständige Interview ist nun auf der Seite des LOAD-Magzins online:
    http://load-magazin.de/2014/04/21/nintendo-game-boy-wird-25/